Papenberganzeige

Begonnen von TomShark, 19 August 2026, 20:02:07

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TomShark

Einen schönen guten Abend allerseits!

Kann mir jemand freundlicherweise Infos geben (oder noch besser ein Foto mit entsprechender Quali zeigen), wie die Beschriftung der Papenberganzeige auf der LINKEN Seite der Wassersäule ganau lautet?
Ich kann es leider auf keinem Bild wirklich erkennen.

Ich danke herzlich!

Theo

Hallo,

ich habe ein Foto von U995, da sieht man die Zahlen recht gut. Ob das allerdings das Orginal der Anzeige von damals ist kann ich nicht sagen.

Gruß Rainer

U 48

Moin zusammen,

**Sehrrohrstandanzeiger in U 995**

Ich habe dazu einmal meine Unterlagen und Vergleichsmaterialien ausgewertet. Meine Einschätzung basiert dabei nicht nur auf einem einzelnen Dokument, sondern auf **unzähligen Besuchen in U 995 sowie auf Besuchen moderner Museums-U-Boote der Klasse 205 und weiterer U-Boot-Typen**.

Zusätzlich habe ich die mir vorliegenden **Beschreibungen und Betriebsvorschriften für Tiefenmesser von U-Booten der Typen IX C, IX C/40 und VII F** sowie die **TDV 1905/206-14D – Tiefensteuerüberwachungsstand** zum Vergleich herangezogen.

Dabei ist mir aufgefallen, dass die **beiden in U 995 verbauten Sehrrohrstandanzeiger nicht original zur ursprünglichen Ausrüstung des Bootes gehören**.

Die beiden Instrumente haben unterschiedliche Funktionen: **Ein Messrohr dient der Trimmung, das andere der Sehrrohranzeige.** Die heute in U 995 vorhandenen Ausführungen entsprechen nach meiner Einschätzung jedoch nicht den zeitgenössischen Instrumenten eines **VII C/41**.

Vielmehr sehen die Anzeiger nach meinen Unterlagen und Vergleichsbeobachtungen so aus, als würden sie **vermutlich von U-Booten der Klasse 205 oder aus einer noch früheren Bauperiode** stammen.

Auch die Skalen sind auffällig: Die heute an U 995 vorhandenen Markierungen entsprechen meiner Ansicht nach späteren Ausführungen. Bei den zeitgenössischen Instrumenten aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs waren kleinere Bleche angebracht, auf denen die entsprechenden Markierungen als **Barometerstände in Millibar** angegeben waren.

Meine derzeitige Einschätzung ist daher, dass die in **U 995** eingebauten Sehrrohrstandanzeiger **nachträglich ausgetauscht wurden und keine originalen Instrumente der VII C/41** darstellen.

Vielleicht hat jemand weitere technische Unterlagen, Vergleichsfotos oder originale TDV-Unterlagen, die diese Einschätzung bestätigen oder widerlegen können. Gerade ein direkter Vergleich mit einem originalen Instrument eines **VII C/41** wäre interessant.

Gruß U 48

Gabler

Hi,

auf der linken Seite sind die Konturen des Turms und des Sehrohrs eingezeichnet und zwar so, daß man anhand der Flüssigkeitssäule sehen kann, bis wohin das Boot unter Wasser steht. Außerdem ist ein beweglicher Zeiger angebracht, der die Ausfahrhöhe des Angriffssehrohrs, genauer: dessen Kopf anzeigt. Danach konnten die Tiefenrudergänger (bzw. der LI) die Tauchtiefe einstellen, die das Boot haben sollte, damit sowohl der Sehrohrkopf aus dem Wasser ragt als auch der Turm unter Wasser bleibt.

In der Kontur des Turms ist eine Skala eingezeichnet, und zwar nur da. Da rechts die Tiefe unter Kiel (TuK) an der Säule abzulesen ist, könnte die Skala links die Höhe über Wasserlinie sein. Man kann also ablesen, wie weit die Aufbauten aus dem Wasser ragen.

Gruß

Gabler

TomShark

Zitat von: Theo am 21 August 2026, 13:53:55Hallo,

ich habe ein Foto von U995, da sieht man die Zahlen recht gut. Ob das allerdings das Orginal der Anzeige von damals ist kann ich nicht sagen.

Gruß Rainer

Lieber Rainer, danke für deine Antwort! Könntest du das Bild eventuell hier posten? Danke dir!

TomShark

Zitat von: U 48 am 21 August 2026, 16:20:02Moin zusammen,

**Sehrrohrstandanzeiger in U 995**

Ich habe dazu einmal meine Unterlagen und Vergleichsmaterialien ausgewertet. Meine Einschätzung basiert dabei nicht nur auf einem einzelnen Dokument, sondern auf **unzähligen Besuchen in U 995 sowie auf Besuchen moderner Museums-U-Boote der Klasse 205 und weiterer U-Boot-Typen**.

