HSK Thor** am **26. November 1940

Begonnen von Larship, 31 Juli 2026, 12:56:28

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Urs Heßling

moin,

in einem Exkurs eine vielleicht "abwegige" Idee

Zitat von: AND1 am 04 August 2026, 13:55:23Beide Fragen tragen die naheliegende Antwort schon in sich: KOS¬MOS als Prise und Gefangenenschiff ausrüsten und nach Deutschland entlassen.
Nach dem Bericht des Prisenkommandos hat man der KOSMOS aber nur soviel Brennstoff mit auf die Reise gegeben, um den Bestimmungshafen zu erreichen. Für mehr Seemeilen aber nicht. An Bord sind jetzt, nach der Aufbringung, noch 1100 Tonnen Brennstoff. LI Hille hat es ausgerechnet: ,,Bei neun Knoten Marschfahrt verbraucht die KOSMOS 60 Tonnen am Tage. Das Schiff wird aber, weil derart bewachsen, gegen den Nordost-Passat diese Geschwindigkeit kaum halten können."
,,Also steigt der Brennstoffverbrauch", Kahler sagt, was Hille unausgesprochen ließ.
,,Und dann die Aufbauten . . . ", wendet Schlüter, der WO, ein. ,,Eben. Sie sind sehr auffällig." ,,Zu auffällig", bekräftigt Gollatz, der NO.
In der Tat sind sie es: Das Schiff hat neben normalen Mastpaaren zwei für die Walkochereien typische mächtige Tormasten — einen auf der Back, den anderen mittschiffs — und außerdem als weiteres Merkmal zwei nebeneinanderliegende Schornsteine. Ein Umbau und damit eine Tarnung dürfte auf See und mit Bordmitteln schwierig sein. Außerdem kann die Kocherei wegen ihrer geringen Geschwin-digkeit anderen Schiffen nicht oder kaum ausweichen. Sie wird daher bestimmt bald gemeldet werden.
,,Dazu kommt: sie wird wegen des großen Wertes der Ladung von der britischen Navy gesucht werden, wenn sie Curacao nicht planmäßig erreicht", fügt einer auf der Brücke hinzu.
,,Und aus dem gleichen Grunde können wir sie auch nicht als Depotschiff für uns verwenden", ergänzt Kahler die roten Ziffern in der Bilanz über das weitere Schicksal dieser Beute. Er ist sich auch darüber klar, daß der Vorteil einer möglichen Gefangenenabgabe mit dein Nachteil aufzurechnen ist, auf ein Depotschiff, auf längere Sicht gesehen, eine starke Wachmannschaf t an Bord geben zu müssen. ,, .. .Und wenn sie versenkt werden muß, sollte sie von britischen Kriegsschiffen entdeckt werden, kann ich sie nicht einmal schützen." Je mehr und gründlicher Kahler die Frage: ,,Prise oder versenken" berät, je mehr neigt sie sich zur Ungunst der KOSMOS III.
Kahler: ,, . . . also entschloß ich mich, wenn auch schweren Herzens, das Schiff mit seiner wertvollen Ladung zu versenken."
Man kann die Überlegungen Kählers und seiner Offiziere gut nachvollziehen.

Aber es bestand kein Grund zu sofortigem Handeln.

Wäre es nicht, im Vorgriff auf eine möglich erscheinende deutsch-französische "Collaboration" und nach Abstimmung mit der und Organisation durch die Skl, möglich gewesen, das wertvolle Schiff mit seiner Ladung nach Dakar fahren zu lassen ? Die Entfernung von 1250 sm hätte das Schiff in 6 Tagen zurückgelegt. Danach hätte man auf beiden Seiten ein Verhandlungsobjekt gehabt...
... und GB in Antwort auf den gerade gescheiterten Angriff eine Nase gedreht  :wink:

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

AND1

Die Operationen in Der Antarktis,
Mit dem 15. Dezember ist das Schiff seit seinem AusIaufen aus Gotenhafen ein halbes Jahr in See, vermerkt das KTB des Hilfskreuzers an diesem Tage.
Die bisher erzielten Erfolge:
1. Die Versorgung von UA unter Überwindung großer Schwierigkeiten bei der Torpedoübergabe,
2. die glückliche Durchführung der Minenverseuchung an der australischen Küste mit erheblichen Auswirkung für die dortige Schiffahrt und bisher bekannt gewordenen Verlusten von 2 Dampfern,
3. die Aufbringung von 11 Dampfern mit 79.000 BRT, darunter 3 große Tanker und 3 große Kühlraumschiffe mit wertvoller Ladung,
lassen die Besatzung mit Stolz , Dankbarkeit und Befriedigung auf die ersten 6 Monate der Tätigkeit des Schiffes 33 zurückblicken. Dienstfreudigkeit und Manneszucht sind auch nach einem halben Jahr Seetörn als gut zu bezeichnen.
Seit dem 13. Dezember steuert der Hilfskreuzer Südkurs. Das Wetter wird kühler um 17. Dezember liegt die Temperatur um 0 Grad und die ersten Eisberge kommen in Sicht
18. Dezember, FT . Der SKL.: engl.-norwegisch Walanggebiet in disem Jahr im Umkreis von etwa 200 sm von Süd-Georgien. Beteiligt Harpon, Thorshammer, Pelagos, Veftfold, Die Wegger, weitere 2 bis 3 wahrscheinlich. Alle im englischen Auftrag^.
Vom 19. Dezember ab werden nordwestliche, ins Bouvet-Gebiet führende Kurse gesteuert zum Absuchender dortigen Fangplätze von Ost nach West.
20. Dezember Viele Eisberge, darunter mächtige Tafeleisberge von 900m Breitenausdehnung und 50m Höhe. Auf Eisschollen sitzend, werden Pinguine, unser Wappentier, begrüßt. Es sind nur wenige Wale zu sehen.
Am 23. Dezember wird nachts erstmalig Telefonie- und Telegraphieverkehr von Walfang-Flotten gehört. An diesem Tage geht die Nachricht ein von der Verleihung des Ritterkreuzes zum Eisernen Kreuz an die Kommandanten der Hilfskreuzer 0 und 33 durch den Führer. Die Nachricht lößt in der Besatzung Stolz und Freude aus.
Bei glatten Wasser – Seegang 0 – 1 – und guter Sicht wird am 26 Dezember um Mittag in 56° 29' Süd, 29° 58' Ost das Flugzeug ausgesetzt. Um 14:00m Uhr meldet es Notlandung. Nach dreistündiger Höchstfahrt nach Funkpeilung kommt das Flugzeug in Sicht. Die Notlandung war wegen Brennstoffmangel erfolgt². Während des bei ganz außergewöhnlich klarer Sicht erfolgten Fluges war nicht gesehen worden.
Am 27. Dezember werden erstmalig Telefoniegespräche in norwegischer Sprache gehört. Ungefähre peilung West. Es werden die Namen Pelagos und Ole Wegger ausgemacht. Weitermarsch nach Westen.

Die nun folgenden Ereignisse: Aufbringung innerhalb von 24 Stunden von 2 Walfangflotten, bestehend aus drei 12.000 BRT großen Schiffen mit über 22.000 t Walöl und 11 Fangbooten, stellen in der Planung und Durchführung eine solch einmalige und unübertreffliche Leistung dar, ihre Schilderung im KTB des Hilfskreuzers ist bei aller Schlichtheit so lebendig und fesselnd, daß sie durch wörtliche Wiedergabe der Kriegstagebuch-Aufzeichnungen dargestellt zu werden verdient.

