Schlachtkreuzer die 2.

Begonnen von Gneisenau, 24 April 2006, 19:11:05

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Leutnant Werner

@Spee,
Bei den Falkland-Inseln erreichten "Invincible" und "Inflexible" nur knappe 25 Knoten. Die sind nicht extra so langsam gefahren, etwa wegen der alten Panzerkreuzer des Geschwaders, denn jene fielen bei der Verfolgungsjagd eh zurück. Die fuhren nicht schneller, weil es entweder das Wetter nicht zuließ oder ... sie nicht schneller konnten (?). Ich muss das mal zu Hause nachrecherchieren...
Gruß
Lt.

Spee

@Lt. Werner,

"Invincible" 7.11.1908 Polperro-Meile 26,64kn mit 46.500SHP (17.400ts, Durchschnitt aus 6 "full power"-runs)
"Inflexible" -.--.1908 Skelmore-Meile 26,48kn mit 46.947SHP (Durchschnitt aus 6 "full power"-runs)
Servus

Thomas

Suicide Is Not a War-Winning Strategy

Huszar

Ist zwar kein Schlachtkreuzer, aber als Beispiel Probefahrt/Einsatz taugst allemale:

Da Barbiano, 42,05 Knoten bei 123.479 PS bei der Probefahrt. Entworfen wurde sie für 36,5 Knoten. Wie viel ging dann im Einsatz? Unter 35 Knoten...



Harold hat die Entwicklung mM nach auf dem Kopf getroffen.

Obwohl nie als BC klassifiziert, erreichten die Washington- und Post-Washington BBs GEschwindigkeiten, mit denen sie BCs aus dem 1wk stehen lassen konnten. Lutscha wird sich freuen: seht euch mal die Iowa an! Und sogar ein Titan wie die Yamato brachte es auf ca. 27 Knoten - immernoch genug, um mit den meisten BCs mitzuhalten.



mfg



alex
Reginam occidere nolite timere bonum est si omnes consentiunt ego non contradico
1213, Brief von Erzbischof Johan von Meran an Palatin Bánk von Bor-Kalán

Lutscha

123,479 Knoten! Oh mercy!

Tja, das schnelle Schlachtschiff machte den Battlekroozer obsolet.
Das ist ja barer Unsinn, wenn das stimmen würde, hätten SIE ja recht!

Typisch deutsche Argumentationsweise.

Huszar

Sollte PS heissen.... Ist schon korrigiert.

(Da Barbiano war ein leichter Kreuzer)

mfg


alex
Reginam occidere nolite timere bonum est si omnes consentiunt ego non contradico
1213, Brief von Erzbischof Johan von Meran an Palatin Bánk von Bor-Kalán

Spee

@Huszar,

solchen Albernheiten, denen sich die Italiener in den 20er und 30er Jahren hingaben, waren seit den Indienststellunggstagen der 30kn-destroyer Anfang des Jahrhunderts bei den Briten verpöhnt.
"Invincible's" Geschwindigkeitsfahrten fanden z.B. 8 Monate nach ihrer Indienststellung statt.
"Princess Royal" lief im September 1912 auf der Polperro-Meile in 6 runs durchschnittlich 28,5kn bei einer Standardverdrängung von 26.710ts mit einer Leistung von 78.803SHP. Im Januar 1913 erreichte sie an selber Stelle in 4 runs mit 79.462SHP eine Geschwindigkeit von 27,82kn bei einer Verdrängung von 28.440ts. Im Juli 1913 (Polperro) lief sie unter Überlast (95.117SHP) mit einer Verdrängung von 29.660ts immerhin 27,97kn (6 runs).
Servus

Thomas

Suicide Is Not a War-Winning Strategy

Huszar

Interessant ist aber folgendes:
Die Durchschnittsgeschwindigkeiten nehmen immer weiter ab. (ok, die Verdrängung nimmt zu, aber gleiches gilt auch für die PS-Zahlen!)

Ein Jahr später, unter Kriegsbedingungen, und etwas abgefahrener Maschine sind 27+ knoten nicht zwingend erreichbar.


Mal eine dumme Frage:
Hat Blücher die 25,8 Knoten auf der Meile, oder im Gefächt erreicht?
(bin nicht so der 1wk-interessierter)


mfg

alex
Reginam occidere nolite timere bonum est si omnes consentiunt ego non contradico
1213, Brief von Erzbischof Johan von Meran an Palatin Bánk von Bor-Kalán

Spee

@Huszar,

1.700ts mehr durch Wasser bewegen, mit gerade einmal 650SHP mehr ist eine recht ansehnliche Leistung für fast 28kn. Die "berühmten" 25,8kn der "Blücher" sind Probefahrtergebnisse. Als üblich werden 24,25kn angegeben. Also war "Blücher" keinesfalls schneller als "Invincible" resp. "New Zealand".
Servus

Thomas

Suicide Is Not a War-Winning Strategy

Leutnant Werner

@Huszar,
Die Italiener und Franzosen haben viele ihrer hohen Geschwindigkeiten bei Probefahrten durch "irreguläre" Bedingungen erzielt: Da fehlten dann die Panzertürme und ähnliche Scherze - reiner Selbstbeschiss.
@Spee,
Huszar hat recht, wenn er im Falle von "Invincible" und "inflexible" Kriegsbedingungen und eine abgefahrene Maschine ins Spiel bringt. Die waren doch zunächst im Mittelmeer bei dem Versuch, Goeben und Breslau abzufangen, im Einsatz, haben anschließend nach Großbritannien verlegt. Dann ein speed run um die halbe Welt...
Aber wir können das ja noch in Wien ausdiskutieren.
Grüßle
Lt.

