Tauchgang zur SMS Wiesbaden

Begonnen von p-kreuzer, 05 Juli 2011, 07:27:43

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Derk

Hallo Alle,

vielen Dank für Euer Interesse und vor allem für die Bilder aus Wiesbaden!
Ein Teammitglied von uns war schon zweimal dort zur jährlichen Zurschaustellung, somit haben wir auch Bilder von dem Modell. Im Maritimen Museum in Hamburg findet sich ein weiteres, für meine untrainierten Augen sehr schönes Modell.
Zu der Sidescan-Aufnahme:
Deine Interpretation ist korrekt, das Heck findet sich in oberen Bidlteil, die Bb-Wellenose und der Kiel sind zu sehen. Die Stb-Wellenhose ist durch den Schatten des Kiels hier nicht zu erkennen. Das Schwarze Areal recht im Bild, das fast dreieckig wirkt, ist der Schatten des Wracks, denn das Sonar sieht ja von der Seite (hier von links) auf das Objekt. Der achterliche Teil des Hecks (sic! :-)) ist durch das vermutliche Absprengen der Schrauben in der Substanz schwer zerstört.
Deru Bug, unten zu sehen, ist auch schwer beschädigt, an zwei Spanten ist er in zwei Stufen wie weggerissen. Ich interpretiere das als Gefechtsschaden, da das Wrack kopfüber liegt und somit dieser Bereich eigentlich durch den Aufprall nicht beschädigt werden sollte, jedenfalls nicht so.
Die vermeintliche Biegung des Wracks ist nur auf dem Bild so, sie spiegelt die "Biegung" des Kurses des Schiffes bzw. des geschleppten Sonars wieder, um das geplante Suchmuster einzuhalten, musste der Kapitän ruder legen und den Kurs leicht korrigieren, und das erscheint hier wie eine Biegung es Wracks.
ich hoffe, somit zu ein wenig Klarheit beizutragen.

Liebe Grüße,
Derk

Zitat von: JotDora am 06 Juli 2011, 09:33:37
Hallo zusammen.

Also ich hätte auf dem gezeigten Bild wohl auf den ersten Blick kein Schiff erkannt, bin aber auch gänzlich ungeübt im auswerten solcher Scans.
Liegt das Heck rechts oben im Bild und sieht man dort eine der Wellenhosen? Wenn das Heck rechts oben liegen sollte, was ist dann der dunkler abgesetzte Bereich weiter achtern?
Ist das Wrack implodiert und wie erklärt sich die leichte Biegung die das Wrack aufzuweisen scheint? Ist das unten im Bild zu sehende Loch (?) am Bug (?) ein Gefechtsschaden?

Könnte jemand, der auf dem Bild mehr erkennt das Bild kurz erklären?

Vielen Dank im Voraus   :MG:

Gruß

Sebastian

Baunummer 509

Hallo Derk,

ja, hast Du. Vielen Dank für die Erklärungen. top

Gruß

Sebastian

aru

Moin Moin
Knapp 600 Mann sind für einen kleinen Kreuzer wohl eher zuviel.Laut Gröner waren es 474Mann,das kommt mir wahrscheinlicher vor.
Die Wiesbaden hatte ein ähnliches Schicksal wie 37 Jahre die Bismark: Keine Möglichkeit zur Flucht,zusammengeschossen,
und versenkt.
In einer grossen Tageszeitung wird heute berichtet das einige Wrackteile der Wiesbaden ins Tamm-Museum kommen sollen.

Gruss
Oberheizer


rocco

Hallo Derk,
schön das es geklappt hat. Mein Neid ist dir sicher.    :wink:
Danke für die Berichte.
Mich wundert das soweit draußen Schrottfischer aktiv waren. Wahrscheinlich waren die Propeller durch Größe und Material, kombiniert mit der zur Bergung einfachen Positionierung (oben am Wrack) sehr attraktiv für die Berger.
Konntet ihr unter das kielobenen Wrack tauchen, oder waren die Strukturen schon zu instabil?   
Ist das Thema "Skagerak-Schlacht" jetzt für dich abgeschlossen oder ist da nächstes Jahr wieder was geplant?

Viele Grüsse Rocco!

Ferenc

Hallo Derk,
Tolle Sache, gibt es brauchbare uw-Bilder (bitte reinstellen) bzw ist geplant einen Artikel darüber z.B. in "wetnotes" zu bringen?

Grüße
Ferenc
:-)

Ritchie

Moin Aru,

durch die Kriegszuschläge waren die Besatzungen deutlich größer als im Friedensbetrieb.

Bei dem Gefecht waren folgende Besatzungsstärken gegeben:

Wiesbaden  589 Tote  1 Ü (zusätzlich fiel der türkische OL Ismail)
Frankfurt 562 Mann, davon 3 Tote
Pillau 492 Mann, davon 4 Tote
Stettin 400 Mann, davon 8 Tote
München 365 Mann, davon 8 Tote
Hamburg 326 Mann, davon 14 Tote

Grüße Ritchie

Glasisch

Zitat von: Ritchie am 08 Juli 2011, 06:54:24
Moin Aru,

Wiesbaden  589 Tote  1 Ü (zusätzlich fiel der türkische OL Ismail)

Grüße Ritchie

Hallo Ritschie,
danke, daß Du die Zahlen auf den neusten Srand gebracht hast. Mich würde der türkische Offizier interessieren. Scheint ein Praktikant zu sein. Sind auch andere, ähnliche Fälle bekannt? Gab es auch welche Marineoffiziere aus anderen, verbündeteten Ländern, wie Österreich - Ungarn und Bulgarien und auf welchen Schiffen und Booten?

Gruß
Micha
,,Ruhe in den Telefonen. Denkt daran, daß auch in England auf jeden Mann eine Mutter wartet!" KzS Helmuth Brinkmann Kommandant der ,,Prinz Eugen"  in der Dänemarkstrasse am  24. Mai 1941, nachdem die ,,Hood" kurz davor explodiert worden war.

Ritchie

Da müßten wir wohl Bernd bemühen, die Info stammt aus einem seiner Bücher über die türkische Marine.

Ritchie

Nachtrag

unter

http://www.denkmalprojekt.org/2016/vl-kaiserliche-marine-sms-wiesbaden-teil1.html

und

http://www.denkmalprojekt.org/2016/vl-kaiserliche-marine-sms-wiesbaden-teil2.html

gibt es jetzt eine Namensliste der Gefallenen. der türkische Offizier bleibt unerwähnt, jedoch wird der Lotse Karl Baumann aufgelistet.

Grüße

Ritchie

Ritchie

Wie immer bleiben natürlich auch hier Fragen offen, enthält die Liste doch lediglich 563 Namen...

Interessant finde ich aber die Aufgliederung der Besatzung, welche man der Liste entnehmen kann:

Schiffsführung: 26 Offiziere

Seemännische Besatzung: 221 Mann

Technische Besatzung (Heizer): 261 Mann (davon 1 Überlebender)

Torpedobesatzung: 22 Mann

Minenbesatzung: 8 Mann

Sonstige (Zimmermann, Barbier etc.) 25 Mann

Liebe Grüße

Ritchie

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