Aufnahmekapazität nordafrikanischer Häfen im 2WK

Begonnen von Huszar, 29 Januar 2006, 10:26:15

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kgvm

Wer hat eine Idee, wie es zu der Erwähnung der amerikanischen Tanker in der Auflistung der italienischen Tanker vom November 1942, Antwort # 66, kommen konnte?
"Frederick S. Fales" wurde bereits am 25.06.39 abgeliefert und am 22.09.1940 durch "U 100" versenkt http://www.archeologiaindustriale.it/sez_produzione_it.php?&content_type=nave&goto_id=812
"James J. Maguire" wurde ebenfalls weit vor Kriegsbeginn (am 05.05.39) abgeliefert und nioch im selbern Jahr an die Oriental Tankers Co., London, übertragen, beid er sie den ganzen Krieg über im Einsatz war.
http://www.archeologiaindustriale.it/sez_produzione_it.php?&content_type=nave&goto_id=810
Um gleichnamige Ersatzbauten kann es sich ja wohl kaum handeln?!

Peter K.

#76
Nachdem mich per PN eine entsprechende Anfrage erreicht hat, setze ich nach Tobruk (Antwort 67) die zeitgenössischen Hafenbeschreibungen zunächst mit Tripolis fort:


lt. Mittelmeer-Handbuch, III. Teil: Die Nordküste von Afrika, Ausgabe 1934:


Tripolis

78.000 Einwohner (1932)

Die Stadt ist von Wällen und Befestigungswerken umgeben, durch die 3 Tore führen.
Das euröpäische Viertel nimmt den südöstlichen Teil der Stadt ein.

In der Stadt werden Gewebe aus Seide, Wolle und Baumwolle hergestellt, sowie Gold- und Silberarbeiten durchgeführt, außerdem sind Tabakfabriken, Bierbrauereien, Gerbereien und ein Elektrizitätswerk vorhanden.
Einfuhr: Gewebe, Mehl, Wein, Zucker, Tee, Reis, Metalle, Töpferwaren
Ausfuhr: Ochsen, Eier, Alfagras, Schwämme, Thunfischkonserven, Felle

Eisenbahnverbindung: mit Zuara, Tagiura und Garian
Dampferverbindung: fünfmal wöchentlich mit italienischen Linien mit Italien über Syrakus und Palermo, sowie mit Tunis, Malta, Bengasi und Alexandria; die deutsche Levante-Linie läuft den Hafen monatlich an
Flugzeugverbindung: täglich über Malta, Syrakus und Neapel nach Rom, sowie dreimal wöchentlich über Sirte, Bengasi, Cirene und Derna nach Tobruk
Telegraphenkabel führen nach Malta und Syrakus

Krankenhäuser sind vorhanden, ebenso ein meteorologisches Observatorium

Ein deutscher Vizekonsul befindet sich vor Ort.
Die Funkstelle Tripolis gibt Wetterberichte und Sturmwarnungen.
Kohlen sind in beschränkter Menge zu bekommen.
Gutes Wasser erhält man am Kai, Schiffe vor Anker werden durch ein Wasserboot versorgt.
Lebensmittel sind in jeder Menge zu haben.
Ausbesserungen kleinen Umfangs an Schiffen und Maschinen werden von zwei Werkstätten durchgeführt.
Vier kleine Werften übernehmen Reparaturen an Holzschiffen.
Zwei kleine Schleppdampfer sind vorhanden.
Laden und Löschen erfolgt durch die Hafenarbeiterorganisation von 08.00 bis 18.00 Uhr. Nachts kann ebenso gearbeitet werden, wie Überstunden - auch feiertags - möglich sind.
Hilfsmittel zum Laden und Löschen sind nicht vorhanden, nur ein 15 t und ein 35 t - Schwimmkran sind verfügbar
Der Kai "Calata Umberto Cagni" verfügt über Eisenbahnanschluß und Zollschuppen zum Lagern von Gütern.

Im Sommer findet man auf Reede nördlich der Stadt in der Peilung Signalstelle rechtweisend 155°, 0,5 bis 1 sm, gute Ankerplätze mit 22 bis 30 m Wasser. Nur bei frischen nördlichen Winden muß man diesen Ankerplatz verlassen.

Der künstliche Hafen von Tripolis hat 6,5 bis 9 m Wasser und ist durch zwei Molen gegen alle Winde geschützt.

Die Außenmole - "Molo Principale" - erstreckt sich vom Leuchtturm zuerst etwa 1.500 m nordostwärts und biegt dann 500 m südostwärts um. Die zweite Mole - "Molo Sottoflutto" - läuft von der Südseite des Hafens, von einem Punkt etwa 1 sm östlich vom Kastell, ca. 1.000 m nordnordwestwärts. Zwischen den beiden Molenköpfen liegt die Hafeneinfahrt mit 9 m Wasser.

An der Wurzel der Außenmole liegt der Kai "Calata Umberto Cagni", im Osten durch den Torpedobootskai und im Westen durch den Kai für Segler begrenzt. Hier können gleichzeitig sechs mittelgroße Schiffe mit bis zu 7 m Tiefgang laden oder löschen.
Von der Südwestecke des Kais springt die Postdampferbrücke 80 m südostwärts vor, an der Dampfer bis 7 m Tiefgang anlegen können.

Der südliche Teil der "Molo Sottoflutto" ist zum Kai "Calata Carlo Caneva" ausgebaut, an dem Schiffe mit leicht entzündlicher Ladung anlegen.

