Wirksamkeit dt. U-Boot Flak bei allierten Luftangriffen

Begonnen von Rheinmetall, 07 Dezember 2013, 14:24:51

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Jong

Zitat von: R.B. am 21 Januar 2014, 15:21:15

Ich habs in Blair, U-Boot-Krieg nochmal nachgelesen: Nicht die ganze Flak war aus einem nicht rostfreiem Stahl hergestellt worden, sondern Teile ihrer Munitionszuführung. Das wird von Blair als "ein unglaublicher Schwachsinn" bezeichnet.

Offensichtlich deshalb versagte diese Flak regelmäßig nach dem ersten Schuss. War der erste Schuss zufällig ein Treffer, stürzte das Flugzeug oft ab.

Erwähnt Blair bzw. ist Dir bekannt welche konkreten Teile das Versagen der Waffe auslösten ?

Mir ist kein Fall bekannt wo ein feindliches Flugzeug mit einem Treffer zum Absturz gebracht wurde...

Gruß
Jong

R.B.

#121
Blair führt nicht genauer aus, welche Teile der Munitionszuführung betroffen waren. Soweit ich mich erinnere, referenziert er bei seinen Angaben eine Untersuchung des Heeres(?)-Waffenamtes.

Die Quelle, dass bereits der erste Schuss (mit prompt darauf folgendem Versager) zu einem Abschuss führte, kann ich momentan nicht genauer benennen.

Die Gruppenmärsche der U-Boote scheinen mir durchaus zweckmäßig gewesen zu sein. Denn in den flachen Gewässern an der französischen Küste durften die U-Boote, wegen der starken Grundminengefahr, erst ab ca. 80 Meter Wassertiefe tauchen. Zunächst ohne Schorchel konnten sie auch nicht ständig getaucht fahren.

Gegen einzelne Flugzeuge war die U-Boot-Flak durchaus wirksam und eine entsprechende Gegen-Konzentration von Flugzeugen musste der Gegner erstmal realisieren. Das ist zumindest mit ihrem Fehlen als Aufklärer an anderen Orten verbunden.

Gruppenmärsche von U-Booten wurden in der flachen Ostsee noch bis Kriegsende durchgeführt.

Schorsch

Hallo zusammen,

Zitat von: 2M3 am 20 Dezember 2013, 21:49:24
(...)
Übrigens wurden bei unseren Waffen sowohl auf See- als auch Luftziele die Splitterbrand- gemeinsam mit Panzergranatpatronen (Vollkern mit ballistischer Haube und Leuchtspur) verschossen, bei der 2M3 im Verhältnis 2 Splitter zu 1 Panzer.
(...)
...ich bin im Protokoll der Verhöre der Überlebenden von U 172 durch die US-Navy endlich einmal bezüglich der Sorten der an Bord vorhandenen 2 cm-Munition fündig geworden. Interessant ist auch die schiere Menge an mitgeführter Flak-Munition.

Mit freundlichen Grüßen
Schorsch
'Judea, London. Do or Die.'

"Ubi dubium ibi libertas." (Wo Zweifel ist, da ist Freiheit.)

t-geronimo

Das ist echt eine krasse Menge, zumal diese sowohl Gewichts- als auch Volumenmäßig ja mal nicht einfach nebenbei zu bewältigen ist, wenn man dafür schon eine Primärwaffe aufgeben muß.  :-o
Gruß, Thorsten

"There is every possibility that things are going to change completely."
(Captain Tennant, HMS Repulse, 09.12.1941)

Forum MarineArchiv / Historisches MarineArchiv

Schorsch

#124
Hallo Thorsten,

danke für den Hinweis. Ich sollte mir doch inzwischen angewöhnt haben, den Taschenrechner rauszukramen, bevor ich ein Posting schreibe. 80 000 Patronen zu je 320 g (wegen der Mischung 1:1 von Spreng- zu Panzerspreng-) haben, ohne jede Verpackung, eine Masse von etwa 25,5 t. Da wäre es nicht damit getan, lediglich einen Torpedo abzugeben. Geliefert wurden solche Patronen in Packkisten zu je 100 Schuss. Also hätten 800 solcher Kisten im Boot gestaut werden müssen, denn wegen der Feuchtigkeit im Boot ist es eher unwahrscheinlich, dass Patronen einzeln irgendwo in irgendwelche Lücken gestopft wurden, wie man es mit anderen Versorgungsgütern machen konnte.

Wahrscheinlich ist bei der Mengenangabe einfach eine Null zuviel geschrieben worden. Unter dieser Annahme wären dann für jedes der acht 2 cm-Rohre (zwei Zwillinge, ein Vierling) 1000 Schuss vorrätig gewesen, was sich leidlich mit der Angabe z.B. aus der M.Dv. 371,181 decken würde, die 1500 Schuss für das ursprünglich vorhandene einzelne 2 cm M.G. C/30 auf einen Typ VII C-Boot angibt. Für ein Boot vom Typ X B war lt. M.Dv. 371,184 ebenfalls eine Menge 1500 Schuss dieser Munition vorgesehen.

