Eine bessere dt. Marine und was dann?

Begonnen von p-kreuzer, 08 Januar 2010, 16:48:44

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Spee

#135
1. Die Denkschrift von MAHAN, in der er postuliert, dass ein Seekrieg strategisch nur gewonnen werden kann und die Seeherrschaft auf Dauer nur zu erreichen ist, wenn die Gegenküste eines Seegebietes zum eigenen Küstenabschnitt besetzt und gehalten werden kann.

1.Einspruch:
Anfang 1945 befand sich kein einziger amerikanischer Soldat (außer Gefangene) auf den japansichen Inseln. Trotzdem hatten die Amerikaner den Seekrieg in jeder Hinsicht gewonnen und die Seeherrschaft war faktisch total.
1805 sicherte sich Großbritannien die Seeherrschaft im Krieg gegen Napoleon für die restliche Dauer des Krieges, ohne auch nur einen Meter französischen Territoriums zu betreten.
1894 vernichtete die japanische Flotte die chinesische vor dem Yalu. Danach besaß Japan die Seeherrschaft, völlig unabhängig von den militärischen Gegebenheiten an Land.

Um es auf den Punkt zu bringen: Wie konnte Großbritannien den Seekrieg 1914-18 gewinnen, wenn nicht eine deutsche Insel bzw. ein deutscher Strandabschnitt besetzt war? Oder haben die Briten nicht gewonnen?

2.Einspruch

Die Erfahrungen der amphibischen Operationen im Oktober 1917 in der Ostsee gegen die Inseln ÖSEL und DAGÖ sind von der Marine nach dem Weltkrieg nicht ausgewertet worden und ihre Bedeutung für zukünftige Seekriegsoperationen deshalb nicht als solche erkannt worden. Für die Marine waren das ÖSEL-/ DAGÖ- Unternehmen immer nur eine Seetransportaufgabe.

Welchen Nutzen hat den die Marine aus der Besetzung der Inseln ziehen können? Keinen. Einziger Effekt für die Marine waren eine hohe Anzahl beschädigter Schiffe bzw. solcher die einer Überholung bedurften. Das war mehr oder minder einen Beschäftigungsmaßnahme für die Marine als Hilfe für die Armee.
Servus

Thomas

Suicide Is Not a War-Winning Strategy

Kosmos

ZitatBei Barbarossa, war es zumindestens 1941 zum Großteil die nichtvorhandenen Straßen und der Nachschub, der immer wieder für unnötige Zwangsstopps sorgte, so dass die Rote Armee Planvoll gegen die Panzerkeile vorgehen konnte. Wie Liddle Hart mal sagte, hätte Russland ein ähnliches Straßennetz wie Frankreich gehabt, wäre Moskau in 3 Monaten gefallen. Ich denke so unrecht hat er damit nicht,  auf Grund des "täglich vorgetragenen Überraschungseffekt", der keine effektive planvolle Verteidigung zuläst. Das ist ja das was Panzeroperationen im Rücken des Feindes ausmachen.
und Rote Armee hat keinen Nachschub gebraucht? Das war zweischeidig.
Rote Armee war in einer miesen Situation nicht abgeschlosener Mobilmachung und Aufmarsches mit Verbänden einzelner Armeen die in eine Tiefe von 400 km vertstreut waren, und zusammengebrochenen Nachrichtenverbindungen.
Frankreich hatte 8 Monate Zeit sich vorzubereiten.....

Trimmer

Hier muss ich doch nochmal schreiben. Soweit mir aus der Literatur bekannt ist - besonders die Frage Präventivschlag DLs oder nicht - kann man doch wohl davon ausgehen das die Rote Armee eigentlich schon auf einen Krieg mit Dl vorbereitet war. Ich möchte jetzt nicht ins Detail gehen aber bitte sucht Euch mal die Zahlen raus die Auskunft über die zahlenmässige Stärke der Roten Armee geben.Seht Euch mal die Divisionsstärken an der Grenze nach dem Polenfeldzug an.
Empfehlen kann ich dann immer wieder "Iwans Krieg" von Catherine Merridale.

Trimmer - Achim
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

bodrog

Anmerkung: Man sollte auch nicht die generelle Militarisierung der sowjetischen Gesellschaft seit der Stalin-Zeit vergessen (die ganzen paramilitärischen Vereinigungen). Da zählt aber auch die materialistische durch Uljanow/Lenin verschärfte Klassenkampf-Doktrin hinzu (+ Kriegskommunismus), wobei sich der Sozialismus gegenüber seinen äußeren (wie inneren) Feinden stets abwehrbereit zu halten habe.

MfG

Ulli

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