Alliierte Maßnahmen bzgl. des Auftreten dt. Hilfskreuzer im Indischen Ozean

Begonnen von Rheinmetall, 21 März 2014, 12:56:22

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Rheinmetall

Hallo in die Runde !

In seinem Buch "Schiff 16" zählt Kapitän Rogge auf Seite 180 / 181 auf, was sich durch das Auftreten des Hilfskreuzer (Atlantis) beim Feind veränderte.

Dazu kommen:

- Bindung von Feindstreitkräften
- Notwendigkeit der Verlegung der Schifffahrtswege in Küstennähe (dadurch bedingte Umwege u.a.)
- Zwang zu Zickzackkursen in mondhellen Nächten und bei Tage
- Verdunklung aller Häfen
- Löschen alle Leuchtfeuer
- Einlaufsperren bei Nacht
- Bewaffnung von Schiffen, die nur im Indik verkehren
- Beunruhigung der eingeborenen Bevölkerung
- Zahlungen von Gefahrenzulagen an Handelsschiffbesatzungen (auch im Indik)
- Schwierigkeiten mit und bei der Ergänzung von Schiffsbesatzungen in Anliegerländern
- Schwierigkeiten bei der Navigation in engen Küstengewässern
- Unzuverlässigkeit der Postbeförderung
- Verlust amtlicher Post
- Steigen der Kriegsversicherungsprämien
- Anlauf von Abwehrorganisationen an allen ostafrikanischen und indischen Häfen
- Aufstellung von Minensuchverbänden und durchgehender Hafenschutzdienst
- Durchgängige Wache auf allen Küstenfunkstationen und allen Schiffen / dadurch erhöhter Funkpersonalbedarf.


Nun wollte ich Euch fragen, ob es durch das Auftreten der deutschen Raider tatsächlich zu soviel (kostenintensiven) Neuerungen bei den Alliierten gab ?
Oder waren die aufgezählten Punkte nur das Wunschdenken von Kapitän Rogge ?

Würde mich wie immer freuen, wenn mir jemand hierfür Antworten hätte.

Rheinmetall
Ab Kapstadt ohne Kreiselkompass - Jürgen Oesten, U 861

Urs Heßling

moin,

Zitat von: Rheinmetall am 21 März 2014, 12:56:22
- Verlust amtlicher Post
Das trifft mit der Kaperung von BENARTY und besonders AUTOMEDON mit Sicherheit zu.

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

kgvm

An die Verdunklung aller Häfen glaube ich nicht.
Löschen aller Leuchtfeuer erscheint auch fraglich, bei den Minenlegeaktionen von "Pinguin" und "Passat" ex "Storstad" waren die Leuchtfeuer jedenfalls ganz normal in Betrieb.
Bei den Minenunternehmungen der "Adjutant" brannten die Leuchtfeuer ebenfalls friedensmäßig, es ist allerdings die Rede von Scheinwerfersperren und Bewachern.
Als die "Doggerbank" 1942 Minen vor Kapstadt legte, heißt es im KTB  war "die Stadt so hell erleuchtet"
Bei der Wurfaktion im April vor Kap Agulhas "ist der Widerschein des großen Leuchtfeuers von Kap Agulhas deutlich zu sehen"
Anlaufverbot bei Nacht kann ebenfalls nicht zutreffen, sonst wären die ganzen Minenlegeaktionen vor den Häfen nicht möglich gewesen!
Alle Angaben nach v. Kutzleben/Schroeder, Brennecke, Minenschiffe 1939 - 1945.

Rheinmetall

Hallo Ihr beiden !

Herzlichen Dank für Eure Antworten.

@ Urs:

Genau das habe ich auch gedacht.
Vorallem als die Geheimdokument an Bord der "Benarty" erbeutet wurden, haben die Engländer ordentlich die Hosen runter gelassen.
Wundert mich sowieso, weshalb sie die Dokumente keinem Kriegsschiff mitgegeben haben, oder in zwei Lieferungen getrennt transportierten.

@ kgvm:

Vielen Dank für Deine Zusammenfassung.
Demnach war es also doch Wunschdenken und Schlussfolgerungen von Kapitän Rogge.

Rheinmetall
Ab Kapstadt ohne Kreiselkompass - Jürgen Oesten, U 861

Urs Heßling

Zitat von: Rheinmetall am 21 März 2014, 18:00:45
Demnach war es also doch Wunschdenken
Nein, nicht nur

Zitat von: Rheinmetall am 21 März 2014, 18:00:45
Demnach war es also doch Wunschdenken und Schlussfolgerungen von Kapitän Rogge.
Schlußfolgerungen und Annahmen für "Möglichkeiten gegnerischen Handelns" innerhalb der traditionellen militärischen "Lagebeurteilung" sind durchaus zulässig, ja sogar notwendig.

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

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