In der Nordwestecke des Hafens befindet sich die Brücke des Hafenamtes mit 1,7 bis 2 m Wasser am Kopf für die Boote des Hafen- und Gesundheitsamtes.
Zum Ein- und Ausschiffen von Fahrgästen dient die Brücke beim Kastell mit 2,4 m Wasser am Kopf und die "Pontile IV Novembre" an der Südseite des Hafens mit 1,5 m Wasser am Kopf.

Etwa 3,75 Kabellängen von der Wurzel der Außenmole springt eine 200 m lange Quermole vor. Die Verbindungslinie von deren Kopf zur Nordwestecke des Kais "Calata Carlo Caneva" teilt das Hafengebiet in den Vorhafen in Richtung Hafeneinfahrt und den eigentlichen Hafen in südwestliche Richtung.

In der Mitte des Hafens und am Kai "Calata Umberto Cagni" ist 6,5 bis 9 m Wasser. Die Wassertiefe nimmt Richtung Süden und Südwesten ab. Die 6 m - Linie liegt an der Südseite des Hafens etwa 300 m vom Land. Ein 75 m breites Gebiet mit nur 5,4 bis 6 m Tiefe erstreckt sich von einem Punkt 700 m nordöstlich von der Wurzel der "Molo Sottoflutto" in nordwestlicher Richtung. Eine 5 m - Stelle liegt 500 m nordöstlich von der Brücke beim Kastell und eine 0,7 m - Stelle 400 m östlich vom "Pontile IV Novembre".

Neun Festmachetonnen der italienischen Kriegsmarine, die aber auch von Handelsschiffen benutzt werden können, liegen zwischen der Quermole und der "Molo Sottoflutto". Drei weitere Tonnen liegen zwischen der Quermole und dem Torpedobootskai, sind aber der italienischen Kriegsmarine vorbehalten. Nochmals drei Tonnen liegen vor dem "Calata Umberto Cagni" und der Postdampferbrücke und gehören dem Amt für Öffentliche Arbeiten.

Das Gebiet zwischen der Außenmole und der Verbindungslinie vom Kopf der Quermole zum Kopf der Außenmole dient als Liegeplatz für in Reparatur befindliche Schiffe und Leichter. Zwischen Quermole und Torpedobootskai liegen ausschließlich Einheiten der italienischen Kriegsmarine. Zwischen den Brücken des Hafenamtes und des Kastells liegen kleinere Fahrzeuge, Leichter und Fischereiboote. Der übrige Teil des Hafens dient als Ankerplatz.

Zur Zeit wird der innere und mittlere Teil der "Molo Sottoflutto" kaiartig zum Laden und Löschen von Heizöl ausgebaut. Daher ist ein Gebiet westlich der "Molo Sottoflutto" nicht befahrbar und durch drei Pfeiler entsprechend markiert.
Zwischen der Wurzel der Postdampferbrücke und dem Hafenamt werden Kaimauern errichtet und man darf sich der Baustelle nicht auf weniger als 50 m nähern.
Im inneren Hafen wird südöstlich der Verbindungslinie zwischen der Brücke beim Kastell und dem Kopf der "Molo Sottoflutto" gebaggert. Dieses Gebiet darf daher ebenfalls zur Zeit nicht befahren werden.


Nachtrag 1944:

86.000 Einwohner (1934)

Es befindet sich kein deutscher Vizekonsul mehr in Tripolis.

Kohlen sind jetzt in großer Menge vorhanden, außerdem ist Heizöl vörrätig.
Es sind nun drei kleine Schleppdampfer vor Ort.
An Schwimmkränen sind jetzt je einer von 25 t und 40 t Tragkraft vorhanden.

Ausbesserungen an Motoren und Schiffsmaschinen können ausgeführt werden, außerdem sind Taucher verfügbar.

Ankerplatz auf Reede findet man in dem Gebiet, das durch die Verbindungslinie folgender Punkte begrenzt wird:
Molo Sottoflutto - Hafeneinfahrt - Molo Principale - Secche di Ras el Zur-Leuchtbake - Secche di Caliuscia-Leuchtbake - Wurzel der Molo Sottoflutto

Ende 1937 konnten Schiffe mit 7,9 m Tiefgang einlaufen und im gebaggerten Gebiet ankern.

Am Kai "Calata Carlo Caneva" steht ein großer, rot-grau waagrecht gestreifter Kran.

Dicht östlich vom Kastell befindet sich die Brücke "Pontile dell´Imperatore", die ebenfalls zum Ein- und Ausschiffen von Fahrgästen dient.

Anstelle der oben angeführten 15 Festmachertonnen ist jetzt nur noch eine einzige, 2,3 Kabellänge südwestlich vom Kopf der Außenmole vorhanden. Weitere Tonnen werden bei Baggerarbeiten zeitweise ausgelegt.

Der kaiartige Ausbau des inneren und mittleren Teils der "Molo Sottoflutto" ist abgeschlossen, ebenso sind die Kaimauern zwischen der Postdampferbrücke und dem Hafenamt errichtet - hier können jetzt Segler und kleine Dampfer festmachen.

Ein neuer Kai von 300 m Länge und 250 m Breite für Fahrgastdampfer ist geplant und soll sich an die Quermole anschließen.
Grüße aus Österreich
Peter K.

www.forum-marinearchiv.de

Peter K.

lt. Mittelmeer-Handbuch, III. Teil: Die Nordküste von Afrika, Ausgabe 1934:


Bengasi (Benghazi)

31.300 Einwohner

Die Stadt liegt auf einem Vorgebirge und ist an der Landseite von Salzseen umfasst.
Der südliche Teil wird von Europäern bewohnt.

