HMS HOOD

Begonnen von Leutnant Werner, 08 Februar 2009, 11:43:13

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Matrose71

Spekulationsmodus an:

Für mich ist das wahrscheinlichste Scenario, dass Hood einen ähnlichen Unterwassetreffer (unterschiessen des GP)wie POW von Bismarck einstecken mußte, nur mit dem Unterschied, dass bei Hood die Granate hochgegangen ist. Der Treffer bei POW hätte das Ende des Schiffes auf ähnliche Weise verursacht wie Hood, da die Granate direkt neben den Munitionsräumen in einem Munitinsaufzug gefunden wurde.
Viele Grüße

Carsten

toppertino

ZitatTatsache unterlagen alle Schiffe auch Gier- und Rollbewegungen, so dass die tatsächlichen Einschlagwinkel Spekulation bleiben. Hat der Treffer das Deck durchschlagen, ist die 5m Distanz der Granate zur Munition nahezu irrelevant, da Hood über keine ausreichende interne Panzerung verfügte um der Wirkung von lateraler Geschoßfragmentation zu wiederstehen

Rrrrichtich.
Hood drehte doch zum Zeitpunkt des Treffers nach Backbord um auch die achteren Geschütze zum Tragen zu bringen. Infolgedessen muß sie sich doch aufgrund von Geschwindigkeit und Schlankheitsgrad ordentlich nach Steuerbord geneigt haben.

mfg

PS: Also kein Unterschießen sondern eher Deckstreffer
Lebensende mit 3 Buchstaben: EHE!

Matrose71

Ich dachte immer sie hat den Treffer kassiert, als die Drehung beendet war und Hood schon zum laufenden Gefecht übergegangen war.
(Treffer nach der 5.Salve von Bismarck)
Viele Grüße

Carsten

Huszar

Hallo,

Da scheiden sich die Geister. Wahrscheinlich ist, dass die Drehung schon begonnen wurde, wie weit sie aber durchgeführt wurde, kann nicht mit letzter Sicherheit gesagt werden.

Ob der 12"-GP in dieser Drehung durchschlagen werden kann, hangt von der genauen Entfernung ab, und vor allem, wie weit die Drehung schon durchgeführt wurde.

Ich hab ja nur Daten für 145 und 200hm - hab keine Lust, alle möglichen durchlaufen zu lassen - aber bei 145hm sollte genügend Reserve da sein, bei 200hm sollte die Drehung schon mehr, als zu 50% durchgeführt gewesen sein.
Beim 7" GP sieht das dann wieder ganz anders aus, und erst recht beim 5" Zitadellpanzer...

mfg
alex
Reginam occidere nolite timere bonum est si omnes consentiunt ego non contradico
1213, Brief von Erzbischof Johan von Meran an Palatin Bánk von Bor-Kalán

delcyros

Exakt. Gewißheit üer den tatsächliche Lage von Bismarck zu Hood ist nicht erreicht.

ZitatSome descriptions of the action suggest that Hood was either in the midst of completing her turn of 20 degrees away or that she had in fact completed it when the fatal explosion occurred. Witnesses in Prince of Wales, including Captain Leach and Cdr. Rowell, were consistent however in affirming that although a 2 blue was flying, it had yet to be executed when Hood blew up.  The boards of inquiry specifically found that the final turn was never executed.  The turn would have only taken about twenty seconds to complete, however, and there is at least circumstantial evidence that Hood might indeed have at least begun to turn when she exploded.
[...]
The arrangement of the armor dictated that even if Hood had been engaged directly from abeam, the minimum obliquity of impact would have been c. 24°, equal to the 14° angle of fall plus the 10° slope of the armor. An analysis of the track charts of the action indicates that at the fatal moment, assuming she had not begun the final turn, Hood's target angle would have been approximately 53°.52  For this angle, corresponding to a shot approaching from 37° forward of the beam, the resolved obliquity would have been approximately 43.85°.53

Hier nochmal die GKdos 100 Reichweitenangaben für die 38cmL52 mit RP/C 32 für 15.000 bis 20.000 yards:

15.000 yards----aof:10.5-----569m/s
16.000 yards----aof:11.5-----561m/s
17.000 yards----aof:12.8-----544m/s
18.000 yards----aof:13.9-----532m/s
19.000 yards----aof:15.0-----520m/s
20.000 yards----aof:16.4-----510m/s

Einschlaggeschwindigkeiten +- 50 bis 55 m/s, je nach Zustand des Rohres.
Bei den 18.000 bis 18.500 yards angegener Entfernung (?) und etwa 43.8 Grad netto-Einschlagwinkel (14 Grad aof + 10 Grad GPNeigung (eher mehr da im Rollen Krängung wenn die Wende bereits in Ausführung Begriffen war), unter Zugrundenahme eines Lagewinkels von 53.5 Grad) kommt Bismarck eher nicht durch die 12" Gürtelpanzerung von Hood.