^ Schon vorher war dem Schiff die Meldung des Marine Attache Bunes Aires vom 21.11 übermitelt worden, daß Pelagos und Thorhammer zwischen dem 13. und 19.11 von La Plata nach Süd-Georgien ausgelafen seien. Der Anlaß eines Hilfskreuzers auf die aus La Plata auslaufenden Walfangflotten mußten mit Rücksicht auf die Panamerikanische Neutralitätszone unterbleiben.
² Der Motor hatte unerwarteter weise einen um 40 Prozent zu hohen Brennstoffverbrauch.
Wörtliche Wiedergabe der Kriegstagebuch-Aufzeichnung vom 28.12.40-15.1.41
28.12.40 28. Dezember 1940 12:00 Uhr: 57° 48' Süd, 18° 09' Ost, NW z N3, Seegang 2 bis 3, bei diesiger, gute bis schlechte Sicht, Eisberge, Treibeisfelder.
Den ganzen Tag reger und lautstarker Telefonieverkehr zwischen Pelagos und Fangbooten. Auch Ole Wegger wird dazwischen im Verkehr mit Fangbooten gehört. Die Peilungen des Tages ergeben leider kein klares Bild der Standorte. Aus dem Verkehr ergibt sich, daß der Walfangverband tagelang keine Wale gesehen hat. Die Fangboote sind zur Suche nach allen Richtungen um das Mutterschiff herum aufgestellt, Abstand beträgt 40 sm. Ständiger Austausch von Peilung und Gegenpeilung. Der Verband bewegt sich westwärts. Es ist von einem Transportschiff die Rede, welches im Westen getragen werden soll.
Über Nacht wird mit erhöhter Fahrt nach Nordwesten herum geholt, um den Verband südlich und damit eine klares Peilbild zu bekommen. Ein Zugriff wäre am erfolgversprechendsten nach Eintreffen des Transportschiffe, m. E. Ein Tanker, der Heizöl und Walöl abholt.
29. Dezember 1940 12:00 Uhr: 57° 02' Ost, WzN 4, Seegang 3, bedeckt, Treibfelder, Eisberge, mittlere bis schlechte Sicht, Schneeschauer.
Über die Nacht n ausgedehnte Treibeisfelder geraten, es muß ständig nach einigermaßen eisfreien Durchfahrten Ausschau gehalten werden. Eisberge sind im Gebiet des Treibeises nicht zu sehen, und umgekehrt. Eisberge treiben mit dem Strom, Treibeisfelder, daher strömungsfreie Gebiete.
Die erste Peilung des pünktlich um 7:00 Uhr wieder einsetzenden sehr lautstarken Telefonieverkehrs fallen wieder rein westlich. Auch der Fangverband muß sich über Nacht nordwestlich bewegt haben. Ich suche weiter Raum nach Westen zu gewinnen um nordsüdlich Peilung zu bekommen.
Ein einfaches Draufzufahren halte ih nicht für erfolgversprechend. Beim Auflaufen auf ein Fangboot wir dieses in deem ständigen Telefonieverkehr sofort Laut geben und den Zugriff auf das Mutterschiff – einmal gewarnt - sehr erschweren.
Aus den letzten Telelfonieanweisungen ist ersichtlich, daß beide Fangverbände in der Nacht stoppen wollen.