Zusätzlich habe ich die mir vorliegenden **Beschreibungen und Betriebsvorschriften für Tiefenmesser von U-Booten der Typen IX C, IX C/40 und VII F** sowie die **TDV 1905/206-14D – Tiefensteuerüberwachungsstand** zum Vergleich herangezogen.

Dabei ist mir aufgefallen, dass die **beiden in U 995 verbauten Sehrrohrstandanzeiger nicht original zur ursprünglichen Ausrüstung des Bootes gehören**.

Die beiden Instrumente haben unterschiedliche Funktionen: **Ein Messrohr dient der Trimmung, das andere der Sehrrohranzeige.** Die heute in U 995 vorhandenen Ausführungen entsprechen nach meiner Einschätzung jedoch nicht den zeitgenössischen Instrumenten eines **VII C/41**.

Vielmehr sehen die Anzeiger nach meinen Unterlagen und Vergleichsbeobachtungen so aus, als würden sie **vermutlich von U-Booten der Klasse 205 oder aus einer noch früheren Bauperiode** stammen.

Auch die Skalen sind auffällig: Die heute an U 995 vorhandenen Markierungen entsprechen meiner Ansicht nach späteren Ausführungen. Bei den zeitgenössischen Instrumenten aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs waren kleinere Bleche angebracht, auf denen die entsprechenden Markierungen als **Barometerstände in Millibar** angegeben waren.

Meine derzeitige Einschätzung ist daher, dass die in **U 995** eingebauten Sehrrohrstandanzeiger **nachträglich ausgetauscht wurden und keine originalen Instrumente der VII C/41** darstellen.

Vielleicht hat jemand weitere technische Unterlagen, Vergleichsfotos oder originale TDV-Unterlagen, die diese Einschätzung bestätigen oder widerlegen können. Gerade ein direkter Vergleich mit einem originalen Instrument eines **VII C/41** wäre interessant.

Gruß U 48

Herzlichen Dank für deine Erläuterung und die Quellenangaben! U995 ist ja bekannterweise kein ideales Rechercheobjekt. Abbildungen zum Papenberg habe ich bisher leider keine verwertbaren finden können, auf dem ein oder anderen historischen Photo ist aber zumindest mal teilweise was davon zu sehen.

Was mich konkret interessiert: die linke Seite mit der Peri/Turmsilhouette zeigt Zahlenangaben, welche (soweit mir bekannt), anzeigen, wieviel Volumen des Bootes bei welcher Tiefe (im angezeigten Bereich) unter Wasser liegt und wieviel noch Überwasser liegt. Ich würde gerne wissen welche Zahlen da stehen (und ggf. welche Einheit)

Theo

Lieber Rainer, danke für deine Antwort! Könntest du das Bild eventuell hier posten? Danke dir![/quote]

Gerne.Sie dürfen diesen Dateianhang nicht ansehen.

Gruß Rainer

Gabler

Hallo zusammen,

Die Beschriftung auf U 995 ist wahrscheinlich nicht original und wurde restauriert/rekonstruiert, sie scheint aber zumindest authentisch zu sein, wenn man sie mit originalen Aufnahmen vergleicht.

Ich meine oben ein "C" zu erkennen und die (nicht leserlichen) Zahlen scheinen nach unten zweistellig zu werden, die Skala wird also von oben nach unten ansteigen, wobei oben mglw. noch Zwischenstufen mit Nachkommastellen angegeben sind. Es könnte sich also um das Volumen handeln, das noch noch geflutet werden muß, bis das Boot vollständig unter Wasser ist, was auch plausibler wäre als eine reine Höhenangabe. Anbei ein Ausschnitt, der den unteren Bereich des Laboe-Bootes zeigt. Rechts ganz unten übrigens der Zeiger für den Sehrohrkopf, der auf der Schiene läuft. Er scheint durchgefallen zu sein, was darauf schließen läßt, daß er pneumatisch oder hydraulisch angetrieben wurde.
Sie dürfen diesen Dateianhang nicht ansehen.

Gruß

Gabler

Theo

Zitat von: Gabler am 26 August 2026, 15:02:27Ich meine oben ein "C" zu erkennen und die (nicht leserlichen) Zahlen scheinen nach unten zweistellig zu werden, die Skala wird also von oben nach unten ansteigen, wobei oben mglw. noch Zwischenstufen mit Nachkommastellen angegeben sind.

