Versenkte deutsche Schiffe vor der Küste Norwegens.

Begonnen von cam, 14 Dezember 2025, 16:59:34

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cam

Hallo.

Kollegen,
Bitte empfehlen Sie mir eine leicht zugängliche Quelle, in der ich die Namen und Ursachen der Versenkungen deutscher Schiffe vor der norwegischen Küste zwischen Juni 1940 und Juni 1941 finden kann. Die Chronik des Seekriegs bietet nur sehr bruchstückhafte Informationen; ich benötige jedoch einen umfassenden Datensatz.

cam

Darius

Hallo cam,

unabhängig von den gedrucken Quellen, auf die hier vmtl. noch hingewiesen wird, kann ich Dir das Waships-Forum
https://warsailors.com/ships/viewforum.php?f=5 empfehlen.
u.a. auch mit dem Hinweis auf die alten Beiträge
https://warsailors.com/ships/viewtopic.php?t=187&sid=490a949491284cd45a4a73ffa522c74b
https://warsailors.com/ships/viewtopic.php?t=2&sid=490a949491284cd45a4a73ffa522c74b

 :MG:

Darius

TW

Listen sind in gewisser Weise immer "bruchstückhaft". Was fehlt Dir an der Liste in der "Chronik des Seekrieges"?
Ich weiß leider auch nicht, was zur Zeit in Kiev oder überhaupt in der Ukraine noch leicht zugänglich ist ?
Ich kann Dir nur eine EXCEL-Liste anbieten, die so aufgebaut ist, wie die in der "Chronik".
Sie umfasst für den gewünschten Zeitraum 66 Datensätze mit Verlusten vor Norwegen.
Viele Grüße, Thomas

P.S. Die EXCEL-Liste kann ich auch in PDF umwandelt.
Schönen Gruß aus Stuttgart
Thomas

cam

Zitat von: TW am 14 Dezember 2025, 17:44:04Die EXCEL-Liste kann ich auch in PDF umwandelt.
Ja, Thomas, das wäre die beste Option. Was die Angebote in der Ukraine angeht, muss ich alles prüfen – manches lässt sich wegen einer Sperre nicht öffnen, manches wegen einer schlechten Verbindung, aber vielleicht klappt es ja doch.

Martin, danke für den Tipp. Ich nutze manchmal Informationen aus diesem Forum. Jetzt werde ich mich intensiver damit beschäftigen.

Urs Heßling

moin,

Die Liste möchte ich, bitte, auch haben, weil ich deutlich weniger als 66 deutsche Verluste ermittelt habe.

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

TW

Zitat von: Urs Heßling am 14 Dezember 2025, 23:28:08deutlich weniger als 66 deutsche Verluste
Moin Urs,
In der Liste habe ich auch die ausländischen Schiffe drinnen gelassen, die von Deutschen weggenommen wurden oder unter deutscher Anweisung unterwegs waren. Cam wird selber entscheiden, welche Schiffe ihn interessieren.
Originär deutsch sind nur 24 Schiffe. Ich setze morgen noch die Erklärung der Symbole und Abkürzungen hinzu, und dann wandele ich die Liste in PDF um.
Schönen Gruß aus Stuttgart
Thomas

cam

Ganz genau, Thomas. Wir sprechen nicht nur von deutschen Schiffen, sondern auch von ,,Schiffen unter deutscher Kontrolle".

TW

#7
Meine Liste ist vor allem in dem Sinne bruchstückhaft, dass die originären Kriegsschiffe nicht berücksichtigt sind und auch die Motorsegler und Kutter unter 100 BRT fehlen. Ausgewertet wurden die Listen von Peter Caffé, Steinweg und H.-J. Witthöft, wobei Witthöft auch die Schiffe zwischen 100 und 50 BRT berücksichtigt, die in meiner Liste fehlen.

Die Liste von Peter Caffé (eine Broschüre, die ich vor 30 Jahren bei Christian Schmidt, München, erwarb) ist nicht mehr zu bekommen. Sie ist wertvoll, weil sie auch die Verluste von ausländischen Schiffe unter deutscher Kontrolle enthält.
Schönen Gruß aus Stuttgart
Thomas

cam

#8
Danke, Thomas.
Selbstverständlich werde ich das berücksichtigen.
Ich habe aber eine Frage. Laut der Chronik des Seekriegs wurde die UJ 173 am 8. Mai 1941 durch einen Luftangriff versenkt. In Ihrer Liste ist jedoch der 14. September 1940 als Datum der Strandung vermerkt.
Und noch etwas. Das Schiff Curitiyaba (5179 BRT) wurde am 14. Januar 1941 bei einem Luftangriff versenkt. Die einzige weitere Erwähnung, die ich dazu fand, stammt aus unserem Forum und wurde erst später veröffentlicht
- 04.-06.12.1941 - Geleit für RABAT, CURITYABA, JELÖ, BILBAO von KS nach ST.
https://www.historisches-marinearchiv.de/projekte/minensucher/ausgabe.php?where_value=1908
Wo könnte der Fehler liegen?

