Russische Flugzeugträger aktuell

Begonnen von AND1, 17 November 2010, 14:47:36

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Kaschube_29

Moin Moin RonnyM, Der Erste, Olpe,

hier nun am Abend mein Beitrag zu den Dienstgraden:

Ich bin im Westen großgeworden (sprich: "Bundesmarine" und nun "Deutsche Marine") und deshalb haben die Dienstgrade "Fähnrich" / "Oberfähnrich" für mich immer die Bedeutung besessen, Durchlauf-Dienstgrade für zukünftige Offiziere zu sein.
Deshalb konnte ich mit den Begrifflichkeiten und Dienstgraden, die in der "Volksmarine" üblich waren, nicht so viel anfangen; von diesem Gesichtspunkt aus betrachtet habe ich die Dienstgradbezeichnung "im Original" belassen.

Vor einigen Jahren habe ich mir selbst eine Arbeitshilfe für russische Dienstgrade erstellt (im Grunde ohne eine Gleichsetzung mit westlichen Dienstgraden bei den Unteroffizieren/Portepeeunteroffizieren), die ich einmal im Anhang dieses Beitrags abgelegt habe.

Gruß aus Flensburg,

Kaschube_29 
Immer eine Handbreit Wasser unter den Kiel (Bcегда семь футов под кильем)!


RonnyM

...danke liebe Freunde, der  Durchblick ist hergestellt... :MG: top

Grüße Ronny
...keen Tähn im Muul,
over La Paloma fleuten...

Kaschube_29

#153
Moin Moin aus dem winterlichen Flensburg (bei Matschwetter):

Die Mittelmeerphase der russischen Kriegsschiffgruppe mit dem schweren Flugdeckkreuzer "Admiral Kuznetsov" geht nun dem Ende zu. Heute meldete die russische Nachrichtenagentur

ria.ru (RIA NOVOSTI) vom 27.Januar 2012 (12:30) folgendes:

Verteidigungsministerium: Die Kriegsschiffe der Seekriegsflotte der Russischen Föderation erfüllten alle Aufgaben im Mittelmeer

Moskau, 27.Januar – RIA Novosti. Die Flugzeugträger-Kriegschiffsgruppe (KAG = korabelnaya avianosnaya gruppa [КАГ = корабельная авианосная группа]) der russischen Seekriegsflotte erfüllte alle gestellten Aufgaben im Mittelmeer und wird in nächster Zeit Kurs auf den Atlantik nehmen, teilte am Freitag gegenüber RIA Novosti der Vertreter des Westlichen Militärbezirks für die Nordflotte Kapitän 1.Ranges Wadim Serga (Вадим Серга) mit.
,,Die Durcharbeitung der Übungs- und Gefechtsaufgaben der Flugzeugträger-Kriegsschiffsgruppe der russischen Seekriegsflotte im Mittelmeer geht dem Ende zu. In den nächsten Tagen werden die russischen Kriegsschiffe die Vorräte auffüllen und anschließend Kurs über Gibraltar in den Atlantischen Ozean nehmen", sagte Serga (Серга).
Hierbei präzisierte er, daß während des Aufenthalts im Mittelmeer, in dessen Bereich die Kriegsschiffe der Flugzeugträger-Kriegsschiffsgruppe am 23.Dezember 2011 einliefen, die Bordpiloten 12 Flugschichten durchgearbeitet haben und hierbei mehr als 130 Flüge von Bord des schweren Flugdeckkreuzers (TAVKR = tyazhelyy avianesuchshiy kreyser [ТАВКР = тяжёлый авианесущий крейсер]) der Nordflotte ,,Admiral Kuznetsov" (,,Адмирал Кузнецов") ausgeführt haben.
Eine der herausstechenden Besonderheiten der Fahrt der Flugzeugträger-Kriegsschiffsgruppe in den Bereich des Mittelmeers war die Zusammenarbeit auf flottenübergreifendem Niveau, fügte der Vertreter des Westlichen Militärbezirks (ZVO = Zapadnyy voyennyy okrug [ЗПО = Западный военный округ]) hinzu.
,,Im Bestand der Flugzeugträger-Kriegsschiffsgruppeführten Kriegsschiffe der Nordflotte, der Baltischen Flotte und der Schwarzmeerflotte gemeinsame Aufgaben durch. Durch die Besatzungen des schweren Flugdeckkreuzers «Admiral Kuznetsov» («Адмирал Кузнецов») und des großen U-Bootabwehrschiffs der Nordflotte «Admiral Chabanenko» («Адмирал Чабаненко»), wie auch der Wachschiffe «Yaroslav Mudryy» («Ярослав Мудрый») der Baltischen Flotte und «Ladnyy» («Ладный») der Schwarzmeerflotte wurde ein ganzer Komplex an Übungs- und Gefechtsaufgaben ausgeführt, die durch einen Grundgedanken verbunden waren", erklärte Serga.
Er merkte ebenso an, daß hierbei Dutzende von Übungen zur Luft- und U-Bootabwehr, wie auch Hunderte von schiffsinternen Übungen und Trainingsvorhaben, als auch Flugabwehr-Raketenschießen und Artillerieschießen durchgeführt wurden.
Die Fahrt der Flugzeugträger-Kriegsschiffsgruppe begann am 6.Dezember mit dem Auslaufen vom schweren Flugdeckkreuzer ,,Admiral Kuznetsov" (,,Адмирал Кузнецов") und dem großen U-Bootabwehrschiff ,,Admiral Chabanenko" (,,Адмирал Чабаненко"), wie auch der Begleitschiffe aus Seweromorsk. Während der Fahrt wurden durch die Kriegsschiffe und Schiffe der Flugzeugträger-Kriegsschiffgruppe bereits mehr als 8.500 sm zurückgelegt.

