Eine bessere dt. Marine und was dann?

Begonnen von p-kreuzer, 08 Januar 2010, 16:48:44

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p-kreuzer

Moin!
Ich verfolge hier immer wieder gerne eure ,,was währe wenn..." Diskussionen und geistigen Ergüsse dazu. Schiffe xyz werden entworfen und verworfen, verbessert und dann geistig auf Kiel gelegt.

Was mir dabei fehlt ist aber folgende Denkansatz: Was fängt man (Kaiserreich/3.Reich/MA-Plan) dann mit den besseren und/oder zahlreicheren Einheiten überhaupt an?
Mal etwas provokant: Was nutzt mir denn ein stärker gepanzertes, bewaffnetes und vielleicht schnelleres Schiff als Alternative zur Bismarck wirklich?
Die geographische Lage ändert sich ja nicht, der Britische ,,Stopfen" steckt immer noch in der Nordsee und macht diese so gut wie dicht, und nur gegen GB machen solche Seemachtplanungen Sinn. Für eine Gegnerschaft der anderen Maritimen Nachbarn (Frankreich, Polen & Rußland) sind die Planungen doch meist erheblich überdimensioniert.

Also, was fangen wir mit einer wie auch immer verbesserten Flotte im Kriegsfall überhaupt an? Reichen z.B. die Kräfte aus um eine Blockade wie im 1. Wk zu verhindern? Welche Strategie könnte gegen einen so deutlich stärkeren Gegner erfolgreich sein. Kann ich irgendwie oder irgendwo sogar Offensiv werden um meine Position zu verbessern? Wenn ich das erreichen will, gibt es dann Alternativen zur Besetzung Neutraler Staaten wie Dänemark und Norwegen?

Damit es auch Spaß macht  :-D
Vielleicht so als Basis könnte man ja annehmen das im Herbst 1939 die dt. Kriegsmarine in allen Teilen bereits die 35% der britischen Kriegsschiff-Tonnage erreicht hat und auch einsatzbereit hat (Flugzeugträger), vielleicht noch mehr Uboote, so 70% der Briten?
Der Status sollte sich also von einer viert auf eine drittrangige Marine (Niveau Frankreich und Italien) verbessert haben.

Wie siehts aus, hat jemand Zeit&Lust mal so an ein what if heranzugehen?

Gruß aus Kiel

Jürgen


Woelfchen

Hi Jürgen,

Ich glaube du hast das grundsätzliche Problem schon richtig Erkannt. Eine tolle Flotte ist eine tolle Idee um Geld und Resourcen zu verschwenden.
Dies ist auch ein Grund warum ich mich mitlerweile größtenteils aus diesen Diskussionen heraushalte.

Was man mit 35% erreichen kann, wenn im Krieg vorher schon eine wesentlich größere Flotte kaum was erreicht hat? Gute Frage, nächste Frage bitte.  :wink:

Mehr U-Boote währen bestimmt ganz nett gewesen. Mehr Flugzeuge zum Schiffe versenken statts Russland zu bombadieren auch, aber da sind wir auch schon wieder vom Thema abgewichen.

Gruß
Johannes


Trimmer

Ja und was dann  :? Erklären wir der ganzen Welt den Krieg  :?Den letzten haben wir ja sowieso nur verloren weil die Marine, die Luftwaffe, das Heer, Adolf.......  ( Ist Ironie )