cam

TW

#9
Zur CURITYBA (nicht CURITYABA) gibt es im HMA-Projekt "Weserübung" einen ausführlichen Datensatz.
Dort wird eine Strandung an 14. Januar 1941 nicht erwähnt, ebenso wenig im Gröner (DDK Band 7, S.111).
Ich weiß nicht, aus welcher Quelle ich die Info habe, sie ist offenbar falsch.
Die CURITYBA wurde am 29. April 1942 durch Torpedotreffer des russ. U-Bootes M-171 versenkt.
Schönen Gruß aus Stuttgart
Thomas

TW

#10
HINRICH WESSELHÖFT (UJ 173) strandete am 13. September 1940 um 04:51 Uhr im Hardangerfjord und kenterte dort am 14. September um 02:00 Uhr (Gröner, DDK Band 8, S.221). Sie wurde verlassen und aufgegeben.
Der U-Jäger 173 / Mobilmachungs-Fischdampfer 32 -- es war schon der 2. Dampfer mit der Kennung UJ 173 - wurde, wie in der Chronik beschrieben, am 8. Mai 1941 durch Flugzeuge versenkt. Er ist in meiner Liste nicht drin, weil die Mob-Fischdampfer Bauten der Kriegsmarine waren. Die Liste berücksichtigt ja nur Handelsschiffe.

UJ 173   Hinrich Wesselhöft   (HH 235)   i.D. 30.07.39   14.09.1940   + Hardangerfjord   DDK 8/221   
UJ 173 ii   Mob-FD 32                              i.D. 22.12.40   08.05.1941   + Feiestad              DDK 7/164   
UJ 173 iii   Mob-FD 63                             i.D. 30.04.41   05.03.1944   + Lindesnes           DDK 8/164   

Als Übersicht über die Kriegsschiff-Verluste dient mir das Buch von Harald Fock: Flottenchronik, Koehler, Hamburg 2000
Ich werde die Liste für Dich um die Kriegsschiffe ergänzen und dann noch mal hier einstellen.
Schönen Gruß aus Stuttgart
Thomas

TW

Hier die Liste noch einmal, aber ergänzt um Kriegsschiffe.
Schönen Abend  :MG:
Schönen Gruß aus Stuttgart
Thomas

cam

#12
Thomas, vielen Dank.
Ich habe die notwendigen Informationen verarbeitet.
Ich habe eine Frage.
Die Arnfinn Jarl (1.151 BRT) wurde am 27. Dezember 1940 vor Egersund von einer Hudson des 224. Geschwaders versenkt. Sie wurde jedoch später gehoben, repariert und wieder in Dienst gestellt. Wenn sie nicht in Ihrer Liste der versenkten Schiffe aufgeführt ist, bedeutet das, dass ihre Versenkung in der deutschen Statistik nicht erfasst ist?
Zum Vergleich: Der Minensucher M 134, der am 5. Mai 1940 in Bergen versenkt wurde (in Ihrer Tabelle ist der 1. Oktober 1940 angegeben), ist in der Tabelle als versenkt aufgeführt, wurde aber ebenfalls gehoben, repariert und als schwimmendes Depot wieder in Dienst gestellt.

Urs Heßling

moin,


Hier die Liste noch einmal, aber ergänzt um Kriegsschiffe

plus
-Gnom und Kobolde

- 24.10.1940 - Bei einem Vorstoß an die norwegische Küste versenken die brit. Zerstörer Somali, Matabele und Punjabi bei Stadlandet das deutsche Wetterbeobachtungsschiff WBS 5 / Adolf Vinnen (391 BRT)

minus
- Sperrbrecher Jason bei Dragör
- UJ 126 bei Terschelling

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

TW

#14
Moin miteinander
Erstmal an Urs vielen Dank für Ergänzungen und Korrekturen. Habe die Korrektur zu WBS 5 in meine Liste eingetragen.
"Gnom" und "Kobold 3" sind höchstwahrscheinlich Fischkutter < 100 BRT.
Die Kriegsschiffe hatte ich gem. Fock, Flottenchronik eingesetzt.
Tatsächlich hat Fock die Versenkung von M 134 zweimal aufgeführt, einmal am 9.Mai und dann nochmal (und falsch) am 1.10.1941.
Auch an Cam herzlichen Dank für die kritischen Hinweise. "Arnfinn Jarl" werde ich ergänzen.

Du sprichst von der deutschen Verlust-Statistik, Cam, als ob es eine offizielle Statistik gäbe.
Ich glaube nicht, dass es die gibt, ich kenne jedenfalls keine. Und die Einbeziehung von deutsch kontrollierten ausländischen Schiffen wäre dann noch ein weiterer Schritt. Nein, meine Liste verdanke ich vor allem der Arbeit von Peter Caffé und keiner "deutschen Statistik".
Schönen Gruß aus Stuttgart
Thomas

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