Lazarettschiffe und Rotes Kreuz

Begonnen von Maurice Laarman, 03 Juni 2008, 17:08:55

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Maurice Laarman

Hallo,

Höffentlich ist Jemand in die Lage mit mit folgenden Fragen zu helfen. Ich habe schon einige Bücher über dieses Thema, die helfen aber nicht weiter.

Im Augenblick schreiben wir mit die Werkgroep Kriegsmarine ein Buch über die Baloeran/Lazarettschiff Strassburg. Einiges über das Genfer Abkommen ist mir noch nicht ganz klar. Dürfte Lazarettschiffe damals nicht oder wohl im Geleitzug fahren? (jetzt darf es) 
Zweitens, gibt es irgendwo ein Archiv mit die genaue Daten zur Anmeldung und Abmeldung an das Rote Kreuz?

Herzlichen Dank im voraus,

Maurice Laarman

Spee

Servus Maurice,

erste Adresse zu deinen Fragen wäre die Meldestelle des Roten Kreuzes in Genf, so meine Vermutung.
Servus

Thomas

Suicide Is Not a War-Winning Strategy

TD

Hallo Maurice,

ich hatte ja mit Hans schon alles Mögliche versucht bei STRAUSSBURG weiter zu kommen...

Lazarettschiffe durften sicherlich nicht im Geleitzug fahren, wäre nachts auch nicht gut gegangen da Lazarettschiffe ja beleuchtet sein mußten.

Frage ist ja nun ob eine Rotte Minensuchboote vor einen Lazarettschiff auch schon ein Geleitzug war ?

Anmeldungen zu Lazarettschiffen erfolgten durch die Deutsche Gesandtschaft in Bern für das Auswärtige Amt in Berlin beim Eidgenössischen Politischen  Departement- Departement Politique Federal per Verbalnote zur Übermittlung an das Foreign Office, London.
Bestätigte London die Anmeldung war das Lazarettschiff notifiziert, also anerkannt und angemeldet.

Im politischen Archiv (Auswärtiges Amt) Berlin sind nur wenige Anmeldungen erhalten geblieben.
Beim Bundesarchiv Bern liegt der ganze Schriftverkehr zu den Lazarettschiffen nach beiden Richtungen, leider
sind meine Versuche dort ohne Besuch etwas zu erfahren bisher mehrfach gescheitert.
Wo die Akten des britischen Auswärtigen Amtes liegen weiß ich nicht, der britische Marineattachee
in Bonn hat mir zweimal versprochen zu helfen, kein Ergebnis.

Es wäre natürlich wunderbar wenn einmal auch die politischen Akten in Bern ausgewertet werden könnten, aber
ich habe bisher noch keinen Schweizer gefunden der einmal als eigener Bürger dort vorstellig wird.

Viele Grüsse

Theo

...ärgere dich nicht über deine Fehler und Schwächen, ohne sie wärst du zwar vollkommen, aber kein Mensch mehr !

Luttra

Nescire quaedam magna pars sapientiae est

Maurice Laarman

Danke Luttra, ich habe eine Email geschickt. Höffentlich kommt was aus.

Gruss,

Maurice

kalli

wir haben einen Schweizer als Miglied :-D

war aber leider das letzte mal im Januar 08 online und hat schon lange nichts mehr geschrieben.

OWZ

 Da in diesem Thread explizit vom Lazarettschiff "Straßburg" die Rede ist, hänge ich hier mal ein Foto eines CM-Modells (1:1250) dieses  Schiffes an, verbunden mit der Frage nach den Hintergründen für die mir doch etwas absonderlich erscheinende Farbgebung (ich gehe davon aus, dass C.M. eine historisch belegte Vorlage dafür hatte) ... ? ...

http://www.1250ships.com/test/popup_image.php?pID=12524&image=0

Peter K.

Anstrich von Lazarettschiffen gemäss der Genfer Konvention:

weißer Grundanstrich mit einem um den gesamten Schiffsrumpf laufenden grünen Streifen von 1,5 m Höhe, rote Kreuze auf jeder Seite der Schornsteine
Grüße aus Österreich
Peter K.

www.forum-marinearchiv.de

Hastei

@OWZ,
diese Version eines Lazarettschiffes , mit Tarnung, kenne ich nicht, höchstes Verwundeten-Transporter
Ich habe am 3.Okt.08 unter dem Thema Lazarett oder Hospitalschiffe bei den Miniaturmodellen  auch die Straßburg gezeigt,                                          aber so , wie es Vorschrift sein soll.

Gruß Hastei

Hastei

#9
ich wusste doch, das ich ein Bild der Strassburg habe, hier ist es.  Und ich muss gestehen, sie hat Tarnbemalung und die vorgeschriebene Erkennung als Lazarettschiff. Da frage ich mich, wie passt das zusammen, sollen diese Schiffe nicht nachts auch voll beleuchtet sein ?

es grüßt der Hastei

ich gestehe, die Fragen waren ganz anders

OWZ

#10
 Wirklich  top Hastei, dass Du hier gleich noch den Foto-Beleg nachschiebst.