Trimmer-Achim
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

rosenow

#3
 :-) Hallo, mal ganz vorsichtig angefragt, wo dümpeln wir rum, im Reich der Fantasie oder soll es ein Versuch sein, daß damalige Denken nicht zu akzeptieren, um aus heutiger Sicht ein Szenario zu basteln, dass Fehler von damals  ausschließt?
Abgesehen vom Psychologischen Verhalten einiger, mehrerer Leute, die nicht immer Rational denken können, wollen oder dürfen, spielen doch viele Faktoren, wie zum Beispiel die Kommunikation auf der Ebene des Weltanschaulichen Verständnisses und der eigenen Religion bzw. der eigenen Überzeugung eine große Rolle denke ich, mal abgesehen von der Vaterlandsliebe oder dem Profitdenken.
Hier nun ein realistisches Szenario zu basteln ist wohl immer dazu verurteilt, im Reich der Fantasie zu landen und hier kann es auch unter der Berücksichtigung der uns bekannten Fakten,  kein schlüssiges Szenario geben, bleibt also nur Fantasie.
Und Fantasiegebilde finde ich eigentlich ganz toll, dabei gibt es so viele HÄTTEWENNUNDABERS, das man am Schluss aller Überlegungen, wenn man die damaligen Verhältnisse berücksichtigt, doch zu keinem anderem Ergebnis kommen kann, als wir es kennen.

Fantasie: Wenn die amerikanische Gesellschaft bzw. einige Profitgierigen Firmen-Bosse rechtzeitig den Hahn für Deutschland abgedreht HÄTTEN, dann würde Deutschland wohl schon beim Einmarsch in Österreich sein blaues Wunder erlebt haben, geschweige dann vom Einmarsch in Polen oder anderer groß angelegter Vorhaben.
Doch würde ich gerne einige  Szenarios lesen, wenn es dann auch erlaubt ist, die Fehler der Alliierten zu korrigieren.
Schönes Wochenende
Gruß Michael
mit freundlichen Gruß
Michael


,,Macht`s gut und denkt daran!
Es gibt drei Sorten von Menschen:
Die Lebenden.
Die Toten.
Und die, die zur See fahren."
Hein Schonder

p-kreuzer

Moin!
So eine Diskussion landet doch zwangsläufig in der Fiktion.

Mir gehts jetzt nicht um irgendein Revisionistisches Motiv und wir erobern mal eben den Rest der Welt. Deutschland liegt halt am Meer und hat das Geld und das Industrielle Potential um (viele+hochwertige) Kriegsschiffe zu bauen um sich alleine schon deshalb einen Platz recht weit oben in der Hierarchie zu sichern. Dummerweise ist die Nordsee nur ein kleines Randmeer, die Ostsee sogar noch winziger, dazu noch die größte Flotte der Welt als alles beherschender (Feind-)Faktor direkt vor der Haustür.

Wenn ich mir das für D verhältnismäßig günstige Kräfteverhältnis von 1914 ansehe und die Art und Weise wie die Flotte dann überwiegend eingesetzt wurde, dann hätte man sich ja wohl die komplette Schlachtflotte sparen können. Die paar Vorstöße rechtfertigen ja in keinster Weise die Ausgaben und den Personalbedarf. Die britische Fernblockade war aus meiner Sicht ein ganz klug ausgetüftelter Schachzug für einem billigen und unblutigen Sieg zur See, und ob D ohne diese Fernblockade die "Entscheidungsschlacht" gesucht, geschweige denn erfolgreich durchgefochten hätte wage ich ob der zögerlichen Einsatzbereitschaft zu bezweifeln.

Wenn ich also zig Milliarden für Kriegsschiffe ausgebe, dann habe ich im Idealfall doch auch eine Idee was ich im Ernstfall damit anfange und die Bereitschaft sie hmm.. Gewinnbringend einzusetzen. Habe ich keinen Plan oder sehe ein das das Problem der Randmeerlage nicht zu lösen ist dann kann ich ja auch Schlachtschiffe als Pappkamerad bauen. Schön groß damits was hermacht, keine Panzerung, irgend ein billiger Antrieb um rumzuschippern (soll ja ein bischen so tun als ob) und ein paar Kanonen damits ordentlich rumst. Wenns keinem auffällt und die Anderen dann ihre sauteuren Pendants bauen  top

Was fängt man also mit einer von mir aus auch großen dt. Kriegsflotte à la 1914 an, außer die großen Pötte in Wilhelmshaven und Kiel rosten zu lassen und mit den Kleinen den Krieg der Nadelstiche zu führen? Island besetzen und halten? (Ist jetzt nicht ernst gemeint!)

Gruß
Jürgen

Matrose71

#5
@ p-kreuzer

du kannst aber ein Szenario von 1914 überhaupt nicht mit einem Szenario Anfang 1940er Jahre vergleichen.