Hier der russische Originaltext auf ria.ru: http://ria.ru/defense_safety/20120127/550143382.html
und auf der offiziellen Seite des russischen Verteidigungsministeriums mil.ru: http://www.function.mil.ru/news_page/country/more.htm?id=10925087@egNews

Bis dann,

Kaschube_29
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Kaschube_29

Moin Moin,

bevor die russische Kriegsschiffsgruppe mit dem schweren Flugdeckkreuzer "Admiral Kuznetsov" das Mittelmeer tatsächlich verläßt, wird sicherlich noch ein weiterer Tanker (dieses Mal aus dem Bestand der Schwarzmeerflotte) sich dem Verband teilweise dazugesellen, um das nötige Lebenselixier (sprich: Frischwasser, sowie Treib- und Schmierstoffe) den übrigen Einheiten zur Verfügung zu stellen: der große Hochseetanker "Ivan Bubnov" ("Иван Бубнов"), der der "Boris Chilikin"-Klasse angehört; so meldete heute die Wochenzeitung des südlichen Militärbezirks:

,,Voyennyy vestnik na yuge Rossii" vom Sonnabend, den 28.Januar 2012 :

,,Ivan Bubnov" (,,Иван Бубнов") – ins Mittelmeer
[/size]

Der große Hochseetanker ,,Ivan Bubnov" (,,Иван Бубнов") der Schwarzmeerflotte verließ die Reede von Sewastopol und lief in Richtung Mittelmeer. Seiner Besatzung wurde eine Aufgabe entsprechend der Zweckbestimmung gestellt.
[/b]

,,Wir haben uns in kurzer Zeit vorbereitet", sagte der Kapitän des großen Hochseetankers Walerij Larionow (Валерий Ларионов), ,,die Besatzung arbeitete, wie man so sagt, mit hochgekrempelten Ärmeln. Während der fahrtvorbereitenden Phase arbeiteten der zweite Offizier  Igor Abrosjew (Игорь Абросьев), der zweite Mechaniker Nikolaj Musytschko (Николай Музычко), die Pumpenmaschinisten Wladimir Korschak (Владимир Коршак), Konstantin Iwanow (Константин Иванов), der vorgesetzte Maschinist Nikolaj Kuriza (Николай Курица) und der Maschinist 1.Klasse Sergej Lasarew (Сергей Лазарев)."
Es ist hinzuzufügen, daß dieser Einsatz für Walerij Larionow (Валерий Ларионов) bereits die fünte Fernfahrt als Kapitän des großen Hochseetankers ,,Ivan Bubnov" (,,Иван Бубнов") ist. Und unter Berücksichtigung des vorhergehenden Dienst auf Schiffen von Kapitän 1.Ranges im Ruhestand Walerij Larionow (Валерий Ларионов), der das größte Kriegsschiff der Schwarzmeerflotte befehligte (das komplexe Versorgungsschiff ,,Berezina" [,,Березина"]), sind es bereits mehr als 20 Gefechtsdienste im Mittelmeer und in anderen Bereichen der Weltmeere.
Auf den großen Hochseetanker ,,Ivan Bubnov" (,,Иван Бубнов") ging eine Antiterrorgruppe, die von Leutnant Anton Mоrosow (Антон Морозов) befehligt wird, den Zugführer eines Landungs-Sturmzugs aus dem selbständigen Marineinfanteriebataillon. Die Marineinfanteristen haben bereits den Schutz des Tankers während des Durchlaufens der Schwarzmeerzugänge gewährleistet.
Wladimir Pasjakin (Владимир Пасякин)


