Fragen zur ersten Operation deutscher Schnellboote im WK II

Begonnen von Kieler-Sprotte, 10 Januar 2016, 08:58:59

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Kieler-Sprotte

Hier http://www.wlb-stuttgart.de/seekrieg/39-08.htm#SEP ist unter 03.09.1939 folgendes zu lesen.

Erste Operation deutscher Schnellboote in diesem Krieg. S 23 (Lt.z.S. Christiansen) versenkt den poln. Sperrlotsendampfer Lloyd Bydgoski II (133 t) mit Artillerie in der Bucht von Danzig.

Mit Artillerie ist dann wohl die 2cm an Bord von S 23 gemeint oder?

Sperrlotsendampfer, ich habe mal hier im Forum, in meinem Bücherregal oder im www gesucht ohne eine befriedigende Antwort zu finden was das sein könnte.
Eventuell ein Lotsendampfer der Lotsen an Bord hat die Schiffe durch ein Minenfeld lotsen?

Und im weiteren zu S 23.
Im Gröner ist nachzulesen das S 23 praktisch ein Jahr nach seiner Indienststellung also am 12.07.1940 östlich von Foreland, also am östlichen Ende des Ärmelkanals auf eine Mine lief.
War die Mine eine Deutsche?

:MG:

t-geronimo

Gruß, Thorsten

"There is every possibility that things are going to change completely."
(Captain Tennant, HMS Repulse, 09.12.1941)

Forum MarineArchiv / Historisches MarineArchiv

Kieler-Sprotte

Hallo,

Danke für das zeigen der Tagebuchaufzeichnungen,
also scheint der kurze Beschuss mit der 2 cm um 00.05 ausgereicht zu haben das die Lloyd Bydgoski II sank.

Ich hoffe noch auf die Beantwortung der zwei verbliebenen Fragen.

:MG:

bettika61

ZitatSperrlotsendampfer, ich habe mal hier im Forum, in meinem Bücherregal oder im www gesucht ohne eine befriedigende Antwort zu finden was das sein könnte.

Mit der suchmaschine lässt sich einiges finden
wiki

einige Sperrlotsendampfer
Gröner Bd.5 könnte ggf. auch weiterhelfen
Grüße
Beate

,,Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen." George Santayana

Kieler-Sprotte

Das https://de.m.wikipedia.org/wiki/Sperrkommandant war schon mal sehr hilfreich, wenn es Speerlotsen gibt, sollte es auch Speerlotsendampfer geben, Danke.... top

Bleibt nur noch eine Frage offen......

:MG:

Urs Heßling

moin,

Zitat von: Kieler-Sprotte am 10 Januar 2016, 08:58:59
Im Gröner ist nachzulesen das S 23 praktisch ein Jahr nach seiner Indienststellung also am 12.07.1940 östlich von Foreland, also am östlichen Ende des Ärmelkanals auf eine Mine lief.
War die Mine eine Deutsche?
Die Quellen geben dazu keine eindeutige Antwort.
Die Verlustposition von http://www.uboat.net/boats/u40.htm ist nicht weit entfernt.
Ich weiß nicht genug über die Verminungen durch die deutsche Luftwaffe, um sagen zu können, ob es (auch) eine deutsche Luftmine gewesen sein könnte.

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

kgvm

Hat die Luftwaffe denn nicht nur Magnetminen gelegt? Und wäre ein S-Boot durch die deutschen Magnetminen gefährdet gewesen?

Urs Heßling

moin, KG,

ich weiß weder auf die eine noch auf die andere Frage eine Antwort :/DK:

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

redfort

Zitat von: kgvm am 11 Januar 2016, 22:12:26
Hat die Luftwaffe denn nicht nur Magnetminen gelegt? Und wäre ein S-Boot durch die deutschen Magnetminen gefährdet gewesen?

Bei der Luftwaffe wurden Anfangs nur zwei Typen von Minen geworfen.
1. die LMA I/II mit 500 kg
2. die LMB I/II mit 1000 kg
es wurden im Verlauf des Krieges fast 17.000 Stück geworfen.
Die Minen besaßen ein Verzörgerungswerk und einen Magnetzünder !
Gruß, Axel

Luftwaffe zur See

TD

Zum Verlust des Motorschiff  LLOYD BYDGORSKI II einige Zeilen.
Ich habe ja seit vielen Jahren dieses Motorschiff als Opfer von S 23 in meinen Auswertungen.
siehe u. a.
file:///N:/--01%20Verluste/--01%20Verluste%20II/-01%20Verluste--/1945/gemischt/uwe.htm
(natürlich kein Dampfer)