Hallo,
durch das verkleinern des Fotos leidet die Qualität eben. Auf dem Original sind sie gut zu erkennen.
Ich schreib die Zahlen mal hier, von oben nach unten: C, 0,2, 0,4, 0,8, 1, 1,5, 2, 2,5, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 10, 12, 15, 20, 25, 30, 35, 40.

Gruß Rainer

TomShark

Zitat von: Gabler am 26 August 2026, 15:02:27Hallo zusammen,

Die Beschriftung auf U 995 ist wahrscheinlich nicht original und wurde restauriert/rekonstruiert, sie scheint aber zumindest authentisch zu sein, wenn man sie mit originalen Aufnahmen vergleicht.

Ich meine oben ein "C" zu erkennen und die (nicht leserlichen) Zahlen scheinen nach unten zweistellig zu werden, die Skala wird also von oben nach unten ansteigen, wobei oben mglw. noch Zwischenstufen mit Nachkommastellen angegeben sind. Es könnte sich also um das Volumen handeln, das noch noch geflutet werden muß, bis das Boot vollständig unter Wasser ist, was auch plausibler wäre als eine reine Höhenangabe. Anbei ein Ausschnitt, der den unteren Bereich des Laboe-Bootes zeigt. Rechts ganz unten übrigens der Zeiger für den Sehrohrkopf, der auf der Schiene läuft. Er scheint durchgefallen zu sein, was darauf schließen läßt, daß er pneumatisch oder hydraulisch angetrieben wurde.
Sie dürfen diesen Dateianhang nicht ansehen.

Gruß

Gabler


Hallo Gabler,

genau dass geben die Zahlenwerte an, wieviel Volumen des Bootes (zum gegenwärtigen Zeitpunkt natürlich) bereits unter Wasser liegt. Was den Zeiger des Perikopfes angeht, ich gehe schwer davon aus dass selbiger durch den Wasserdruck selbst bewegt wird. Was auch erklären könnte, warum er da unten liegt.

TomShark

Zitat von: Theo am 26 August 2026, 16:55:44
Zitat von: Gabler am 26 August 2026, 15:02:27Ich meine oben ein "C" zu erkennen und die (nicht leserlichen) Zahlen scheinen nach unten zweistellig zu werden, die Skala wird also von oben nach unten ansteigen, wobei oben mglw. noch Zwischenstufen mit Nachkommastellen angegeben sind.

Hallo,
durch das verkleinern des Fotos leidet die Qualität eben. Auf dem Original sind sie gut zu erkennen.
Ich schreib die Zahlen mal hier, von oben nach unten: C, 0,2, 0,4, 0,8, 1, 1,5, 2, 2,5, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 10, 12, 15, 20, 25, 30, 35, 40.

Gruß Rainer


Danke Rainer, fürs rausschreiben. Auf dem Bild hier kann ichs auch schon wieder nicht wirklich erkennen. Bleibt nur noch zu klären, um was für eine Einheit es geht. Tonnen, Prozent. Vielleicht kann man es über die Verdrängungswerte getaucht herleiten.

Gabler

Hallo Ihr zwei,

das entwickelt sich ja zu einem sehr interessanten Thema. Vielleicht läßt sich in der U-Bootskunde oder der Tauchvorschrift etwas über die physikalische Größe "C" finden. Wenn die Skala einen Nutzen haben soll, dann muß es irgendwo beim Tiefenruderstand in Sichtweite eine Meßuhr und eine Steuerungsmöglichkeit gegeben haben, mit dem man diese Größe einstellen konnte. Vielleicht findet sich ja auf den Bildern noch etwas.

Wobei, "bereits unter Wasser" kann auch nicht sein (genauso wenig wie Höhe über Wasserlinie), denn die Werte steigen von oben nach unten und nicht von unten nach oben. Es muß also eine Größe sein, die beim vollständigen Unterschneiden zu Null wird, daher meine derzeitige Vermutung über das Flutvolumen.

Allerdings, aus der Tauchvorschrift habe ich noch in Erinnerung, daß die Boote in der Realität (anders als in den Simulationen üblich) nicht von Überwasserfahrt direkt auf Sehrohrtiefe gegangen sind - gehen konnten, sondern immer erst auf Tiefe (20-25m) gegangen sind, dann das Boot durchgependelt wurde, um verbleibende Luftblasen aus den Zellen zu bekommen, danach wurde das Boot eingeregelt auf hydrostatisches Gleichgewicht und schließlich auf ebenen Kiel getrimmt. Erst dann hat man sich von unten (!) an die Sehrohrtiefe angenähert. Eine Größe der Art eines noch zu flutenden Zellenvolumens ergäbe dann irgendwie keinen Sinn wenn man ohnehin schon getaucht ist, genauso wenig wie Höhenangaben oder wie "weit" man unter Wasser ist, es sei denn, die Werte wurden zum Nachregulieren verwendet, wenn das Boot eben doch die Oberfläche durchbrach...