Nach den Angaben in der `Chronik des Seekrieges´ wurde das Schiff im September 1943 nach einem Minentreffer vor der holl. Küste bis zum Totalverlust mehrfach aus der Luft und zur See angegriffen (S. 222). Offensichtlich fand dieser Anstrich beim Gegner - nach Peters Angaben zu den offiziellen Vorgaben ja mehr oder weniger zu Recht - wenig Respekt.

Über die Hintergründe dafür kann man wohl nur spekulieren: So habe ich mal in Bezug auf die "Deutschland" gelesen, dass sie aufgrund von Farbmangel im Mai 45 in der Lübecker Bucht lediglich eines von 4 roten Kreuzen an den Schornsteinen aufgemalt hatte; sollte das Aussehen der Straßburg 1943 auch schon auf einen Mangel an weißer Farbe zurückzuführen sein? Oder hatte man hier vielleicht aufgrund häufiger Angriffe auf Lazarettschiffe  die Schlussfolgerung gezogen, dass ein getarntes Lazarettschiff mehr Sinn macht?

Grüße

OWZ


Nauarchus

Hi!

Die Bemalung als Lazarettschiff wurde für die Überführungsfahrten von Norwegen nach den Niederlanden mit dem Tarnanstrich übermalt. D. h., die Überführungsfahrten führte die STRASSBURG nicht als offizielles Lazarettschiff durch.

Quelle: Hamburger Rundbrief

Gruß Nauarchus  :-)
"Wenn ein Seemann nicht weiß, welches Ufer er ansteuern muß, dann ist kein Wind der Richtige."

Lucius Annaeus Seneca (römischer Philosoph & Dichter)

OWZ

 Hallo Nauarchus,
weißt Du, um was für "Überführungsfahrten" es sich dabei gehandelt hat; ich meine, wurde das Schiff selbst überführt oder bestimmte Personen?. (Vielleicht hatten die in Holland ja doch schon einen Mangel an grüner und roter Farbe, so dass man vorsichtshalber schon mal auf ein Überstreichen der roten Kreuze usw. verzichtet hat :?)

:MG:

Maurice Laarman

Warum sollte man eine Lazarettschiff, normalerweise geschützt durch die Anstreichung, Rotes Kreuz, usw, an Gefahr übergeben beim überfuhren durch es zu übermalen mit Tarn? Scheint mich nicht sehr logisch. Es gibt auch ein andere Erklärung - zur Zeit der Versenkung war es kein Lazarettschiff mehr. Dafür suche ich aber noch Bestätigung.

Gruss,

Maurice

Nauarchus

Hi OWZ und Maurice!

Die Überführungsfahrten waren eigentlich Verlegungsfahrten zw. NL - D - N - D - NL (ungefähr in der Reihenfolge). Die STASSBURG/DEMPO verbrachte von 1940 - 1943 (Verlust) viel Zeit in der Werft. Auf dt. Seite war man mit den Manövriereigenschaften in engen Küstengewässern alles andere als glücklich. Was wohl auch der Hauptgrund für ihren Abzug aus N war. Um aber genau diese Eigenschaften zu verbessern war das Schiff immer wieder in der Werft. Ob die STASSBURG/DEMPO für diese Zeit (Fahrt zur Werft bzw. von der Werft) als offizielles Lazarettschiff gemeldet war kann ich aber leider auch (noch) nicht sagen. Als sie im September 1943 unterging (s. das Foto von Hastei) kam sie ja gerade wieder aus der Werft. Eine Mine interessiert nun mal nicht wie das Schiff angemalt ist das auf sie drauf fährt.

Weiterhin fuhr die STASSBURG/DEMPO auch als sog. Verwundetentransportschiff. Ein Verwundetentransportschiff ist aber kein offizielles Lazarettschiff und darf deshalb auch nicht den Anstrich eines Lazarettschiffes führen (m. W. n.). Ein mögliche (rein spekulativ von mir!) Erklärung für den Tarnanstrich wäre folgende: Man wollte den Lazarettanstrich nicht komplett entfernen (Zeit/Kosten/Farbe?) musste ihn aber andererseits offiziell "unkenntlich" machen und hat das Schiff deshalb einfach teilweise umgepönt. Als willkommener und/oder gewollter Nebeneffekt kam ja dann noch der optische Schutz dazu.

Gruß Nauarchus  :-)
"Wenn ein Seemann nicht weiß, welches Ufer er ansteuern muß, dann ist kein Wind der Richtige."

Lucius Annaeus Seneca (römischer Philosoph & Dichter)

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