Krise Ukraine/Krim

Begonnen von Albatros, 28 Februar 2014, 20:08:57

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Albatros

Die wirtschaftlich total von Russland abhängige Ukraine steht wohl vor einer Zerreißprobe.
Putin lässt Truppenbewegungen an der Grenze abhalten, er gewährt Janukowitschs Asyl, lässt bewaffnete russische Soldaten auf der Krim einen Posten der ukrainischen Grenzpolizei umstellen, usw. man könnte dies fortsetzen.
Über die schwere Niederlage russischer Politik in der Ukraine schweigt er aber, darüber das sich ein weiterer Staat Osteuropas von Russland abwendet.

Der Verlust der Ukraine ist wohl schon schwer genug zu ertragen aber ein Albtraum für den Kreml wäre sicher der Verlust der Krim samt Sewastopol dem Hauptstützpunkt der Schwarzmeerflotte, daher werden sie wohl alles in die Wege leiten um dies zu verhindern.

Der Westen, die Nato warnt Russland vor bewaffneten Aktionen, da darf man gespannt sein wie das weiter geht.

Klaus Mommsen Buchautor und Experte für ausländische Marinen beschreibt die Lage auf der Krim.

http://www.dw.de/marine-experte-krim-ist-russlands-sprungbrett-ins-mittelmeer/a-17463353


:MG:

Manfred

OWZ


suhren564

Zitat von: Albatros am 28 Februar 2014, 20:08:57
Die wirtschaftlich total von Russland abhängige Ukraine steht wohl vor einer Zerreißprobe.
Putin lässt Truppenbewegungen an der Grenze abhalten, er gewährt Janukowitschs Asyl, lässt bewaffnete russische Soldaten auf der Krim einen Posten der ukrainischen Grenzpolizei umstellen, usw. man könnte dies fortsetzen.
Über die schwere Niederlage russischer Politik in der Ukraine schweigt er aber, darüber das sich ein weiterer Staat Osteuropas von Russland abwendet.

Der Verlust der Ukraine ist wohl schon schwer genug zu ertragen aber ein Albtraum für den Kreml wäre sicher der Verlust der Krim samt Sewastopol dem Hauptstützpunkt der Schwarzmeerflotte, daher werden sie wohl alles in die Wege leiten um dies zu verhindern.

Der Westen, die Nato warnt Russland vor bewaffneten Aktionen, da darf man gespannt sein wie das weiter geht.

Klaus Mommsen Buchautor und Experte für ausländische Marinen beschreibt die Lage auf der Krim.

http://www.dw.de/marine-experte-krim-ist-russlands-sprungbrett-ins-mittelmeer/a-17463353


:MG:

Manfred

Hallo Manfred,

das der Regimewechsel in der Ukraine vom Westen auch gesteuert wurde, ist in deinem Beitrag nicht erkennbar. Der größte Teil der Ukrainer(eingeschlossen der Russen) sind slawischer Herkunft. Den Wechsel von einem (russisch) dominierten zu einem (Klitschko & Co) dominierten System, ändert nix daran, daß die Armen arm bleiben. Es ist nur ein Wechsel dafür, daß der Westen mehr Einfluß im russischen Bereich hat. Auch wenn die Mehrzahl der Ukrainer dies nicht wollen, aber die EU und die USA es so durchsetzen.
Gruß Ulf

Nie darf man so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken.... 
Erich Kästner

OWZ

 Russ. Raketenschnellboot der Schwarzmeerflotte prüft am geschichtsträchtigen Ort Balaklava offensichtlich mal eben (auch) die Einsatzfähigkeit der ukrainischen Coast Guard ...
http://www.youtube.com/watch?v=5ID2ewHau7I
:MG:

Urs Heßling

#4
moin,

wohl schon eher eine "Korvette" als ein Boot, möchte ich meinen  :O/Y

bei 0:43 ... ein Projekt 1241.2 (,,Молния-2"), bei 0:53-0:59 ein Projekt 205P (STENKA)