https://uboatarchive.net/U-570/U-570Photo19.htm

Hier zu sehen ist eine amerikanische Aufnahme des Tiefenruderstands von U 570 nach der Kaperung 1941. Man kann zwar auch hier keine Zahlen lesen, aber der Aufbau der Ziffernblätter entspricht denen auf U 995, es war also schon auch original so wie im Museumsboot dargestellt. Rechts zu sehen übrigens auf Höhe der links eingezeichneten Oberkante des Sehrohrbocks der Zeiger für den Sehrohrkopf. Man kann also erkennen, daß das Sehrohr zum Zeitpunkt der Aufnahme eingefahren war. Die Position wird durch die pneumatische / hydraulische Steuerung des Sehrohrs bestimmt und ist nicht vom Wasserdruck abhängig, man will ja die relative Position zur Wasseroberfläche ablesen können.

Das wurde übrigens bei SH3 noch wunderbar simuliert, bei den Nachfolgern wurde der Papenberg verhunzt, aber das ist ein anderes Thema.

Grüße

Gabler

Theo

Zitat von: Gabler am 27 August 2026, 08:39:29Wobei, "bereits unter Wasser" kann auch nicht sein (genauso wenig wie Höhe über Wasserlinie), denn die Werte steigen von oben nach unten und nicht von unten nach oben. Es muß also eine Größe sein, die beim vollständigen Unterschneiden zu Null wird, daher meine derzeitige Vermutung über das Flutvolumen.

Hallo Frank,
es geht bei der Skala um den Restauftrieb des Bootes, und der nimmt mit zunehmender Tauchtiefe ab, deshalb nehmen die Werte von unten nach oben ab, da der Auftrieb ja immer geringer wird.

Hiermal ein Auszug aus "Ulrich Gabler Unterseebootbau"         
         
Für die Fein-Tiefenanzeige auf Schnorcheltiefe ist in der deutschen Marine das sogenannte Papenbergmanometer eingeführt. Die Messung beruht auf dem Prinzip der Zusammendrückung eines Luftpolsters. Die Anzeige in dem zylindrischen Glasrohr ist daher nicht linear.         
Neben der Tiefenskala des Instrumentes ist der zur Schwimmlage gehörende Restauftrieb des Bootes eingetragen (bei der ÜW-Schwimmlinie beginnend und auf 0 bei Oberkante Aufbau abnehmend).         
         
         
Gruß Rainer         


TomShark

Für mich macht es ebenfalls Sinn wie in Theo's Beschreibung. Die Zahlenangabe ist aber trotzdem unklar, v.a. wenn die höchste Ziffer 40 bei voll getauchtem Boot anliegen wurde. Mir fällt dazu aber keinerelei Kennwert ein, der dazu passen würde...

Gabler

Hallo Rainer,

sehr gut, das passt ja perfekt. Und mein Namensgeber muß es ja wissen ;-) Habe noch ein wenig in der Tauchvorschrift geblättert: Dort wird der Restauftrieb in Tonnen angegeben, die Messung bzw. Einstellung scheint  nur für den Trimmversuch erforderlich, wenn das Boot gerad so unter Wasser liegt; Zitat (Nr. 81):

ZitatDurch Fluten der Regler nach den Befehlen des L.I. wird das Boot zunächst
ohne Berücksichtigung des Trimms auf einen Restauftrieb von etwa 2 t gebracht.
Jetzt ist das Boot in seiner Längsstabilität weich geworden und wird mit kleinen
Trimmitteln durchgependelt, um die Restluft aus den Tauchzellen zu bringen.
Durch weiteres Zufluten in die Regler wird das Boot auf den befohlenen
Restauftrieb gebracht. Von 2 t Restauftrieb ab meldet der L.I. laufend das
Abnehmen des Restauftriebes.
Weiter unten dann:

ZitatSind Restauftrieb und Trimm wie befohlen hergestellt, meldet
L.I. an K.: ,,Restauftrieb beträgt x t, Boot liegt nullastig".
(Es ist der Restauftrieb anzugeben, den das Boot bei eben überfluteter
Turmdecke hat.)
Sofern ich das richtig verstanden habe, erfolgt der Versuch stationär, also ohne Fahrt, das Boot sinkt also nur duch Fluten der Zellen und nicht dynamisch duch Eigenfahrt. Sonst wird der Restauftrieb nicht mehr weiter erwähnt. Fragt sich noch, warum der eine Wert in Rot markiert ist. Vielleicht ist das ein Sollwert für die Tauchfahrt oder der o.e. Restauftrieb bei überfluteter Turmdecke.

Gruß

Gabler

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