Vergleich VM - BM

Begonnen von Trimmer, 13 August 2010, 08:54:38

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der erste

Die Betriebsstunden waren bei uns für den M 503 auf 150 pro Ausbildungsjahr festgelegt. Dann gab es noch eine Reserve, die aber vom CVM freigegeben werden mußte. Was ist verwerflich daran Motorenstunden zu sparen, um nicht außer der Reihe Wartungen oder  Maschinenwechsel durchführen zu müssen? Wie gesagt für uns war das normal. In jeder Armee wird in irgendeiner Form gespart. Allerdings, Munition hatten wir genug.

Matrose71

Ich denke es hat auch etwas mit Ausbildung, ständigem üben und Einsatzbereitschaft zu tun.

Wenn 150 Betriebsstunden reichten im Jahr, um alle "Standards" einzuhalten ist das ja ok.
Aber 150 Stunden Betriebsdauer, sind gerade einmal sechs volle Tage im Jahr. Für mich hört sich das nach sehr wenig an, um alle Manöver ständig zu üben.

Viele Grüße

Carsten

Trimmer

Hallo "der erste " und Kalli - danke für den Büchertip

Trimmer - Achim  :MG:
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

der erste

Mag ja sein Matrose 71, aber es war so. Und auch mit dieser Stundenzahl haben wir unsere Ausbildungsziele erreicht. Im E-Fall hätte aber sowieso keiner auf die Stunden geachtet. Und, machen wir uns nichts vor, Schnellboote in einem heutigen dynamischen Krieg, (zwischen Armeen), in lang andauernden Kampfhandlungen, mit Einsatz von allen Mitteln, sie sind doch nur Onewayships. Ob irgendetwas in Friedenszeiten geplant und in noch so vielen Manövern geübt, an Computern durchgespielt wird - im Ernstfall schießt immer einer zurück und der ist auch ausgebildet.

Albatros

Ich habe das Gefühl hier wird etwas um den heißen Brei geredet, kann es sein das die Motoren der NVA-Boote einfach nicht die Standzeiten der Westlichen Boote hatten.

Dies aber auch weil als Onewayships eingestuft gar nicht nötig war ?

:MG:

Manfred

kalli

ZitatDies aber auch weil als Onewayships eingestuft gar nicht nötig war ?

hat der erste doch gesagt-oder?

Albatros

Man könnte es etwas deutlicher sagen, hier findet doch ein Vergleich statt, hätten sie bessere Motoren gehabt wären sie auch eingebaut worden.

Dies hätte dann die Möglichkeit eröffnet eine ähnliche Anzahl von Seetagen wie die Boote der Bundesmarine zu erreichen und wie

Urs schon sagte, fahren lernt man eben nur durch fahren.... :MZ:

Das sie eventuell bei der NVA als Onewayships eingestuft wurden könnte auch an den zur Verfügung stehenden Motoren gelegen haben.

Ich kann mir nicht vorstellen das die Boote bei der Bundesmarine ebenfalls als Onewayships  gesehen wurden, man erwartete die Boote sicher wieder zurück.

:MG:

Manfred

Trimmer

Manfred - ich kann es nur "landseitig " so bestätigen - 1000 km und dann ein Volltreffer -zumindest bei den Fahrzeugen hatte man so "geplant " - traurig aber wahr