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Albatros

Zitat von: suhren564 am 28 Februar 2014, 22:45:41

Hallo Manfred,

das der Regimewechsel in der Ukraine vom Westen auch gesteuert wurde, ist in deinem Beitrag nicht erkennbar. Der größte Teil der Ukrainer(eingeschlossen der Russen) sind slawischer Herkunft. Den Wechsel von einem (russisch) dominierten zu einem (Klitschko & Co) dominierten System, ändert nix daran, daß die Armen arm bleiben. Es ist nur ein Wechsel dafür, daß der Westen mehr Einfluß im russischen Bereich hat. Auch wenn die Mehrzahl der Ukrainer dies nicht wollen, aber die EU und die USA es so durchsetzen.

Da hast Du recht, ich bin aber auch gar nicht der Meinung das die Ereignisse in der Ukraine vom Westen gesteuert werden, beeinflusst ja, mehr aber nicht.

Beeinflusst wurden die Ereignisse zum Mauerfall vom Westen auch ( Ronald Reagan hat die Russen einfach Tod gerüstet) aber ansonsten haben die Menschen (der größte Teil der Bevölkerung) dort selbst erreicht wo von sie geträumt hatten.

Nun haben die Menschen in der Ukraine im Gegensatz zur damaligen DDR nicht die Möglichkeit die Abstimmung mit den Füßen zu erreichen sondern nur auf diese Art und Weise.

Ähnliches gilt im übrigen für die Staaten des arabischen Frühlings einschließlich Syrien auch, korrupte Politiker, das System Janukowitschs soll angeblich 70 Milliarden beiseite geschafft haben, wird man nicht anders los. http://de.euronews.com/2014/02/27/okneue-ukrainische-regierung-janukowitsch-hat-70-mrd-us-verschoben/

Du sprichst die Armut in der Ukraine an, wie schätzt Du die Situation z.B. in Rumänien oder Bulgarien in sagen wir mal 25 Jahren ein?
Wird sich Deiner Meinung nach etwas zum positiven für die Bevölkerung verändert haben?

Russland hat  Janukowitschs gestützt und bietet ihm weiterhin Schutz aus wohl offensichtlich ausschließlich eigennützigen Gründen und nicht um Fortschritte für die dortige ,,Arme Bevölkerung" zu erreichen.
Politische Systeme wie sie in Russland und China herrschen ziehen keine Menschen an, von  Edward Snowden und Gerard Depardieu mal abgesehen.... :O/Y zumindest sind mir Fluchtbewegungen z.B. aus Afrika in diese Länder unbekannt.
Bei Edward Snowden allerdings ist es beschämend das er in keinem Westlich-Europäischen Land Asyl bekommt sondern in einem Land wie Russland unterkommen muss. Russland ist nicht gerade bekannt dafür zu dem was Edward Snowden erreichen möchte die richtige Adresse zu sein aber wohl im Gegensatz zu China das kleinere Übel.

Welchen Wunsch die Mehrzahl der Ukrainer tatsächlich hat könnte man bei freien unbeeinflussten Wahlen, eventuell im Mai, heraus finden.

So denke ich über die Sache, wenn Du anderer Meinung bist, kein Problem...... :MZ:



:MG:

