Gesamte U-Boot Besatzung in Strafkompanie geschickt?!?

Begonnen von RonnyM, 05 April 2013, 10:41:29

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RonnyM

Moin,

eine ganze U-Boot Besatzung soll, nachdem sie ihr Boot auf eine Sandbank "zur Ruhe" gelegt hat, in eine Strafkompanie gekommen sein.

Hat jemand davon Kenntnis, welches Boot das war und wann das Ereignis stattgefunden hat :?

Grüße Ronny
...keen Tähn im Muul,
over La Paloma fleuten...

Trimmer

Hallo Ronny- hast Du dazu noch irgend welche weiteren Angaben wie z.B. Zeit oder Ort

Gruß - Achim - Trimmer
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

U 48

Moin,Moin,
Das ist doch wohl ehr ein April Scherz.
Was kann z.b. ein Matrose dagegen machen wenn der Kommandant dieses Befehl gibt zum auf den Grund gehen.
Also wenn worden nur die Offiziere und Feldwebel zu Verantwortung gezogen.
Aber von solch einen Fall habe ich nie was gehört oder gelesen.
Wo hast du es her diese info.
Gruß
U 48

RonnyM

@Trimmer, U 48, da hatte jemand diese Frage an mich gestellt. Mehr hab`ich auch nicht. :-(

Grüße Ronny
...keen Tähn im Muul,
over La Paloma fleuten...

RonnyM

...so, hier kommt der Auslöser...

Bleibt bitte ruhig, der Artikel stand nicht in einem Fachblatt. :-D

Grüße Ronny
...keen Tähn im Muul,
over La Paloma fleuten...

Arche

Hallo zusammen,

man darf es den älteren Herrn nicht verübeln, wenn er dies so in seiner Erinnerung hat. Das in den Bewährungseinheiten ehemalige Offiziere und Mannschaften aus allen Heeresteilen waren, ist sicherlich richtig, aber eine ganze U-Bootmannschaft dort wiederzufinden, war eigentlich nicht möglich. Hier handelt es sich um eine Legende, die sich den ganzen Krieg und danach in unterschiedlichen Varianten weiter ausbreitete. Die Hirnforschung weiß heute, dass Dinge, die man selbst nicht erlebt hat, vom Gehirn nur so gespeichert werden können, dass sie bei mehrmaligen Erzählen sich so festsetzen, dass der Erzähler es irgendwann es so erzählt wird, als wenn er es selbst erlebt/gesehen hat. Die Lügenforschung geht davon aus, dass diese Menschen deshalb nicht lügen im ursprünglichen Sinne (also mit Grund). Um dies mit Fakten in dem o.g. Fall noch zu untermauern, kann man die Aussage von U-48 nur unterstreichen. Die Miltärgerichtsbarkeit hat immer bei Delikten, an den mehrere Personen beteiligt waren, die jeweilige Schuld des Einzelnen herauszuarbeiten. Dies führte dann auch zu unterschiedlichen Strafen. Ich habe mittlerweile einige Fälle untersucht. Selbst dort, wo mehrere U-Bootfahrer an einem Strafbestand beteiligt waren, sind sie vielleicht noch für kurze Zeit im selben WG gewesen, aber einen gemeinsamen Bewährungseinsatz in derselben Kompanie, ist eigentlich nicht möglich gewesen. Darauf hat man im Strafvollzug schon geachtet. Was natürlich vorkam, dass in einer Bewährungseinheit immer auch Angehörige der KM waren und somit auch immer mal wieder mehr U-Bootfahrer. Da die Soldaten dort ihre Auszeichnungen behalten durften, waren die mit Auszeichnungen schon zu erkennen.