Alleine der technische Unterschied ist gewaltig, dazu kommt mit der Luftwaffe oder einer Marineluftwaffe noch eine sehr wichtige und entscheidende Komponente dazu. Auch ist die Reichweite und die Mobilität durch Versorger oder besetzte Küsten eine ganz andere.

Um England im 2. Weltkrieg wirklich Paroli bieten zu können oder sogar zu besiegen, hätte es schon einer etwas anderen Marine und auch einer anderen Luftwaffe bedurft. Entscheidend dabei wäre aber keinen Krieg gegen Rußland aus eigenem Antrieb zu führen.

Abgesehen vom Unternehmen Seelöwe, kann man den Engländern um diese Zeit schon sehr zusetzen, wenn man sie gleichzietig im Mittelmeer (Luftwaffe und Afrikastreitkräfte), Nordsee und Norwegen (Luftwaffe und eigene Flotte) und Atlantik (U-Boot Krieg, Überwasser Raider)) mit all seiner miltärischen und technischen Kraft/Mittel beschäftigt. 
Wenn man auf ein solches Szenario hinarbeitet (Politisch: Grenzen von 1914, Revision des Versailler Vertrag etc.), macht eine Flotte auch mit großen Überwassereinheiten Schlachtschiffe, Flugzeugträger und Kreuzer durchaus Sinn.
Allerdings würde das nicht ohne die Besetzung von Norwegen und Dänemark gehen, weder aus Strategischen- nocht aus Rüstungswirtschaftlichen-Gründen.

Edit:

ZitatIsland besetzen und halten? (Ist jetzt nicht ernst gemeint!)

Bei richtiger Planung halte ich das für Anfang der 1940er Jahre für machbar, genauso wie das gleichzeitige ausschalten oder einnehmen von Kreta und Malta.
Viele Grüße

Carsten

rosenow

Der Plan war doch ganz einfach, Gegner vernichten.
Nur ein fiktiver Gedanke, was könnten,  Inselbewohner ohne Flotte anrichten?
Große Kriegsschiffe bauen und diese dann auch noch schießen zulassen, das setzt Rohstoffe voraus, die in Deutschland nicht ,,wachsen".
Ich sehe hier bei immer die wirtschaftliche Abhängigkeit, ihre Zufuhr und Lagerstätten und den Plan des Profits, den Gegner auszuschalten oder zumindest unterzuordnen, wobei Ausbeutung eine sehr Gewichtige Rolle spielt.
Diese billigen Ressourcen, an die alle heran wollen, gilt es zu verteidigen, auch mit Waffengewalt.
In Deutschland spielten und spielen ausländische Firmen z.B. Opel, damals wie heute eine große Rolle.
Die Flotte vom Kaiser war zur damaligen Zeit ein Strategischer  Flop, ebenso die Nachfolgende, eben nicht groß genug oder auch technisch nicht überlegen.
Reichweiten spielten im Kaiserreich noch eine Strategische Rolle, in der Nachfolgenden nicht mehr so besonders, aber eben als Flotte nur ein Flöttchen waren.
U-Boote, die Notlösung des Schwächeren, der Hinterhalt, immer gut solange der Gegner nicht drauf eingestellt ist.
Alles zetern hilft nichts, wenn die Flotte nicht in der Lage ist, durch Reichweite und Kampfkraft/Anzahl der Schiffe mehr oder mindestens gleich, durch bessere Taktik und Ausrüstung zu glänzen, dann ist sie eine Fehlinvestition.  Und immer wieder die Frage der Rohstoffe. Wie kommt man daran? Wie gelangen sie ins Heimatland? Schifffahrtswege, Seehandel, Bedrohung
Warum hat man überhaupt Flotten, um sie vor wem zu beschützen? Ist das der Plan?