In der Stadt gibt es mehrere Webereien und es werden Binsenmatten, Teppiche und Vorhänge hergestellt, außerdem Gold- und Silberschmuck.
Einfuhr: Lebensmittel, Tabak, Webwaren, Eisenwaren, Arzneien
Ausfuhr: Eier, Wolle, Felle, Teppiche, Matten

Eisenbahnverbindung: mit Barce und Soluch
Dampferverbindung: regelmäßig durch italienische Linien mit den Haupthäfen Italiens und den italiensichen Kolonien
Flugzeugverbindung: Bengasi wird von Flugzeugen der Verbindung Tripolis - Tobruk angeflogen
Telegraphenverbindung: mit Tocra, Barce, Cirene, Derna und Syrakus

2 Krankenhäuser sind vorhanden, ebenso ein meteorologisches Observatorium

Die Küstenfunkstelle Bengasi gibt Wetterberichte und Sturmwarnungen.
An Kohlen sind etwa 1.000 t bei mehreren Firmen vorrätig.
Gutes Wasser erhält man an den Kais "Giuliana" und "Molo Italia" aus Hydranten, Schiffe auf Reede werden durch ein Wasserboot versorgt.
Lebensmittel sind in jeder Menge zu haben.
Ausbesserungen kleinen Umfangs werden von zwei Werkstätten durchgeführt.
Zwei kleine Aufschlepphellinge sind vorhanden.
Mehrere Schleppdampfer sind vorhanden, von denen drei mit Pumpen (Stundenleistung 45 t) ausgestattet sind.
Laden und Löschen erfolgt durch eine genügende Anzahl an Leichtern mit einer Tragfähigkeit von 50 bis 80 t. Gearbeitet wird von 07.00 bis 12.00 Uhr und von 13.30 bis 17.00 Uhr. Nachtarbeit ist nicht möglich, Sonn- und Feiertagsarbeit gegen Aufschlag.
An Ladehilfsmitteln ist ein 8 t - Handkran der Eisenbahn am Kai "Giuliana", ein 5 t - Dampfkran am Kai beim Zollamt und je ein Handkran von 1 bzw. 2 t Tragkraft beim Zollamt vorhanden. Außerdem sind zwei Schwimmkräne verfügbar.
Der Kai "Giuliana" und das Zollamt verfügen über Eisenbahnanschluß. Lagerschuppen sind vorhanden,

Die Reede umfasst ein Gebiet nordwestlich von der Verbindungslinie des Kopfes der "Molo Italia" mit dem Denkmal auf Punta della Giuliana innerhalb eines Kreisbogens, der mit einem Radius von 4.000 m um den Kopf der "Molo Italia" geschlagen wird. Günstig ankert man auf 9 bis 10 m Wasser nördlich der Richtfeuerlinie, die mit rechtweisend 105° in den Hafen führt. Bei auflandigem Wind und Seegang sollte man die Reede verlassen.

Der Hafen von Bengasi ist flach und darf nur von Schiffen mit maximal 80 m Länge und 4,3 m Tiefgang angelaufen werden. Der Grund besteht aus Sand, Schlick und Gras mit felsigen Stellen dazwischen. Gegen Winde aus Westen über Norden bis Nordnordosten ist der Hafen ungeschützt und bei stürmischen Winden aus dieser Richtung ist oft ein Verkehr zwischen Reede und Hafen bzw. das Entladen der Leichter im Hafen nicht möglich.

Der Hafen liegt an der Südwestseite der Stadt und wird im Südwesten von der Halbinsel Giuliana begrenzt, die in Punta della Giuliana endet. Im Norden wird er durch die "Molo Italia" abgeschlossen, die vom alten Kastell an der Ostseite des Hafens zuerst 150 m westwärts und dann 200 m südsüdwestwärts verläuft. Das Südende des Hafens steht durch eine enge Durchfahrt, über die eine Brücke führt, mit einem Salzsee in Verbindung. Hier befindet sich auch eine Drahtseilbahn zur Salzverschiffung, die die genannte Brücke überspannt, auf drei Brückenpfeilern ruht und an einem Anlegepfahl mit 3,7 m Wasser 3,5 Kabellängen östlich vom Kriegerdenkmal auf Punta della Giulliana endet.

Von Punta della Giuliana ersteckt sich eine Untiefe namens Scogliera della Giuliana 3 Kabellängen nordwestwärts, verlängert durch mehrere Riffe, von denen die Secca Diamanta etwa 1,5 Seemeilen von Punta della Giuliana die gefährlichste ist. 300 m ostnordöstlich der Secca Diamanta und etwa 50 m südlich der Richtfeuerlinie lieg ein Riff mit 1,7 bis 2,7 m Wasser. In der Mitte des Hafens südlich der Richtfeuerlinie liegt ein weiteres Riff, das in nordsüdlicher Richtung etwa 150 m lang ist.