Bis dann,

Kaschube_29
Immer eine Handbreit Wasser unter den Kiel (Bcегда семь футов под кильем)!

Albatros

Zitat von: Kaschube_29 am 28 Januar 2012, 10:41:33
Moin Moin,

Auf den großen Hochseetanker ,,Ivan Bubnov" (,,Иван Бубнов") ging eine Antiterrorgruppe, die von Leutnant Anton Mоrosow (Антон Морозов) befehligt wird, den Zugführer eines Landungs-Sturmzugs aus dem selbständigen Marineinfanteriebataillon. Die Marineinfanteristen haben bereits den Schutz des Tankers während des Durchlaufens der Schwarzmeerzugänge gewährleistet.
Wladimir Pasjakin (Владимир Пасякин)


Bis dann,

Kaschube_29

Hallo,

eine Antiterrorgruppe hat bereits den Schutz des Tankers während des Durchlaufens der Schwarzmeerzugänge gewährleistet.

Was kann man sich denn auf russischer Seite an Bedrohung bei der Passage vorstellen?

:MG:

Manfred


Kaschube_29

Moin Manfred,

das ist bei der russischen Marine inzwischen Standard: Die Marineinfanterie kommt eigentlich inzwischen IMMER mit, wenn russische Kriegs- und Hilfsschiffe ins Ausland laufen. Auch zur Kieler Woche ist dies unter anderem schon üblich. Dabei schotten sich die Russen allerdings nicht ab und nehmen (bei entsprechender Präsenz von waffentragenden Marineinfanteristen) auch am öffentlichkeitswirksamen "Open Ship" teil.

Für die amerikanische Kriegsschiffe, die zur Kieler Woche einlaufen, müssen extra deutsche Sicherungssoldaten (Kräfte der Marinesicherungskräfte der Deutschen Marine) einen zusätzlichen Stacheldrahtzaun mit zusätzlicher Bewachung sicherstellen, damit sich unser "großer Bruder" auch vermeintlich sicher fühlt.

Vorher waren diese eingeschifften russischen Marineinfanteristen Sicherungskräfte, inzwischen ist es aber (im Westen, wie im Osten) modisch geworden, den Begriff "Antiterror-" zu nutzen. Damit kann man leichter Einsätze (und auch Geld) locker machen.

Und: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste! (Und zwar überall!!) Außerdem darf man nicht vergessen, daß nicht unweit der Stationierungsorte der russischen Schwarzmeerflotte immer noch ein Unruheherd existiert: der Nordkaukasus mit Tschetschenien, Dagestan. Wenn im Westen von Kämpfern für die Unabhängigkeit Tschetscheniens gesprochen wird, so werden diese Leute von der russischen Seite als Terroristen geführt und auch "vernichtet" (üblicher Sprachgebrauch bei der Tötung von Aufständischen).

Es kommt immer nur auf den Betrachtungszeitpunkt an...

Bis dann,

Kaschube_29


Immer eine Handbreit Wasser unter den Kiel (Bcегда семь футов под кильем)!

Albatros

Moin auch,

Danke Dir für die interessanten Infos.


Zitat von: Kaschube_29 am 28 Januar 2012, 22:44:33


Für die amerikanische Kriegsschiffe, die zur Kieler Woche einlaufen, müssen extra deutsche Sicherungssoldaten (Kräfte der Marinesicherungskräfte der Deutschen Marine) einen zusätzlichen Stacheldrahtzaun mit zusätzlicher Bewachung sicherstellen, damit sich unser "großer Bruder" auch vermeintlich sicher fühlt.