Wie war es denn z.B. nach dem 1. WK?
Gab es da nicht Bestrebungen von den Großflottenbesitzern USA und Großbritannien, die U-Boote ganz zu verbieten?
Haben Besitzer kleinerer Flotten, wie Frankreich und andere, nicht für das neue Kampfmittel gestimmt?
So kam es dann auf dem Washingtoner Flottenabkommen von 1921/22 zu keinem Ergebnis oder besser zu dem was wir kennen.
Im eigentlichen ist es doch nur eine Frage, die des Profits, also kapitalistischer Denkweise, um sich nicht die Butter vom Brot nehmen zu lassen, nein, nur um Profit.
Weshalb sonst hat man eine Flotte, die allen anderen überlegen ist und passt genau auf, dass die Gegner nicht zu stark werden und vor allem, dass sie nicht diese hinterhältigen Boote auf die schönen Schifffahrtswege ansetzen?
Schifffahrtswege, Seehandel, Bedrohung, Seekrieg, ist das der Plan?
mit freundlichen Gruß
Michael


,,Macht`s gut und denkt daran!
Es gibt drei Sorten von Menschen:
Die Lebenden.
Die Toten.
Und die, die zur See fahren."
Hein Schonder

Matrose71

Das Flugzeug spielt aber später eine entscheidende oder die entscheidende Rolle.
Ob Torpedobomber, Bomber, Sturzkampfbomber oder später sowas wie eine ferngelenkte Bombe, da wird dann die Luft dünner.
Viele Grüße

Carsten

p-kreuzer

Moin!

Wenn GB seinen Job ordentlich macht, dann kann D doch Importe aus Übersee per Schiff vergessen. Hat D eine größere Flotte zur Verfügung kann man im 2.WK dank Flugzeugen und größeren Fahrbereichen der Schiffe vielleicht bestenfalls in der Dänemarkstraße dafür sorgen das die durchkommen, aber weiter westlich ists dann damit auch vorbei.

Ich glaube auf sich alleingestellt ohne Neutrale Staaten mit hineinzuziehen ist es für D ein hoffnungsloses Unterfangen sich auf See gegen GB durchsetzen zu wollen. Sollten die Achsenmächte allerdings besser harmonieren und im Mittelmeer und Pazifik zumindest dafür sorgen das eine stärkere Präsenz der Royal Navy vonnöten ist könnte es vielleicht was werden.

Ob eine 35% Flotte oder sogar eine noch größere wie die Kaiserliche sowas wie Island besetzen und halten gegen eine so aggressive Seemacht hätte erfolgreich durchführen können? Ich befürchte ohne o.g. Dispersionswirkung, verstärkt durch einige Raider die auf dem Rest vom Globus Unruhe stiften wird auch das nichts.

Schwieriges Thema, irgendwie ist schicke Schiffe basteln einfacher...

Gruß
Jürgen

Q

#9
Schoen das dieses Thema mal jemand anspricht. Leider sind fast alle Konstruktions What If´s eher daran ausgedrueckt, was man haette machen koennen, was damals moeglich gewesen waere. Meist am Vergleich "one vs one". Nach dem Motto CA? Aber auf jeden fall besser als Algerie?! Nich! BC aber jedenfalls besser als Dunkerque?! Nich! BB aber jedenfalls besser als IOWA?! Nich war nich! Genauso wurde auch in Realitaet geplannt. Man suche sch einen Gegner aus vorwiedens Frankreich wenns recht ist. Weniger Industrie, weniger Bevoelkerung, einzigste Seemacht Europas mit der man PAritaet errecihen kann, und geographisch erreichbar ist. Natuerlich muss dann aber auch Grossbritanien immer Neutral bleiben. Trotz eigener Flottenruestung bleibt natuerlich Grosbritanien immer gut Freund. Relistisch? Hier sei mal Tirpitz Risikogedanke als Denkblase.