An der Ostseite des Hafens liegt der 500 m lange Kai "Giuliana", an dem Schiffe mit einem Tiefgang bis zu 3,8 m anlegen können. Das Fahrwasser dorthin wird durch Baggerungen auf 4 m Tiefe gehalten.
Vor dem nördlichen Teil des Kais wird durch eine gekrümmte Mole ein etwa 250 m langer und 150 m breiter Hafen gebildet, der 3,3 bis 4 m Wasser hat.
Schiffe, die wegen ihres Tiefgangs nicht am Kai "Giuliana" anlegen können, können mit dem Bug an der Ost- und Südostseite der "Molo Italia" festmachen, wobei ihr Tiefgang vorn 3,8 m und achtern 4,5 m nicht überschreiten darf.
Ein Teil der "Molo Italia" ist Einheiten der italienischen Kriegsmarine vorbehalten.
Ein kleiner Kai mit Landungsstufen für Passagiere liegt an der Nordostseite des Hafens in der Nähe des Zollamtes.
An der Wurzel der "Molo Italia" liegt beim Gesundheitsamt eine kleine Brücke mit 3 m Wasser am Kopf.
Zwei weitere kleine Brücken befinden sich an der Südwestseite des Hafens.

Zwei Festmachertonnen sind ausgelegt.

Gegenwärtig entsteht nördlich des bisherigen Hafens ein neuer Hafen, der durch zwei neue Molen begrenzt sein wird.
Die erste geht von einem Punkt etwa 200 m nordöstlich der Wurzel der "Molo Italia" aus, läuft dann 600 m nordwestwärts, beschreibt einen Bogen und läuft 1.000 m westsüdwestwärts weiter. Sie begrenzt den neuen Hafen im Norden und Osten. Ein Teil dieser Mole ist bereits fertiggestellt.
Die zweite beginnt am Knick der "Molo Italia", läuft dann 350 m westnordwestwärts und schließlich 150 m nordwestwärts. Sie begrenzt den neuen Hafen im Süden.
Die neue Hafeneinfahrt zwischen den beiden neuen Molenköpfen soll 150 m breit werden. Ein Kai soll an der Ostseite des neuen Hafens entstehen.

Eine weitere Festmachertonne liegt bereits im neuen Hafen aus.


Nachtrag 1944:

In Bengasi ist jetzt auch eine Rettungsstelle mit Boot und Leinenwurfgerät eingerichtet.

Der alte Hafen wird nun im Südwesten von der Halbinsel Giuliana, die in Punta della Giuliana endet, und einer 1.117 m langen Mole, der "Molo della Giuliana", begrenzt, die von einem Punkt 210 m rechtweisend 53° vom Kriegerdenkmal nordwestwärts läuft.
Im Norden wird der Hafen durch einen 1.585 m langen Wellenbrecher begrenzt, der von der Nordwestecke der Stadt zuerst 600 m nordwestwärts läuft und dann südwestwärts umbiegt. Der alte Hafen wird durch die "Molo Italia" begrenzt.

Das 150 m lange Riff in der Mitte des Hafens hat 6,6 m Wasser und liegt 570 m rechtweisend 344° vom Leuchtturm am Kopf der "Molo Italia".

Bei der Festmachertonne im neuen Hafen ist der Grund unregelmäßig und felsig.

Der neue Hafen wird im Nordosten und Nordwesten vom Wellenbrecher und im Süden durch die 8 m breite "Molo di Sottoflutto" begrenzt. Letztere beginnt in der Nähe des Knies der "Molo Italia" und läuft 500 m westnordwestwärts.

Baggerarbeiten sind im Vorhafen und im neuen Hafen im Gange. Letzterer soll auf 8 m Wasser gebracht werden.
Grüße aus Österreich
Peter K.

www.forum-marinearchiv.de

Kuestenjaeger

Sehr schöne Posts,Peter,besten Dank dafür! Dafür ein "Heia safari" für Dich" :MZ: top

Peter K.

lt. Mittelmeer-Handbuch, III. Teil: Die Nordküste von Afrika, Ausgabe 1934:


Port Said

91.000 Einwohner (1917)

Die saubere und gepflegte Stadt liegt an der Westseite des Hafens, der als Zufahrtshafen zum Suez-Kanal dient.
Der östliche Teil wird von Europäern bewohnt.
An der Ostseite des Hafen liegt Port Fuad, wo sich die Wohnungen der Angestellten der Kanalgesellschaft befinden.

Einfuhr: Mehl, Kohlen, Seife, Pferde, Esel, Kamele, Seide, Wolle, Baumwolle, Flachs, ...
Ausfuhr: Zigaretten, Häute, Salz, Fische

Eisenbahnverbindung: über Ismailia mit dem ägyptischen Hauptnetz
Dampferverbindung: besteht mit allen Teilen der Welt
Telegraphenverbindung: nach Alexandria und in alle Teile der Welt

2 Krankenhäuser sind vorhanden

Der deutscher Konsul befindet sich im Gebäude des deutschen Kohlendepots im Hafen.
Kohlen sind stets in großer Menge verfügbar und werden in Körben mit einer Stundenleistung von 150 t übernommen.
An Heizöl sind 12.000 t vorrätig, das aus Rohrleitungen oder aus 2 Leichtern mit einer Ladekapazität von 500 t und einer stündlichen Übernahmeleistung von 150 t gebunkert wird.
Gutes Wasser erhält man von Wasserdampfern, die mit Dampfpumpen ausgerüstet sind.
Lebensmittel und Ausrüstungsgegenstände jeder Art sind verfügbar.

Die ausgedehnten Werkstätten der Suez Canal Company können größere Ausbesserungsarbeiten an Schiffen und Maschinen durchführen.
Die Port Said Engineering Works führen große Reparaturen an Kesseln und Maschinen aus.
Die Kanalgesellschaft besitzt ein Schimmdock mit 3.000 t Hebekraft (Länge 90 m , Breite 18 m , Tiefe 5,5 m über Stapelklötzen), 7 Aufschlepphellinge, 4 Schwimmkräne von 8, 12, 40 und 60 t Hebekraft, sowie einen 10 t - Kran und drei 2 t - Kräne bei den Werkstätten.

