Otto Hahn

Begonnen von Albatros, 29 Mai 2008, 22:46:37

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Albatros

Hallo,

auch wenn man`s kaum glauben kann dies ist die ehemalige Atomar angetriebene Otto Hahn Bj.1963

http://www.shipspotting.com/modules/myalbum/photo.php?lid=650631

Gruß, :MG:

Manfred

Tri

Hallo,

das Schiff wurde ja wirklich ziemlich umgebaut. Das sich sowas überhaupt lohnt.

--> http://www.philatel.net/Otto-Hahn/data.html


Grüße
Tri
Wozu brauchen wir Bürgerrechte, wir leben doch in der EU.

Big A

Das nenne ich mal "Geglückte Konversion"

Mit strahlendem Lächeln

Axel
Weapons are no good unless there are guts on both sides of the bayonet.
(Gen. Walter Kruger, 6th Army)

Real men don't need experts to tell them whose asses to kick.

kiekut

Moin tohoop,

was mir bei der OTTO HAHN aufgefallen ist, dass es nur wenige gute Fotos von dem Schiff gibt. Innenaufnahmen, mal abgesehen von der "Maschine", gibt es so gut wie gar nicht. Ich fand es ein sehr gelungenes Schiff. Bei der Heckaufnahme der Fotos, auf die Manfred uns hingewiesen hat, kann man den wunderschönes Deckssprung noch gut erkennen. Mit der Fertigstellung 1968 ist das Schiff in diesem Jahr 40 Jahre alt und das sieht man ihm auf den Fotos der MADRE nicht an.

Glückwunsch, :=D>
vom kiekut

Albatros

Hallo,

hier noch ein paar Angaben zur Otto Hahn und den anschließenden Umbauten.Ab 1969 war für mehr als zehn Jahre Heinrich Lehmann-Willenbrock Kapitän der ,,Otto Hahn". genau der Willenbrock von U-96-"Das Boot"

http://www.henningullrich.de/html/daoh.htm

Gruß, :MG:

Manfred

Big A

Hallo Albatros,

klasse, was Du immer ausgräbst, Danke für die Mühen

Axel
Weapons are no good unless there are guts on both sides of the bayonet.
(Gen. Walter Kruger, 6th Army)

Real men don't need experts to tell them whose asses to kick.

Albatros

Der Castor-Transport zum Zwischenlager Nord bei Lubmin

In den vier Castoren befinden sich rund 2.500 Brennstäbe aus dem Kernforschungszentrum Karlsruhe und vom Atomschiff ,,Otto Hahn", die jahrelang in den Atomlaboren in Cadarache lagerten.

http://www.abendblatt.de/region/norddeutschland/article1730124/4000-Polizisten-im-Einsatz-Castor-Transport-kann-vermutlich-bald-weiterrollen.html 

:MG:

Manfred


Albertus

Hallo und moin  :-)

Mich haben durch ein anderes Thema einige Mitglieder nach meiner Tätigkeit auf dem NS "Otto Hahn" gefragt...
Hier mal ein kleiner Einblick in (m)eine einzigartige deutsche Schifffahrtsgeschichte:

Aus dem Tagebuch des NS ,,OTTO  HAHN"
Aufzeichnungen einer Strahlenschutzassistentin

Die ,,Otto Hahn" das einzige deutsche nuklearbetriebene Frachtschiff, der Gesellschaft für Kernenergieverwertung in Schiffbau und Schiffahrt, Geeshacht für Forschungszwecke, welches später von der Krupp KG bereedert wurde. Das mit staatlichen Geldern subventionierte Renommeeschiff fuhr Phosphat und Eisenerz, um zu beweisen, das es als Frachtschiff einsatzfähig war. So versuchte man die laufenden, enormen Kosten einigermaßen im ,,grünen Bereich" zu halten..
Das Schiff hatte eine durchschnittliche 65 Mann starke Stammbesatzung, unter ihnen ca. 10 Frauen (Stewardessen, Krankenschwester, Zahlmeisterin und meine Wenigkeit). Hinzu kamen die ungezählten Gäste (Wissenschaftler, Politiker, Medienspezies und Familienangehörige) die die großzügige Gastfreundschaft auch sehr gerne in Anspruch nahmen.  :wink:

Das Maschinenpersonal und die Abteilung Kombüse & Service waren auf dem Schiff überdurchschnittlich gut besetzt.
Zum Maschinenpersonal gehörten, der Chief, der erste und zweite Ingenieur, zwei Assis, ein Elektronikingenieur, ein Elektronik-Techniker, zwei Elektriker, ein Storekeeper, sechs Schmierer, ein Strahlenschutzingenieur und ich als seine Assistentin. Aus heutiger Sicht hätte ich diese Tätigkeit ganz sicher nicht angenommen. Doch damals – noch sehr jung, blond und ziemlich blauäugig fuhr ich gerne auf diesem Schiff, war sogar mächtig stolz im Herzstück des Schiffes arbeiten zu dürfen, zu dem Frauen eigentlich keinen Zutritt hatten!
Ich habe auf der "Otto Hahn" sehr viel gelernt, manches für's ganze Leben, es waren Erfahrungen die in keinem Lehrbuch stehen. Ich lernte interessante Leute kennen, die ich sonst niemals im Leben getroffen hätte und mir viele Denkanstöße mit auf meinen Lebensweg gaben.
Kapitän Lehmann-Willenbrock war zweifellos einer von ihnen.
Damals war es mir- und wohl den meisten anderen Besatzungsmitgliedern gar nicht bewusst welch eine Koryphäe uns durch die Meere schipperte. Erst Lothar-Günther Buchheims Buch ,,Das Boot" und die spätere Verfilmung rückte die Bedeutung meiner einstigen Fahrenszeit und die Begegnungen mit ihm in ein anderes Licht.

Ich erinnere einen besonnenen, freundlichen älteren Herrn, mit einer deutlich jüngeren, schönen Frau an der Seite. Der Mann besaß eine unbeschreibliche charismatische Ausstrahlung, auch wenn man nicht wusste, wer er war.
Z.B. kam der Kapitän nicht in die Messe, oder tauchte mal eben bei einem fröhlichen Beisammensein auf, sondern Lehmann-Willenbrock erschien im wahrsten Sinne des Wortes, jeder nahm es wahr! Das die Crew es so empfand, mag daran gelegen haben, dass man ihn eher selten an Bord traf, sein Reich blieb 24 Stunden die Brücke. Wir haben Lehmann-Willenbrock als zurückgezogenen, nachdenklich wirkenden Mann erlebt. Er war kein Mensch der großen Worte, seine angenehme, ruhige Autorität sorgte für ein tolles Bordklima. Aufgrund seines Alters fühlte ich mich von Anfang unter seine Fittiche sehr gut aufgehoben.

Erst mal genug meiner Eindrücke,
liebe Grüße
Jane

Über einen Strahlenalarm während meiner Tätigkeit werde ich später berichten
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Trimmer

Hallo Jane- hoffentlich dauert das "Später " nicht zu lange

Gruß - Achim- Trimmer
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

t-geronimo

Gruß, Thorsten

"There is every possibility that things are going to change completely."
(Captain Tennant, HMS Repulse, 09.12.1941)

Forum MarineArchiv / Historisches MarineArchiv

smutje505

Hallo Jane ich schließe mich Thorsten an Mehr top top top

Albertus

Zitat von: t-geronimo am 09 Februar 2012, 16:08:47
Mehr!!! :TU:)

JA DOCH...

