KTS Boote der VM

Begonnen von der erste, 09 April 2012, 13:07:33

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der erste

Unter dem angegebenen Link findet ihr Bilder vom Fertigungsprozeß der KTS-Boote in der Bootswerft Rechlin und andere interessante Details.
http://www.gerald-halle.de/Werkfoto.htm

2M3

Weitere Infos und Bilder zu den Kleinen Torpedo-Schnellbooten Projekt 131 der Volksmarine gibt es unter:

http://www.parow-info.de/f/fd/131.html und

http://www.ktsboote.de/

Ein paar Fotos habe ich kürzlich im MHM Dresden gemacht.

Bild 1: Bb-Seite
Bild 2: Stb-Seite
Bild 3: Beschreibung (finde die Fehler  :?)

Gruss Frank
Flottenschule Parow 78-79, Ausbildung Ari-leicht, 25mm 2M3/M110 und 30mm AK-230, 79-82 Ari-Maat 1. MSR Abteilung/1. Flottille Peenemünde auf Proj. 89.2 MSR-lang/Kondor-II

2M3

Das Deckshaus mit der Kanzel des Kommandanten oben, der das Boot selber steuerte.
Eine Aufnahme vonn innen mit der Torpedozieleinrichtung und dem Lenkrad (vom LKW W-50), da lang --> http://files.balancer.ru/forums/attaches/2015/10/08-3970769-120024.jpg
Hinten im Deckshaus befanden sich die Arbeitsplätze vom Motorenmeister und E-Gasten, da lang --> http://files.balancer.ru/forums/attaches/2015/10/08-3970769-33ccilj.jpg
Vorn befanden sich der Arbeitsplatz des Obersteuermanns und ein Reserveplatz, da lang --> http://www.ktsboote.de/kts_technik_navigation_1.htm
An jeder Bordseite befand sich eine Ausstoßvorrichtung für je eine Fernzündmine UDM, da lang --> http://www.ktsboote.de/kts_technik_mine_1.htm
Diese konnten in der Transportvariante gegen Verdecke für je 8 Mann ausgetauscht werden, da lang --> http://files.balancer.ru/forums/attaches/2013/07/10-3197639-131-74g.jpg

Flottenschule Parow 78-79, Ausbildung Ari-leicht, 25mm 2M3/M110 und 30mm AK-230, 79-82 Ari-Maat 1. MSR Abteilung/1. Flottille Peenemünde auf Proj. 89.2 MSR-lang/Kondor-II

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Die Fahrtmessdüse, Vmax 48kn
Flottenschule Parow 78-79, Ausbildung Ari-leicht, 25mm 2M3/M110 und 30mm AK-230, 79-82 Ari-Maat 1. MSR Abteilung/1. Flottille Peenemünde auf Proj. 89.2 MSR-lang/Kondor-II

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Die beiden Torpedos wurden nach hinten in Fahrtrichtung des Bootes ausgestossen. Danach drehte das Boot sofort ab.

Am Deckshaus hinten rechts der Zugang und links der 2-türige Spind für 8 Munikästen a 50 Granaten für die navalisierte 23mm Flak ZU-23, da lang --> http://files.balancer.ru/forums/attaches/2015/10/05-3967661-munitionsschrank-der-flak-zu-23.jpg
Flottenschule Parow 78-79, Ausbildung Ari-leicht, 25mm 2M3/M110 und 30mm AK-230, 79-82 Ari-Maat 1. MSR Abteilung/1. Flottille Peenemünde auf Proj. 89.2 MSR-lang/Kondor-II

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Das Heck mit den 3 Schrauben. Die beiden äußeren Motoren wirkten direkt auf die Schrauben, der mittlere mit Abtrieb nach vorn, gewährleistete über ein Getriebe neben der Manöverfahrt zusätzlich das Rückwärtsfahren und Aufbremsen, Minimalgeschwindigkeit 8 kn.
Über den Schrauben die Öffnungen für die freiflutenden Zellen, die sich über das Schraubenwasser mit Luft füllen und so das Boot hinten höher kommen lassen.
Hinten am Heck, drei Opferanoden für den Korrosionsschutz.
Flottenschule Parow 78-79, Ausbildung Ari-leicht, 25mm 2M3/M110 und 30mm AK-230, 79-82 Ari-Maat 1. MSR Abteilung/1. Flottille Peenemünde auf Proj. 89.2 MSR-lang/Kondor-II

