weg - und keiner hat´s gemerkt

Begonnen von Deichgraf, 15 Juli 2010, 10:12:48

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Deichgraf

Moin,
der Thread zur Bismarck-Sea hat mich an eine Sache erinnert, der ich immer noch mal nachgehen wollte.
Ich meine, einmal gelesen zu haben, daß irgendwann um die Zeit der japanischen Kapitulation herum, ein amerikanisches Kriegsschiff (es könnte ein Kreuzer gewesen sein) befehlsgemäß von ???? auf dem Kurs nach Hawai war. Nur kam es dort nicht an, weil es entweder torpediert wurde oder auf eine Mine lief (ich weiß es nicht mehr). Ob es einen Notruf gab, kann ich auch nicht sagen. Jedenfalls fiel es wohl niemandem auf Hawai auf, daß das Schiff sich nicht meldete und auch nicht ankam. Erst nach Tagen erinnerte man sich an das Schiff, daß zu der Zeit aber längst gesunken war.
Kann mir jemand auf die Sprünge helfen, welches Schiff das war?


Grüße

Jürgen

Seefuchs

schwerer Kreuzer USS Indianapolis
In der Werft: SMS König; KM Lützow


Tostan

Naja, es war aber in dem Fall keine Schlamperei oder so, es hat keiner gemerkt weil keiner wusste, wo die Indianapolis war. Bei Geheimmissionen ist sowas halt üblich.

t-geronimo

Hallo Tostan!

Das ist meiner Meinung nach so nicht richtig, denn bestimmte Stellen wußten, wo der Kreuzer war - oder besser, wo er sein sollte.
Außerdem war man auf dem Weg, sich wieder normal der Flotte für die Okinawa-Operation anzuschließen. Also nicht mehr super geheim.

Bei Schiffen dieser Größe nahm man einfach an, daß sie ihr Ziel erreichen würden. Also plottete man in den zuständigen Stellen den Kurs einfach nach Annahme und Berechnung anstatt nach Positionsmeldungen.
So fiel schonmal nicht auf, daß es irgendwann keine Meldungen mehr gab.
Weiterhin nahm man nach dem berechneten Datum der Ankunft in Leyte einfach an, daß Indianapolis also auch dort angekommen sein mußte. Einen speziellen Ankunftsbericht mußten nur Handelsschiffe abgeben.
Einem ists zwar aufgefallen, daß der Kreuzer nicht ankam, aber er hats nicht weiter verfolgt.

Überlebende berichten, daß definitiv Notfall-Signale abgesetzt wurden. Anscheinend wurden diese auch von drei Stationen aufgefangen, aber ignoriert bzw. nicht weitergegeben.
Eine Meldung des japanischen U-Boots, ein Schlachtschiff versenkt zu haben, hat man abgefangen aber ebenfalls nicht weiter beachtet.
Und daß das U-Boot genau auf dem Kurs der Indianapolis lag, wußten die zuständigen amerikanischen Stellen - man hat nur versäumt, es dem Kommandanten mitzuteilen....
Und dessen Antrag auf Zerstörerschutz wurde abgelehnt.


Alles in allem kommt die US Navy nicht gut weg bei dieser Katastrophe.
Also schob man das meiste dem Kommandanten in die Schuhe und verurteilte ihn vor einem Kriegsgericht. Er war somit der einzige Kommandant eines US-Schiffes, der für den Verlust seines Schiffes verurteilt wurde (wobei auch dort wieder einige Punkte sich als absolut haltlos erwiesen). 1968 beging er Selbstmord.
2000 wurde er rehabilitiert, weil ein 12-jähriger Schüler sich der Geschichte annahm und damit bis vor den US-Senat zog und Erfolg hatte.

Eine gute Seite:  --/>/> http://www.ussindianapolis.org/intro.htm

Ein sehr gutes Buch:  --/>/> http://forum-marinearchiv.de/smf/index.php/topic,2799.0.html

Gruß, Thorsten

"There is every possibility that things are going to change completely."
(Captain Tennant, HMS Repulse, 09.12.1941)

Forum MarineArchiv / Historisches MarineArchiv

Deichgraf

Hallo,
ja, daß war das Schiff, daß ich gesucht habe.
Danke für Eure Hilfe, besonders an Thorsten.

Grüße

Jürgen

Albatros

#6
Interessant ist das hier  --/>/> http://www.ussindianapolis.org/resolution.htm auch ein Zusammenhang zum Vorfall mit der USS Cole (DDG-67) hergestellt wird.

Der Kommandant der Cole wurde vor kein Gericht gestellt da er alle vernünftigen Vorsichtsmaßnahmen in die Wege geleitet hatte, er aber nicht vor der besonderen

Gefahr für sein Schiff im Hafen entsprechend gewarnt worden war.

Das wäre ohne die Ereignisse die zur Rehabilitierung des Kommandanten der Indianapolis führten eventuell anders gelaufen.

:MG:

Manfred

harry

hallo,

da gibt es sogar einen US-Spielfilm über das Schicksal der Indianapolis. Mit dem genauen Titel kann ich leider nicht dienen, den Kapitän spielte Stacy Keach. Es wurde nicht nur die Versenkung behandelt, sondern auch die Kriegsgerichtsverhandlung, bei der der Kommandant des U-Bootes als Zeuge aufgerufen wurde. Wie nahe der Film am wirklichen geschehen kann ich nicht beurteilen.

Viele Grüße
harry


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