Woelfchen hat es wunderbar auf den Punkt gebracht. Eine What If Flotte haette fuer mch nur sinn als Politikum, gerade weil Flottenruestung Resourcen frist, und das nicht zu knapp habe ich mic ja schon des oeffteren geoutet, das Detschland dank seiner schlechten geographischen Lage gerade auf de Resourcen Knopf druecken kann. Beue Deutschland-Klasse, Frankeich baut gleich doppelt so grosse und teuere Dunkerques, Italien baue Littori´s nochmal ne ecke goesser, UK muss bauen KGV´s. Also fur 3 Schiffe vom Preis her wie 3 CA´s, Resourcen von 3 europaeischen Seemaechten in die Flottenruestung umgeleited. Eine einzelne "deutsche Diesel Yamato" wuerde diesen Effekt noch verstaerken. Siehe Q-Plan. Was damit erreicht ist? Ruestungsresourcen die der Luftwaffe oder Heer der moeglichen Kontinentalgegner zur Verfuegung gestanden haetten, sind nun in die Flotte umgeleitet. Wenig aufwand bester Nutzen.

Deshalb, kann ich eigentlich nicht nachvollziehen, warum 1935 die Luftwaffe, wie Kai aus der Kiste, ohne Ruestungsvertrag aufgebaut wurde, genau so wie das Heer, aber gerade die Marine, die obigen Effekt am besten erziehlt, siehe auch Flottenruesten WK I, durch Hitler selbstbeschraenkt wurde. Einfach naiv zu glauben Deutschland wird Kontinentale Grossmacht (Hitlers Ziele in Mein Kampf) in Europa und Grossbritanien bleibt neutral oder Freund.

Natuerlich beantwortet das nicht die Frage, ob eine allgemein gueltige Abruestung mit dauerhaftem Frieden eine Chance gehabt haette? Wieder ein What If! Aber diese Moeglichkeit wurde durch Versaille, den Machtlosen Voelkerbund und Harding/ Coolidge zu nichte gemacht.

Just my opinion

Don´t Panic
Quand tu veux construire un bateau, ne commence pas par rassembler du bois,
couper des planches et distribuer du travail,
mais reveille au sein des hommes le desir de la mer grande et large.

St.Ex

rosenow

 Was wenn?   Eure Diskussion läuft doch Inhaltlich wieder auf das Fantasiespektakel HÄTTEWENNUNDABER hinaus.
Echte Fakten, wie Internationale Zusammenarbeit, auch wenn es den Ausdruck damals wohl noch nicht gab oder nicht gebräuchlich war, so wurde damals schon gearbeitet und Staaten, wie Deutschland waren mehr denn je von Ausländischen Zufuhren bzw. durch deren Handel angewiesen und abhängig.
Ausländische Firmen in Deutschland, die erst durch ihre Aktivität, die Glut zum Feuer legten oder anders ausgedrückt, das Grundsätzliche erst ermöglichten. Diese Fakten fehlen völlig in Euren Überlegungen.
Gruß Michael
mit freundlichen Gruß
Michael


,,Macht`s gut und denkt daran!
Es gibt drei Sorten von Menschen:
Die Lebenden.
Die Toten.
Und die, die zur See fahren."
Hein Schonder

Commander3

Ist es denn überhaupt möglich, auch mit einem "totalen" U-Boot-Krieg die englische Zufuhr entscheindend zu schwächen?? HAt man nicht in Deutschland wichtige Entwicklungen einfach verschlafen?? Ich denke man, kann England nur besiegen, wenn man seine Zufuhr unterbindet und wenn England fällt, wäre das auch ein nicht unerheblicher Psychologischer Vorteil. Außerdem würde ich erwarten, dass dann Amerika eher die deutsche Seite unterstützt, denn wie gesagt, die wirtschaftliche Sichtweise macht es aus amerikanischer Sicht möglich und notwendig mit Deutschland zusammenzuarbeiten, nach einem möglichen Fall Englands. Denn die amerikanische Regierung war und ist wie alle anderen dieser Zeit von der Wirtschaft gelenkt, und wenn dann eine "Standard Oil Company" von John D. Rockefeller, die enger PArtner der I.G.Farben war, das Interesse hat, dass Amerika Deutschland hilft, anstatt es zu bekämpfen, dann, denke ich,. wird das auch so geschehen.
Gruß aus Harra