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#6
Die 23mm ZU-23, bedient allein vom Arigast. In der Landvariante hatte die 5 Mann Bedienung (GF,RS,2xLK,VisierK,). Nachladen während der Fahrt je nach Fahrtstufe möglich bis nur unter Lebensgefahr möglich. Im Gegensatz zu den arimäßig unbewaffneten Vorgänger-LTS-Booten, sollten vor allem Kampf-Hubschrauber auf Abstand gehalten werden. Der Arigast konnte wohl als erster seine Bandscheiben abschreiben, da sein Sitz im Gegenteil zu den anderen Besatzungsmitgliedern nicht gefedert war. Ein Wetterschild schützte ihn vor dem Gröbsten und er konnte sich am Sitz festschnallen, trotzdem dürfte jede Gefechtsfahrt eine Bewährungsprobe gewesen sein, um nicht über Bord zu gehn :|
Flottenschule Parow 78-79, Ausbildung Ari-leicht, 25mm 2M3/M110 und 30mm AK-230, 79-82 Ari-Maat 1. MSR Abteilung/1. Flottille Peenemünde auf Proj. 89.2 MSR-lang/Kondor-II

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Hier noch ein Lageplan des Maschinendecks. Für die Stromerzeugung gab es einen Wellengenerator auf der Bb.-Welle und zusätzlich einen Hidi.

Ein Kompressor für die Anlassluft war vorhanden. In der Notunterkunft vorn gab es vier Schlafgelegenheiten und einen Elektrokocher, da lang --> http://files.balancer.ru/forums/attaches/3d/3a/3d3a00c5f8d56f31b93e9ad3543b5e76.gif

Gruss Frank
Flottenschule Parow 78-79, Ausbildung Ari-leicht, 25mm 2M3/M110 und 30mm AK-230, 79-82 Ari-Maat 1. MSR Abteilung/1. Flottille Peenemünde auf Proj. 89.2 MSR-lang/Kondor-II

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#8
Zur Besatzung:

5 Mann + 1 Reserveplatz + 16 Außenplätze bei der Transportvariante

Kommandant (Berufsoffizier, nach 4jähriger seemännische Offz.-Ausbildung an der OHS Stralsund, meist Ltn. oder OLtnt, als KL meist Gruppenführer, Gruppe = 5 Boote)
Obersteuermannsmaat (UaZ 4 Jahre, nach 11monatiger Naviausbildung Flottenschule Parow)
Motorenmeister (BU 10 Jahre, nach 11monatiger Ausbildung Maschine-Mot. Flottenschule Parow)
Elektrikergast (SaZ 3 Jahre, nach 6monatiger Ausbildung Maschine-E Flottenschule Parow)
Arigast (SaZ 3 Jahre, nach 6monatiger Ausbildung Ari vermutlich Stralsund Dänhom)

30 Serien-Boote + 4 Vorserienboote gebaut.

Stationierung bei der 6. Flottille in Dranske auf der Insel Rügen
Je 15 Boote bildeten die 7. und die 9. LTS-Brigade (später in KTS-Brigaden umbenannt)
Jede Brigade war in 3 Gruppen a 5 Boote gegliedert
7. LTSBr - 1., 3., 5. Gruppe
9. LTSBr - 2., 4., 6. Gruppe

weitere Info Seite --> da lang http://www.galepp.com/frames/frameset-lts.htm

Edit: Die Flak wurde natürlich vom Arigast bedient
Flottenschule Parow 78-79, Ausbildung Ari-leicht, 25mm 2M3/M110 und 30mm AK-230, 79-82 Ari-Maat 1. MSR Abteilung/1. Flottille Peenemünde auf Proj. 89.2 MSR-lang/Kondor-II