Gruß

Heinz-Jürgen

wirbelwind

Hallo,
bin doch etwas verwundert, dass Kriegsauszeichnungen durch zur Frontbewährung Verurteilte weiterhin getragen werden durften. Mit Verurteilung zur Frontbewährung gingen doch eigentlich der militär. Rang und die Auszeichnungen erst einmal verloren oder liege ich da falsch :?
MfG Rüdiger

Trimmer

Hallo Rüdiger - ich kenne es eigentlich genau so - Rang und Auszeichnungen weg

Gruß - Achim - Trimmer
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

suhren564

Da stellt sich doch mal die Frage, wer unter welchen Bedingungen Orden/Ehrenzeichen aberkennen durfte?
Gruß Ulf

Nie darf man so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken.... 
Erich Kästner

Trimmer

Hallo Ulf - normalerweise gab es da auch bestimmte militärische  Hierarchieebenen - also je nach der Schwere und auch dem Dienstgrad. Also einen Oberst mal einfach zum Soldaten degradieren und in eine Strafkompanie zu stecken - ich denke das wäre z.B. auf Divisionsebene möglich gewesen nach Kriegsgerichtsverfahren. Einen Unteroffizier in eine Strafkompanie zu schicken - konnte schon der Bat. -Kommandeur. Wichtig wäre aber auch wann es passierte. So verschärfte sich ja die ganze Situation 1944/45 - siehe Standgerichte, "fliegende Feldgerichte " usw.
Ich denke also das man Deine Frage so nicht beantworten kann.

Gruß - Achim - Trimmer   
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

Arche

Hallo zusammen!

Wenn ein Gericht auf Rangverlust entschied (je nach Führung und Delikt), dann traf der Soldat in der Regel ohne Rang bei der Bewährungseinheit ein. Aber mir ist kein Fall bekannt, wo der Soldat seine erworbenen Auszeichnungen abgeben musste. Vermutlich sind von Euch die Soldaten gemeint, die aus der Wehrmacht nach der Verurteilung entlassen wurden.

Gruß
Heinz-Jürgen

Trimmer

#11
Hallo Heinz-Jürgen - kannst Du Dir vorstellen das ein degradierter Offizier in der Strafkompanie mit RK oder EK 1 rumlief - ich nicht

Gruß - Achim - Trimmer
Ergänzung : Orden und Ehrenzeichen

Der Verleiher verbindet mit der Auszeichnung die Erwartung von Dankbarkeit, Ergebenheit oder zumindest Loyalität. Auszeichnungen können aber wieder aberkannt bzw. entzogen werden, wenn der Geehrte die in ihn gesetzten Erwartungen nicht erfüllt, sich als illoyal erweist oder anderweilig seine Vorbildfunktion verliert
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

wirbelwind

Hallo,
aus der Wehrmacht entlassen wurden doch nur die, welche zu Strafen längerals zwei Jahre verurteilt wurden. Das kam bereits in einem anderen Thread, wo es um Disziplinar-/ Todesstrafen in der U-Boot-Waffe ging, bereits zur Sprache. Ich kann mir auch sehr schwer vorstellen, das Verurteilte ihres Ranges verlustig gingen und ihre Orden / Auszeichnungen behalten durften. Auf einen anderen Blatt steht gegebenenfalls was geschah, wenn durch Gnadenerlass aufgrund großer Tapferkeit in der Bewährungs-oder Strafeinheit der Betroffene sein Fehlverhalten ausreichend gesühnt hatte und faktisch wieder in den ,,alten Stand" versetzt wurde. Wie zum Teil mit degradierten Offizieren umgegangen wurde, konnte im letzten Dreiteiler im ZDF angesehen werden. Auch wenn in Filmen oder Romanen manches dramaturgisch überzeichnet ist, wurden Verurteilte nie mit Glacehandschuhen angefasst und in der Endphase des 2. WK schon garnicht.  Die Verurteilten waren besseres Kanonenfutter.
MfG Rüdiger

Trimmer

Hallo Rüdiger - in gewisser Weise wird genau das auch in dem Film " Stalingrad " gezeigt.

Gruß - Achim - Trimmer
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

Arche

Hallo Rüdiger! Hallo Achim!

Ich habe vor mehreren Jahren mit Wilhlem Wilziok telefoniert. Er gehörte zum Stammpersonal der Strafdivision 500 und sagte mir damals schon, dass Kriegsauszeichnungen (auch Ritterkreuz) den Soldaten nicht weggenommen wurden. Warum auch? Von einem gefallenen ehemaligen LI und Stabsobermaschinist weiß ich auch, dass die Familien nach dem Tod alle Auszeichnungen vom damaligen Kompaniechef zugeschickt bekamen.
Also nach dem Studium von mehreren Strafakten habe ich keinen Hinweis daruf gefunden, dass die Soldaten ihre kriegsauszeichnungen abgeben mussten.

Gruß

Heinz-Jürgen

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