Seit einigen Jahren habe ich allerdings nach der KTB Auswertung und einigen Hinweisen das LLOYD BYDGORSKI II vermutlich in Hela schwimmend in deutsche Hände fiel Zweifel daran.
Vermutlich war es wirklich nur ein Fischkutter ( polnische Kriegsmarine mit Kennung T.) welcher hier getroffen wurde.
Ob man jemals Klarheit in diesen Vorgang schaffen kann glaube ich nicht.
Auch wenn es nicht LLOYD BYDGORSKI II war bleibt der besagte Angriff der erste S-Boot Angriff im 2. Weltkrieg.

Auch der zweite Angriff

3. 9. 39
N da  Björnvik          812 = D/PT..   Danziger Bucht A
soll nach einigen Infos durch S 23 erfolgt sein.

Allerdings ist bisher dazu kein genauer Hinweis zu finden.

Vielleicht kommen wir ja noch etwas weiter, aber ganz sicher nicht einfach.

Gruß

Theo
...ärgere dich nicht über deine Fehler und Schwächen, ohne sie wärst du zwar vollkommen, aber kein Mensch mehr !

kgvm

Danke, redfort.

@Urs:
Wann, wenn überhaupt, wurde mit der Entmagnetisierung der Schnellboote begonnen?

kgvm

#11
Vielleicht ist der Fischkutter doch mit der in Hela schwimmend vorgefundenen LLOYD BYDGORSKI II identisch.
Das KTB berichtet nur vom Beschuss des Fischkutters und dann "Besatzung macht Beiboote klar zum Verlassen". Danach wird das Feuer aber eingestellt, um andere eigene Boote nicht zu gefährden.
Ein tatsächliches Verlassen des Fischkutters wird jedoch nicht berichtet, auch von einem Sinken oder zumindest sinkenden Schiff oder von Gefangenen ist nicht die Rede.

Gleich noch eine Frage: Hat das MG C 30, mit dem der Fischkutter unter Beschuss genommen wurde, wirklich ein Kaliber von 2 cm? Als MG wurden meiner Kenntnis nach eher Waffen kleineren Kalibers bezeichnet.
Edit: erledigt, siehe http://www.bismarck-class.dk/technicallayout/armament/artillery20mgc30.html

Bergedorf

Hallo KGVM,

ja das MG C/30 hatte definitiv 20mm Kaliber (wird trotz großem Kalibers in allen KTBs als MG bezeichnet). In den MG-Bataillonen des Heeres wurden m.E. auch die 2cm verwendet.

Gruß

Dirk

Kieler-Sprotte

Zitat von: Urs Heßling am 11 Januar 2016, 21:57:21
moin,

Zitat von: Kieler-Sprotte am 10 Januar 2016, 08:58:59
Im Gröner ist nachzulesen das S 23 praktisch ein Jahr nach seiner Indienststellung also am 12.07.1940 östlich von Foreland, also am östlichen Ende des Ärmelkanals auf eine Mine lief.
War die Mine eine Deutsche?
Die Quellen geben dazu keine eindeutige Antwort.
Die Verlustposition von http://www.uboat.net/boats/u40.htm ist nicht weit entfernt.
Ich weiß nicht genug über die Verminungen durch die deutsche Luftwaffe, um sagen zu können, ob es (auch) eine deutsche Luftmine gewesen sein könnte.

Gruß, Urs

Hallo,

mein Turm war ein paar Tage unpässlich, könnte sein das sich das Mainboard so langsam verabschiedet..... :O/S

Ich bedanke mich für die interessanten Antworten auch für die der anderen.

:MG:

crolick

There is sth wrong with the claim about LLOYD BYDGOSKI II.

We know that LLOYD BYDGOSKI II was used in 1940 as German FAHRWOHL.
For the position of sinking provided in the link from Theo - http://www.wlb-stuttgart.de/seekrieg/verluste/uwe.htm - the depth is around 80 m.
However position from the KTB is different - it is square 2135 which roughly should be 18o55' E / 54o27' N - depth in there is 40 m.

I seriously doubt that Germans would raise "Segler" from 40 or 80 m already in 1939 - that would be pure nonsense.

So my assumption is that S 23 have not sunk LLOYD BYDGOSKI II - but some other vessel.
Or FAHRWOHL is not ex LLOYD BYDGOSKI II.

So one or the other information is not true.


Hope it helps!
Andrzej

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