   


Thorsten Wahl

Entschuldigung, wenn ich nerve

Zitat von: delcyros am 25 April 2009, 22:54:52
Hier nochmal die GKdos 100 Reichweitenangaben für die 38cmL52 mit RP/C 32 für 15.000 bis 20.000 yards:

15.000 yards----aof:10.5-----569m/s
16.000 yards----aof:11.5-----561m/s
17.000 yards----aof:12.8-----544m/s
18.000 yards----aof:13.9-----532m/s
19.000 yards----aof:15.0-----520m/s
20.000 yards----aof:16.4-----510m/s

Die Daten habe ich auch gelesen aber die Entfernung sind nicht yards sondern meter
18.000 yards ~ 16.500 Meter

http://warships1discussionboards.yuku.com/reply/2187/t/Was-Bismarck-really-based-on-a-WW1-design.html#reply-2187

Zitat
delcyros 14"/45 vs 15"/52 #4  [-]
Posts: 2178
(17-Jun-2007 19:51:23)

Broadside weight doesn´t tell everything. The 14"/45 was ~20t. lighter (including breech mechanism) and had a slightly longer barrel life (340 EFC vs 180-210 -as long as the 38cm L52 was fired with RPC/32 which was not the case in ww2, as Bismarck & Tirpitz were issued with RPC/38 which allowed for a slightly higher muzzle velocity, a more even propellant burning and a much improved barrel life due to additives).The 14" APC projectile arguably has a larger bursting charge (48.5lbs vs 41.4 lbs).

hier schreibst du daß RPC 38 eine etwas erhöhte Anfangsgeschwindigkeit ermöglicht, im Vergleich zu dem im GKDOS-Dokument zugrundegelegten RPC 34, wenn das so war, müßte die Granate eher noch flacher und mit etwas mehr Ekin reingekommen sein.
(ich habe auch ne wage Vermutung dass die v0 etwa 15 m/s größer sein müßte als in dem undatierten GKDOS Dokument (siehe Thread über die SK 38), diese 15 m/s mehr Anfangsgeschwindigkeit lassen ein Hinaussschieben der speziellen Durchlagsleistungen für jede Entfernung um etwa 500 -1000 m erwarten.


Meine Herren, es kann ein siebenjähriger, es kann ein dreißigjähriger Krieg werden – und wehe dem, der zuerst die Lunte in das Pulverfaß schleudert!
WoWs : [FMA]Captain_Hook_


Mandelus

Wenn ich als Marine-Laie mal meine 5 Cent dazugeben darf ...

Das Durschlagen der Bordwand und der Durchschlag durch das Deck haben beide haben ihre Pro- und Kontrapunkte. Jedoch gehe ich mehr von einem Durchschuss durch die Bordwand aus.

Deckdurchschuss:
Kontra ist hier meiner Meinung einfach der Winkel der Granate, welcher vorhanden sein muss um das Deck zu durchschlagen. Der muss schon recht hoch sein, denn wenn der Winkel zu dlach ist, passiert gar nichts und die Granate explodiert an Deck, explodiert bei der Kollision mit einem Aufbauteil was im Weg steht oder prallt ab, jedoch wurde ja bekanntlich die Munitionskammer getroffen.
Dafür spricht, dass die Panzerung hier geringer ist als bei der Bordwand, denn von "oben" ist alles dünner als an der Seite, bei eigentlich jedem Schiff (ich habe jetzt nicht die genauen Maße).
Die Frage lautet aber nur, wie flach oder wie steil flog die Granate letztlich? Es handelt sich ja um eine Kanone mit hoher V0 und der Bogen der Flugbahn ist somit relativ flach.

Durchschuss durch die Bordwand:
Hier spricht einiges dafür, Punkte die hier bereits genannt wurden. Natürlich war Wellengang und Schlingern und die Hood drehte zu dem Zeitpunkt, aber ich denke einfach mal, die Bordwand bot zufällig oder gewollt in dem Moment des Einschlages ein Ziel, was groß genug war für die Grante. Eine 14inch Panzerung ist meines Wissens für eine 38cm Kanone mit den V0 Angaben, welche ihr hier gemacht habt kein Problem und ist die durchschlagen, an der richtigen Stelle durchschlagen, dann macht es wie passiert gewaltig Bumms!
Verrückt und tollwütig ist er sagen Sie? Dann hoffe ich, er beißt meine anderen Generäle!

