Ringe auf Deck der Hipper-Klasse

Begonnen von t-geronimo, 02 April 2012, 16:25:33

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t-geronimo

Ich greife mal die Frage aus einem Nachbar-Forum auf, weil ich sie auch nicht beantworten kann, die Antwort mich aber interessiert.

Auf den Decks der Kreuzer der Admiral-Hipper-Klasse sieht man auf manchen Fotos und Zeichnungen unterhalb der Türme A und D zwei Ringbahnen verlaufen.
Wozu sind diese?
Hat das was mit dem Auswurf der Kartusch-Hülsen zu tun?

Wovon rede ich?
--/>/> http://3dhistory.de/wordpress/wp-content/gallery/PG01/PG_Walkaround03_000_01.jpg
--/>/> http://3dhistory.de/wordpress/wp-content/gallery/PG01/PG_Walkaround03_001_01.jpg
--/>/> http://www.prinzeugen.com/PGIND.htm (erstes linkes Farbfoto)
Gruß, Thorsten

"There is every possibility that things are going to change completely."
(Captain Tennant, HMS Repulse, 09.12.1941)

Forum MarineArchiv / Historisches MarineArchiv

mike_o

Hallo,

dise Ringe dienten zu auffangen der Kartusch Hülsen, damit die nicht soleicht über Bord gingen....

Beste Grüße

Mike_o
Grüße

Mike_O

Teddy Suhren

Hai

Hätte ich im ersten Moment auch gesagt. Vielleicht noch zur Schonung des Holzdecks.
Wozu braucht man dann aber die kleinen Netze die auf dem Foto im letzte Link auch noch an der Reling zu sehen sind? Zusätzlich?
Warum gab's die Ringe dann nicht in irgendeiner Form bei B und C? Hats die Katuschen da so aufs Deck gehauen das die Verbeult wurden und erst gar nicht ins Rollen kamen?
Gruß
Jörg

WoWarships Nick: Teddy191 im FMA Clan

Wilfried

... die Ringe dienten wohl wirklich dem Schutze des Decks (aufgelegte Gummimatten?) während des Schiessens; die Rückhaltenetze sollten die sehr rohstoffintensiven Kartuschen zurückhalten ...

Mit einem lieben Gruß
der Wilfried
... Tradition pflegen, bedeutet nicht, Asche aufzubewahren sondern Glut am Glühen zu halten ...
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http://www.forum-marinearchiv.de - wenn Marine Dein Ding ist!

Olaf

Die Ringe bestanden aus einzelnen Segmenten, die man entfernen konnte. Auf wirklich guten Fotos erkennt man, dass die Segmente vermutlich aus Holz waren. Ich meine auf Fotos gesehen zu haben, dass einzelne Segmente entfernt wurden, um an dessen Stelle Dreibeinstützen für Strecktaue aufzustellen. So zumindest sieht man es auf PG-Fotos und -Videos von Op. Rheinübung. Die Ringe waren ja nicht sehr hoch, daher gehe ich davon aus, dass die Netze an der Deckskante als zusätzliche Barriere vor dem Außenbordsgehen dienten ...

Happy gawking ~ Olaf!
Stau ist nur hinten blöd, vorne geht´s ...

t-geronimo

Also scheint soweit Einigkeit zu herrschen, dass es mit den ausgeworfenen Kartuschen zu tun hatte.
War es dann so, dass die Kartuschen, egal in welche Position der Turm geschwenkt war, genau zwischen die beiden Ringreihen fallen sollten?
Gruß, Thorsten

"There is every possibility that things are going to change completely."
(Captain Tennant, HMS Repulse, 09.12.1941)

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redfort

Zitat von: Olaf am 02 April 2012, 21:55:56
dass die Netze an der Deckskante als zusätzliche Barriere vor dem Außenbordsgehen dienten ...

Gebe zu bedenken das die Netze an der Außenreling keine Wirkung hatten wenn die Reling beim Gefecht eingeklappt waren !! :wink:
Gruß, Axel

Luftwaffe zur See

Herr Nilsson

Verstehe ich nicht. Die Netze sind doch vor der Reling und wirken vollkommen unabhängig davon.
Gruß Marc

Kommander

Zitat von: Herr Nilsson am 05 April 2012, 06:46:18
Verstehe ich nicht. Die Netze sind doch vor der Reling und wirken vollkommen unabhängig davon.

Diese Schutzeinrichtung (ob es nun Netze oder Maschendraht war vermag ich nicht zu beurteilen) war unabhängig von der Reling, sie waren in der Innenseite das Wasserlaufs mit dem Oberdeck verbunden.

Grüße
Ferdinand

Teddy Suhren

Hai

Wurde die Hülsen eigentlich von Hand aus dem Turm geworfen oder gabs eine Mechanik?

