Wie war die Situation Warschauer Pakt – Nato im Hinblick auf die Ostseeausgänge?

Begonnen von Albatros, 30 März 2013, 20:11:22

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2M3

Zitat von: Albatros am 18 Mai 2013, 09:37:35
Was waren denn die Probleme die zu den geringen Laufzeiten der Motoren M50F ( KTS Proj. 131 ) und M 503 A ( Proj. 205/206 ) führten?

In diesem wiki – Beitrag zum M 503 A wird dazu nichts erwähnt http://de.wikipedia.org/wiki/Swesda_M503

:MG:

Manfred

Hallo Manfred,

ich weis es ehrlich auch nicht. Mag sein, die SU hatte Probleme mit der Technologie der Herstellung verschleißarmer Schnellläufermotoren. Vielleicht offenbaren die BM-Schnellbootfahrer mal die mit ihren Booten erreichten Betriebsstunden zum Vergleich.

Kann aber auch sein, die Motoren sollten gar nicht länger halten. Die RS-Boote der Osa-Klasse waren im Grunde das Ergebnis der Einsicht der sowjetischen Marineführung, ein Wettrüsten mit Flugzeugträgern und Dickschiffen mit dem Westen nicht gewinnen zu können, sozusagen ein Mittel der asymmetrischen Kriegsführung. Man brauchte kurzfristig viele dieser Boote und musste deren Besatzungen ausbilden. Der "Heiße Krieg" konnte jederzeit losgehen, an Nachhaltigkeit wurde nicht gedacht. Zudem musste das Ganze auch von einem Taiga-Holzfäller oder einem kasachischen Pferdezüchter bedienbar sein.

Die Osa-Boote waren das unterste Glied bei den Raketenträgern der sowj. Marine. Sie sollten nur irgendwo in einer Bucht warten und auf Befehl zuschlagen. Für die Aufklärung gab es genügend andere Schiffe und Boote sowie starke Marineflieger, Minenlegen war auch nicht vorgesehen.

@der erste hat die Boote mal treffend als Einweg-Boote bezeichnet. Die Masse machts, einer kommt bestimmt durch und macht den Flugzeugträger oder Kreuzer platt :| und dafür reicht dann eben eine verbliebene Maschinenstunde. Bis dahin muss gespart werden und eben mal ein Schlepper vorgespannt werden.

Gruss Frank

Flottenschule Parow 78-79, Ausbildung Ari-leicht, 25mm 2M3/M110 und 30mm AK-230, 79-82 Ari-Maat 1. MSR Abteilung/1. Flottille Peenemünde auf Proj. 89.2 MSR-lang/Kondor-II

Trimmer

Hallo Frank - war dieses Problem nicht eigentlich auch in der gesamten NVA so . Es wurde damals gesagt ( unter der Hand ) das die Fahrzeuge für 1000 km gebaut wurden  - und dann ein Volltreffer.
Wer z.B. noch die alten SIL oder GAZ kennt - Scheibenwischer = Handbedinung, Blinklichter wurden erst in der DDR nachgerüstet. Was eigentlich immer gut war - die Heizung  :-D

Gruß - Achim - Trimmer
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

Albatros

Zitat von: 2M3 am 18 Mai 2013, 19:28:06


Vielleicht offenbaren die BM-Schnellbootfahrer mal die mit ihren Booten erreichten Betriebsstunden zum Vergleich.


Hallo Frank,

Wir hoffen da mal auf Urs...... :MZ:
Bei Harald Fock ist zu lesen das bei den Booten der Zobel – Klasse ( 142 ) z.B. die Betriebsstunden der Motoren zwischen zwei Überholungen unter 2000 lagen, dies wurde als relativ gering angesehen.

:MG:

Manfred


ede144

Zitat von: Trimmer am 18 Mai 2013, 11:10:49
Halo Thomas - ede144 - ich bin hier von der eigenen Einschätzung der NATO zur Frage des Nachschubs ausgegangen. Dort wird u.a. geschrieben das eine Nachschubversorgung u.U. nur noch über Südfrankreich passieren könnte da die Nordseehäfen in den Bereich des WP fallen könnten. Konkret also Überseetransport USA - Frankreich und dann weiter Landmarsch bis zur Front. Wenn ich dann die Konzentration der Truppen des WP nehme ( u.a. auch die Panzer-Divisionen der SU welche ja nicht nur in der DDR stationiert waren ) ist deren Aufmarsch relativ kürzer.

Gruß - Achim - Trimmer

Gut ich bin bei Logistik von Transportkapazitäten ausgegangen und LKW's gab es im Westen wesentlich mehr als im Osten. Aber zusätzlich war einiges an Waffen und Gerät eingelagert um z. B. die amerikanischen Korps auf volle Stärke zu bringen. Und dann wäre es wirklich nach 4 Wochen darauf angekommen wo stehen die Russen und wo gehen die Geleitzüge mit Nachschub und Verstärkungen hin.