mfg Alex

Matrose71

ZitatWas wenn?   Eure Diskussion läuft doch Inhaltlich wieder auf das Fantasiespektakel HÄTTEWENNUNDABER hinaus.
Echte Fakten, wie Internationale Zusammenarbeit, auch wenn es den Ausdruck damals wohl noch nicht gab oder nicht gebräuchlich war, so wurde damals schon gearbeitet und Staaten, wie Deutschland waren mehr denn je von Ausländischen Zufuhren bzw. durch deren Handel angewiesen und abhängig.
Ausländische Firmen in Deutschland, die erst durch ihre Aktivität, die Glut zum Feuer legten oder anders ausgedrückt, das Grundsätzliche erst ermöglichten. Diese Fakten fehlen völlig in Euren Überlegungen.
Gruß Michael

So ganz kann ich die Argumentation nicht nachvollziehen.
Deutschland war damals auch schon eher Export orientiert. Es bestand auch schon damals eine hohe Nachfrage nach deutschen Industrie- und Technik-Gütern. Insoweit waren auch andere Nationen von deren Export "abhängig" und Deutschland nun nicht ausschließlich von Importen.
Da bestand durchaus ein gegenseitiges Interesse.
Außerdem ist ja nun so, dass man seine Pläne, die man im geheimen hegt, nicht an das schwarze Brett hängt, so wie es Hitler mit seinem Buch getan hat.
Insoweit kann ich nicht erkennen, was andere Nationen da anders machen sollten, solange kein "Krieg" auf der Tagesordnung steht.

Ein politisch anders regiertes Deutschland hätte höchstwahrscheinlich auf die ganzen "Blumenkriege" verzichtet, weil ein "völkischer" Gedanke überhaupt nicht im Raum gestanden hätte. Deshalb wäre trotzdem eine Bindung an Östereich, Rumänien und Italien möglich gewesen, da Frankreich und Polen klar abgegrenzt auf "der anderen Seite" standen. Also feste Bindungen unter den Nationen gab es im Europa der 30er Jahre doch eher weniger.
Viele Grüße

Carsten

Huszar

Moin,

Dtl war 1933 in einer denkbar schlechten Postion: keine wie auch geartete Armee, Luftwaffe und Marine, während die Nachbarländer in der Masse (potentielle) Gegner waren. Bei den damaligen Vertragsverhältnissen (Versailles) konnte man legal nur bei einer einizigen Teilstreitkraft etwas modernisieren, nämlich bei der Marine. Komplett veraltete Schiffe zu ersetzen ging noch, aber weder Luftwaffe noch Armee konnten verstärkt und/oder modernisiert werden (aufgestellt werden).
NACH 1933 (besser gesagt um 1935) konnte mit viel Unverschämtheit alle drei Teilstreitkräfte modernisieren, aufstelen bzw vergrössern. Und dies musste auch gemacht werden - Stichwort Landessicherheit. Nun kamen aber zwei Faktoren hinzu:
1, doch begrenzte wirtschaftlich Möglichkeiten mit der Rohstofflage
2, Grösse der Nachbararmeen