Diese zusätzliche Sicherung ( auf den Schiffen selbst wird die Sicherung sicher durch eigene Kräfte übernommen) ist wohl auch angebracht und zwar nicht nur um sich ,,vermeintlich"sicherer zu fühlen. Denn welche Navy unterliegt sonst noch einem so hohen Risiko von terroristischen Kräften angegriffen zu werden.

:MG:

Manfred

RonnyM

Dass mit der Kieler Woche hab' ich in Natura erlebt - einfach nur lächerlich  :-(

Aber die "Zaun-Industrie" (ISPiSs) hat's gefreut. :lol:

Grüße Ronny
...keen Tähn im Muul,
over La Paloma fleuten...

Ulrich Rudofsky

Ich glaube, dass das normaler Weise auf US Navy Schiffen  ständing Marineinfantristen an Bord sind.   Ein "Marine Detachment"  bewacht das Deck sowie das Schiffsinnere, z.B.  allgemeine Sicherheit und Ordnung, Munitionskammern,  Inhaftierte und dient dem CO und XO, z.B. als Wache, Verhaftungstrupp, Geheimboten usw.  Kreuzer oder DDGs haben für diesen Dienst angeblich einen Zug (Platoon), Träger  mindestens eine Kompanie  (USMC Piloten und Flugpersonal  nicht einberechnet). Auf Truppentransportern bewachen die "Marines" die "Passagiere" und schaffen für Ordnung und sind deswegen nicht sehr beliebt. 
Ulrich Rudofsky

The Voice

Noch hat die KUZNETSOV das Mittelmeer durch die Enge von Gibraltar nicht verlassen, steht aber kurz davor.

Der in den Verband integrierte Bergungsschlepper NIKOLAY CHIKER stand heute Morgen um 05:00 noch 30nm vor dem "Affenfelsen".

Die Fregatte YAROSLAV MUDRYY und der Tanker SERGEY OSIPOV sind (recht unerwartet) am 27.01.2012 nochmals in CEUTA (Spanien) eingelaufen.
In God we trust - all others we track

The Voice

Nun dürften sie doch schon im Atlantik sein ......
In God we trust - all others we track

Albatros

Mich würde mal interessieren wieso es in Friedenszeiten Kriegschiffen aber auch Zivilen wie z.B. der hier http://forum-marinearchiv.de/smf/index.php/topic,15631.msg180561.html#msg180561 im Thread genannten CHARIOT erlaubt ist das AIS im Küstenbereich auszuschalten.

:MG:

Manfred

The Voice

Zitat von: Albatros am 01 Februar 2012, 12:15:50
Mich würde mal interessieren wieso es in Friedenszeiten Kriegschiffen aber auch Zivilen wie z.B. der hier http://forum-marinearchiv.de/smf/index.php/topic,15631.msg180561.html#msg180561 im Thread genannten CHARIOT erlaubt ist das AIS im Küstenbereich auszuschalten.

:MG:

Manfred
Zunächst gilt, wie so häufig, wo kein Kläger, da kein Richter.
Wenn es jedoch zum Beispiel bei Verstoß gegen die KVR zu einer Seeamtsverhandlung kommt, hat der, der sein AIS abgeschaltet hat, garantiert schlechte Karten.
Bei einer Bedrohung durch z.B. Piraten sieht es etwas anders aus:
Jeder Kapitän (und nur er selbst!) besitzt rechtlich die Möglichkeit, aufgrund subjektiv empfundener Bedrohung das AIS abzuschalten. Dies muss im Schiffstagebuch vermerkt werden.

Dies alles lag natürlich bei der CHARIOT nicht vor!
Hier wurde das AIS zur Verschleierung des Bestimmungshafens abgeschaltet.
Türkische Behörden haben dies bei der Durchsuchung des Schiffes auf der Reede von ISKENDERUN bestätigt.
In God we trust - all others we track

Albatros

Naja, in erster Linie bezog sich meine Frage mehr auf den von Dir genannten russischen Trägerverband bei der Passage Gibraltar Meerenge.
Vielleicht gibt es dort auch ein Verkehrsleitsystem und AIS dient ja nun mal der Sicherheit im Schiffsverkehr, da hätte man die zumindest vielleicht mal anfunken können ob nun alle Geräte ausgefallen wären..... :O/Y

:MG:

Manfred

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