Spee

@Lt.Werner,

es ging mir ja bei den Daten auch nur darum, zu zeigen, daß die britischen Schlachtkreuzer grundsätzlich schneller als "Blücher" waren und ein Davonlaufen selbiger auf der Doggerbank nicht möglich war. Oder gelten bei deutschen Schiffen Kriegsbeladung, Zustand der Maschine usw. nicht? "Blücher" wird die 25,8kn auch nur unter optimierten Bedingungen erreicht haben.
Lord Fisher wäre nicht er selbst gewesen, wenn er den beiden "Greyhound's" nicht einen Werftaufenthalt gegönnt hätte. Bevor die britischen Schlachtkreuzer in den Atlantik liefen, wurden beiden in Docks verlegt. Dort wurde der Schiffsboden gereinigt (a clean hull would give her an extra knot or two of speed) und die Maschinen überprüft. Amüsant ist der Telegrammaustausch zwischen der Werft Devonport und London.
Devonport 8.11.1914: "The earliest possible date of completion to "Invincible" and "Inflexible" is midnight November 13th."
London 8.11.1914: ""Invincible" and "Inflexible" are needed for War Service and are to sail Wednesday 11th November. Dockyard arrangements must be made to conform."  :)  Fisherlike

"Speed run" durch den Atlantik ist auch nicht richtig. Admiral Sturdee schonte seine Schiffe bei der Überführung, 16-18kn maximal. Er war sich der Tatsache bewußt, daß er die Maschinen nicht zu stark beanspruchen darf.

@Gneisenau,

Tragisch bei der Geschichte ist ledigich,währe Spee mit Scharnhorst und Gneisenau wild um sich schiessend in Port Stanley eingelaufen hätte er Erfolg gehabt da die Briten am Kohlen waren.Aber so ist das Kriegsglück.

Bitte zeige mir den Admiral, der dies getan hätte! Das wäre einem Selbstmord-Kommando ähnlich, keinesfalls einem deutschen, britischen oder was weiß ich Admiral.
Servus

Thomas

Suicide Is Not a War-Winning Strategy

Leutnant Werner

@Thomas,
"wild um sich schiessend" in Port William das noch nicht gefechtsbereite britische Geschwader angreifen, wäre die einzige Chance von Spee gewesen, die gegnerischen Schiffe ernsthaft zu beschädigen oder zu versenken, und es hätte beim Sinken der deutschen Schiffe ein Mehrfaches an Überlebenden gegeben. Haben wir das nicht schon einmal im alten SSF diskutiert?
Gruß
lt.

Spee

@Lt.Werner,

ja. Aber eine solche Taktik überhaupt in Erwägung zu ziehen, ist absurd, weil ein solches Vorgehen zu damaligen Zeiten völlig abwegig war. Außerdem wußte Admiral Spee nichts von den britischen Schlachtkreuzern, deren wurde er sich erst während der Verfolgung bewußt. Seiner Einschätzung nach war in Port Stanley das Geschwader von Admiral Stoddart. Panzerkreuzer und kleine Kreuzer, ein Duell etwa 1:1 auf offener See. Betrachte mal die Falkland-Schlacht ohne die Schlachtkreuzer, daß ist die Aufstellung, die Admiral Spee annahm. Keine schlechten Chancen für ihn, oder?
Servus

Thomas

Suicide Is Not a War-Winning Strategy

Torpedo

Nicht schon wieder! Der arme Spee hat in der Schlacht nicht nur seine Söhne, sondern auch sein eigenes Leben verloren und nun diese immerwährende Diskussion mit dem "in Port Stanley einlaufen". Lasst es zumindest in diesem Thread gut sein...
Uli "Torpedo"   [WoW Nic: Torpedo_uas]

"Man muss seine Geschichte kennen, um nicht die gleichen Fehler zu wiederholen"

Restaurierungsbericht des SEELÖWE, 20er Jollenkreuzer Baujahr 1943
http://facebook.com/r167seeloewe

Spee

@Torpedo,

ich stimmt dir zu, aber ich werde eben solche eher absurden Dinge nicht einfach so stehen lassen. Will und kann ich nicht.
Servus

Thomas

Suicide Is Not a War-Winning Strategy

harold

...darf ich wieder mal, so zurück zum thread im Allgemeinen, was beisteuern?

Laut DK.Brown, The Grand Fleet (seeehr empfehlenswert! nochmals Danke, Spee!) gab´s in GB zur Zeit der Planung der G3 kein einziges Dock, das sie hätte aufnehmen können (auch für Hood musste eine Extraverlängerung gebaut werden) - und für die diversen deutschen Planungen wohl auch nicht.

Dazu waren die Dinger einfach zu lange!
Ähnlich wird´s in Japan gewesen sein, vermute ich; irgendwo (??) las ich mal von neuen Dockanlagen in Folge von Amagi.

Insofern sehe ich in der allgemeinen Absage an den BC auch eine Absage an die teure Neuerrichtung von Docks, resp. die Radienerweiterung von Schleusenzufahrten und Kanälen.
Für (nach Baupause) 35000ts dürften sich vernünftige Schiff-Proportionen noch mit bestehenden Infrastrukturen ausgegangen sein.

Harold
4 Ursachen für Irrtum:
- der Mangel an Beweisen;
- die geringe Geschicklichkeit, Beweise zu verwenden;
- ein Willensmangel, von Beweisen Gebrauch zu machen;
- die Anwendung falscher Wahrscheinlichkeitsrechnung.

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