30. Dezember 1940: 12:00 Uhr: 55° 54' Ost, MW4, Seegang 3, bedeckt, Schneeschauer, mittlere bis schlecht Sicht, Eisberge und Treibeisfelder.
Nachts stark unsichtig bis dick. Inmitten vieler Eisberge gestoppt gelegen. Die Telefoniepeilungen und Gespräche lassen eine stärkere Annäherung vermuten. Peilungen fallen noch westlich, die Verbände befinden sich im Weitermarsch nach Westen. Viel Eis, Nebel und keine Wale. Sobald die Sicht es erlaubt, weitergelaufen, um auf die nördliche Position zu kommen.
31. Dezember 1940: 12:00 Uhr: 55° 50' Ost, NwzW 9, Seegang7 bis 8, bei Schnee- und Regenschauer, mäßig bis schlechte Sicht, Eisberge.
Nordweststurm 7 bis 8, hohe See. Die beiden Fangverbände – Pelagos mit 6 Fangbooten und Ole Wegger mit 7 Fangbooten – sind nun mehr aus nördlicher Position zu orten. Ich stehe jetzt nördlich Pelagos etwa 150 sm ab, während Ole Wegger viel weiter südlich stehen muß. Ole Wegger hat in seinem Gebiet mehrere Wale mit seine Boote fangen; er steht an einer größeren Eiskante und auch wohl in Lee von Treibeisfeldern, während die Pelagos-Fangboote über das schlechte Wetter und keine Klagen. Im Telefonieverkehr allgemeiner Neujahrswunschaustausch. Von dem von Westen erwarteten Transportschiff ist noch nicht wieder die Rede geworden.
1. Januar 1941: 12:00 Uhr: 55° 21' Ost, WzN, Seegang 4 bis 5, bedeckt,viel gute Sicht, Eisberge. Wetter langsam aufklarend. Das Telefoniebild ergibt klarere Ortung. Pelagos meldet zu dem seinen Standort nach Länge und Breite an das Fangboot Star XIV aus Süd-Georgien kommend, als siebentes Boot zu ihm stößt.
Aufgrund  des bisherigen Beobachtungsergebnisses beurteile ich die Lage wie folgt:
1. m Bouvet-Gebiet, d.h. zwischen 50° Ostlänge und 20° Westlänge arbeiten zur Zeit 2 norwegische Fangverbände
a) Ole Wegger mit 7 Fangbooten Nr.1 bis 7 ( Ole Wegger selbst heißt im Telefonieverkehr 8)
b) Pelagos mit zunächst 6, später 7 Fangbooten Star 19,20,21,22,23,25 und später Star XIV
2. Beide Fangverbände haben anscheinend das Bouvet-Gebiet von Ostennach Westen abgesucht. Seit ihr Telefonieverkehr mitgehört werden konnte, bewegen sie sich jedenfalls westwärts und klagen über schlechte Zeiten, da wenig Wale zu sehen sind und das Wetter schlecht ist. Auf etwa 0° bis 5° West sind dann ale angetroffen worden.
3. Es besteht reger, zum Teil gut geleiteter Telefonieverkehr zwischen Mutterschiff und Fangbooten in offener, norwegischer Sprache; große Lautstärke, Reichweite etwa 850 sm. Daraus ist zu entnehmen, daß sie sich keinerlei Beschränkungen im Nachrichtenaustausch auferlegen.
