Einsatz von Hilfs-Hilfskreuzern 1939

Begonnen von J.I.M, 12 Februar 2012, 16:22:54

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

J.I.M

Moin,

ein Thema, was ich gerne mal diskutieren wollte.

Die Kriegsmarine war 1939 wie wir alle wissen noch am Anfang des Aufbaus und für eine Konfontation mit GB nur sehr bedingt geeignet. Die Panzerschiffe waren jedoch durchaus gut für den Handelskrieg geeignet. Hilfskreuzer kamen erst später zum Einsatz, da Sie in einer Werf umgebaut werden mußten.

Wäre es möglich gewesen eine Art "Hilfs-Hilfskreuzer" von Beginn der Kampfhandlungen zum Einsatz zu bringen. Beispielsweise in Koordination mit Graf Spee im Südatlantik und Indischen Ozean?Sicherlich wäre es nicht möglich gewesen einen oder mehrere HSK's vor dem Krieg schon auszustatten ohne das dies bemerkt wird.

So stelle ich mir das Schiff daher so vor:
Möglichst schnelles Handelsschiff mit einer guten Reichweite. Als Bewaffnung 4 Stk. 10,5cm Flak oder 8,8cm Flak. Die vor Kriegsbeginn in den Laderäumen verstaut sind und nach Kriegsbeginn auf Deck positioniert werden und als Decksladung getarnt werden. Keine Umbauzeit und Personalintensive Aussattung wie bei richtigen HSK's(15cm Artillerie, aufklappbare Bordwände für die Bewaffnung, Flak, Minen, Torpedobewaffnung oder Flugzeuge) Umbau der Laderäume als Unterkünfte für die Besatzung und mögliche Gefangene muss mit Bordmitteln erfolgen können. Ich denke eine größere Kühllast und zusätzliche Tanks sollte man einrüsten können, ohne dass das gleich jeder merkt.
Das notwendige zusätzliche Personal müsste entweder schon an Bord sein oder mit GS oder dem Versorger Altmarck mitgeführt werden.
Das Schiff wäre mit der Bewaffnung selbstverständlich nicht in der Lage es mit einem feindlichen HSK oder gar einem CL aufzunehmen.

Vorteile aus meiner Sicht:
Mit minimalen materiellen und personellen Aufwand wird für die ersten Monate des Krieges(maximal 12) ein Schiff geschaffen, was Handelskrieg führen kann. Die feindlichen Handelsschiffe waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewaffent, daher wären 4 10,5 cm Geschütze ausreichend gewesen.Sollte man einen Kreuzer vor die Rohre laufen spielt es (mal von der Ausnahmefall der Karmoran-Sydney abgesehen) keine Rolle, ob man 15 cm Geschütze hat oder nicht. GB musste auch erstmal die vorgesehen Schiffe zu Hilfskreuzer umrüsten und die wurden auch an anderen Stellen benötigt.
Als weitere Vorteil sehe ich, dass man eine große Diversionswirkung entfaltet, ganz besonders wenn man mit GS koordiniert eingesetzt wird. Gegen einen solchen HSK würde man möglichst viele Jagdgruppen mit immer nur einem Kreuzer einsetzten. Gegen GS brauchte man wie wir wisse ja mehrere Schiffe, um im Gefecht gute Changen zu haben.
Auch könnte man nach einer unbemerkten Versenkung mit ensprechenden Falschmeldungen die Briten in falsche Richtungen fahren lassen. Auch eine Heimreise der GS htte man vereinfachen können. Während die großen Jagdgruppen noch im südlichen Atlantik und indischen Ozean nach der GS suchen, weil noch sporadisch Schiffe(durch den HSK) versenkt werden, hat die GS eine bessere Change nach Deutchland durchzubrechen.

Ich bin sehr gespannt auf Eure Meinung, was Ihr von diesem hypothetischen Konzept haltet und wie Ihr die Machbarkeit des Umbaus  bewertet.

JIM

Urs Heßling

moin,

wie "Radio Eriwan" : im Prinzip ja, aber ...

- das Schiff soll ja nicht "auf Warteposition" liegen, sondern seine normale Route fahren (keine Aufmerksamkeit erregen) und zur "richtigen" Zeit im "richtigen" Seegebiet stehen, um mit GS zusammenzuarbeiten. Mathematisch ermittelbar; ich denke, Du müßtest mehr als 12 Schiffe umrüsten, damit das auf 1 Schiff zutrifft ... das lohnt den Aufwand nicht.

- etwas anders könnte die Sache aussehen, wenn ein solches Schiff, in welchem (entfernten) Seegebiet es auch immer bei Kriegsausbruch steht, die militärische Unternehmung beginnt; auch da brauchst Du mindestens 2-3 Schiffe für eines, das "einsetzbar" ist, die anderen sind in Häfen oder im europäischen Küstenmeer.

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

J.I.M

Die Annahme ist schon, dass ein Konflikt so wahrscheinlich ist, dass es sich lohnt ein Schiff mit entsprechender Besatzung auf Warteposition zu halten. Man hat ja immerhin auch die Graf Spee und die Deutschland für den Fall der Fälle losgeschickt.
Was verliert man wenn ein Konflikt nicht ausbricht? Das ein Handelsschiff nicht seiner Bestimmung dem Transport von Waren nachgehen kann. Im Vergleich zu den Kosten der übrigen Kriegsmaschinerie sicher sehr geringe Kosten
Die Wahrscheinlichkeit im Einsatzgebiet auf feindliche Schiffe zu stoßen ist wegen einer geringeren Geschwindigekit und keinem Bordflugzeug zwar etwas schlecht als bei der Graf Spee, aber sicher auch nicht so schlecht.

Solange keine große Anzahl von feindlichen HSK's vorhanden sind und auch noch nicht die Handelsschiffe ihre Kanone am Heck haben, sehe ich bei einem solchen Schiff keine geringerenErfolgsaussichten als bei den späteren HSK's.

JIM

Impressum & Datenschutzerklärung