Mit freundlichen Grüßen
Schorsch
'Judea, London. Do or Die.'

"Ubi dubium ibi libertas." (Wo Zweifel ist, da ist Freiheit.)

TD

Hallo !


Im alten TBS hat einmal eine Auflistung der Luftangriffe auf U-Boote  oder Flugzeugabschüße durch U- Boote gestanden.

Habe bloß noch nicht gefunden wo !


Viele Grüße


Theo
...ärgere dich nicht über deine Fehler und Schwächen, ohne sie wärst du zwar vollkommen, aber kein Mensch mehr !

Urs Heßling

"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

M-54842

Bei diesem Thema muss ich immer an folgende Worte des Großadmirals denken. Der sagte 1942 folgendes:
"Aber das Flugzeug ist für das U-Boot wohl ein Gegner, der das U-Boot stören, der es aber nie ausschalten kann - wie auch eine Krähe nie einen Maulwurf bekämpfen kann, solange der liebe Gott beiden verschiedene Medien zugewiesen hat."
Gott sei Dank, wollte Dönitz nicht Meier heißen.

suhren564

Zitat von: M-54842 am 02 September 2014, 18:03:43
Bei diesem Thema muss ich immer an folgende Worte des Großadmirals denken. Der sagte 1942 folgendes:
"Aber das Flugzeug ist für das U-Boot wohl ein Gegner, der das U-Boot stören, der es aber nie ausschalten kann - wie auch eine Krähe nie einen Maulwurf bekämpfen kann, solange der liebe Gott beiden verschiedene Medien zugewiesen hat."
Gott sei Dank, wollte Dönitz nicht Meier heißen.

Wäre mir lieber gewesen, daß er "Meier"geworden wäre, anstatt er im August 1942 verkündet hätte, daß Flugzeuge keine Gefahr für U-Boote sind. Dies beweist doch nur, daß die deutsche Admiralität fern jeder realistischer Geschehnisse ihre Befehle gab.
Gruß Ulf

Nie darf man so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken.... 
Erich Kästner

t-geronimo

Gruß, Thorsten

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(Captain Tennant, HMS Repulse, 09.12.1941)

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habichtnorbert

 :MG:

Manoman, 80000 Schuß, wo sollen die denn gelagert werden?  :?

ein VII C - Boot hatte doch nur:
Torpedos:
4 im Bugrohr, 1 im Heckrohr, 4 im Bugraum unter dem Fußboden, 2 im Bugraum, 1 im Heckraum zwischen den E-Motoren, sowie 2 in Transportboxen an Oberdeck,
Flak & Geschütze:
1x 8,8 Deckgeschütz mit 250 Schuß, 1x 2,0 Flak mit 4400 Schuß,

ab 1944 kein 8,8 Deckgeschütz, dafür
1x 3,7 Flak mit 1195 Schuß und 2x 2,0  Flak mit 4380Schuß,

wesendlich mehr Munition hatten nur die IX B & IX C -Boote:
Torpedos: 22 für 4 Bugrohre und 2 Heckrohre,
Flak & Geschütze:
1x 10,5 Deckgeschütz mit 180 Schuß
1x 3,7 Flak mit 2625  Schuß
1x 2,0 Flak mit 4250 Schuß

also immer noch keine 80000 Schuß, selbst 8000 Schuß wären noch zuviel,
  :sonstige_154:
Gruß Norbert

Wo die Flotte hinfährt, sind die Minensucher schon gewesen

Das Historische Marinearchiv: www.historisches-marinearchiv.de

Schorsch

Hallo Norbert,

Dir ist hoffentlich bewusst, dass U 172 ein Boot vom Typ IX C war und zum Zeitpunkt seiner Versenkung keine 3,7 cm Flak an Bord hatte? Ergo würde die 3,7 cm-Munition aus Deinem Beispiel so recht keinen Sinn ergeben. Unter diesem Gesichtspunkt ergibt sich durchaus die Möglichkeit, den so freigewordenen Platz für die Aufstockung der 2 cm-Munitionsvorräte zu nutzen. Mir erschließt sich deshalb nicht so recht, was Du mit Deinem letzten Smiley zum Ausdruck bringen möchtest.

Mit freundlichen Grüßen
Schorsch
'Judea, London. Do or Die.'

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Axel Niestlé

Um der Diskussion um die 80000 Schuß eine Ende zu bereiten, hier der Hinweis, dass es sich bei der genannten Menge selbstverständlich um Nachschub für die Boote in Ostasien handelte und nicht um die Ausstattung für U 172 als Kampfboot

Mit den besten Grüßen

Axel Niestlé

t-geronimo

Das ist natürlich ein ganz anderer Gesichtspunkt. Vielen Dank! :TU:)
Gruß, Thorsten

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