4. Die Aufstellung der Fangboote ist nach längerer Telefoniebeobachtung klar einzusehen. Sie ist wechselnd, die Boote stehen entweder im Halbkreis, meist jedoch alle in vorlicher Richtung um das Mutterschiff, Abstand von Sichtweite bis zu 60 sm.
5. Ein von den Fangbooten unbeobachteter Zugriff hätte demnach aus achterlicher Richtung zu geschehen. Es scheint unwahrscheinlich, daß bei dem regen Telefomieverkehr ein Zugriff ohne Alarmierung des anderen Fabgverbandes erfolgen kann. Auch das Verhalten der Fangboote ist nicht vorher zu bestimmen und wird bei ihrer Vielzahl nicht im einzelnen gesteuert werden können.
6. Trotzdem hoffe ich, nach kurzem Zugriff auf den einen, auch auf den zweiten Verband noch mit Erfolg operieren zu können.
7. Bei dem im Telefonieverkehr erwähnten Transportschiff kann es sich um einen Taker handeln, der den Verbänden Brennstoff bringt und Walöl abholt.
8. Ich halte einen zugriff während des Zusammenlegens von Transportschiff und Walfangmutterschiff für am meisten Erfolgs versprechend.
9. Da zur Zeit beide Verbände, mit dem fang beschäftigt, mehr oder weniger auf ihren augenblicklichen Plätzen im Bouvet-Gebiet bleiben werden, vor Mitte Januar eine Meldung an SKL. Anderseits nicht erforderlich ist, beschließe ich, unter dauernder enger Beschattung des mir am nächsten stehenden Pelagos-Verbandes, zunächst mit Zugreifen zu warten und Genaueres über das erwähnte Transportschiff zu erfahren.
2. Januar 41: 12:00 Uhr: 56° 09' Süd, 01° 52' Ost, NNO5, Seegang 4, bedeckt, Schnee und Nebel, mäßige bis schlechte Sicht, Eisberge. Telefonieverkehr ergab nichts neues. Beide Fangverbände fangen eifrig Wale. In viel Nebel nördlich Pelagos-Verband gestoppt gelegen. Erneutes Herannahen eines Tiefs mit viel Wind und hoher See.
3. Januar 41: 12:00 Uhr: 56° 03' Ost, NWzW7, Seegang 6, bedeckt, Schneeschauer, mäßige bis schlechte Sicht, Eisberge. Schlechtes Wetter. Gegen Mittag unterhalten sich der Fangleiter von Ole Wegger und Pelagos. Folgendes ist aus dem Gespräch zu entnehmen:
Das Transportschiff ist schon 14 Tage überfällig. Pelagos geht der Brennstoff aus. Ole Wegger hat noch 6000 t Heizöl, hat aber seine Walölbunker fast voll und kann nicht mehr lange fangen. Es wird beschlossen, deshalb ein Telegramm zu senden. Pelagos meint dazu, es wäre absolut kein Risiko dabei, das es ja kein Geheimnis sei, daß sie hier liegen, weil ihre Peilung nachts ja 1000 sm weit schreien. Gegebenenfalls soll Ole Wegger an Pelagos Heizöl abgeben, dann bekäme er dadurch gleichzeitig Platz für Walöl. Desweiteren ist aus dem Gespräch zu entnehmen, daß weiter westlich Thorshammer stehen muß, der auch zu diesem Verband gehört.