Fortsetzung aus meinem pers. "Otto Hahn" Tagebuch

Wie jeden Morgen ging ich nach dem Frühstück den langen Gang in Richtung ,,Kontrollbereich" entlang...
Große gelb-schwarze Atomzeichen- Schilder wiesen darauf hin, daß ausschließlich das Maschinenpersonal nach Anmeldung im Leitstand Zutritt zu diesem Teil des Schiffes hatte. Für den den größten Teil der Besatzung war es das große unbekannte Reich, das Herzstück jenes atombetriebenes Schiffes. Hier allein wirkte auf viele hundert Quadratmeter der Strahlenschutzingenieur und seine Assistentin, nur einige Jungs der Maschinen-Crew kamen manchmal "zu Besuch".
Ich öffnete das Schott zur Schleuse, um es wieder gewissenhaft zu verriegeln. Nun stand ich in einem ca. 2 qm großen Käfig, in dem es nur eine Telefonverbindung zum Leitstand und zur Brücke gab. Bei starken Seegang empfand ich die Situation in der Schleuse manches mal beängstigend.
Nach einem freundlichen Gruß, verbunden mit einem netten Spruch an die Herren Kollegen unter mir, meldete ich ich meinen Arbeitsbeginn im Leitstand per Telefon. Alle Anwesenheiten im Strahlenschutzbereich wurden dort von einem Assi urzeitlich festgehalten. Dann öffnete sich die Sicherheitstür um in die nächste Schleuse zu treten. Nach dem Passieren fiel die Tür mit einem lauten Knall ins Schloss.
Manuell waren diese Türen nicht zu bedienen, sie funktionierten nur über den Leitstand. Mr. Spock vom Raumschiff Enterprise ließ grüßen... Vieles an meinem damaligen Arbeitsplatz erinnerte mich an die Science-Fiction-Serie
Als nächstes betrat ich dann einen Raum in dem für alle Berechtigten der Maschine weiße Overalls und weiße Überziehschuhe hingen. Jeder Anzug trug den Namen des Nutzers und eine Kontrollnummer.
So zog ich meine weiße Arbeitskluft an, trug mich mit Namen, Tag und Uhrzeit in das Papier ein.
Natürlich war es strengstens untersagt im Kontrollbereich zu essen oder zu trinken.
Ferner durften keinerlei private Dinge wie Kugelschreiber, Papier, Taschentücher o.a. mit hinein genommen werden. Arbeitsutensilien durften auf ,,normalem" Wege nicht den Kontrollbereich verlassen. War dies erforderlich, gab es sogenannte Sicherheitsbehälter in denen die Sachen verstaut wurden. Nur in Stahlkisten konnten  Materialien den Bereich verlassen.
U.a. war es meine Aufgabe Listen zu führen, die über die tägliche Besuche, Gründe und Dauer der Kollegen berichteten. Die akribisch geführten Unterlagen wurden archiviert.
Ferner war die Personendosimetrie und eine regelmäßige Kontaminationsmessung mein Aufgabengebiet. Eine Kontaminierung von Kollegen kam öfters vor, ich musste mit verschiedenen Messgeräten die Quelle des Übels finden. Ein zeitaufwendiges, schweißtreibendes Prozedere in dem riesigen Bereich, wo es ausschließlich die Farbe schneeweiß gab. Meistens hatte die Kollegen das unsichtbare ,,Oho" an den Händen oder Füßen. Die Entkontaminierung war meine unangenehmsten Arbeit, bei der ich mir manchmal selbst eine Überdosis verabreichte.
Bevor man nicht ,,clean" war, durfte man den Kontrollbereich nicht verlassen.
Es kam vor, dass Kollegen (und somit auch ich) erst nach stundenlangem duschen (incl. Haare und Fingernägel superkurz schneiden) in das normale Bordleben zurückkehren durften.
Unsere strengen Sicherheitsvorschriften galten als Vorlage für die späteren Atomkraftwerke.

Fortsetzung folgt



Teddy Suhren

Hai

Der Schornstein der Otto Hahn steht heute vor dem Deutschen Schiffahtsmuseum in Bremerhaven.
Auf dem Foto am Fuß des Turms zu sehen. Zugegeben von weitem ganz entfernt.  :-D
Gruß
Jörg

WoWarships Nick: Teddy191

Ulrich Rudofsky

Der sogenannte Schornstein der OTTO HAHN......von wiki.....  http://en.wikipedia.org/wiki/File:Funnel_otto_hahn_hg.jpg 
Ulrich Rudofsky

Urs Heßling

#14
moin,

auf der Suche nach Einzelheiten zu Lehmann-Willenbrocks großartiger seemännischer Leistung als Kapitän des MS Inga Bastian bei der Rettung der Besatzung des brennenden brasilianischen Frachters Commandante Lyra im März 1959 http://www.kbismarck.com/u-boot/uartikel_weserkurier86.htm (brachte ihm das den Posten auf der "Otto Hahn" ?) stieß ich auch auf diese Seite  :wink: http://www.multilingualarchive.com/ma/dewiki/en/Heinrich_Lehmann-Willenbrock

Ich habe ja schon einiges an "Übersetzungskalauern" erlebt, aber "Otto Cock" schlägt fast alles  :ML: :MLL:

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

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