Schleppdampfer sind in genügender Anzahl vorhanden.

Im Einfahrtskanal in den Hafen ist 10,7 m Wasser, sodaß Schiffe bis 10,1 m Tiefgang gefahrlos einlaufen können. Schiffen mit großem Tiefgang wird nicht empfohlen, bei Weststurm - insbesondere nachts - in den Einfahrtskanal einzulaufen.
Der Suez-Kanal hat dann 11,3 m Wasser und kann von Schiffen bis 10 m Tiefgang benutzt werden.

Will man auf Reede ankern, tut man das am besten westlich und nördlich der äußersten Leuchttonnen frei vom Ein- und Auslaufkurs. Sobald die Wracks östlich dieser Tonnen geräumt sind, sollten man bevorzugt dort ankern. Der Ankergrund aus Schlick hält gut.

Der Hafen von Port Said wird durch einen langen westlichen und einen kürzeren östlichen Wellenbrecher geschützt.
Ersterer erstreckt sich von der Westseite der Hafeneinfahrt 2,5 sm nordostwärts - er wird zur Zeit um etwa 1 sm verlängert, wovon ein großer Teil bereits fertiggestellt ist. Zweiterer läuft von einem Punkt etwa 9 Kabellängen südöstlich von der Wurzel des westlichen Wellenbrechers 1,4 sm nordnordostwärts.
Etwa 0,5 sm südlich vom Kopf des östlichen Wellenbrechers erstreckt sich eine 442 m lange Mole nordwestwärts und schließt damit den Hafen nach Norden ab.
Im Süden wird der Außenhafen durch die 830 m lange, nordwestwärts laufende Central-Mole begrenzt. Vom Kopf dieser Mole läuft ein 2 Kabellängen langer Arm nordnordostwärts bis auf 3,7 m Wasser und schützt so den AUßenhafen gegen östliche Winde.
Südlich des Außenhafens liegen dann an beiden Seiten des Hafens mehrere Becken.

Zahlreiche Festmachertonnen sind vorhanden.

Der Einfahrtskanal hat zwischen den äußersten Leuchttonnen und dem Leuchtturm eine Länge von 4 sm und läuft in Richtung rechtweisend 217°. Die Breite beträgt 165 bis 460 m. Die Tiefe wird auf 10,7 m gehalten.

Der Außenhafen liegt an der Westseite des östlichen Wellenbrechers nördlich von der Central-Mole. Er hat die größte Wassertiefe im ganzen Hafen und verfügt über mehrere Liegeplätze.

Der Ismail- oder Innenhafen liegt an der Westseite, ist etwa 0,5 sm lang und durchschnittlich 275 m breit. Die Wassertiefe beträgt hier mindestens 11,6 m.
An seiner Westseite liegt der Handelshafen mit 4,6 m Wasser, der Arsenal-Hafen mit 9,4 m  Wasser - beide werden hauptsächlich von den Fahrzeugen der Kanalgesellschaft benutzt - und der Cherif-Hafen mit 11,9 m Wasser. Letzterer hat Eisenbahnanschluß.

In der Ostseite des Hafens liegt das Hafenbecken der Kanalverwaltung mit mindestens 5,2 m Wasser südlich der Central-Mole bis zur Wurzel des östlichen Wellenbrechers. Hier befindet sich auch das Schwimmdock und die Werkstätten der Kanalgesellschaft.
Südöstlich davon liegen an der Ostseite des Hafen vier Inseln, wo sich Kohlenschuppen und Werkstätten befinden.
Zwischen diesen Inseln und der Ostseite des Hafens liegt der Hafen für Kohlenleichter.

Der Abbas Hilma - oder Africa-Hafen liegt südwestlich vom Ismail-Hafen an der Westseite der Kanaleinfahrt, hat mindestens 11,3 m Wasser und dient als Liegeplatz für Kohlendampfer und Schiffe, die längere Zeit in Port Said bleiben.

Der Hussein-Kohlenhafen liegt südlich davon und ist 650 m lang. Hier verbreitert sich der Hafenkanal auch bedeutend.

Ebenfalls südlich des Africa-Hafens liegen an der Westseite des Hafens vier Liegeplätze für Öltanker. Diese sind durch Rohrleitungen mit dem Land verbunden.
An der Ostseite des Hafens, gleich südlich des Hussein-Hafens, befinden sich ebenfalls LIegeplätze für Tankdampfer.

Noch weiter südlich liegt der 350 m lange und 120 m breite Petroleum-Hafen, der durch ein Drehtor geschlossen werden kann.


Nachtrag 1944:

Die Einwohnerzahl für 1936 beträgt 108.600.
Jetzt ist zusätzlich auch eine deutsche Privatklinik vor Ort.

Die Länge des Einfahrtskanals wird nun mit 4,5 sm angegeben. Er kann jetzt von Schiffen bis 10,4 m Tiefgang benutzt werden.

Der Ismail-Hafen hat jetzt nur noch 11 m geringste Wassertiefe.

