Hiroo Onoda --- der letzte Soldat des Tenno

Begonnen von Mario, 27 Januar 2006, 17:32:49

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Mario

Fast 30 Jahre, von 1945 bis 1974 blieb Leutnant Hiroo Onoda auf der philippinischen Insel Lubang (südlich der Manila-Bucht) auf seinem Posten und weigerte sich beharrlich, die Niederlage Japans anzuerkennen.
Im Dezember 1944 kam er 23-jährig auf diese Insel. Als im Sommer 1945 die Amerikaner auf Lubang landeten, zog er sich mit ca. 50 japanischen Soldaten in die bewaldeten Berge zurück und bekämpfte die Angreifer. Nach Ende des Krieges verließen die meisten seiner Leute den Dschungel und kehrten nach Japan zurück. Mit nur drei Begleitern setzte Onoda jedoch den Kampf fort, aber in den nachfolgenden Jahren starb einer und ein weiterer Soldat verließ ihn freiwillig. Zusammen mit seinem letzten Begleiter terrorisierte er in den nächsten Jahren die einheimische Bevölkerung. Dabei kamen viele Philippinos ums Leben. Ihre Felder und Hütten wurden angezündet und ihr Hab und Gut gestohlen.
Immer wieder unternahmen die Behörden Versuche, die beiden Japaner vom Ende des Krieges zu überzeugen, aber alle Flugblätter wurden ignoriert. Selbst von Japan eingeflogene Familienangehörige und Feunde hatten keinen Erfolg.
Anfang der 70-ger Jahre wurde sein letzter Begleiter bei einem Überfall von Polizisten erschossen. Zwei Jahre später beendete Onoda endlich seinen Widerstand und verließ den Dschungel. Er hatte darauf bestanden, daß sein ehemaliger Vorgesetzter persönlich erscheinen sollte und ihm den Befehl zur Beendigung seines Kampfeinsatzes geben sollte.
Nach seiner Rückkehr in die Heimat wurde er von vielen alten Japaner als Held verehrt, der die alten Samuraitraditionen weiterführte. Trotzdem konnte er sich niemals an die neue japanische Lebensweise gewöhnen und wanderte nach Brasilien aus.

Ich persönlich glaube nicht an seine Darstellung von Pflichtbewußtsein und Kaisertreue. Ich denke vielmehr, daß Hiroo Onoda keine Lust hatte, den Krieg zu beenden und seinen eigenen Krieg weiterführte. Als er immer mehr Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung verübt hatte und sich damit den Hass der Menschen zugezogen hatte, traute er sich nicht mehr heraus, aus Angst, zur Rechenschaft gezogen zu werden.
Nur, um die diplomatischen Beziehungen zwischen den Philippinen und Japan nicht zu gefärden, wurde er nach seiner Aufgabe vom philippinischen Präsidenten Marcos begnadigt und durfte nach Japan zurückkehren.

Impressum & Datenschutzerklärung