Aber ich gehe nicht davon aus, das die WP Armeen die angenommen 100 km pro Tag geschafft hätten. Dazu ist das Gelände in großen Teilen der alten Bundesländer zu ungünstig.

Gruß
Thomas

Elektroheizer

Zitat von: 2M3 am 18 Mai 2013, 19:28:06
Zitat von: Albatros am 18 Mai 2013, 09:37:35
Was waren denn die Probleme die zu den geringen Laufzeiten der Motoren M50F ( KTS Proj. 131 ) und M 503 A ( Proj. 205/206 ) führten?

In diesem wiki – Beitrag zum M 503 A wird dazu nichts erwähnt http://de.wikipedia.org/wiki/Swesda_M503

:MG:

Manfred

Hallo Manfred,

ich weis es ehrlich auch nicht. Mag sein, die SU hatte Probleme mit der Technologie der Herstellung verschleißarmer Schnellläufermotoren.
Ich hatte bei "nach drei Jahren und 550 Stunden erfolgte eine Ausbau der Motoren mit Hauptinstandsetzung" zuerst an Schwierigkeiten bei der Wartung der Reihensternmotoren gedacht. Wie soll man da in eingebautem Zustand an die unteren Zylinderreihen kommen? Ist aber nur eine Vermutung, und erklärt nicht eine - möglicherweise! -  nur geringe Lebensdauer der Motoren.  "nach 1650 Betriebsstunden der Abbruch der Motoren" kommt mir jedenfalls auch recht kurz vor.
,,Ihr seid alle Individuen" - "Ich nicht!"

Urs Heßling

moin,

Zitat von: 2M3 am 18 Mai 2013, 19:28:06
@der erste hat die Boote mal treffend als Einweg-Boote bezeichnet. Die Masse machts, einer kommt bestimmt durch und macht den Flugzeugträger oder Kreuzer platt :|
So ähnlich befürchteten wir es auch  :|  Danke für die späte Bestätigung. top :MG:

Zitat von: Albatros am 18 Mai 2013, 20:17:38
Zitat von: 2M3 am 18 Mai 2013, 19:28:06
Vielleicht offenbaren die BM-Schnellbootfahrer mal die mit ihren Booten erreichten Betriebsstunden zum Vergleich.
Wir hoffen da mal auf Urs...... :MZ: 
Bei Harald Fock ist zu lesen das bei den Booten der Zobel – Klasse ( 142 ) z.B. die Betriebsstunden der Motoren zwischen zwei Überholungen unter 2000 lagen, dies wurde als relativ gering angesehen.
Jeweils nach 2 Jahren war für ein Boot eine regelmäßige Zwischeninstandsetzung (ZI) in der Werft, mit vorheriger und nachheriger Arsenalliegezeit fällig.
1000 Betriebsstunden eines Motors waren eine eher unterdurchschnittliche Jahresbelastung (125 Tage à 8 Stunden). Ich meine mich zu erinnern, daß auch ein Fall vorkam, daß ein Boot bei der ZI nach 2 Jahren schon 3000 Betriebsstunden "eingefahren" hatte.
Über die betriebsstundenabhängigen "Erhaltungsfristen" der Antriebsmotoren vom Typ MB 518 C http://de.wikipedia.org/wiki/Mercedes-Benz_MB_518 weiß ich nichts mehr sicher. Es gab größere Erhaltungsmaßnahmen nach je 500 und 1000 Stunden. Nach wimre 3000 Betriebsstunden wurde ein Motor aus dem Boot ausgebaut und ging zur Grundinstandsetzung zum Herstellerwerk. Die 1000 h -Erhaltungsmaßnahme haben wir (d.h. das schiffstechnische Personal des "Wiesel") auch einmal allein, d.h. ohne Technikerhilfe, durchgeführt.

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Matrose71

Der MB 518 war schon ein sehr aussergewöhnliches (geiles) Stück Motorentechnik in diesen frühen Jahren.
Ein Leistungsgewicht von 1,5kg/PS spricht für sich selbst, bei 3000 Betriebsstunden bis zu einer Vollsanierung.
Dazu war er ein echter Exportknaller, selbst die USA haben ihn bestellt.
Viele Grüße

Carsten

chrisgent

Zitat von: Matrose71 am 20 Mai 2013, 19:34:53
Der MB 518 war schon ein sehr aussergewöhnliches (geiles) Stück Motorentechnik in diesen frühen Jahren.
Ein Leistungsgewicht von 1,5kg/PS spricht für sich selbst, bei 3000 Betriebsstunden bis zu einer Vollsanierung.
Dazu war er ein echter Exportknaller, selbst die USA haben ihn bestellt.