Urs Heßling

moin, Frank,
tolle Info top :MG:

Frage zu
Zitat von: 2M3 am 11 Januar 2016, 19:06:13
Kommandant (Berufsoffizier, nach 4jähriger seemännische Offz.-Ausbildung an der OHS Stralsund, meist Ltn. oder OLtnt, als KL meist Gruppenführer, Gruppe = 5 Boote)
..
Stationierung bei der 6. Flottille in Dranske auf der Insel Rügen
Je 15 Boote bildeten die 7. und die 9. LTS-Brigade (später in KTS-Brigaden umbenannt)
Jede Brigade war in 3 Gruppen a 5 Boote gegliedert
7. LTSBr - 1., 3., 5. Gruppe
9. LTSBr - 2., 4., 6. Gruppe
Wie lief die Kommandantenschulung ?
War eine der 6 Gruppen (reihum im Wechsel) eine Schulungsgruppe ?
Oder war ein "frischgebackener" Kommandant gleich "Einsatzkommandant" ?
Denn eine Lehrlingszeit als Wachoffizier war ja aufgrund Platzmangels offensichtlich nicht möglich ..

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Eddy

Zitat von: Urs Heßling am 11 Januar 2016, 20:44:04

Frage zu
Zitat von: 2M3 am 11 Januar 2016, 19:06:13
Kommandant (Berufsoffizier, nach 4jähriger seemännische Offz.-Ausbildung an der OHS Stralsund, meist Ltn. oder OLtnt, als KL meist Gruppenführer, Gruppe = 5 Boote)
..
Stationierung bei der 6. Flottille in Dranske auf der Insel Rügen
Je 15 Boote bildeten die 7. und die 9. LTS-Brigade (später in KTS-Brigaden umbenannt)
Jede Brigade war in 3 Gruppen a 5 Boote gegliedert
7. LTSBr - 1., 3., 5. Gruppe
9. LTSBr - 2., 4., 6. Gruppe
Wie lief die Kommandantenschulung ?
War eine der 6 Gruppen (reihum im Wechsel) eine Schulungsgruppe ?
Oder war ein "frischgebackener" Kommandant gleich "Einsatzkommandant" ?
Denn eine Lehrlingszeit als Wachoffizier war ja aufgrund Platzmangels offensichtlich nicht möglich ...
Hallo Urs,
ich hänge mich hier mal ein weil ich ja schließlich fünf Jahre bei diesen Booten gedient habe.
Die künftigen Kommandanten von KTS-Booten wurden bereits im letzten Studienjahr an der OHS auf ihren Einsatz vorbereitet. Im letzten Truppenpraktukum vor den Schulabschluß und der Ernennung zum Leutnat wurde grundsätzlich dazu genutzt, dass die Kommandantenprüfung ohne Waffeneinsatz abgelegt wurde. Das ist ersatzmäßig die "WO-Zeit" gewesen. Als junge Leutnants kamen diese Kommandanten dann unter die Fitische von alten Hasen und erlernten sehr schnell auch den Waffeneinsatz. Beide Brigaden gingen im Jahreswechsel Bereitschafts- oder auch Gefechtsdienst genannt. Hier wurden nur Kommandanten zugelassen, die alle Berechtigungen für die Führung des Bootes hatten. Da Einzelbootseinsätze nicht vorgesehen waren, waren immer ein Paar, eine Rotte, eine Gruppe oder die gesamte Brigade in See. Von 15 Booten der Gefechtsdiensteinheiten hatten zwei ständig Bereitschaft, dass heißt, vorgewärmte Maschinen, alles erforderliche an Bord, die Besatzungen, einschließlich Kommandant, waren immer an Bord des dazu gehörenden Schwimmenden Stützpunktes. Diese Boote konnten innerhalb 15 min auslaufen während das bei den anderen etwa 60 min dauerte.
Eine sogenannte "Schulungsgruppe" innerhalb der sechs Gruppen gab es nicht, zumal ja beide Brigaden unabhängig von einander handelten, also nur in jeweils drei Gruppen. Für einige junge Kommandanten war das so wie ins kalte Wasser geschmissen zu werden. Aber größere Probleme gab es relativ selten, da jeder Kommandant wusste, ein grober Fehler bedeutete meist Abgabe des Kommandos und Einsatz als WO auf einem großen TS-Boot oder anders wo.
Noch eine kleine Korrektur zu 2M3´s Zitat: es gab keine KTS-Brigaden, ab 01.12.1982 wurden beide LTS-Brigaden in TS-Brigaden umbenannt, also 7. TS-Brigade "FRITZ GLOBIG" und 9. TS-Brigade "KARL BEIER". UNter dieser Bezeichnung findet man sie auch im MA in Freiburg, LTS sucht man da vergebens.
Eddy
Eddy von der großen Insel

