Treibstoffversorgung der Kriegsmarine 1935 bis 1945

Begonnen von Grubert, 07 Juli 2005, 08:14:17

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Spee

@Thomas,

hier mal die Mineralöl-Einfuhrzahlen nach Schwendemann:

1940

Rumänien: 941.227t
Sowjetunion: 606.635t
Sonstige: 317.996t

1941

Rumänien: 2.097.747t
Sowjetunion: 267.595t
Sonstige: 285.581t

1942

Rumänien: 1.387.838t
Sowjetunion: -
Sonstige: 354.656t
Servus

Thomas

Suicide Is Not a War-Winning Strategy

Thomas

#106
Hallo Thomas,

ein weiteres Indiz der Mangelwirtschaft schon vor dem Krieg:
Die "Überwachungsstelle für Mineralöl" erließ am 5.12.1938 eine entsprechende Verordnung, um den Einsatz von Heizöl einzuschränken. Die verfügbaren Mengen sollten dem privaten Verbrauch weitgehend entzogen werden, um Heizöl der Marine zukommen zu lassen.

16.3.1939: Verordnung über Meldepflicht und Vorratshaltung im Mineralölhandel.
Anregung zur Zusammenfassung aller Unternehmen in einem Verkaufssyndikat.

Sicherung beim Mob.-fall mtl. aus verfügbaren Mengen und Eigenproduktion:
Kfz-Benzin 55%
Motorenöl 31%
Flugbenzin 22%
Diesel 20%
Heizöl 19%

Quelle wie oben.
Grüße
Thomas


EDIT: Kriegspläne und Aufrüstungspläne hinken hier deutlich hinter den Möglichkeiten her.

Woelfchen

#107
Mir kommt es irgendwie so vor das die deutschen ab 33 schon viel Mist gebaut hatten, nicht erst ab dem WkII
Waren doch 39 schon halb pleite, wegen zuviel Rüstung und zuwenig anderem Zeug, oder?
Dann hat man wohl irgendwann auch das Tafelsielber verkaufen müssen.

Und das mit der Lebensraumerweiterung im Osten, Judenverfolgung und was es so alles gab..........      :-(
Nö, da mache ich jetzt nicht weiter.

Zur Technik, Geheimhaltung:
Die Russen bekamen billig Technologie, ihre Ware aber so gut wie nicht, deutschland Rohstoffe.
He 100: Sagte ich doch, technik.
P III:
Sind wohl russische Tests gewesen.
Der T 34 war noch ein Testfahrzeug und nicht ausgereift, der P III schon.
Auserdem war es wohl eine der früheren Versionen die noch leichter waren (Fahrleistungen).
Und was war beim T 34 der schock für die deutschen?
Feuerkraft und Panzerung, die wichtigsten Wertungen gingen an die Russen und bei den anderen kann man nachschauen wie man es machen muss.  :wink:

Was hätten sie von 100 Do215 gehabt?
Etliche gute Flugzeuge zum Bomben. Aber nicht so arg viel neue Technik.

Johannes


Spee

@Woelfchen,

Was hätten sie von 100 Do215 gehabt?

Nichts, außer einem Haufen Ärger. Ersatzteile, Ersatzmotoren usw. müssen ständig neu gekauft werden. Deshalb hat die sowjetische Seite keine Technik in größeren Mengen gekauft. Hatte sie auch nicht nötig -> Pe-2.
Servus

Thomas

Suicide Is Not a War-Winning Strategy

Thomas

Zitat von: Woelfchen am 13 Januar 2007, 16:51:48
Waren doch 39 schon halb pleite, wegen zuviel Rüstung und zuwenig anderem Zeug, oder?
Dann hat man wohl irgendwann auch das Tafelsielber verkaufen müssen.

Hallo,

die Zahlen geben doch eigentlich her, dass man schon mit der bestehenden Flotte Versorgungsprobleme hatte, im Mob.fall,
ganz abgesehen von den Schiffen, die haushaltstechnisch in die Finanzplanungen bis 1944 in Form des Z-Planes eingebaut worden sind.

Grüße
Thomas

Zerstörerfahrer

Mal kurz 'ne Frage.

Kann man im Zusammenhang der Lieferungen zw. Deutschland und Russland dieses Buch empfehlen ?

Die deutsch-sowjetischen Handelsbeziehungen 1939-1941 - Ihre Bedeutung für die jeweilige Kriegswirtschaft von  Karl Heinz Blumenhagen.

Zerstörerfahrer

Hat keiner das oben genannt Buch ? Wäre wirklich an Meinungen interessiert, man will ja kein Müll kaufen. :-D

Thomas

Hallo Rene,

ich habe es nicht, wäre aber auch an einer Beurteilung interessiert  :-D
Grüße
Thomas

Spee

Servus

Thomas

Suicide Is Not a War-Winning Strategy

Zerstörerfahrer

Es war auf jedenfall jüngeren Datum's, als das von Spee zitierte. Nach dem ich keine Antwort auf meine Frage bekam, hab ich's einfach bestellt. Wenns da ist.schreib ich mal ein paar Zeilen.

Hab grad nochmal gegoogelt, ist von 1998.

Hier mal der Amazon-Link : http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3860645714/ref=nosim/bookfindercom

Zerstörerfahrer


Spee

Servus,

bischen offtopic, aber um das Panopticum der Absurditäten zu erweitern ganz angebracht.
Großbritannien orderte im Januar 1940 300 Jagdflugzeuge von Typ Re.2000 "Falco" bei Reggiane, mit einer Option auf 1000 weitere. Dieser Auftrag wurde von deutscher Seite sogar nach Rückfrage aus Italien genehmigt, erst im April 1940 wurde die Zustimmung entzogen.

:ND//)
Servus

Thomas

Suicide Is Not a War-Winning Strategy

t-geronimo

Tja, GB und die "crazy deals".

Der britische Versuch, im März 1941 (!!) die italienische Schlachtflotte zu kaufen, ist ja auch erst recht spät gescheitert... :-D
Gruß, Thorsten

"There is every possibility that things are going to change completely."
(Captain Tennant, HMS Repulse, 09.12.1941)

Forum MarineArchiv / Historisches MarineArchiv

Huszar

Dtl war schön blöd, den Reggiane-Deal nicht zu genehmigen. Die Engläder hätten schön Kummer mit den Maschinen gehabt  :MLL:

mfg

alex
Reginam occidere nolite timere bonum est si omnes consentiunt ego non contradico
1213, Brief von Erzbischof Johan von Meran an Palatin Bánk von Bor-Kalán

Thomas

Hallo,

neues zur geplanten Ölversorgung der aufgerüsteten Kriegsmarine:

Durch Mitteilung vom 25.5.37 wies das Auswärtige Amt die Botschaft in Mexiko (und wohl weitere südamerikanische Ölstaaten) an, den künftigen Ausbau deutscher Handelsbeziehungen von der Erteilung möglichst küstennaher Ölkonzessionen abhängig zu machen.

Die inländische Ölversorgung sei inzwischen "auf anderem Wege" im Prinzip gesichert, nur für die Kriegsmarine (also wohl die künftige KM) ergäben sich Deckungslücken. Die KM schätze die politischen Risiken bei solchen Konzessionen als vertretbar ein. Ich vermute mal, an einen Gegner USA wurde dabei noch nicht gedacht, und die künftig größere KM hätte im Krisenfall gegen GB die Zufuhr zu sichern.

Als Bedarf wurde dabei auf Heizöl und andere Mineralölprodukte für den KM-Verbrauch hingewiesen.
Quelle: ADAP, Reihe C, Band VI/2, Nr. 386.

Grüße
Thomas

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