Kosten/Nutzen Rechnung der Bordfluganlage auf deutschen Schiffen

Begonnen von Richard Aigner, 12 Juli 2026, 16:13:33

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Richard Aigner

Schiffe der Kriegsmarine vom schweren Kreuzer aufwärts waren mit Bordfluganlagen (Flugzeuge, Katapult, Hangar, Kräne, Flugbenzintanks, Bombenmagazin etc.) ausgestattet.
Hat sich diese Investition in Gewicht und Fläche/Raum ausgezahlt? I. a. W.:
Wurden die Flugzeuge (insbes. während den Atlantikunternehmen) eingesetzt, und wenn ja, was waren die Erfolge?
Wäre - unter Nutzung der vollen "Weisheit" des Spätgeborenen - eine alternative Nutzung von Gewicht und Fläche  sinnvoller gewesen?

Urs Heßling

moin,

Zitat von: Richard Aigner am 12 Juli 2026, 16:13:33Schiffe der Kriegsmarine vom schweren Kreuzer aufwärts waren mit Bordfluganlagen (Flugzeuge, Katapult, Hangar, Kräne, Flugbenzintanks, Bombenmagazin etc.) ausgestattet.
auch "abwärts" : die Hilfskreuzer hatten Bordflugzeuge; und die haben sich wirklich "gelohnt" !

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Sven L.

Hallo Richard,

davon abgesehen, dass keine deutsche Marine danach schaute was etwas gekostet bzw. kostet, wurde danach verfahren "das brauche ich, dass will ich haben".

Die Anlagen für Bordflugzeuge waren in Zeiten, wo die Aufklärung nur durch Schiffe möglich war, eine sinnvolle Erweiterung des Sichtkreises. Soweit mir bekannt haben die einzeln fahrenden Raider ihre Bordflugzeuge zwecks Aufklärung ausgiebig genutzt.
Grüße vom Oberschlickrutscher
Sven


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Solange man seinen Gegner nicht bezwungen hat, läuft man Gefahr, selbst bezwungen zu werden.
Clausewitz - Vom Kriege

Richard Aigner

Urs und Sven, danke für den Hinweis auf Nutzung der Flugzeuge auf Hilfskreuzern.
Aber wie steht das bei den großen Kriegsschiffen?
Bezgl. Bismarck ist mir erinnerlich daß der Versuch das Kriegstagebuch vom manövrierunfähigen Schiff auszufliegen am beschädigten Katapult gescheitert ist.
Haben Scharnhorst, Gneisenau, Graf Spee, Lützow, Scheer, Hipper, Prinz Eugen ihre Flugzeuge (im Atlantikeinsatz) eingesetzt, und wenn ja was waren die Ergebnisse dieser Einsätze; oder haben sie ihre Flugzeuge nur spazierangeführt?
Mit "Kosten" habe ich mich unklar ausgedrückt, meinte nicht Reichsmark sondern Opportunitycost: die Möglichkeit mit dem Gewicht und dem Platzbedarf der Bordfluganlage etwas Besseres anzufangen.

Sven L.

Moin Richard,

In meiner Antwort bezog ich mich mit Raider auf Graf Spee und Adm. Hipper. Also Große Schiffe. Ob bei der Operation Berlin seitens Scharnhorst und Gneisenau Bordflugzeuge eingesetzt worden sind, kann ich aus dem Kopf heraus gerade nicht beantworten. Bei Bismarck scheiterte es bekanntermaßen an technischen Problemen.

Natürlich hätte man den Platz, die die Bordflieger beansprucht haben auch anderweitig verwenden können. Dem spricht aber entgegen, dass diese für eine weitreichendere Aufklärung notwendig war. In anbetracht der Aufgaben wie z.B. Kreuzerkrieg, waren Bordflugzeuge wegen der fehlenden Flugzeugträger essentiell wichtig.
Grüße vom Oberschlickrutscher
Sven


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Clausewitz - Vom Kriege

Benjamin

If there's more than one possible outcome of a job or task, and one of those outcomes will result in disaster or an undesirable consequence, then somebody will do it that way.

Richard Aigner

AI / Google liefert folgendes Beispiel (Nutzen folglich gegeben)
Das EinsatzbeispielTag: 22. Februar 1941Zeit: Vormittags (gegen 11:00 Uhr)Ort: Nordatlantik, ca. 500 Seemeilen östlich von Neufundland (Kanada), nahe den großen Neufundlandbänken.Der Ablauf des EinsatzesAn diesem Morgen lief der Verband aus Scharnhorst und Gneisenau im Operationsgebiet. Um das Seegebiet weiträumig nach Zielen abzusuchen, wurde eine Arado Ar 196 per Katapult von der Scharnhorst gestartet.Das Flugzeug entdeckte kurz darauf den alliierten Geleitzug HX 111, der sich auf dem Weg nach Großbritannien befand. Die Besatzung des Aufklärers funkte die genaue Position, den Kurs und die Geschwindigkeit der Frachter an das Schlachtschiff zurück.Das ErgebnisAufgrund dieser präzisen Fliegermeldung änderte die Scharnhorst den Kurs und stieß auf den Konvoi vor. Noch am selben Tag gelang es den beiden deutschen Schlachtschiffen, fünf feindliche Handelsschiffe aus diesem Verband zu stellen und zu versenken (darunter die Tanker Lustrous und Kantara). Das Bordflugzeug landete nach dem Aufklärungserfolg auf dem Atlantik und wurde planmäßig über den schiffseigenen Kran wieder an Deck der Scharnhorst geholt.

Sven L.

Dank Benjamin's Verlinkung sollte somit klar sein, dass auch beim Unternehmen Berlin die Bordflugzeuge genutzt wurden.
Grüße vom Oberschlickrutscher
Sven


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Urs Heßling

moin, Richard,

Zitat von: Richard Aigner am 13 Juli 2026, 07:31:02Mit "Kosten" habe ich mich unklar ausgedrückt, meinte nicht Reichsmark sondern Opportunitycost: die Möglichkeit mit dem Gewicht und dem Platzbedarf der Bordfluganlage etwas Besseres anzufangen.
Angesichts der Tatsache, daß die deutschen schweren Schiffe meistens in einem Seegebiet operierten, in dem der Gegner die zahlenmäßige Überlegenheit hatte, war die Ausrüstung mit Bordflugzeugen zur Aufklärung mE sehr sinnvoll.
Allerhöchstens hätte man beim Ostseeeinsatz im Herbst/Winter 1944 die Bordflugzeuge gegen eine Flakverstärkung tauschen können

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

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