Radargelenktes Feuer deutscher Kriegsschiffe im WWII

Begonnen von Matrose71, 09 August 2014, 17:08:26

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Thorsten Wahl

Meine Herren, es kann ein siebenjähriger, es kann ein dreißigjähriger Krieg werden – und wehe dem, der zuerst die Lunte in das Pulverfaß schleudert!
WoWs : [FMA]Captain_Hook_

fsimon

Hallo Leute,
vielen Dank für die gute Recherche-Arbeit und fruchtbare Diskussion sowie den konstruktiven Grundton. Das ist alles sehr beeindruckend. Den Respekt kann ich nur erwidern.
Ihr habt ja nachvollziehbar dargelegt, dass Prinz Eugen bis zum Ende nicht den TS60 Sender hatte. Aufgrund dessen schlechter Entfernungsauflösung und resultierender Entfernungsgenauigkeit macht das meiner Meinung auch Sinn für ein Feuerleitsystem in Form von SeeArt und den ausreichenden Reichweiten mit der großen 3.2m x 6.5m Antenne. TS60 war viel nötiger für die kleineren Einheiten, die die große Antenne nicht tragen konnten und das Seetakt zur frühen Entdeckung brauchten statt zur genauen Vermessung.
Auf NavWeapsForum hatte ich vor einiger Zeit einen Vergleich zwischen Tirpitz / Vanguard und Iowa gestartet.
Dort wird trotz des Hinweises im A.V.K.S Bericht zu Bismarck auf die improvisierte Einrichtung der Datenleitung vom FuMG zum C38 angezweifelt. Dort steht allerdings nur die englische Übersetzung des Berichts auf kBismarck zur Verfügung. Kann mir jemand die originale Form des Berichts zur Verfügung stellen?
Beste Grüße
Frank Simon

Gabler

Hallo fsimon:

für mich erklärte sich diese Nicht-Modernisierung bislang mit bekannten Versorgungsengpässen insbesondere in der Röhrenfertigung, meinetwegen auch mit organisatorischen oder schlicht kriegsbedingten Mängeln, aber Deine Erklärung liest sich bestechend plausibel, insbesondere wenn man bedenkt, daß Prinz Eugen zeitgleich mit der SeeArt-Antenne auch ein Berlin-Gerät erhalten hatte. Damit wurde die erzwungene Doppelfunktion des Gema-Geräts - gleichzeitig Seetakt- wie Seeart - aufgelöst und man konnte das Gerät auf das optimieren, wofür es eigentlich von Anfang an konzipiert war: Auf die Feuerleitung für die Artillerie. Als taktisches Seezielgerät war das FuMO 81 Berlin mit seiner größeren Reichweite und der Panoramaanzeige wesentlich besser geeignet.

Auch von seiner "Tertiärfunktion" als Luftzielgerät wurde das Gema-Gerät entlastet, indem man doch recht weitreichende passive Geräte zumindest als Warngeräte gegen verschiedene Wellenlängen nachgerüstet hat (Bali und Tunis). Das war schon alles recht durchdacht, auch wenn sich das nicht unbedingt immer gleich auf den ersten Blick offenbart.

Zum AVKS-Bericht: Ich meinte, mein Exemplar von der KBismarck-Seite heruntergeladen zu haben, dort finde ich aber keinen Download (mehr?). Habe den Bericht daher nochmals hochgeladen, ich hoffe, ich trete da niemandem auf die Füße:   

https://www.mediafire.com/file/h3082qmbt8bjyms/AVKS-700+Schlußbericht+vom+31.05.1941.pdf/file

Wie man sieht, ist die Kopierqualität nicht gerade überragend, und so habe ich für mich irgendwann den IV. Teil, der sich mit der Entfernungsmessung (EM) generell befasst, für mich einmal "transkribiert", also schlicht abgeschrieben. Kein Ding, das auch zur Verfügung zu Stellen, die Arbeit ist eh schon gemacht:

https://www.mediafire.com/file/2yxkrhugwwyo4x3/Auszug_AVKS-Bericht-Bismarck-E-Messung.pdf/file

Habe die Infos EM-II betreffend farblich hervorgehoben. Damit kann man sich mehr auf den Text konzentrieren und nicht so sehr aufs Entziffern. Viel Spaß beim Lesen und freue mich auf weiteren Input.

Beste Grüße

Gabler (Frank #3)

Thorsten Wahl

Jetzt noch mal ein bissel technisches.

Bereits 28 cm Geschosse konnten im Fluge auf dem Bildschirm erkannt werde. Eigentlich ist dieses Kaliber zu klein, um als Objekt bei der relativ großen Wellenlänge erkannt zu werden

Beim Überschallflug entsteht jedoch vor dem Geschoss eine Verdichtungszone, wodurch die Dielektrizitätskonstante der Luft verändert wird, diese Veränderung erhöht die wirksame Reflexionsfläche erheblich und macht Geschosse/salven im Flug sichtbar.
Meine Herren, es kann ein siebenjähriger, es kann ein dreißigjähriger Krieg werden – und wehe dem, der zuerst die Lunte in das Pulverfaß schleudert!
WoWs : [FMA]Captain_Hook_

t-geronimo

Laien-Zwischenfrage:
D.h. bei Sheffield/Jamaica vs. Hipper konnten die britischen Kreuzer nur die Aufschläge per Radar orten und nicht die Geschosse an sich?
Gruß, Thorsten

"There is every possibility that things are going to change completely."
(Captain Tennant, HMS Repulse, 09.12.1941)

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