Um 22:40 Uhr wird dann Absetzen nachstehenden Schiffdiensttelegramms an Chatgruppe Radio / WCC aufgenommen:
msg = ss ole wegger nr 1 ck 57 3 2200 gmt =
Nort ... ship whaling division 80 broadstreet newyork city. First transpor not you arrived please telegraph how many days delayed in sailing from loading port acceeding latest transportion programm stop i,portant to know approximate arrival her also fr second transport stop troller sundbad died of heart failure december please inform his wife stop otherwise all well three factoriesn = evensen.
DerSitz der Firma, welhe diese drei Kochereien (Ole Wegger, Pelagos, Thorshammer) betreut, ist also New York Nach der von der Skl. Übermittelten Nachricht an Tokio arbeiten diese Norweger jedoch alle in englischen Auftrag. Wird das Walöl durch einen amerikanischen Tanker abgeholt, ist vorheriger Zugriff erforderlich, nach Möglichkeit wenn Pelagos, Ole Wegger Brennstoff übernimmt. Antwort aus New York abzuwarten.
4. Januar 41: 12:00 Uhr: 55° 49' Süd, 01! 58° Ost, WzN6, Seegang 6, bedeckt, Schneeschauer mäßige bis schlecht Sicht, Eisberge.
Der norwegische Telefonieverkehr am Tage ergibt nichts wesentlich Neues.
Abends geht das Antworttelegramm aus New York ein mit folgendem Wortlaut:
WCC/Chatam Radio an LDGM/Ole Wegger meg. 1 newyork 3 14 1748 gmt = captain evensen ole wegger wccc= retel 3/1 due circumstance beyond our control reget both norman andersen and bjerkholt about fifteen days delayed comparend latest programm stop best new years wishes to all nortraship.
Demnach scheinen 2 Fahrzeuge sla Abhol- und Versorgungfarzeuge mit 14Tägiger Verpätung für dir drei norwegischen Kochereien unterwegs zu sein. Die beiden erwähnten Namen halte ich für die namen der Schiffsführer, also Norweger. Demnach erscheint es als unwahrscheinlich, daß die Schiffe amerikanischer Nationalität sind. Der Tag der Ankunft ist aus dem Telefoniegesprächen zwischen Ole Wegger und Pelagos zu erfahren.
5. Januar 41 12:00 Uhr: 55° 45' Süd, 00° 29' West, Stille, Seegang 0, bedckt, Schnee, mäßige bis schlecht Sicht. Den ganzen Tag Schneegestöber, schlechte Sicht. Das erartete Telefoniegespräch das Führer Ole Wegger und Pelagos hat nicht stattgefunden.
6. Januar 41: 12:00 Uhr: 55° 19' Süd, 00° 47' West, SwzW 4, Seegang 3-4, bewölkt, Schneeschauer, gute bis schlechte Sicht, Eisberge.
10:00 Uhr findet Gespräch Ole Wegger – Pelagos statt. Aus ihm ist zu entnehmen daß Thorshammer etwa 400 sm SW-wärts von Ole Wegger steht und als erster von Transportschiff aufgesucht wird; ferner daß das Walölhinüber- und Heizölüberpumpen zu gleichen Zeit geschiet, daß Ole Wegger gerne 500t Heizöl weniger übernehmen möchte, als ihm nach dem Programm zukommt, und daß das Transportschiff wohl ein paar Tage bis zum Ole Wegger braucht. Um 13:00 Uhr wird erstmalig auf einer dritten Welle weiterer norwegischer Telefonieverkehr bruchstückweise aufgenommen. Es wird Thorshammer etwa 600  sm westlich vermutet. Um 21:00 Uhr, kurz vor dem üblichen Telefonieverkehrsschluß, fragt ein Ole Wegger-Boot 6 bei Ole Wegger an, ob man mit Solglimt Post mitschicken kann, weil er noch einen Brief schreiben möchte.
Dies läßt nur einen Schluß zu, daß eine der dem New Yorker Antworttelegramm erwähnten Transportschiffem das norwegische Walfangschiff Solglimt ist 12.000 BRT.
Lagebeurteilung:
1. Es arbeiten z.Z. drei norwegische Kochereien an der Westkante des Bouvet-Gebietes
a) Pelagos auf etwa 0 Grad Länge,
b) Ole Wegge auf etwa 5Grad Westlicher Länge
c) Thordhammer auf etwa 10 bis 20 Grad Westlicher Länge,
2. Brennstoffversorgung und Walöltransport für diese drei Kochereien liegt in den Händen der Firma Nortraship whaling division mit Sitz in New York.
3. Eines der Transportschiffe, dessen Führer Norman Andersen oder Bjierklholt heißt, kann das norwegische Walöltransportschiff Solglimt, 12.000 BRT., sein.
4. Dieses Schiff scheint zunächst das am weitesten westlich stehende Fangschiff