Zitat von: t-geronimo am 04 April 2012, 23:23:03
(...)
War es dann so, dass die Kartuschen, egal in welche Position der Turm geschwenkt war, genau zwischen die beiden Ringreihen fallen sollten?

Irgendwie jein, würd ich sagen. In erster Linie gings wohl darum das das Holzdeck nicht immer an der gleichen Stelle Macken und Absplitterungen bekommt. Dafür verantwortlich sind in erster Linie die massiven Bodenstücke. Das andere Ende ist ja vergleichsweise leicht.
Wenn das Bodenstück auf eine der beiden Kreisbahnen donnert ist das Ziel wohl erreicht. Wenn die Kartusche zwischen die Bahnen fällt - noch besser, dann ist's mit dem Rollen auch nix.
Im Gefecht wars wohl egal.
Würde mich immer noch interessieren - wie war das bei den überhöhten Türmen?
Gruß
Jörg

WoWarships Nick: Teddy191 im FMA Clan

Thorsten Wahl

es gibt eine Hülsenauswurfvorrichtung.
nachdem das Rohr nach dem Schuß wieder nach vorne gefahren ist wird hinter den Verschluß eine Schwingmulde bewegt.
Der Auswerfer drückt die Hülse in die Schwingmulde gleichzeitig wird die Ladeschwinge mit Granate und der Treibladung beladen.
Ladeschwinge und Schwingmulde sind mechanisch miteinander verbunden
die Schwingen werden seitlich bewegt
jetzt steht die Ladeschwinge hinter dem Verschluß
Hülse rutscht nach hinten Richtung Turmüberhang in eine Kiste
die nach unten geöffnet wird
Hülse fällt runter
gleichzeitig kann geladen werden
Meine Herren, es kann ein siebenjähriger, es kann ein dreißigjähriger Krieg werden – und wehe dem, der zuerst die Lunte in das Pulverfaß schleudert!
WoWs : [FMA]Captain_Hook_

J.I.M

Moin,
das Thema ist zwar umfassend erklärt worden.
Ich wollte nur in sofern meinen Beitrag leisten, dass auch die Bismarck diese Ringe hatte. Zu sehen im Buch von S. Breyer  Schlachtschiff Bismarck Seite 24.(Gem. Untertitel während der Indienststellung)
Komisch ist nur, dass diese nur um den Turm Anton vorhanden waren. Da stellt sich mir die Frage, ob die auch "abbauen" konnte, wenn sie nicht gebraucht werden. Denn auf Zeichnungen(die ich gesehen habe) tauchen die ja nicht auf und ich habe diese Ringe auch auf anderen Bildern bisher nicht gesehen.... Wie gesagt,ein wenig komisch finde ich das schon alles etwas.

Hat jemand einen Beleg dafür, dass das zum Schonen des Decks auch gedacht war? Welchen Sinn macht das, wenn bei Bruno und Caesar die Hülsen aus großer Höhe trotzdem runterfallen?

Gruß
JIM

Spee

Servus,

ist vielleicht nicht aufklärend, aber die Hülsen aus den Türmen auf der "Tegetthoff"-Klasse der K.u.K. Marine wurden mittels einer Leine an Deck gelassen, während die Hülsen auf der "Radetzky"-Klasse einfach durch die Luken fallengelassen wurden. Deshalb befand sich auf der "Radetzky" ein Riffelblechring um den Turm. Bewährt hat sich dies nicht, deshalb wurde auf "Tegetthoff" zur Leine gegriffen. Möglicherweise wurden die Hülsen der überhöhten Türme auf "Hipper" ebenfalls mittels Leinen aus dem Turm gelassen.
Servus

Thomas

Suicide Is Not a War-Winning Strategy

U 48

Moin,moin

also zu Schonung des Decks waren die Ringe bestimmt nicht da vom Turm Bruno/Cäsar die Katuschen so aufs Deck gefallen sind es gibt Bilder vom Prinzen die das belegen.

Auf den Bilder im Gefecht sieht man ganz gut das nur ca 10-20 % der Katuschen von Turm Anton mit den Ringen aufgehalten werden während der Rest von Anton/Bruno frei an Vordeck rumrollt also machte es wenig Sinn 10-30 % am Rollen aufzuhalten.

Also wenn diese Ringe wirklich dafür sind die Kartuschen aufzufangen dann verfehlen sie diese Funktion um ein Vielfaches nach mein bestrachten.

Und wenn der Grund der Ringe wirklich dazu da ist die Katuschen aufzuhalten, dann wäre eine mögliche Erklärung warum nur Anton diese Ringe hat das dort das Vorschiff mehr ansteigt und das ein Versuch ist nicht zuviele Katuschen da rumrollen zulassen.

Gruß
U 48

Herr Nilsson

Für das Auffangen der Kartuschen aus überhöhten Türme gab es aber durchaus Fangnetze.
Gruß Marc

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