Langreichweitentreffer von Schlachtschiffen in 2. Weltkrieg

Begonnen von MP, 18 Februar 2015, 10:36:40

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MP

Hi Leute,

ich wollt mich mal erkundigen, da mir bis jetzt nur die Treffer der Scharnhorst gegen die HMS Glorious auf 24400 Meter (~ 26685 Yards) und die Treffer der HMS Warspite gegen die Giulio Cesare auf 26000 Yards (~ 23775 Meter) bekannt sind.

Nun hab ich aber zwei Briten in einem anderen Forum, die auf Biegen und Brechen diese Rekorde den Japanern zuschreiben wollen. Im Einzelnen steht da die Behauptung im Raum, die Yamato hätte während der Schlacht im Golf von Leyte einen Treffer gegen den Geleitflugzeugträger USS White Plains auf 20 Meilen (~ 32185 Meter bzw ~35200 Yards) erzielt und die Nagato gegen einen ungenannten Gegner und ungenannten Ort einen Treffer auf 28000 Yards (~ 25605 Meter) erzielt.

Hat Jemand Informationen dazu?

MfG, Micha
Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.

Trimmer

Hallo Micha - bestreiten würde ich es aber bei den Japanern nicht. Laut Unterlagen zur Yamato setzte sie wohl ihre Ari gegen Seeziele nur einmal ein wobei sie den Geleitträger USS Gambier Bay versenkte ( 1944- Oktober ) Von der Schußweite - bis 42 km - und der Streukreis von über 550 m also durchaus möglich. Vom Geleitträger USS Withe Plains steht in den Unterlagen - Schlachtschiff Yamato -  nichts

Gruß - Achim - Trimmer
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

MP

Er bezieht sich dabei auch auf den "after action report" der USS White Plains, nachdem sie von einer "major caliber salvo" getroffen wurde und nach seiner Einschätzung dafür nur die Yamato in Frage kommt. Auch da im "after action report" der Yamato erwähnt wird, das die Aufklährer die Position eben mit 20 Meilen angaben und einen Treffer bestätigten.
Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.

Trimmer

Hallo Micha - nun ich denke wir überlassen mal Deine Frage an unsern Big A - Axel - ist ja seine " Spielwiese

Gruß - Achim - Trimmer
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

t-geronimo

Tja, dieser After Action report geistert schon einige Jahre durch die Internet-Welt. Hat ihn schon jemand zu Gesicht bekommen?

Ein Damage report, den ich gefunden habe, ist jener:
--/>/> http://www.ibiblio.org/hyperwar/USN/rep/WDR/index.html

Dort Summary of War Damage to US BBs, CVs, CA, DDs, and DEs: 8Dec43-7Dec44 --> Seite 28: Many near misses from major calibre japanese naval guns.


Ein zweiter, dessen Herkunft ich nicht auf die Schnelle nachvollziehen kann, lautet ähnlich:
--/>/> klick

Demnach bliebe nur die Diskussion, ob ein Nahtreffer, der unter dem Schiff explodiert, als Nahtreffer oder bereits als Treffer zählt.
Gruß, Thorsten

"There is every possibility that things are going to change completely."
(Captain Tennant, HMS Repulse, 09.12.1941)

Forum MarineArchiv / Historisches MarineArchiv

Matrose71

Salve,

berichtige mich Thorsten, aber das ganze ist doch von Robert Lundgren in seinem "neuen" (2 Jahre?) Buch aufgegriffen und propagiert worden, davor war mir das völlig unbekannt und den meisten anderen auch.
Soweit ich es verstanden habe, konnte er es in seinem Buch auch nicht "sattelfest" beweisen.

Insoweit besteht dort wohl immer noch Dissens, welches Schiff und ob es sich überhaupt um Granaten von Rohratillerie gehandelt hat.
Viele Grüße

Carsten

t-geronimo

Als Indiz würde ich mal folgendes annehmen:

Meines Wissens nach sind sämtliche Reports der US Navy frei zugänglich und kopierbar, wenn sich mal jemand die Arbeit macht, sie aus den Archiven zu suchen und zu digitalisieren.
Das ist scheinbar mit diesem ominösen "after action report" nie passiert. Warum überhaupt "after action report"? Actions reports, also Gefechtsberichte, werden ja eigentlich generell erst hinterher geschrieben. Allein schon dieser Begriff klingt daher wenig offiziell, zumindest für mich.

Und wenn der action report aufsehenerregend neues enthält, warum dann nicht zumindest in Teilen auch veröffentlichen? Nur dann kann man ihn doch hieb- und stichfest als Beweis präsentieren.

Nun kenne ich allerdings das Lundgren-Buch nicht und kann daher auch nicht sagen, was drin steht und was an eventuellen Nachweisen präsentiert wird.
Gruß, Thorsten

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(Captain Tennant, HMS Repulse, 09.12.1941)

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MP

"... aber das ganze ist doch von Robert Lundgren in seinem ..." Genau darauf beruft sich daer zweite Brite mit dem ich da diskutiere ^^

@Geronimo

Er hat ja einen Link zu einem englischsprachigen Forum geposted, aber gleichzeitig auch darauf hingeweisen, dass das Foto des original Dokumentes "removed" ist ;)
Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.

t-geronimo

Gruß, Thorsten

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(Captain Tennant, HMS Repulse, 09.12.1941)

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Big A

Mir ist nicht bekannt, dass Yamato tatsächlich getroffen hat. Dass sie geschossen hat ist unbestritten, Treffer hingegen in den mir bekannten Dokumenten sind nicht erwähnt.
Es gibt einige spektakuläre Fotos von Salvenaufschlägen. Mir ist auch schleierhaft, wie eine solche Salve einem einzigen Absender zugeordnet werden kann, denn in der Schlacht bei Leyte haben viele "große Kaliber" in Richtung der Taffy 3 geschossen.
Yamato war ja recht früh aus der Schlacht raus, da sie einem Torpedoschuss in Richtung Norden, mithin weg vom Geschehen abgelaufen ist.

Halte das alles für Fiktion. Verweise auf nicht mehr funktionierende Websites machen mich stutzig.

@Thorsten

"After Action Report" ist richtig, da diese formalisierten Meldungen immer nach dem Gefecht erstellt wurden.

Axel
Weapons are no good unless there are guts on both sides of the bayonet.
(Gen. Walter Kruger, 6th Army)

Real men don't need experts to tell them whose asses to kick.

ede144

Zitat von: t-geronimo am 18 Februar 2015, 13:05:17
Wo diskutierst Du denn?

War da nicht vor ein paar Wochen / Monaten eine Diskussion auf Navweaps?


Big A

Weapons are no good unless there are guts on both sides of the bayonet.
(Gen. Walter Kruger, 6th Army)

Real men don't need experts to tell them whose asses to kick.

Urs Heßling

"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

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