Habe eine Frage zu einem Foto...

Begonnen von Hurvinek, 29 März 2015, 18:35:14

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Hurvinek

Moin, moin, allerseits.

Das angehängte Foto zeigt die Heckpartie des russischen Minenlegers "Amur", der Dezember 1904 im Dock von Port Arthur nach japanischem Artilleriebeschuss gekentert ist. Auf dem Oberdeck ist deutlich eine Struktur aus rechteckigen Bauteilen (möglicherweise Holzklötze?) erkennbar.

Meine Frage ist nun:
Was sind das für Dinger und welchem Zweck sollten sie dienen?

Hat jemand eine Idee? Besten Dank für Eure Mithilfe!

Mit Gruss
Hurvinek
"Der SOPO fährt, also Fender raus! - Alle!"

Bugsierstefan

Moin,

es wurden Holzklötze und Balken/Stämme verwendet, um ein Schiff in solch einem Dock zu beiden Seiten abzupallen, damit es in aufrechter Stellung auf dem Kiel, bzw. Kielpallungen liegt. Ich denke, dass diese Klötze und auch die Balken/Stämme aufgeschwommen sind, als das Dock vollief. Dabei schwimmt das Schiff natürlich mit auf und die verkeilten Stämme/Balken und Klötze haben dann keinen Halt mehr. Der Minenleger scheint hier in einem Trockendock zu liegen und nicht in einem Schwimmdock.
Ist früher eine geübte Praxis gewesen, ein Schiff so in einem Dock zu fixieren. Die übrigen Stämme/Balken scheinen ja sich in der linken Dockhälfte auf dem Wasser gesammelt zu haben.

Viele Grüße!

Teddy Suhren

Hai

Wir schauen auf das Vorschiff mit den rechteckigen Strukturen.
Meines Erachtens sieht man im Hintergrund die Ablaufbahn einer Heling, auf die man das Heck des Dampfers hochgezogen hat um irgendwelche Arbeiten auszuführen. Um die Biegebeanspruchung des Rumpfes so gering wie möglich zu halten, hat man das Vorschiff mit Ballastbarren o.ä. beschwert.
Gruß
Jörg

WoWarships Nick: Teddy191 im FMA Clan

halina

#3
Dazu von mir noch ein kleiner Beitrag ,  um es vorweg zu nehmen , das Schiff befindet sich hier auf dem Foto von Hurvinek
in einem Trockendock von Port Arthur in einem gekenterten Zustand wie von Bugsierstefan auch schon vermerkt , auch noch
gut zu sehen das auf dem Oberdeck liegende Fallreep .  Bemerkenswert ist auch , dass das achtere Oberdeck total abrasiert
ist und so die Sicht auf den Minenladeraum der sich in einem Zwischendeck befindet freigibt . Mit den Minenlagern im Vor-und Achterschiff konnten bis zu 300 Minen aufgenommen werden , die mittels einer Ablaufbahn kurz über Schraubenhöhe
bei hoher Geschwindigkeit abgestossen wurden , und allgemein gesehen eine sehr interessante Konstruktion .
Der Minenleger "ARMUR" wurde 1900 in Dienst gestellt , hatte eine Länge von ca.92 meter, eine Verdrängung von ca. 3000 t
und konnte ca. 19 Kn Fahrt machen . Im Verlauf des Kriegszustandes mit Japan legte es im Mai 1904 im  Seegebiet vor Port
Arthur ein grösseres Minenfeld in dem dann ein japanisches Geschwader hineinlief , wobei 2 Linienschiffe verlorengingen
mit dem Verlust von fast 700 Marinesolaten .
Am 15.6. 1904 lief die Armur auf Grund und musste eingedockt werden , und so blieb es wohl auch dort bis die 28 cm-Granaten der japanischen Landbatterie am 8. und 18.12. das Ende des Minenlegers besiegelten .
                                                                                                                                                                           :MG:  halina

Hier noch 2  Fotos , gut zu sehen im 2. Bild die Minen-Laderäume im Vor-und Achterschiff   (  gemeinfrei )
" Man muss nicht unbedingt das Licht des Anderen ausblasen , um das eigene Licht leuchten
zu lassen"
                      Phil Borman

Baunummer 509

Hi Jörg,

wenn ich den Abstand der Nock/Laufbrücke zum Schornstein und die beiden David-artigen Gebilde an der Bordwand des vermeintlichen "Vorschiffs" betrachte, dann tendiere ich eher dazu, Halina Recht zu geben und auch anzunehmen dass hier das Achterschiff zu sehen ist.

Gruß Sebastian

Teddy Suhren

Gut, Abstände sind ein Argument - dann haben scheinbar Mast und Schornsteine den Fall in die falsche Richtung. Kann aber auch täuschen.
Ich bleibe bei Gewichten - dann halt am Heck.
Gruß
Jörg

WoWarships Nick: Teddy191 im FMA Clan

halina

Bei den von Hurvinek angesprochenen rechteckigen Teilen dürfte es sich höchstwahrscheinlich um die Sicherheits-Trennwände handeln die zwischen den dort gelagerten Minen angebracht waren .
                                                                                                                                                                            :MG:
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zu lassen"
                      Phil Borman

Bugsierstefan

Ähmm......hüstel,

Seit wann können Gewichte schwimmen? Denn einer dieser rechteckigen Klötze schwimmt definitiv auf dem Wasser und liegt nicht an Deck. :-o

Viele Grüße!

Bugsierstefan

Sorry Teddy,

jetzt erst erkenne ich, was du meinst! Ich denke, die "Pflastersteine" auf dem Deck sind gemeint.......man sollte halt doch mal das Foto mit der zweiten Variante komplett vergrößern   :BangHead:

Meine Vermutung: Ballastbarren, welche eigentlich ins Schiff gehören und aufgrund der Reparatur aus dem Schiff geholt werden mussten, um evtl. an die beschädigten Stellen heran zu kommen. Der Einfachheit halber hat man diese dann an Deck abgelegt, tragfähig genug müsste das Deck eines Minenlegers ja sein.

Viele Grüße!   :MG:


olpe

Zitat von: Bugsierstefan am 31 März 2015, 17:35:29
... die "Pflastersteine" auf dem Deck sind gemeint ...
Hallo,
... guter Vergleich ...  :-D

Die "AMUR" liegt in der Tat mit dem Heck zum Docktor und mit dem Bug in Richtung Land (siehe Bilder unten, Q: Slg. OLPE). Die 'Pflastersteine' scheinen aber einen gewissen Wert gehabt zu haben, im Bild oben sind sie bereits verschwunden. Aufgrund der Krängung des Schiffes könnte man meinen, dass die Würfel an Deck befestigt sind ...
Es gibt ein Heft über die "AMUR" (siehe unten, als djvu-Datei downloadbar), aber leider kein Hinweis in der Sache ... Meine Vermutung: Holz- oder Gummiwürfel, auf denen die Minen zu Wartungszwecken an Oberdeck gelagert werden konnten (die Minenlast lag unterhalb der Schanz).
Grüsse
OLPE

halina

Moin ,  wohl etwas schwer verständlich , dass temporäre Ballast-Pflastersteine bei so einer Krängungslage noch so
           geordnet in Reih und Glied zu sehen sind ?
                                                                                                                                                                               :MG:
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                      Phil Borman

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