Torpedo

Begonnen von Eddi01, 21 Oktober 2010, 09:15:03

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Eddi01

Moin, Moin alle zuammen
Da kaum jemand von uns die Auswirkungen eines Torpedos kennt, möchte ich anhand dreier Bilder einmal zeigen, welche Wucht hinter solch einer Detonation steckt.
Die Bilder sind im Jahr 1977 während des Manövers Bold Game entstanden. Der Torpedo war ein norwegischer Geradeausläufer und von den Norwegern in einem Fjord auf das Steilufer geschossen. Leider sind mir Typ und Sprengkraft des Torpedos nicht bekannt.

mfg.
Edlef

Trimmer

Angeregt durch die Bilder von Edlef habe ich jetzt einmal eine Frage. Was passiert eigentlich wenn ein Torpedo auf einen Gummiwulst trifft  :? Ich denke da z.B. auch an Hovercraft - Fahrzeuge. Bei Aufschlg auf Metall oder Gestein ist mir das schon klar.

Trimmer-Achim
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

Eddi01

Hallo Achim
Ich gehe mal davon aus, da die Torpedos über Aufschlagzünder verfügen, dass es bei einer Torpedogeschwindigkeit von 24kn auch hier zur Detonation kommt. Des weiteren kann ich wenn ich mich nicht sehr irre bei den heutigen drahtgelenkten Torpedos den Torpedo fernzünden.

mfg. Edlef

Trimmer

Edlef - bei drahtgelenkten Torpedos ist e schon klar. Aber bei "normalen" Torpedos - 24 kn rund 12 km/h bin ich mir da ebend nicht so sicher. Wenn ich rein theoretisch mal von einem Airbag ausgehe passiert ja da auch nichts - eigene Erfahrung  :-D

Achim  :MG:
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

schappi1976

Hallo Trimmer,

24kn = 44,5 km/h
Da gibt es schon ordentlich BUMS, um es mal einfach auszudrücken.
Also wenn der Gummi unter Wasser sein sollte, sollte die Kraft ausreichen um den Torpedo zur Detonation zu bringen, wenn er denn einen Aufschlagzünder haben sollte...
Ein Hovercraft mit nem Direkttreffer zu versenken dürfte sehr schwer werden, da er auf einem Luftpolste gleitet... noch können die Torpedos nicht fliegen  :|
Die meisten Torpedos laufen jedoch mittlerweile unter die Schiffe um zu explodieren. Durch den entstehenden Gasdruck wird das Schiff angehoben und dadurch bvricht das Genick (Kiel). Selbst bei U-Abwehrtorpedos gibt es einen Anäherungszünder, welcher kurz vorm Ziel detoniert. Einen reinen Aufschlagzünder wie damals wird man nicht mehr finden, es ist einfach kein Platz in der Torpedonase, da dort üblicherweise das Sonar untergebracht ist..
Was icht jetzt nicht ausschließen möchte ist, dass eventuell eine andere Art von Zündung existiert, welche den Torpedo als letztes Mittel am Ziel (falls der Rest aussfällt) zur Explosion bringt.

Die neuesten Torpedos laufen nicht nur nach Gehör und Magnetfeld sondern gehen den Blubberblasen des Kielwassers nach. So dass auch Geräuschbojen bzw. Magnetfeldlose Schiffe keine Chance mehr haben.
Wenn du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.
Antoine de Saint-Exupéry

Trimmer

Hallo Angel - Ich bin blöd . Kn x rund 2 = km/h . (und nicht : ) Und danke für die Erklärung.

Achim - Trimmer
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

Thorsten Wahl

Der Torpedo sollte den Gummwulst von Luftkissenfahrzeugen nicht berühren können, da es über dem Wasser schwebt.
Meine Herren, es kann ein siebenjähriger, es kann ein dreißigjähriger Krieg werden – und wehe dem, der zuerst die Lunte in das Pulverfaß schleudert!
WoWs : [FMA]Captain_Hook_

Big A

Aber ein Hovercraft verfügt auch über ein Magnetfeld, also..


... bumms darunter = Hovercraft kaputt...

Axel
Weapons are no good unless there are guts on both sides of the bayonet.
(Gen. Walter Kruger, 6th Army)

Real men don't need experts to tell them whose asses to kick.

olpe

Hallo,
jo, bei einem Luftkissenfahrzeug in Fahrt ist das oben beschriebene durchaus o.k.
Auch wenn der Gedanke nicht nur an einem Haar herbeigezogen ist, denke ich hierbei aber ebenso an die s.g. SES-Fahrzeuge (surface effect ships). Hierbei handelt es sich um Fahrzeuge mit Karamaran-Rumpf und Gummischürzen vorn und achtern. Bei 'Luftkissenfahrt' hebt das Luftpolster das Schiff/Boot zu einem gewissen Prozentsatz aus dem Wasser, aber nicht vollständig. Die Gummischürzen bleiben nach meinem Dafürhalten zum Teil unter Wasser. Beispielhaft seien hier die norwegische SKJOLD-Klasse und das russische Projekt 1239 SIVUCH (NATO: FG der DERGACH-Klasse) genannt. Schiffe: "BORA" [615] und "SAMUM"[616], beide Schwarzmeerflotte.
Sollte nun ein moderner Torpedo - mit Aufschlagzünder - (russische Marine: Pendelzünder) den Weg in den Bug- oder Heckbereich eines SES-Fahrzeuges finden und hoch genug laufen (Oberflächenläufer), könnte die negative Aufprallbeschleunigung durchaus den Zünder auslösen. Die Zündung moderner Torpedos wird m.E. aber zuverlässigeren Zündverfahren überlassen, eben das Reagieren auf  Schiffsfelder ...
Grüsse
OLPE