Der Handelshafen hat jetzt 4,9 m Wasser, der Arsenal-hafen nur noch 7,6 m, der Cherif-Hafen 11,3 m und der Africa-Hafen 8,8 m.
Grüße aus Österreich
Peter K.

www.forum-marinearchiv.de

mhorgran

Hallo
http://forum-marinearchiv.de/smf/index.php/topic,1167.msg61373.html#msg61373

ZitatDazu hab ich einiges an Schiffs-KTB´s / Stauplänen / Belegungsplänen gefunden. Da das alleine für 1942 ca. 4 Ordner ausmacht hab ich mir nur wenig kopiert / kopieren lassen.
Ein Beispiel
das it. Schiff "Unione" wurde am 05.08.42 - 08:00 Uhr bis 15.08.42 -  22:00 Uhr mit folgendem beladen:
für
...
... / Flak 46 -- 15 Zgkw, 12 8,8 mit SdAnh.202; 3 Flakmesskw, 3 KdoGeräte,3 KdoHilfsgeräte, 2 F.M.Geräte, 9 x 2cmGesch. mit SdAnh.51; 1 SdAnh.202.

1./Flak 46 -- 4 Scheinwerfer 60cm; 1 Kfz305/18 (100Wattstelle); 4 Kfz4; 2 Kfz12; 11 Kfz1; 1 Kfz31; 1 Sanka-Anh. (1Achs); 1Kfz81; 1 Kfz83; 19 LKW (Henschel); 4 LKW (Buessing); 1 LKW (ford); 1 Werkstattwagen (Opel); 3 gr. Feldküchen.
...

Die I.Flak/46 war anscheinend mit der 8,8-cm-Flak-41 ausgerüstet. Darauf deuteten die Sonderanhänger 202 hin, denn die Flak-41 wurde mit diesen fahrbar gemacht.
Die 8,8-cm-Flak-18/36/37 hatte dagegen den Sonderanhänger 201.
Die Nullserie der Flak-41 von 44 Stück wurden, trotz Widerspruch der Luftwaffe, auf Befehl Hitlers (und Anforderung Rommels) nach Afrika verschifft. Dabei sind etwa die Hälfte angekommen, die andere Hälfte versenkt worden. Da es aber ein neu entwickeltes Geschütz war, gab es Kinderkrankheiten. Es war ziemlicher Unfug diese neuen Geschütze auf einen derart abgelegenen Kriegsschauplatz zu verwenden.

Quelle: Müller "Die Geschütze, Ortungs- und Feuerleitgeräte der schweren Flak"[/size]

Kuestenjaeger

mhorgan,ist das jetzt Dein Text oder aus dem Buch zitiert,da Du es als Quelle angegeben hast?

Ich finde nämlich nicht,das es Unfug war,denn die 8,8 hatte Ihren Höhepunkt in Nordafrika,obwohl sie ja den kompletten Krieg vor oder nach Afrika in verschiedenen Versionen eingesetzt wurde.
Wenn nicht in Afrika,wo dann,kann man soetwas unter härtesten Bedingungen testen,alleine die andauernde Hitze,Sand und Gestein haben die Ingenieure bestimmt schlauer gemacht.
Irgendwas haben sich die Leute schon dabei gedacht,genau diese neuen Geschütze dorthin zu verschiffen.
Das sich Hitler das alleine ausgedacht hat,kann ich mir kaum vorstellen.
Nicht mal er hat jeden Panzer einzeln an die Front beordert.

Ich glaube,diese Diskussion könnten wir fast besser bei uns im Forum fortführen,oder,mhorgan?

mhorgran

@Kuestenjaeger
mein Text, basierend auf der Quelle
Warum sollte die 8,8 ihren Höhepunkt in Nordafrika gehabt haben, das versteh ich nicht.
Auch im Frankreichfeldzug wie in Rußland wurde die 8,8 gegen Boden- wie auch Luftziele erfolgreich eingesetzt. Wenn man die Menge der eingesetzten Geschütze vergleicht war die Anzahl der 8,8 in Nordafrika fast verschwindend gering.

Ich halte den Einsatz "der Neuentwicklung" 8,8 Flak 41, in Afrika (wie auch in Rußland) für unsinnig, denn das Geschütz war noch nicht komplett ausgereift. Es war die Nullserie, da war dieses einfach normal. Ähnliche Vorgehensweise wurde beim Tiger und Panther auch praktiziert, mit ähnlich Ergebnissen.

ZitatIrgendwas haben sich die Leute schon dabei gedacht,genau diese neuen Geschütze dorthin zu verschiffen.
Das sich Hitler das alleine ausgedacht hat,kann ich mir kaum vorstellen.
Wie schon schrieb, Rommel hatte sie angefordert, als äußerst wirksames Pak-Geschütz. Hitler hat sich von technischen IMMER zuviel versprochen. Er konnte die taktische Wirkung von neuen Waffen nicht richtig einschätzen. Gute Beispiel hierfür sind wiederum zb Tiger, Panther, Me262.

ZitatIch glaube,diese Diskussion könnten wir fast besser bei uns im Forum fortführen,oder,mhorgan?
wahrscheinlich schon.

mhorgran


Peter K.

... als Antwort auf eine entsprechende PN-Anfrage:

Quelle:
Handbuch für das Rote Meer und den Golf von Aden, Ausgabe 1937 (Stand 14.08.1937)

Port Sudan

ca. 29.000 Einwohner, darunter 700 Europäer (1935)

Die Stadt besteht aus einer Ost-, West- und Südstadt, ist aus Korallen erbaut und Sitz des Gouverneurs der Distrikte Port Sudan und Sauakin.
Als Endstation der Port Sudan - Atbara - Eisenbahn ist der Hafen ein wichtiger Umschlagplatz und wurde 1935 von 1.181 Schiffen mit einem Gesamttonnengehalt von 3 Millionen angelaufen.

