Tauchgänge zu "Shch-324" ("Щ-324") und "Shch-306" ("Щ-306") vor Hanko

Begonnen von Kaschube_29, 25 Oktober 2015, 19:59:55

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Kaschube_29

Moin Moin,

in der vergangenen Woche wurde im russischen Fernsehen von Tauchgängen zu zwei russischen U-Booten berichtet, ist in der Nähe von Hanko auf dem Meeresboden liegen; hier ist die Meldung:

Quelle vesti.ru vom Montag, den 19.Oktober 2015 (20.34):
Salima Sarif (Caлима Зариф)

Lebendige Geschichte: Auf dem Grund der Ostsee wurden zwei sowjetische Unterseeboote entdeckt

In der Ostsee wurden zwei sowjetische Unterseeboote entdeckt, die hier während des Großen Vaterländischen Krieges untergingen. Das sind die ,,Shch-324" (,,Щ-324") und die ,,Shch-306" (,,Щ-306"). Die Umstände des Untergangs dieser Unterseeboote waren bis heute nicht genau bekannt. Im Verlauf von Tauchgängen gelang es zu klären, dass eines der Unterseeboote auf eine deutsche Mine auflief. Um die Erinnerung an die gefallenen Marineangehörigen zu ehren, haben russische und finnische Sucher eine spezielle Expedition organisiert.

Geistliche der Moskauer geistlichen Akademie führten eine Totenmesse am Untergangsort von 39 sowjetischen U-Bootfahrern durch. Vater Nikifor (Никифор) nannte alle Besatzungsangehörige der Besatzung des Unterseebootes ,,Shch-324" (,,Щ-324") namentlich. Sie schafften es nicht, alt zu werden: der Älteste war 33, der Jüngste 20 Jahre alt. Eine Tafel mit der Auflistung der Besatzung nehmen die Taucher mit in die Tiefe.

58 Meter darunter: hier ist es dunkel, es gibt viel Schlamm und die Wassertemperatur beträgt 2°C. Der Rumpf des Unterseebootes liegt mit den Schrauben oben und der Turm steckt im Boden. Er ist vollkommen mit Fischernetzen umgeben. Dank dieses Umstands wurde das Unterseeboot auch gefunden: Fischer teilten den Tauchern mit, dass sie hier regelmäßig Fanggeschirre verlieren; jene tauchten unter Wasser und sahen es: die ,,Shch-324" ([,,Щ-324"] ,,Shchuka" [,,Щyкa"]), die man hier einige Jahre lang suchte.

,,Es ist unbekannt, wer es als erstes fand, das heißt: wer hier von den Fischern als erster sein Netz verlor", sagte der Teilnehmer der Expedition ,,Verbeugung vor den Kriegsschiffen des Großen Sieges" Kari Vittenen. ,,Als wir tauchten, konnten wir identifizieren, dass dies ein sowjetisches Unterseeboot der 10.Serie, «Shchuka» («Щyкa») ist. Und dann erfuhren wir mit Hilfe unserer russischen Freunde, dass es die «Shch-324» («Щ-324») ist."

Aufnahmen aus der Chronik: das ,,324-er" auf der Leningrader Parade. Das Unterseeboot ging unter, als es die Evakuierung der sowjetischen Militärbasis aus dem finnischen Hafen Hanko deckte. Die letzte Mitteilung machte der Kommandant Tarchinischwili (Tapxинишвили) am 5.November 1941 und meldete sich dann nicht mehr über Funk.

,,Dem Unterseeboot wurde der Befehl gegeben, auf eine neue Position zu verlegen", sagte ein anderer Teilnehmer der Expedition Mikhail Ivanov. ,,Und es antwortete nicht mehr darauf, ob es den Befehl erhalten hatte oder verneinte. Es war nicht bekannt, ob es ablief oder nicht. Aller Wahrscheinlichkeit nach erhielt es den Befehl nicht."

Und hier wurde jetzt klar, warum dies der Fall war. Der vordere Teil des Unterseebootes fehlt – er ist durch eine mächtige Explosion vernichtet worden. Das Unterseeboot lief auf eine deutsche Mine auf. Außerdem detonierten die Torpedos; die vorderen Abteilungen wurden einfach abgerissen.

Dieser Teil der Ostsee ist ein großes Massengrad. Hier liegt die ,,Shch-324" ([,,Щ-324"] ,,Shchuka" [,,Щyкa"]) und etwas weiter die ,,Shch-306" ([,,Щ-306"] ,,Piksha" [,,Пикшa"]). Ihre Heldentat liegt darin, dass sie durch den eng verminten Finnischen Meerbusen lief. Aber hier schafften es die deutschen Kriegsschiffe zu arbeiten. Und das war bereits einige Tage vor dem Beginn des Großen Vaterländischen Krieges. Tagsüber versteckten sie sich in den Schären unter der Flagge der Handelsflotte, wobei die Waffen versteckt wurden und legten in der Nacht die Minenfelder.

Die Ostsee wurde erst zu den 60-er Jahren von den Minen geräumt. Kapitän Joko Tuomarmjaki war seinerzeit noch ein Kind, erinnert sich aber gut, wie es war. ,,Es gab sehr viele schwimmende, abgerissene Ankertauminen; eine von ihnen wurde von der Strömung zur benachbarten Insel Hittenen verbracht", erinnert er sich. ,,Dort wurde sie aus dem Wasser geholt und mein Vater versuchte sie mit seinem Sohn auseinanderzunehmen (er war mein Altersgenosse). Sie explodierte und beide kamen um. Daran werde ich mich das ganze Leben lang erinnern."

Nach einem halbständigen Aufenthalt unter Wasser kehren die russischen Taucher und ihre finnischen Kollegen auf das Schiff zurück. Eine Schweigeminute. Auf das Wasser wird ein Kranz zur Erinnerung an die Angehörigen der Baltischen Flotte niedergelassen und rote Nelken fliegen über Bord. ,,U-Boote sind immer ein sehr großes Rätsel", sinniert der Teilnehmer der Expedition Iwan Borowikow (Иван Боровиков). ,,So lief es für eine Gefechtsaufgabe aus und in der Regel verschwinden sie einfach spurlos und es ist unbekannt, was mit ihnen geschah. Das heißt, ein jedes gefundenes Unterseeboot eröffnet ein neues Stück der Geschichte."

Die weißen Flecken der Geschichte zum Untergang der sowjetischen Unterseeboote hofft die Expedition ,,Verbeugung vor den Kriegsschiffen des Großen Sieges" in den nächsten Jahren auszumalen. Noch rund ein Dutzend Unterseeboote wird als vermißt gezählt. Die Aufgabe ist, sie zu finden und sich an jeden Marineangehörigen zu erinnern.

Hier ist die russische Meldung nachzulesen und auch als Video zu sehen: http://www.vesti.ru/doc.html?id=2677172



Und wieder ist ein sowjetisches Wrack auf dem Grund der Ostsee gefunden und durch Taucher identifiziert worden.


Bis dann,

Kaschube_29 (Axel)
Immer eine Handbreit Wasser unter den Kiel (Bcегда семь футов под кильем)!

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