Projekt 690 KEFAL (NATO: SS der BRAVO-Klasse)

Begonnen von olpe, 11 Januar 2015, 00:41:59

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olpe

Hallo,
es wurde angenommen, dass das einzige ukrainische U-Boot die U01 "ZAPOROZHIYA", Projekt 641 (NATO: SS der FOXTROT-Klasse) war ... Nun, es existierte noch ein weiteres Boot, zwar als schrottreifer Torso, aber bis Dato weitgehend "unerkannt": die SS-310 [380] vom Projekt 690 KEFAL (NATO: SS der BRAVO-Klasse), eines von vier ehemaligen Zieldarstellungs-U-Booten. Dieser - schon etwas mitgenommene - Rumpf lag einige Zeit in der Werft in Kherson am Dnepr.
Hier einige (teils hochauflösende) Bilder  --/>/> SS-310 [380] (scrollen), aus September 2013 ...
Für die eigene Bildersammlung und Modellbauer durchaus interessant ...  :-)
Grüsse
OLPE

Trimmer

Hallo Olaf - nun " schon etwas mitgenommene  Rumpf " - also da hast Du Dich aber wirklich sehr vornehm ausgedrückt.  :-D Da gibt es doch wohl kaum noch etwas zu retten.
Aber vielen Dank für den Beitrag  top

Gruß - Achim - Trimmer
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

Albatros

Hallo Olaf,

tolle Fotos, von der Bravo-Klasse wurden ja angeblich nur 4 Boote gebaut. Da die Boote ja Zieldarstellungs-U-Boote waren, war immer nicht so ganz klar wozu die Aufwölbung der Außenhülle dienen sollte, waren dahinter Simulatoren zur Erzeugung oder Unterdrückung von Uboot-Geräusch-Signaturen oder war das als Schutz gegen Aufschlag von Übungstorpedos gedacht. Vielleicht liegen Dir da Erkenntnisse vor?

Und dann vielleicht noch, was sollte denn das Soviet ghost ship für eine Klasse werden?

:MG:

Manfred

olpe

#3
Hallo,
Zitat von: Trimmer am 11 Januar 2015, 09:46:22
... - also da hast Du Dich aber wirklich sehr vornehm ausgedrückt.  :-D Da gibt es doch wohl kaum noch etwas zu retten. ...

... jaaa, ha, ha da ist was dran  :-D, selbst eine gute Werft und ein finanziell sehr potenter Auftraggeber hätten mit dem Torso bestimmt so ihre Probleme ...

Noch ein Hinweis in anderer Richtung: einige Bilder vor dem U-Boot wird die nunmehrige "Schwarzmeerwerft" (Public Joint Stock Chernomorsky Shipbuilding Yard) in Nikolayev (Mykolaiv) gezeigt. Hier liegt der  --/>/> Torso eines Werkststattschiffes vom Projekt 2020 (NATO: AR der MALINA-Klasse). Es ist wahrscheinlich das vierte Schiff der Serie (nach:  --/>/> russian.ship.info vorgesehene Bordnummer PM-16), mit Stapellauf am 27.12.1991.
Grüsse
OLPE

Hallo Manfred ... Deine Frage war schneller als mein post ...  :-) ... das ist das 'Soviet ghost ship' ...

olpe

Zitat von: Albatros am 11 Januar 2015, 10:39:19
... Da die Boote ja Zieldarstellungs-U-Boote waren, war immer nicht so ganz klar wozu die Aufwölbung der Außenhülle dienen sollte, waren dahinter Simulatoren zur Erzeugung oder Unterdrückung von Uboot-Geräusch-Signaturen oder war das als Schutz gegen Aufschlag von Übungstorpedos gedacht...
Hallo Manfred,
die vier U-Boote des Projektes 690 KEFAL sind als mittleres dieselelektrisches Ziel-U-Boot (Средняя дизель-электрическая подводная лодка-мишень - Srednyaya dizel'-elektricheskaya podvodnaya lodka-mishen') konzipiert und gebaut worden ... auf gut deutsch: ein Zieldarstellungs-U-Boot, wobei aber auch das Training der Besatzung, im Wesentlichen wohl die Ausbildung der Schiffsführungen, eine Rolle spielt. Die Wölbungen des Hüllkörpers deuten auf einen besonderen Schutz des Rumpfes hin ... wobei sicher auch der Schutz vor reaktiven Übungs-Wasserbomben eine Rolle spielt ...

Wie ein mißglückter Übungs-Torpedoschuss aussieht, musste das russische U-Boot K-178 vom Projekt 658U (NATO: SSN der HOTEL-mod.-Klasse) im Jahre 1989 erfahren:
Unten noch beispielhafte Bilder von U-11 (S-190) aus Burgstaaken (Q: OLPE), die den zusätzlich angebrachten Hüllkörper dieses ursprünglichen Einhüllenbootes für den Rumpfschutz als Zieldarsteller zeigen... (letzte Bild: Druckkörper)
Grüsse
OLPE   

olpe

#5
Zitat von: Albatros am 11 Januar 2015, 10:39:19
... waren dahinter Simulatoren zur Erzeugung oder Unterdrückung von Uboot-Geräusch-Signaturen ...
Hallo,
nun, dieser Gedanke ist durchaus interessant (daher ein neuer post) ... Ich denke allerdings nicht, dass die damalige Technik vor ca. 30 Jahren in den betroffenen Marinen bereits so weit war, im U-Bootbau ein integriertes System zur aktiven elektronischen Schallminderung sowohl

  • von Eigengeräuschen
  • als auch die Dämpfung von Schallimpulsen von Sonaranlagen
zu etablieren. Heute stellt sich diese Thematik durchaus anders dar. Die Unterdrückung von Geräuschen der fertigen Produkte u.a. im Automobil- und Flugzeugbau (Zivil) über den Weg einer aktiven Schalldämpfung ist sicher ein erstrebenswertes Verkaufsargument.  Im modernen Marineschiffsbau werden Forschungen und Entwicklungen in Sachen eines aktiven Anti-Sonar-Coatings für künftige U-Bootgenerationen angestrebt ... Ich bin davon überzeugt, dass Institute daran arbeiten, und nicht nur in Westeuropa und den USA ...  8-). Die Dämpfung des Eigengeräuschpegels mittels Phasenumkehr mit entsprechend schneller Hard- und Software ist m.E. a) bereits heute beherrschbar und b) leichter umzusetzen, als die Minderung eingehender Transienten von Gegnersonaren ...

Passive Systeme in Form von verschiedenen Gummibeschichtungen mit mehr oder weniger Stärke sowie mit internen Dämpfern (z.B. in Form von  Hohlräumen im Gummi) sind durchaus ausgereift, aber auch durch die Frequenzbandbreite der Sonare ausgereizt. Hier erfolgt letztlich 'nur' eine Absorption des Schalls ...

Grüsse
OLPE

Albatros

Olaf, vielen Dank für Deine ausführlichen Antworten........ top

:MG:

Manfred

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