Manfred

der erste

Weißt Du Manfred, die, denen es schlecht geht und allgemein als Arm bezeichnet werden, waren ja gar nicht so auf den Strassen. Die sind es aber wieder, die auf der Strecke bleiben werden. Man verspricht ihnen das Blaue vom Himmel. Wenn jetzt der IWF mit seinen Forderungen kommt, wird es massive Kürzungen geben, gerade im Sozialbereich. Und dann geht es noch weiter herunter. Und gerade im landwirtschaftlich dominierten Westen des Landes. Den will die EU auch gar nicht haben. Der Osten in der Ukraine hat die Schwerindustrie und die Bodenschätze. ist aber russisch dominiert. Muß man sich halt einigen. War doch 1989/90 genau so. Die, die Demos damals in der Masse durchgeführt haben, waren anschließend die desillusionierten und die ersten, die auf der Strasse standen. Die, die mitten drin dann plötzlich erkannten, wo der Zug hinfährt, sprangen plötzlich auf und waren sofort oben. Sind es ja heute noch, sogar ganz oben. Die Ukrainer lernen aber auch nicht aus ihrer Geschichte. Mit allen ihren letzten Präsidenten und Ministerpräsidenten, die alle auch sogenannte Oligarchen waren, hatten sie kein Glück. Dann kommt jetzt eben der nächste.

OWZ

#7
 @ Urs
Klar eine Korvette. . Diese Schiffchen wurden in alten Weyers Flottentaschenbüchern (meiner von 71/72) noch als "P" mit "?" geführt; das hat sich bei mir dann leider so festgesetzt  :roll:.

@ Manfred
Ich stimme Dir bezüglich einer lediglichen "Beeinflussung" - nicht Steuerung - durch den Westen voll und ganz zu. Nach der Präsidentsschaftswahl der Ukrainer von 2010, in der Janukowitsch wiedergewählt wurde, hatte sich im Westen nämlich niemand mehr für dieses Land interessiert ...

Grüße
OWZ

mfbb330

Egal ob die Krim alleine, die ganze Ukraine: Sollten die Menschen nicht durch Wahl entscheiden, wohin sie gehen möchten?

Die EU hat doch diese Volksabstimmungen in Jugoslawien ebenfalls begrüßt! Siehe Kroatien.

Baunummer 509

Hallo,

ich empfinde das russische Vorgehen, verglichen mit dem amerikanischen in Afghanistan und dem Irak (eigentlich waren das Überfälle auf souveräne Staaten, zehntausende Kilometer vom US Staatsgebiet entfernt zur Wahrung der eigenen Interessen) als recht bedacht und im Hinblick auf die Schwarzmeerflotte und die sich Russland zugehörig fühlende Bevölkerung (zumindest ein Teil tut das wohl) fast schon verständlich.

Mit Urteilen oder Bewertungen wäre ich vorsichtig. Ich denke wir alle verstehen die Hintergründe von alledem nicht oder nur ansatzweise.

Hoffen wir das es keine weitere Eskalation gibt.


Gruß Sebastian

hillus

#10
Hallo Sebastian,

ich danke Dir für Deine Gedanken zum Thema. Mich hat es richtig in den Fingern gejuckt, Ähnliches darzulegen. Ich möchte Deine  Überlegungen unterstützen. Man solle nie vergessen, wer nach 1945 alles Kriege angezettelt hat!!! Ich glaube weniger die Russen!! Ich wiederhole mich, ich bin nicht unbedingt ein Freund der Russen, aber ich achte alle Völker zutiefst, auch wenn man manchmal selbst recht leichtfertig mit seiner Meinung vorgeht. Meine Liebe zur russischen Seekriegsflotte ist eben nicht gleichzusetzen mit politischer Auffassung! :MG:

Tschuldigung! Nur meine Meinung!!

Bis denne!!!

hillus

Baunummer 509

Hallo,

Schön dass ich nicht der Einzige bin der das so sieht.
Interessant auch, wie sich die Übersetzung des Interviews des neuen (selbsternannten) ?Ministerpräsidenten? Der Krim in der ARD geändert hat.
Von "ich bitte den russischen Präsidenten um Hilfe um den Frieden auf der Krim zu wahren" hin zu "wir brauchen die Kooperation des russischen Präsidenten". Dabei sollte man doch meinen dass solch ein Interview einmal übersetzt wird.

Meine Meinung (wenn wir schonmal dabei sind)
Dieses ganze Politik- und Pressegedöns ist voll für'n Arsch. Und zwar auf beiden Seiten.

