Marinehelfer

Begonnen von Zerstörerfahrer, 26 Juni 2010, 14:53:45

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Zerstörerfahrer

Moin moin,

16-jährige Flakhelfer waren mir ja bekannt, Marinehelfer aber noch nicht.



Wofür mögen die halben Kinder wohl alles eingesetzt worden sein?

Grüße
René

Albatros

#1
So weit mir bekannt hatten die Marinehelfer die gleichen Aufgaben wie die Luftwaffenhelfer sie wurden in beiden Fällen als Flakhelfer eingesetzt, halt nur mit anderer Uniform.

Flakhelfer ist auch etwas irreführend, Oft war nur der Geschützführer ein regulärer Soldat alle anderen Aufgaben übernahmen die sogenannten Flakhelfer als da wären,

Richt-, Lade- und Munitionskanonier. Und sie wurden zum Wachdienst, Telefondienst, Waffenpflege, Geschosspflege herangezogen.

:MG:

Manfred

Glasisch

Hallo,

da empfehle ich Euch "Die Abenteuer des Werner Holt" von D. Noll, zwar aus der DDR, aber Band 1 ist einfach Klasse, Band 2 kann ruhig in den Skat gedrückt werden (in Hamburg mit dem Vater nach dem Krieg keine gemeinsame Sprache gefunden, dann zurück in die Zone, zur Mutter, denn das ist über die Luftwaffenhelfer. Mein verstorbener Schwiegervater, Jahrgang auch 1928 wurde so einberufen.
Gruß
Micha
,,Ruhe in den Telefonen. Denkt daran, daß auch in England auf jeden Mann eine Mutter wartet!" KzS Helmuth Brinkmann Kommandant der ,,Prinz Eugen"  in der Dänemarkstrasse am  24. Mai 1941, nachdem die ,,Hood" kurz davor explodiert worden war.

Zerstörerfahrer

Hallo Micha,

" Werner Holt " war zu meiner Zeit Pflichtlektüre im DDR-Schulunterricht. :MZ:

Grüße
René

Trimmer

Hallo Rene - nicht nur bei Dir. Sicher warst Du damals von Buch 1 auch begeistert und Buch 2 fand ich Sch..... :-D

Gruß - Trimmer - Achim
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

Glasisch

Zitat von: Zerstörerfahrer am 26 Juni 2010, 18:34:23
Hallo Micha,

" Werner Holt " war zu meiner Zeit Pflichtlektüre im DDR-Schulunterricht. :MZ:

Grüße
René
Ich mußte es im Studium im 1. Jahr lesen - Uni Kattowitz, Literatur der DDR mit einem Prof. aus Leipzig. Den Film sah ich dann, als ich 2 Semester an der HU zu Berlin studierte 1977/78 und da war ja noch die WM und Berti Vogts mit dem blöden Spruch - Sprengel und WM - große Sache, aber nach dem Cordoba-Spiel machten wir daraus mit den Kollegen -Sprengel und WM eine große Sch....
Gruß
Micha
,,Ruhe in den Telefonen. Denkt daran, daß auch in England auf jeden Mann eine Mutter wartet!" KzS Helmuth Brinkmann Kommandant der ,,Prinz Eugen"  in der Dänemarkstrasse am  24. Mai 1941, nachdem die ,,Hood" kurz davor explodiert worden war.

Schorsch

#6
Hallo zusammen,

ZitatOriginal von Zerstörerfahrer:
Wofür mögen die halben Kinder wohl alles eingesetzt worden sein?

ich habe 'mal in Schlicht/Angolia: ,,Die deutsche Wehrmacht – Uniformen und Ausrüstung 1933-1945, Band 2, Die Kriegsmarine" geblättert und das meiner Meinung nach Wichtigste zu den Marinehelferinnen und Marinehelfern zusammengefasst.

