Turbinenantriebe bei Passagier- und Kriegsschiffen

Begonnen von halina, 13 März 2012, 20:51:58

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Thorsten Wahl

#15
ZitatIch meine BS war doch ein Riesenkahn und hatte trotzdem nur Platz für 3-Wellenanlage mit 12 Kesseln, max. 150.170 PS und 30kn , trotz (angeblicher) Vorteile durch das störanfällige Hd/Hd System.
Richelieu hatte bei annährend gleicher Größe eine 4-Wellenanlage mit 6 Kesseln, max. 179000PS und 32,5kn mit dem Nassdampfsystem

Die Richelieu hatte 2 Doppelkraftwerke
während die Bismarck klasse 3 Einzelkraftwerke mit beliebiger Dampfversorgung besaß - es wurde hoher Augenmerk auf  Redundanz, Betriebssicherheit und Reserveschaltmöglichkeiten bei Gefechtschäden gelegt.

Hochdruckdampfanlagen wurden gewählt da, diese aus rein technischer Hinsicht geringere Leistungsgewichte erwarten lassen.

Zuverlässigkeit
Die HD Dampfanlagen der schweren Kreuzer, Scharnhorst Klasse und Bismarck Klasse hatten Kraftwerke von annähernd gleicher Gesamtleistung.
der augenfälligste Unterschied sind die unterschiedlichen Gesamtgewichte.

Bei den frühen Anlagen wurde neben den bereits erwähnten Kinderkrankheiten bei der Einführung einer weltweit einmaligen Technlologie wahrscheinlich auch etwas zu leicht gebaut. Das heißt die Anlagen der Scharnhorst und Kreuzer wurden schon im Normalbetrieb näher an der Zerstörungsgrenze belastet. 

Soviel ich weiß sind für die Maschinenanlagen der Bismarck und Tirpitz wesentliche betriebseinschränkende Störungen der Maschinenanlage nicht erwähnt.

Zitat
Sehe ich das richtig das die deutschen WW2-Kriegsschiffe "Verschwender" waren?
Die Anlagen haben bei gefechtsnahen Schaltungen die beim monatelangen operieren in vom Gegner beherrschten Seegebieten notwendig waren mehr Treibstoff verbraucht als unter friedensamäßigen Bedingen erwartet wurden.

generell sind die Verbräuche im Vergleich zu gegnerischen Schiffen bei hohen Geschwindigkeiten vergleichbar (ohne Auffälligkeiten)

Im Vergleich zu US Schiffen ergeben sich im Teillastbereich höhere Verbräuche, hierbei ist jedoch nicht klar ob dieser Mehrverbrauch allein durch ein unwirtschaftliches Teillastregime verursacht wurde oder auf die Mitberücksichtigung generell unterschiedlicher Gefechtbereitschaftsstände zurückzuführen ist.

Die deutschen Reichweiten Probleme sind im wesentlichen auf den (brennstofffressenden) Dauerbetrieb von Gefechtswerten als auch permanentes Dampfvorhalten  in nominell nicht benötigten Kesselanlagen zurückzuführen.

Meine Herren, es kann ein siebenjähriger, es kann ein dreißigjähriger Krieg werden – und wehe dem, der zuerst die Lunte in das Pulverfaß schleudert!
WoWs : [FMA]Captain_Hook_

toppertino

ZitatSehe ich das richtig das die deutschen WW2-Kriegsschiffe "Verschwender" waren?
Die Anlagen haben bei gefechtsnahen Schaltungen die beim monatelangen operieren in vom Gegner beherrschten Seegebieten notwendig waren mehr Treibstoff verbraucht als unter friedensamäßigen Bedingen erwartet wurden.

generell sind die Verbräuche im Vergleich zu gegnerischen Schiffen bei hohen Geschwindigkeiten vergleichbar (ohne Auffälligkeiten)

Im Vergleich zu US Schiffen ergeben sich im Teillastbereich höhere Verbräuche, hierbei ist jedoch nicht klar ob dieser Mehrverbrauch allein durch ein unwirtschaftliches Teillastregime verursacht wurde oder auf die Mitberücksichtigung generell unterschiedlicher Gefechtbereitschaftsstände zurückzuführen ist.

Die deutschen Reichweiten Probleme sind im wesentlichen auf den (brennstofffressenden) Dauerbetrieb von Gefechtswerten als auch permanentes Dampfvorhalten  in nominell nicht benötigten Kesselanlagen zurückzuführen

Sorry, da habe ich mich unglücklich ausgedrückt: "Verschwender" meinte ich im Sinne "PLATZverschwender". So groß (Hippers) und doch nur Durchschnitt. Bzw den angesprochenen Richelieu vs Bismarck Platz-Leistungsvergleich.

ZitatDie Richelieu hatte 2 Doppelkraftwerke
während die Bismarck-Klasse 3 Einzelkraftwerke mit beliebiger Dampfversorgung besaß - es wurde hoher Augenmerk auf  Redundanz, Betriebssicherheit und Reserveschaltmöglichkeiten bei Gefechtschäden gelegt

Heißt das, das auf Richelieu im Falle eines Treffers gleich alles auf einmal lahmgelegt werden würde? Gar keine Redundanz da? Durch die Platz- und Gewichtseinsparung konnte man die Anlage doch sicher "in Watte packen" damit die angesprochenen Gefechtsschäden gar nicht erst entstehen.
Soweit ich weiß war der einzig wirkliche Nachteil von Richelieu die stark streuende SA. In allen anderen Bereichen war sie BS ebenbürtig oder sogar überlegen.

Lebensende mit 3 Buchstaben: EHE!

delcyros

Redundanz ist bei Richelieu nicht wirklich angestrebt worden. Ein Treffer schaltet nicht gleich die ganze Anlage aus, aber 50% geht drauf, wenn die Splitter auch noch die Hauptdampfleitung versehrt kann temorär auch schnell ein Totalverlust eintreten. Gelichsam die Artillerie, ein Treffer kann 50% der Artillerie aus dem Gefecht nehmen, selbst wenn er nicht wirklich durch die Panzerung kommt (Schock, Verklemmung). Schließlich fehlt auch die Redundanz bei der Feuerkontrolle. Auch die elektrischen und hydraulischen Hilfssysteme und die Pumpenleistung entsprechen kaum dem Standart.

Die Streuung ist ein Problem der SA, ein anderes die enttäuschend geringe Feuergeschwindigkeit der SA und die fehlende Brauchbarkeit, der ja eigentlich fest eingeplanten dualen Verwenung der MA als FLAK.

Vielleicht auch die hohlen Schiffslinien im Vorschiff, schön schnell auf dem glatten Mittelmeer aber nicht wirklich brauchbar unter normalen Bedingungen mit moderater Dünung im Nordatlantik.

Schließlich gibt es auch Bedenken ob der Qualität der homogenen Horizontalpanzerung, wobei dafür nicht genug belastbare Daten zur Verfügung stehen und der arg kleinen, gepanzerten Zitadelle, die Bedenken evoziert, ob das PzDeck nicht womöglich unterschneidet mit bereits geflutetem Vorschiff


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