Thorshammer zu versorgen, um dann zum Ole Wegger zu kommen.
5. Ole Wegger hat volle Walbunker und noch reichlich Heizöl, so daß er von dem ihm zustehenden Quantum noch abgeben möchte.
6. Pelagos, am weitesten östlichen stehend, wird als letzter vom Transportschiff aufgeführt, hat nur noch wenig Brennstoff.
 Uf Grunddieser Lage beabsichtige ich Zugriff auf Ole Wegger, wenn Solglimt mit dem Walöl von Thordhammer zur Ölübernahme bei ihm ist, anschließend Jagd auf den östlich stehenden Pelagos.
Über Nacht wird zur engeren Beschattung von Ole Wegger auf eine Position etwa 100 sm nördlich dieses
Fangverbandes marschiert.
7. Januar 41: 12:00 Uhr: 55° 58' Süd, 04° 51' West, NNW 3-4, seegang 2, bedeckt, gute Sicht.
In der Nacht Telefoniegespräch Solglimt – Thorshammer, die sich gegenseitig in Sicht bekommen haben und über Längsseits kommen sprechen.
Us den Vormittagsgesprächen ist westlich, daß wieder über Postmitgabe mit Solglimt gesprochen wird, Ole Wegger weißt die Boote darauf hin, daß die Post wohl zensiert werden wird, wenn sie an Land kommt.
Nachmittags setzt bei starkem Barometerfall wieder Schneesturm ein.
Wegger gibt seinen Booten Anweisung, die Post bis spätestens Donnerstag (9. Januar) abzuliefern. Wann das Transportschiff käme, wäre noch nicht bekannt.
8. Januar 41: 12:00 Uhr: 56° 16' Süd, 04° 41' West,  NNW 4, Seegang 3-4, bedeckt, diesig, Schnee, schlechte Sicht, Eisberge. Den ganzen Tag schwerer Schneesturm. Die Norweger klagen, sie hätten ein solches Wetter hier noch nie erlebt. Mehrere Fangboote verlieren ihre Flaggen bezeichneten Wale. Ole Wegger beschließt, weiter südwestlich zu marschieren uns sich in Lee an Eisfeldern einen Platz zu suchen, der geeignet ist zum
Längseits kommen des Transportschiffes. Aus Telefoniebruchstücken Thorshammer mit seinen Fangbooten ist zu entnehmen, daß auch dort – also weiter im Westen- schlechtes Wetter ist und daß Solglimt noch nicht längsseits gekommen konnte. Gelegentlich sind weiterer norwegischer Telefonieverkehr und Verkehr in englischer Sprache sehr schwach zu hören. Ich vermute westlich im Wedell-Gebiet die englischen Fangschiffe Southern Empreß und Swend Foyn sowie außer Thorhammer mindestens noch einen weiteren.
9. Januar 41:keine besonderen Ereignisse.
10. Januar 41: 12:00 Uhr: 57° 00' Süd, 04° 07'West, WNW 3-4, Seegang 3, bedeckt, gute bis mäßige Sicht. Das Wetter hat sich beruhigt, auch die Sicht ist besser. Mittags Gespräch zwischen Thorshammer und Ole Wegger. Thorshammer hat danach endlich Solglimt längsseits und hofft, morgen fertig zu werden. Ole Wegger überlegt mit seinen Booten, wie und an welchem Ort er am besten Solglimt erwarten soll, im Eis oder weiter nördlich außerhalb des Eises.
11. Januar 41: 12:00 Uhr: 56° 44' Süd, 03° 13' West, WzS 5, Seegang 5, wechselnd bewölkt, mäßige bis gute Sicht, Eisberge. Aus den Gesprächen: Solglimt kann am 12. Januar bei Ole Wegger sein. Muß abner seine Tanks noch auspumpen und reinigen, so daß vor montag morgen (13. Januar) nicht mit der Ölübernahme zu rechnen sein wird. Ole Wegger drängt sehr und hofft, daß Solglimt am Sonntag bei ihm ist.



Urs Heßling

moin,
 :MG:  top

Zitat von: AND1 am 31 Oktober 2026, 17:08:5118. Dezember, FT . Der SKL.: engl.-norwegisch Walanggebiet in disem Jahr im Umkreis von etwa 200 sm von Süd-Georgien. Beteiligt Harpon, Thorshammer, Pelagos, Veftfold, Die Wegger, weitere 2 bis 3 wahrscheinlich. Alle im englischen Auftrag^.
Das waren Thorshammer, Pelagos, Vestfold und Ole Wegger.  Ein Schiff Harpon habe ich bisher nicht identifizieren können.

Zitat von: AND1 am 31 Oktober 2026, 17:08:51Am 23. Dezember ... An diesem Tage geht die Nachricht ein von der Verleihung des Ritterkreuzes zum Eisernen Kreuz an die Kommandanten der Hilfskreuzer 0 und 33 durch den Führer.
Otto Kähler (Schiff 10 THOR) und Ernst-Felix Krüder (Schiff 33 PINGUIN)

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

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