Einfuhr: Mehl, Zucker, Reis, Tee, Baumwollwaren, Maschinen, Zement, Bauholz, Öl, Tabak, Lebensmittel und Getränke
Ausfuhr: Baumwolle, Gummi, Nüsse, Sennesblätter, Elfenbein, Häute, Betreide und Vieh

Eisenbahnverbindung: über Chartum und Flußdampfern mit den ägyptischen Eisenbahnen nach Cairo, Port Said, Alexandria, ...
Dampferverbindung: besteht mit den Häfen des Roten Meeres und allen Teilen der Welt
Telegraphenverbindung: in alle Teile der Welt
Unterwasserkabelverbindung: nach Perim, Aden und Suez
Luftpostverbindung: mit Chartum, Cairo und London

Ein Krankenhaus mit 120 Betten ist vorhanden.

Deutsche Ruhrkohlen und Heizöl sind verfügbar - erstere können am Kohlenkai oder vor Anker liegend aus Leichtern übernommen werden, zweiteres übernimmt man am East Main - Kai.
Wasser erhält man an den Kaien oder aus Wasserbooten.
Frische Lebensmittel und Eis sind zu haben.

Die neuzeitlich eingerichtete Schiffswerft kann kleinere Ausbesserungen durchführen und besitzt eine Aufschlepphelling, die 97 m lange, 12,25 m breite und 700 t schwere Schiffe aufnehmen kann.

Ein Hochseeschlepper mit ca. 1.000 PS und mehrere Hafenschlepper sind vorhanden, ebenso ein Taucher und eine schwimmende Feuerlösch-und Bergungspumpe.

Die 1,5 Kabellängen breite Einfahrt durch die Küstenriffe hat 33 bis 73 m Wasser.
Bis zum nordöstlich verlaufenden Einfahrtsarm nimmt die Wassertiefe zunächst auf 24 bis 33 m ab, dort - 1,25 sm weiter nördlch - hat es 9 m, dann nur noch 8 m Wasser. 8 Kabellängen nördlich von der Einfahrt in diesen Hauptarm kreuzt eine Eisenbahnbrücke, die einen 35 m breiten Durchlass mit wenigstens 8,8 m Wasser aufweist.
Der in westliche Richtung laufende Nebenarm hat in der Einfahrt 25 m Wasser, 3,5 Kabellängen weiter westlich aber nur noch 6 m!

Ankern kann man südlich vom Hauptarm auf 15 bis 18 m Wasser oder im Westarm auf 12 bis 18 m Wasser - Grund weiche Korallen oder Schlick.
An der Nordseite des Hafens findet man Eisenpfähle zum Festmachen des Achterschiffs und nördlich von der Landungsbrücke des Hafenamtes liegen einige Festmachertonnen für Schleppdampfer.

Die Hafenanlagen bestehen an der Nordostseite aus dem East Main - Kai mit 5 Liegenplätzen mit Kränen, die jeweils 136 m Länge und 8,5 m Wasser aufweisen.
Am Nordostponton befindet sich ein 55 m langer Liegeplatz mit nur 1,5 m Wasser.
An der Südseite liegt der Süd - Kohlen - Kai mit 275 m Länge und 9 m Wasser an den Pontons. Der Kai hat eine Förderanlage und 4 elektrische Laufkräne.
Östlich davon findet man den Öl - Kai mit 55 m Länge. An dessen Pontons können Schiffe bis 140 m Länge auf 10 m Wasser festmachen.
Noch weiter östlich befindet sich der Süd - Salz - Kai mit 165 m Länge und ebenfalls 10 m Wasser.
Alle oben genannten Kais haben Eisenbahnanschluss.

Im Hauptarm liegt der Nordost - Kai mit 256 m Länge und 6 m Wasser an den Pontons und der 87 m lange Nordwest - Kai mit nur 1,2 m Wasser.

Zwei kleine Schwimmkräne sind vorhanden.

Die Hafenarbeiter sind gut - auch an Sonn- und Feiertagen kann gelöscht und geladen werden.
Außerdem darf die eigene Mannschaft zu Ladungsarbeiten herangezogen werden.
Grüße aus Österreich
Peter K.

www.forum-marinearchiv.de

Huszar

Hallo Peter!

Hast du gaaaaaaanz zufallig über al-Quasair, Marsa alam und Hurghada etwas in einem deiner Bücher? Alles kleinere Häfen an der ägyptischen Ostküste.
Bzw: gabs damals Sawakin im Sudan noch?

Vielen Dank!

mfg

alex
Reginam occidere nolite timere bonum est si omnes consentiunt ego non contradico
1213, Brief von Erzbischof Johan von Meran an Palatin Bánk von Bor-Kalán

Peter K.

ZitatHast du gaaaaaaanz zufallig über al-Quasair ... etwas in einem deiner Bücher?

Du meinst hier vermutlich KOSSER oder auch QOSEIR ...

Quelle:
Handbuch für das Rote Meer und den Golf von Aden, Ausgabe 1937 (Stand 14.08.1937)

KOSSER (QOSEIR)

etwa 3.000 EInwohner

Der Handel ist seit der Fertigstellung der Eisenbahnlinie Cairo - Suez und seit Einrichtung einer Dampferlinie von Suez nach Djedda und Port Sudan sehr zurückgegangen.

Ein kleines, aber sehr gutes Krankenhaus der Phosphatgesellschaft ist vorhanden.
Eine Küstenwache ist ebenso vor Ort.
Die Küstenfunkstelle gibt Wetterberichtet und sendet Sturmwarnungen.