Trimmer - Achim
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

der erste

Die Bezeichnung "Onewayship" wurde unter uns gebraucht. Es lag nicht an den Maschinenstunden. Die Begrenzung der Stunden war schon hilfreich, um  die Maschinen zu schonen. Es waren Importmotoren, die nun mal nicht in Massen zur Verfügung standen. Ich kann mich auch noch an dien Kampf um die wenigsten Kuppelmanöver erinnern. Aber das nur am Rande. Da hat, glaube ich, mit der Ausgangsfrage wenig, wenn nicht sogar gar nichts zu tun.
Der Begriff Onewayship kam auf, und ich glaube, der kam nicht mal von uns, er war plötzlich da, als es darum ging, Kampfhandlungen zu planen. Wir wären mit an der 1.Operation der Flotte beteiligt gewesen, d.h. gegnerische Erstrangziele wie z.B. gegnerische Raketenschnellboote, Fregatten und Zerstörer, Minenleger  und Geleite zu vernichten. Nachdem der Kampfsatz verschossen wäre, hätten wir ja irgendwo nachladen müssen, also neue Raketen übernehmen. Wir gingen damals davon aus das wir das nicht so ohne weiteres tun könnten, da die andere Seite ja auch noch da war und uns sicherlich mit Fliegerkräften nicht in Ruhe gelassen hätte. Die Fliegerabwehrmöglichkeiten der 205er waren ja nicht so überragend. Eigene Marinefliegerkräfte zur Deckung waren bis 1987 nicht vorhanden, und als wir dann ein Geschwader hatten, reichte das natürlich auch nicht aus. Die Fla.Raketenabteilungen der Luftverteidigung an Land, die uns decken sollten, für Dranske wäre das die Abteilung in Lancken und in Neuenkirchen gewesen, auch nicht, da sie im Gesamtsystem der Luftveteidigung des Landes integriert waren,. Also um es offen zu sagen, wir hatten ein Problem mit der Luftabwehr. Aber nicht nur wir, es betraf die gesamte VM. Das war bekannt. Da wir aber im Bestand der vereinten Ostseeflotten handelten, sollte es durch die Fliegerkräfte der SU kompensiert werden.  Wie gesagt, die Maschinenstunden waren dabei aber nicht das Problem. Wir sollten ja nicht wochenlang draußen rumfahren.
Es gibt zu dieser Problematik eine Unmenge von Literatur, sehr offen von ehemaligen Offizieren der NVA geschrieben, die mit diesen Punkten sehr kritisch umgehen.
Gerade zum Vergleich Luftabwehrmöglichkeiten der Nato und des Warschauer Vertrages erscheint im Herbst ein Buch von ehemaligen Kommandeuren der Luftverteidigung der DDR.

Albatros

Zitat von: der erste am 15 August 2010, 11:02:44
Es gibt zu dieser Problematik eine Unmenge von Literatur, sehr offen von ehemaligen Offizieren der NVA geschrieben, die mit diesen Punkten sehr kritisch umgehen.
Gerade zum Vergleich Luftabwehrmöglichkeiten der Nato und des Warschauer Vertrages erscheint im Herbst ein Buch von ehemaligen Kommandeuren der Luftverteidigung der DDR.

Hallo der erste,

Kannst Du oder auch ein Anderer mal bitte 3 oder 4 Bücher empfehlen, dass Thema würde mich schon sehr interessieren.

:MG:

Manfred

der erste

Ja klar, Such ich Dir raus.

Albatros


der erste

Zusätzlich zu den schon genannten hier einige Bücher, sind vielleicht auch schon bekannt.:
Elchlepp/Minow/Jablonski und Röseberg "Die Volksmarine der DDR" 1999
Hans Werner Deim u.a. "Die militärische Sicherheit der DDR im kalten Krieg" 2008
Gödde "Eine Eliteeinheit der NVA rüstet ab" 2000
Siegfried Horst "Offizier bei den Fla-Raketen der NVA" 2009
Wünsche u.a. "Rührt Euch! Zur Geschichte der NVA" 1998
Biedermann "Offizier, Diplomat und Aufklärer der NVA" 2009
Biedermann und Horst bringen auch das Buch über die Fla-Raketen im Herbst heraus.

Urs Heßling

moin,

Zitat von: Albatros am 14 August 2010, 20:40:35
Ich kann mir nicht vorstellen das die Boote bei der Bundesmarine ebenfalls als Onewayships  gesehen wurden, man erwartete die Boote sicher wieder zurück.

Wir gaben uns da keinen Illusionen hin. Beim Angriff auf einen WP-Landungsverband wurde voller Einsatz erwartet und mit hohen Verlusten gerechnet.

in marinehistorischem Vergleich: definitiv kein Kamikaze, aber "Panzerkreuzer ran an den Feind - voll einsetzen" war es schon.

Für uns war interessant, wie lange wir es unter ständiger Luftbedrohung "durchgehalten" hätten, gegen leichte Seestreitkräfte (Schnellboote und FK-Korvetten wie NANUCHKA) eingesetzt zu werden und immer wieder auf den "Laying-up-positions" in den dänischen Inseln zu versorgen, wenn der Landungsverband gar nicht oder erst Tage nach Eröffnung der Feindseligkeiten gekommen wäre.

Gruß,Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Albatros

Hallo der erste,


Danke Dir für die Auswahl an Büchern, dann werde ich mal schauen was so geht.....

:MG:

Manfred

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