König Georg von England als Reaktion auf das fortwähende Mobbing gegen General Wolfe im Jahr 1759

t-geronimo

Gruß, Thorsten

"There is every possibility that things are going to change completely."
(Captain Tennant, HMS Repulse, 09.12.1941)

Forum MarineArchiv / Historisches MarineArchiv

Teddy Suhren

Hai

Zitat von: t-geronimo am 08 Februar 2009, 13:05:37
Nachtrag zur Geschwindigkeit:

Bei Mers-el-Kebir schaffte Hood es nicht, die mit 29 kn fliehende Strasbourg zu stellen...

Wie ist denn folgende Aussage zu Bewerten?
(...) Schlachtschiff Bretagne versenkt. bei Verfolgung des Schlachtkreuzers Strasbourg Turbinenschaufeln ausgebrochen. (...).
Es gab aber keine größere Instandsetzung nach Mers-el-Kebir - also Quatsch?
Gruß
Jörg

WoWarships Nick: Teddy191

t-geronimo

Mir zumindest unbekannt.
Bei einer flüchtigen Suche auf hmshood.com (dort sind viele Dokumente zu finden) habe ich darüber nichts gefunden. Aber für eine intensivere Suche fehlt mir die Zeit.

Woher stammt das denn?
Gruß, Thorsten

"There is every possibility that things are going to change completely."
(Captain Tennant, HMS Repulse, 09.12.1941)

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Teddy Suhren

Auf der Hood Seite hab ich auch nichts gefunden. Allerdings auch keine Intensivsuche dort.
Oh weia - woher das stammt -  aus einem meiner ersten Marinebücher. Ein Bildband mit technischen Angaben, Bildern, Risszeichnungen und oberflächlichen Lebenslaufangaben. Aus eben den Lebenslaufangaben zur HMS Hood stammt die Aussage. Erschienen 1979 und ausser der Mitarbeit von Siegfried Breyer bei den Zeichnungen spricht wohl eher wenig für Qualität.
Gruß
Jörg

WoWarships Nick: Teddy191

Spee

Servus,

laut "French Battleships" (Jordan/Dumas) konnte "Hood" so oder so die 31kn der "Strasbourg" nicht erreichen. Mehr als 27kn waren nicht möglich, da "Hood" dringend eine Überholung benötigte. David Brown "Road to Oran" schreibt, dass Somerville die Verfolgung auch deshalb abbrach, weil sich eine französische Kreuzergruppe von Algier kommend auf einem Abfangkurs zur "Strasbourg" befand und Somerville ca. 21.00Uhr mit dessen Eintreffen rechnete.
Servus

Thomas

Suicide Is Not a War-Winning Strategy

t-geronimo

Ja, er wollte ein Nachtgefecht unbedingt vermeiden.

Aus ADM 199-391 (Force "H" War Diaries):

[...]
70. All ships proceeded at their utmost speed until 2020, when I decided to abandon the chase. At this time STRASBOURG and eleven destroyers were reported to be twenty-five miles ahead of HOOD. From the reports received, I calculated that the Algiers force, which included several 8-inch and 6-inch cruisers and destroyers, would probably meet STRASBOURG shortly after 2100.

I considered that a night contact and engagement under these conditions was not justified. I knew that neither the 13th nor the 8th destroyer Flotillas had any recent experience of shadowing and since the French were numerically superior, it appeared to me that the situation could be summed up as follows

    The prospects of locating and engaging the French battlecruiser at night were small
    (page 21) Force "H" would be at a disadvantage, being silhouetted against the afterglow.
    The speed of advance was too high to allow the destroyers to spread.
    The fuel endurance of the "V" and "W" class destroyers would not permit of more than three hours' chase.
    Unless HOOD was in a position to support the advanced forces, the latter would be numerically much inferior to the French. This support could not be assured under night action conditions.
    I did not consider that the possible loss of British ships was justified as against the possibility of French ships being allowed to fall into German or Italian hands.
    VALIANT and RESOLUTION were unscreened.
[...]
Gruß, Thorsten

"There is every possibility that things are going to change completely."
(Captain Tennant, HMS Repulse, 09.12.1941)

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Urs Heßling

moin,

Zitat von: t-geronimo am 17 Juli 2012, 20:32:05
    I did not consider that the possible loss of British ships was justified as against the possibility of French ships being allowed to fall into German or Italian hands.
 

... was darauf hindeutet, daß man sich darüber klar war, daß man beim Angriff auf Mers-el-Kebir auf einen mehr oder weniger wehrlosen Gegner schoß ...

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

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