Fleisch, Eier und Obst sind zu bekommen.
Fische sind reichlich und sehr günstig zu erhalten.
Kartoffeln müssen aus Luxor beschafft werden und sind sehr teuer.
Wasser, Kohlen, Heizöl und andere Schiffsausrüstung sind nicht erhältlich!

Die kleine Hafenbucht auf 26°06N, 34°17E schützt nur eingeschränkt gegen nördliche Wind. Südöstliche Winde stehen selten, verursachen aber hohen Seegang. Bei Schlechtwetter läuft starke Dünung um die Nordhuk in die Bucht. Die Küste in der Bucht ist mit Riffen umsäumt, die bis zu 2,5 Kabellängen seewärts reichen.
Gezeitenströme setzen mit 1 bis 2 kn in westlicher bzw. westsüdwestlicher Richtung.

Nachts kann die Bucht nicht angelaufen werden, weil keine Möglichkeit zur genauen Orientierung besteht.

Nordwestlich vom Ort liegt ein altes, verfallenes Fort. Etwa 1,25 sm östlich davon findet man auf einer Bank guten Ankergrund (Sand und Korallen) mit 27 bis 31 m Wasser. Zwischen der Bank und dem Küstenriff ist 22 bis 82 m Wasser. Näher unter Land kann man auf 22 m Wasser und weichem Sand ankern. Vor der steinernen Landungsbrücke ankert man auf 3,7 bis 13 m, südlich von der Phosphathütte auf 9 m Wasser.

Die Phosphatschütte auf der steinernen, etwa 180 m langen Verladebrücke ist durch eine Drahtseilbahn mit dem Phosphatlager nördlich des Ortes verbunden und hat Feldbahngleisanschluss und 1 bis 1,5 m Wasser längsseits.
Zum Laden des losen Phosphats dampft man auf nordnordöstlichem Kurs bis 1 Kabellänge an die Ladebrücke heran, wirft auf etwa 27 m Wasser den Steuerbordanker, dampft langsam weiter und ankert mit dem Backbordanker auf 11 m Wasser. Nach vorne bringt man Leinen an Land, nach hinten an Festmachertonnen aus. So ist man gegen nördlichen Wind und Dünung gut geschützt, muss aber bei südlichem Wind sofort die Schütte verlassen.

2 Handkräne stehen zum Löschen der Leichter auf der Brücke.

Eine 36 m lange Landungsbrücke mit nur 0,9 m Wasser am Kopf befindet sich 0,5 Kabellängen westlich der steinernen Ladebrücke und dient ebenfalls zum Löschen der Leichter.

4 Leichter mit einem Fassungsvermögen von je 18 bis 25 t stehen zur Verfügung.

Alle einkommende Ladung wird in Leichter gelöscht, Phosphat in Säcken wird ebenso nur aus Leichtern geladen.
Beste Beladeleistung bei ruhigem Wetter war 500 t in 24 Stunden.

Nachts wird nicht gearbeitet.
Grüße aus Österreich
Peter K.

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Peter K.

ZitatHast du gaaaaaaanz zufallig über ... Marsa alam ... etwas in einem deiner Bücher?

... diesen Ort konnte ich bisher nicht identifizieren!
Könnte vielleicht MERSA HALAIB gemeint sein?
Grüße aus Österreich
Peter K.

www.forum-marinearchiv.de

Peter K.

#88
ZitatHast du gaaaaaaanz zufallig über ... Hurghada etwas in einem deiner Bücher?

Quelle:
Handbuch für das Rote Meer und den Golf von Aden, Ausgabe 1937 (Stand 14.08.1937)

HURGHADA

60 europäische und 500 eingeborene Einwohner (1928)

Die Niederlassung wurde von der Anglo-Egyptian Oilfields Co. aufgrund mehrerer Ölquellen gegründet.

Die Bohrtürme und große Ölbehälter sind gut sichtbar.

Gut ankern kann man auf 16,5 bis 18 m Wasser.
Starke nördliche Winde rufen beträchtlichen Seegang hervor.

Ein- und Auslaufen ist nur tagsüber möglich, weil man sonst die zahlreichen Riffe nicht erkennen kann.

Dampferverbindung: durch Dampfer der Ölgesellschaft mit Suez, von denen man auch Wasser und Frischproviant erhält

Zwei Landungsbrücken befinden sich südwestlich von Franken Point und sind durch eine Schmalspurbahn mit Hurghada verbunden.
Die nördlichere, kleinere Brücke besteht aus Holz mit einem T-förmigen Kopf. Nahebei liegt eine Verholtonne. Hier können kleinere Küstenfahrzeuge längsseits gehen.
Die südlichere, 36 m lange Brücke hat am etwa 10 m breiten Kopf 9 m Wasser. Hier können auch größere Schiffe zur Übernahme von Öl über Schlauchleitungen, die mit den Rohrleitungen der Öltanks verbunden werden, anlegen. Es kann aber immer nur an einer Luke gearbeitet werden. Probleme bereitet hier der fast ständige wehende, frische Nordwind.

Leichter sind nicht vorhanden.

Eine Festmachertonne liegt südlich der beiden Brücken.
Grüße aus Österreich
Peter K.

www.forum-marinearchiv.de

Peter K.

Zitat... gabs damals Sawakin im Sudan noch?

Wenn du hier SAUAKIN auf 19°07N, 37°20E meinst, dann ja - dessen Bedeutung nahm aber mit dem Aufblühen von Port Sudan immer mehr ab und die Hafenanlagen befanden sich teilweise bereits in schlechtem Zustand.
Grüße aus Österreich
Peter K.

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