Hey,

Exportknaller ist wohl das richtige Wort. Nicht nur die USA wollten das Ding haben, ich habe gerade mal den Wiki-Artikel durchforstet und dort ist von mehr als 35 Ländern die Rede, in die exportiert wurde.

MfG

Albatros

Tach auch,

ein paar Fragen hätte ich da noch....... :MZ:

Im Herbst 1976 verlegten  von der Nordflotte sechs Golf II U-Boote ( Projekt 629 ) als operativer Verband  in die Ostsee, ihr Basishafen war dort  Liepāja (Libau )  in Lettland.

Was waren die Gründe ihrer Verlegung in die Ostsee und wie lange waren sie dort stationiert?
Spielten diese Boote im Hinblick auf die Ostseeausgänge eigentlich eine besondere Rolle?

Sie waren ja die einzigen Boote in der Ostsee die über Ballistische Raketen mit Nuklearsprengköpfen verfügten.
Welcher Raketentyp war in der Zeit als die Boote in der Ostsee waren an Bord?

:MG:

Manfred

der erste

Mit den Ostseeausgängen hatte das eher weniger, um nicht zu sagen, gar nichts zu tun. Es hing eher mit dem Gleichgewicht bei atomarem Mittelstreckenraketen zusammen. Dazu hat OLPE in einem anderen Forum 2008 schon einmal berichtet.

Albatros

Moin,

könntest Du bitte einmal einen Link zu dem Beitrag von Olpe setzen? Oder per PM.

:MG:

Manfred

Albatros

Zitat von: der erste am 23 Mai 2013, 21:34:31
Mit den Ostseeausgängen hatte das eher weniger, um nicht zu sagen, gar nichts zu tun. Es hing eher mit dem Gleichgewicht bei atomarem Mittelstreckenraketen zusammen.

Gleichgewicht... :MV:..dann hätten die glaube ich bei ,,uns"einlaufen müssen.

Ohne jetzt genaue Zahlen bei den Nuklearwaffen/Mittelstreckenraketen zu haben, vermute ich einmal das die Kräfteverhältnisse in Europa wie bei den Land und Luftstreitkräften in der Zeit zumindest bei 2:1 zugunsten der WP-Staaten gelegen haben.

Ich verlinke hierzu noch einmal den von Achim gezeigten  interessanten Artikel http://www.bmlv.gv.at/pdf_pool/publikationen/03_jb97_14.pdf

Ab 1975 z.B.  führte die Sowjetunion mehrere hundert neue ballistische Mittelstreckenraketen vom Typ SS-20 ein. Wohl als Ersatz für die  veralteten SS-4 und SS-5 aber sie hatten einen 1-Megatonne-Sprengkopf  und eine Reichweite von 5000 km.

Die Pershing II hingegen wurde erst nachdem die Abrüstungsverhandlungen gescheitert waren 1983 eingeführt.
120 Pershing-II-Mittelstreckenraketen wurden ausschließlich in Deutschland stationiert aber im Vergleich zur SS-20 war die Sprengkraft mit  (5 bis 50 kt ) als auch die Reichweite ( 1800 km ) deutlich kleiner.

Also die Notwendigkeit mit den Booten ein Gleichgewicht herzustellen war glaube ich nicht gegeben, die Sowjetunion verfügte über genügend Landgestützter Mittelstreckenraketen großer Reichweite und Sprengkraft.
Sollte jemand genauere Zahlen zu den Mittelstreckenraketen zu dem Zeitpunkt haben, möchte er sie gerne hier zeigen.

Das die Boote in die Ostsee verlegt wurden muss glaube ich einen anderen Hintergrund gehabt haben.

:MG:

Manfred






2M3

Zitat von: Albatros am 24 Mai 2013, 09:30:55
Moin,

könntest Du bitte einmal einen Link zu dem Beitrag von Olpe setzen? Oder per PM.

:MG:

Manfred

Bin zwar nicht @der erste, aber ich glaube, er meint folgenden Link

--> Link

Frank
Flottenschule Parow 78-79, Ausbildung Ari-leicht, 25mm 2M3/M110 und 30mm AK-230, 79-82 Ari-Maat 1. MSR Abteilung/1. Flottille Peenemünde auf Proj. 89.2 MSR-lang/Kondor-II

Albatros

Hallo Frank,

Danke Dir, habe mich Registriert, bin aber noch nicht freigeschaltet.

:MG:

Manfred

der erste

Zitat von: 2M3 am 24 Mai 2013, 16:09:24
Zitat von: Albatros am 24 Mai 2013, 09:30:55
Moin,

könntest Du bitte einmal einen Link zu dem Beitrag von Olpe setzen? Oder per PM.

:MG:

Manfred

Genau.
Bin zwar nicht @der erste, aber ich glaube, er meint folgenden Link

--> Link

Frank

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