Etwa Mitte 1942 wurde die Marinehelferinnenschaft aufgestellt. In der dazugehörigen Verfügung vom 07.07.1942 (MV 42, Nr.598) werden die Marinehelferinnen als weibliche Hilfskräfte definiert, die bei den Landdienststellen der KM verwendet wurden, um Soldaten für den Fronteinsatz freizusetzen. Die Marinehelferinnen standen in einem privatrechtlichen, vertraglich geregelten Arbeitsverhältnis, das auf die Kriegsdauer beschränkt war.
Das Einsatzspektrum umfasste den Nachrichten-, Flugmelde-, Luftschutzwarn- und Wetterdienst, den Dienst bei Flakeinheiten, die Krankenpflege oder den Einsatz als Zahnarzthelferinnen. Der Dienst bei den Flakeinheiten erfolgte in den ortsfesten Scheinwerfer- und Sperrballonbatterien, wobei die Bedienung von Waffen und Geschützen verboten war. Zu beachten ist, dass auch schon vor 1942 Frauen in der KM zum Einsatz kamen, die aber bis dahin nicht als Marinehelferinnen bezeichnet wurden.

Nachdem die Luftwaffe mit Erlass vom 25.01.1943 die Luftwaffenhelfer geschaffen hatte, zog die KM am 18.02.1943 nach und erließ die M.Dv.Nr.741 ,,Bestimmungen über den Kriegseinsatz der deutschen Jugend in der Kriegsmarine als Marinehelfer". Mit dem Dienst als Marinehelfer, der ab dem vollendeten 15. Lebensjahr erfolgen konnte, wurde der Jugenddienstpflicht Genüge getan, die für alle Jugendlichen vom 10. bis zum 18. Lebensjahr bestand und in der Hitlerjugend abgeleistet werden musste.
Als Marinehelfer wurden die Schüler der Geburtsjahrgänge 1926 und 1927 der 6. und 7. Klassen der höheren Schulen und der 6. Klassen der Mittelschulen herangezogen, sofern sie an ihren Schulorten eingesetzt werden konnten und die jeweiligen Schulen im jeweiligen Luftverteidigungsgebieten der KM lagen. Dies betraf auch die ,,Jungmannen" der 6. und 7. Züge der in diesem Gebieten befindlichen Nationalpolitischen Erziehungsanstalten. Ab 1944 wurde auch der Jahrgang 1928 als Marinehelfer ausgehoben. Der Dienst als Marinehelfer endete mit der Entlassung oder der Einziehung in den RAD oder zum Wehrdienst.
Die Marinehelfer fanden Verwendung im Fernsprechdienst, Auswertedienst und an Kommando- und Funkmessgeräten. Die Tätigkeit an Flakwaffen war entsprechend der körperlichen Leistungsfähigkeit der Jugendlichen erlaubt. Der Einsatz im Küchen-, Reinigungs-, Kasino- oder ähnlichem Dienst war verboten.
Der Einsatz sollte örtlich nahe an den Schulorten zu erfolgen (max. 1 Verkehrsstunde zu Fuß, mit dem ,,ÖPNV" oder gemischt), wobei am Einsatzort die Marinehelfer klassenweise in gesonderten Unterkünften untergebracht wurden. Es wurden für den weiter stattfindenden Schulunterricht eine Wochenanzahl von 18 Unterrichtsstunden vorgeschrieben, die, genau wie der ortsnahe Einsatz, im späteren Kriegsverlauf nicht eingehalten werden konnte.

Mit freundlichen Grüßen
Schorsch
'Judea, London. Do or Die.'

"Ubi dubium, ibi libertas." (Wo Zweifel ist, da ist Freiheit.)

Zerstörerfahrer

Hallo Schorsch,

hab recht vielen Dank für deine Ausführungen. Der Schlicht/Angolia steht leider nicht in meinem Regal.

Grüße
René

Glasisch

Zitat von: Zerstörerfahrer am 26 Juni 2010, 20:23:07
Hallo Schorsch,

hab recht vielen Dank für deine Ausführungen. Der Schlicht/Angolia steht leider nicht in meinem Regal.

Grüße
René

Hallo Zerstörerfahrer,

das ist ein Buch aus der Sorte, die lange "ungebraucht" im Regal stehen können, aber auf einmal erweisen sie sich als unumgänglich. Sehr empfehlenswert! Es ist mir schon sehr oft zu Passe gekommen.
Schönen Gruß
Micha  :MG:
,,Ruhe in den Telefonen. Denkt daran, daß auch in England auf jeden Mann eine Mutter wartet!" KzS Helmuth Brinkmann Kommandant der ,,Prinz Eugen"  in der Dänemarkstrasse am  24. Mai 1941, nachdem die ,,Hood" kurz davor explodiert worden war.

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