Jetzt heißt es also wieder mal: "sterben fürs Vaterland"

Die Sache mit der Schlange und dem Apfel war wohl keine so glorreiche Idee   :wink:

Trimmer

Nun mein lieber Jochen - dann wollen wir aber bitte auch Afghanistan ab 1979 nicht vergessen
oder Georgien - also so fein sind die russischen Brüder auch nicht .
Ich kann mich da mehr der Meinung von Holger - der erste - anschließen.

Gruß - Achim - Trimmer
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

der erste

Mit Afghanistan geb ich Dir recht, war keine gute Idee.  Hat aber auch keiner draus gelernt. Wahrscheinlich macht jede Generation Politiker ihre eigenen Erfahrungen auf dem Rücken seiner Bevölkerung. Ich erinnere hier mal kurz an Fontane:

Das Trauerspiel von Afghanistan
Der Schnee leis stäubend vom Himmel fällt,
Ein Reiter vor Dschellalabad hält,
"Wer da!" - "Ein britischer Reitersmann,
Bringe Botschaft aus Afghanistan."
Afghanistan! Er sprach es so matt;
Es umdrängt den Reiter die halbe Stadt,
Sir Robert Sale, der Kommandant,
Hebt ihn vom Rosse mit eigener Hand.

Sie führen ins steinerne Wachthaus ihn,
Sie setzen ihn nieder an den Kamin,
Wie wärmt ihn das Feuer, wie labt ihn das Licht,
Er atmet hoch auf und dankt und spricht:

"Wir waren dreizehntausend Mann,
Von Kabul unser Zug begann,
Soldaten, Führer, Weib und Kind,
Erstarrt, erschlagen, verraten sind.

Zersprengt ist unser ganzes Heer,
Was lebt, irrt draußen in Nacht umher,
Mir hat ein Gott die Rettung gegönnt,
Seht zu, ob den Rest ihr retten könnt."

Sir Robert stieg auf den Festungswall,
Offiziere, Soldaten folgten ihm all',
Sir Robert sprach: "Der Schnee fällt dicht,
Die uns suchen, sie können uns finden nicht.

Sie irren wie Blinde und sind uns so nah,
So lasst sie's hören, dass wir da,
Stimmt an ein Lied von Heimat und Haus,
Trompeter blast in die Nacht hinaus!"

Da huben sie an und sie wurden's nicht müd',
Durch die Nacht hin klang es Lied um Lied,
Erst englische Lieder mit fröhlichem Klang,
Dann Hochlandslieder wie Klagegesang.

Sie bliesen die Nacht und über den Tag,
Laut, wie nur die Liebe rufen mag,
Sie bliesen - es kam die zweite Nacht,
Umsonst, dass ihr ruft, umsonst, dass ihr wacht.

"Die hören sollen, sie hören nicht mehr,
Vernichtet ist das ganze Heer,
Mit dreizehntausend der Zug begann,
Einer kam heim aus Afghanistan." (1859)

Aber wenn man bedenkt wie oft die Franzosen und die Amerikaner irgendwo eingefallen sind, steht das irgendwo weiter hinten. Naja und Georgien, da ist erwiesen, das der Saakaschwili angefangen hat. War ja auch der Anfang von seinem Ende. Aber mal abwarten was jetzt noch passiert.

mfbb330

[oder Georgien - also so fein sind die russischen Brüder auch nicht .

Hallo Trimmer,

Georgien ist nicht gerade das beste Beispiel.

Erst hat Merkel die Russen ob der Aggression verurteilt und nachdem die nachträglichen Ergebnisse klar die Verantwortung der georgischen Regierung ergaben, hat sie (und alle anderen) den Mund nicht mehr aufgemacht, um es klarzustellen.

Ich gehe davon aus, daß  z.B. "Menschenrechte" immer nur vordergründig dazu mißbraucht werden, um andere ins Abseits zu stellen.

Gruß
Dieter


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