Frankreich zB verfügte über riesige Mengen an Restmengen aus dem 1wk, da musste man nicht viel in die Armee stecken. Eine Luftwaffe war auch vorhanden. Diesen Vorsprung konnte man weder quantitativ noch qualitativ aufholen. Vor allem, wenn Fr. nicht zu Investitionen in der Flotte gezwungen wird, und ruhig Panzer, Kanonen, Flieger bauen kann. Eine etwa gleichwertige (kleine Übertreibung) Flotte ihnen vor die Nase setzen hat eine gewissen Diversionswirkung. Eine Flotte ist in diesem Sinne keine Ressourcenverschwendung - allerdings kann es sehr schnell zu einer solchen werden!
Damals sollte es klar gewesen sein, dass sogar mittelfristig keine grosse Flotte gebaut werden kann, die wirtschaftlichen Möglichkeiten und die Rohstofflage sprachen dagegen. Eine grössere Flotte ginge nur dann, wenn man die Zuweisungen für Heer und Luftwaffe zusammenstreicht. Dtl war aber eine Landmacht, eine Kürzung dieser Positionen war ausgeschlossen.
Auf eine Flotte verzichten geht auch nicht, es sollte zumindest versucht werden, die Einfuhren, die Küste, die Nordsee zu sichern, zu beherrschen (die gegnerische Beherrschung nicht eindeutig werden zu lassen). 200 zusätzliche Pz III hören sich gut an - fallen aber nicht ins Gewicht. 1940 trat man schon so in der Unterzahl an, aus diesen zusätzlichen 200 Pz III kann nur schwer eine weitere PzD aufgestellt werden - wahrscheinlicher ist, dass ein TEil der Pz I und II gegen diese ausgetauscht wird (btw: Pz III ging erst 1939 in Serie!). Die Franzosen werden aber nicht gezwungen sein, so viel in die Marine zu stecken, können ihre Armee und/oder Luftwaffe weiter verstärken. Duracuh möglich, dass sie im Westfeldzug ihre voll ausgerüsteten und eingefahrenen PzD zV haben werden, nicht nur 2,5. Ändern tun auch diese 200 Pz III rein garnix - eine Fehlende Flotte aber schon. Keine Möglichkeit, Norwegen zu besetzen -> Rohstofflage wird schwieriger, keine Möglichkeit, die engl. Einfuhren zu stören, usw.

Aus meiner Sicht war es durchaus logisch, eine Selbstbeschränkung bei der Flotte einzugehen. Mehr, als die freiwilligen 35% können in absehbarer Zeit sowieso nicht gebaut werden. Bei der Armee und der Luftwaffe gab es keine vergleichbaren, multilateralen Verträge, diese konnte man also auch nicht eingehen. (es existierte aber ein dt. Angebot, auf Bomber ganzlich zu verzichten, wenn auch andere Mächte dazu bereit waren.)


Unsere kleinen Planungen muss ich in Schutz nehmen. Es geht - bis auf wenige Ausnahmen - darum, aus den zV stehenden, begrenzten Mitteln das Beste herauszuholen, das Bedrohungspotential - und damit die wirtschaftliche Diversionswirkung - der möglichen kleinen Flotte zu erhöhen.
Es besteht di Möglichkeit, dass bei gleichbleibenden dt. Ausgaben für die Flotte die Gegnermächte zu teureren Antwortbauten gezwungen werden, und somit indirekt die Verhältnisse an Land verbessert werden können.
Ob es einen Unterschied gemacht hätte... Muss jeder selber entscheiden  :-D

(Beispiel unser kleines Gedankenexperiment mit der kaiserlichen Marine und den schnelleren Linienschiffen. Dtl könnte sogar sparen, während England zusätzliche Ausgaben hätte)

mfg


alex
Reginam occidere nolite timere bonum est si omnes consentiunt ego non contradico
1213, Brief von Erzbischof Johan von Meran an Palatin Bánk von Bor-Kalán

Urs Heßling

Zitat von: Huszar am 09 Januar 2010, 13:24:23
Auf eine Flotte verzichten geht auch nicht, es sollte zumindest versucht werden, die Einfuhren, die Küste, die Nordsee zu sichern, zu beherrschen (die gegnerische Beherrschung nicht eindeutig werden zu lassen).

Unsere kleinen Planungen muss ich in Schutz nehmen. Es geht - bis auf wenige Ausnahmen - darum, aus den zV stehenden, begrenzten Mitteln das Beste herauszuholen, das Bedrohungspotential - und damit die wirtschaftliche Diversionswirkung - der möglichen kleinen Flotte zu erhöhen.

Die Rüstungspolitik ist natürlich abhängig von der Gesamt(Sicherheits-)-Politik des Staates. Die Rüstungsvorhaben ab 1933 stehen unter der Prämisse des Kriegswillens der nationalsozialistischen Staatsführung und der Bereitwilligkeit der militärischen Führung, diese Ziele mitzuverfolgen. Richtung: "agressives Bedrohungspotential"

Was wäre denn eine "sinnvolle" Marinerüstungspolitik einer weiterbestehenden deutschen "Weimarer Republik" nach Fortfall der "Fesseln von Versailles" gewesen ?

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

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