P.S.: bei den schnellfahrenden Luftkissen- und SES-Fahrzeugen würde ich eher an den Einsatz eines FK denken ... weniger an einen Torpedoschuss auf eine 'Gummischürze' ... :-D

Big A

ZitatP.S.: bei den schnellfahrenden Luftkissen- und SES-Fahrzeugen würde ich eher an den Einsatz eines FK denken ... weniger an einen Torpedoschuss auf eine 'Gummischürze' ... 

Ja, das erscheint durchaus vielversprechender :-D

Axel
Weapons are no good unless there are guts on both sides of the bayonet.
(Gen. Walter Kruger, 6th Army)

Real men don't need experts to tell them whose asses to kick.

olpe

... um das Hauptthema aber noch mal zu beleuchten ...:
... die Sprengkraft von Torpedos.

Diese ist recht unterschiedlich, variiert je nach Konstruktion und damit Einsatzzweck der Waffe. Ein filigraner Leichtgewichts-U-Bootabwehrtorpedo - hubschraubergestützt - mit kleinerem Querschnitt trägt weniger Sprengstoff im Gefechtskopf als ein überschwerer russischer 650mm-U-Boot-Torpedo.
Auf pages mit Videoclips unter Schiffen detonierener Torpedos sei verwiesen (Beispiel)
Hier zum Vergleich einige Torpedos aus der russischen Marine bzw. russischer Produktion:

- TT-4 (324mm-Leichtgewichtstorpedo, Gefechtskopf: ca. 60 kg)
- UMGT-1ME und SET-72E (400mm-Leichtgewichtstorpedos, Gefechtskopf: ca.  100 kg)
- TEST-71ME ('normaler' 533mm-Torpedo, Gefechtskopf: 205 kg)
- UGST (universeller Schwergewichtstorpedo 533mm, Gefechtskopf: ca. 300 kg
- 65-76 KIT (Erzeugnis 298A, überschwerer 650mm-U-Boot-Torpedo, ... brachte die "KURSK" zum Sinken ..., Gefechtskopf: nicht bekannt, dürfte aber bei ca. 450 kg oder mehr liegen ... )

Grüsse
OLPE

Urs Heßling

moin,

Gemäß Norman Polmar´s "Guide to the Soviet Navy" waren Torpedos die ersten Waffen der Marine mit Nuklearkapazität.

Des weiteren gibt er für den Torpedo "53 VA" einen Sprengkopf von 1.250 lbs (pounds) = 562, 5 Kg an


Zitat von: Big A am 21 Oktober 2010, 12:44:03
Aber ein Hovercraft verfügt auch über ein Magnetfeld, also.. ... bumms darunter = Hovercraft kaputt...

Die Erfolgsmöglichkeit eines DM2A1 gegen z.B. ein Luftkissenfahrzeug der AIST-Klasse http://en.wikipedia.org/wiki/Aist_class_LCAC wurde unter den Kommandanten des 7. SGschw. diskutiert, das AIST wurde aber nie in die für die einstellbare Lauftiefe entscheidende Zieltabelle aufgenommen.

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Big A

@urs

Gab's nicht auch mal Versuche, einen gegen Hovercrafts wirksame Flachwassermine zu entwickeln, habe da mal was gehört, aber nix genaues weiß ich nicht :?

Axel
Weapons are no good unless there are guts on both sides of the bayonet.
(Gen. Walter Kruger, 6th Army)

Real men don't need experts to tell them whose asses to kick.

Urs Heßling

Zitat von: Big A am 21 Oktober 2010, 16:27:00
Gab's nicht auch mal Versuche, einen gegen Hovercrafts wirksame Flachwassermine zu entwickeln,

ja, es gab Versuche, soweit ich mich erinnere, mit einem vertikal abzufeuernden "Pfeilgeschoß", um das LCV zu "erwischen"

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

olpe

Zitat von: Urs Hessling am 21 Oktober 2010, 16:24:59
Gemäß Normar´s "Guide to the Soviet Navy" ... Des weiteren gibt er für den Torpedo "53 VA" einen Sprengkopf von 1.250 lbs (pounds) = 562, 5 Kg an

Hallo @Urs,
für den Torpedo 53-VA erscheinen über 550 kg für den Gefechtskopf reichlich. Nach - leider eher spärlichen - russischen Angaben stellt sich das Bild dieses Torpedos so dar:
- Kaliber 533 mm
- Einführung 1966
- für den Export bestimmt
- passiver Suchkopf
- Reichweite 10-11 km bei 29-32 kn
- Sprengladung im Gefechtskopf 210 kg
Das Basismodell dieser Exportvariante 53-56V besaß einen Sprengkopf mit ca. 400 kg
Unten einige Impressionen des 53-VA
(Q: forums.airbase.ru)
Grüsse
OLPE

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