Gab es Fischfang in der Kaiserlichen Marine?

Begonnen von Seebatailloner, 05 April 2015, 20:09:25

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Seebatailloner

Ich bin auf der Suche nach Informationen darüber, ob die Kaiserliche Marine im I. WK eigenen Fischfang betrieben hat. Anlass ist eine Fotoserie des Bild- und Filmamtes (BUFA) aus der Zeit, welche Matrosen mit unterschiedlichen Mützenbändern beim Fischsortieren bzw. beim Vorbereiten vor einer Räucherei zeigt.
Auf einem Foto ist ein Schlepper namens Pirat 3 zu sehen, über den ich nichts finden konnte.
Entsprechende Fotos habe ich angehängt und hoffe, dass mir hier geholfen wird.

Gruß Seebatailloner

kgvm

Zumindest einige (oder alle?) während des Krieges aufgebrachten englischen Fischdampfer kamen laut Gröner Band 8 beim Marinefischamt/Kommandantur Wilhelmshaven zum Einsatz.

bodrog

Liege ich richtig, auf Bild 5 ein B-Boot der Serie B 109-112 zu sehen? MfG

Teddy Suhren

Hai

Bild 5 ist dann schonmal in Wilhelmshaven aufgenommen. Der Gitterturm steht auf der Hafeninsel. Der Bug ganz links bzw. das zugehörige Schiff ist auch auf anderen Fotos im Durchstich zu sehen.
Gruß
Jörg

WoWarships Nick: Teddy191 im FMA Clan

TD



Ja diese Fischdampfer hatten dann die Namen KRIEGSHILFE I bis ..
Etliche Kennungen zu den bestimmten britischen Fischdampfern sind noch
nicht zu geordnet oder ich weiß es nicht.

Dann gab es ab Mai ? 1919 die Freiwillige Kriegshilfe  mit vielen deutschen Fischdampfern.
Fachleute sind sich nicht sicher ob diese Freiwillige Kriegshilfe noch als Teil der Kaiserlichen Marine zu betrachte sind.

Vielleicht hat sich inzwischen dazu ja noch etwas gefunden bei der Arbeitsgruppe WW I  ?

Gruß

Theo
...ärgere dich nicht über deine Fehler und Schwächen, ohne sie wärst du zwar vollkommen, aber kein Mensch mehr !

halina

#5
Beim Betrachten des 1. Fotos möchte ich davon ausgehen , dass es sich um einen Schleppverband handelt , der aber nicht
von einem Marineschlepper gezogen wird , sondern von einem Reederei-Schlepper was somit evtl. auf den Hamburger
Hafen zutreffen könnte .
                                                                                                                                                                       :MG:   halina

Was den Aufnahmestandort auf den Fischmärkten angeht , so kommen dafür wohl nur Hamburg oder Bremerhaven in Frage
und als 3. Standort noch Cuxhaven , auch hier war die Marine mit kleineren Einheiten vertreten .
" Man muss nicht unbedingt das Licht des Anderen ausblasen , um das eigene Licht leuchten
zu lassen"
                      Phil Borman

Trimmer

Es gibt ein Buch von Werner Beckmann: Die Reedereien der Hochsee-u. Heringsfischerei in Bhaven

Dort wird u.a geschrieben das es ab 1916 eine  Kriegs-Seefischereigesellschaft für die Nordsee mbH Standort Geestemünde gegeben hat. Wohl zur Eigenversorgung der Marine aber auch zum Verkauf von Fisch.
Mai 1916 entstand ja auch das Kriegsernährungsamt und siehe dann auch Hungerwinter 1916/1917

Gruß - Achim - Trimmer
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

Urs Heßling

moin,

Zitat von: bodrog am 05 April 2015, 20:39:51
Liege ich richtig, auf Bild 5 ein B-Boot der Serie B 109-112 zu sehen? MfG
Meiner Meinung nach : Ja   Indikator: Lüfter am mittleren Schornstein.

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Bugsierstefan

......mal abgesehen von den Schiffen,

wenn ich mir den Fang in den Körben so anschaue, staune ich über so manchen kapitalen "Zossen"! So mancher Hochseeangler würde nur noch jubeln ::B)

:MG:


RonnyM

In einem anderen Forum habe ich gerade einen Film gesehen, aus dem die eingangs gezeigten Fotos stammen. Das müssen die "gekaperten" englische Fischdampfer sein, denn unsere Dampfer sahen anders aus. Was ich aber nicht wusste, dass auch in WHV Fischhandel getrieben wurde, denn im Film war öfters die Kaiser Wilhelm Brücke zu sehen.

Grüße Ronny
...keen Tähn im Muul,
over La Paloma fleuten...

Seebatailloner

Hallo Ronny,
jetzt würde mich ein Link zu dem besagten Film sehr interessieren.
Der Fischfang kann ja nur sehr eingeschränkt betrieben worden sein durch die Kriegslage, Minenverseuchung und Sperren durch Freund und Feind.
Im Falle des befohlenen Fischfanges müsste die Fischereiflotte ja auch genaueste Kenntnis über die Minensperren haben müssen, um Bootsverluste zu vermeiden.

Bernd

kgvm

"Im Falle des befohlenen Fischfanges müsste die Fischereiflotte ja auch genaueste Kenntnis über die Minensperren haben müssen, um Bootsverluste zu vermeiden."
Warum? Es genügt doch, nur bestimmte Gebiete für den Fischfang freizugeben - damit weiß keiner der Fischer, wo (außerhalb dieser Gebiete) nun genau Minensperren liegen.

Karsten

Ringelnatz beschreibt in "Als Mariner im Krieg" so manchen Fischfang.
Viele Grüße,

Karsten

Trimmer

#13
Hallo Bernd - gib mal www.filmportal.de  ein und dazu - Hochseefischerei
Dann kommst Du auf das Video Hochseefischerei der deutschen Marine ( Stummfilm )

Gruß - Achim - Trimmer
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

Seebatailloner

Zitat von: kgvm am 17 April 2015, 15:45:20"Im Falle des befohlenen Fischfanges müsste die Fischereiflotte ja auch genaueste Kenntnis über die Minensperren haben müssen, um Bootsverluste zu vermeiden."

Warum? Es genügt doch, nur bestimmte Gebiete für den Fischfang freizugeben - damit weiß keiner der Fischer, wo (außerhalb dieser Gebiete) nun genau Minensperren liegen.

Hallo kgvm,
ein Blick in die Fischkörbe schließt einen Fang aus Küstenfischerei aus. Also hätten sie dann doch durch eigene und feindliche Minenfelder fahren müssen.

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