"Tradition pflegen heißt nicht Asche aufbewahren sondern eine Flamme am Leben erhalten!"

Elektroheizer

Und noch 'ne Frage
Zitat von: 2M3 am 11 Januar 2016, 19:06:13
Zur Besatzung:

Kommandant
Motorenmeister (BU 10 Jahre, nach 11monatiger Ausbildung Maschine-Mot. Flottenschule Parow)
Elektrikergast (SaZ 3 Jahre, nach 6monatiger Ausbildung Maschine-E Flottenschule Parow)
Elektrikergast (SaZ 3 Jahre, nach 6monatiger Ausbildung Ari vermutlich Stralsund Dänhom)
Warum 2 E-Gasten? IMHO wäre da ein gelernter Mot-Gast sinnvoller, falls mal was an der Maschine ist. Oder waren Mot-Mixer da Mangelware und wurden woanders dringender gebraucht  :?
,,Ihr seid alle Individuen" - "Ich nicht!"

Eddy

Zitat von: 2M3 am 11 Januar 2016, 19:06:13
Zur Besatzung:
5 Mann + 1 Reserveplatz + 16 Außenplätze bei der Transportvariante

Kommandant (Berufsoffizier, nach 4jähriger seemännische Offz.-Ausbildung an der OHS Stralsund, meist Ltn. oder OLtnt, als KL meist Gruppenchef, Gruppe = 5 Boote)
Obersteuermannsmaat (BU und UaZ 4 Jahre, nach 11monatiger Naviausbildung Flottenschule Parow)
Motorenmeister (BU 10 Jahre und UaZ nach 11monatiger Ausbildung Maschine-Mot. Flottenschule Parow)
Elektrikergast (SaZ 3 Jahre, nach 6monatiger Ausbildung Maschine-E Flottenschule Parow)
Ari-Gast (SaZ 3 Jahre, nach 6monatiger Ausbildung Ari vermutlich Stralsund Dänholm)
Zur Besatzung gehörten die Transportsitze nicht, sie waren eine Einsatzvariante. Einen Reserveplatz gab es eigentlich nicht, da der Steuermann diese zwei Plätze nutzte. Einer für die Funkmeßstation (BS2) und einer beim Koppelrechner mit kleiner Arbeitsplatte (BS1), wo Notizen für das Bootstagebuch gemacht wurden. Alle Befehle und Manöver wurden auf einem Tonband aufgenommen und danach wurde das Bootstagebuch geschrieben. Während der Fahrt war das Schreiben fast unmöglich.
Eddy
Zugegeben, mitfahrende Gäste nutzen einen Platz davon.
Eddy von der großen Insel

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Eddy

Zitat von: 2M3 am 11 Januar 2016, 18:38:50
.... In der Notunterkunft vorn gab es vier Schlafgelegenheiten und einen Elektrokocher....
Diese vier Kojen wurden sehr selten benutzt, in kalten Jahreszeiten auch sehr unbehaglich, da nicht heizbar. Da blieb man lieber auf GS.
In dieser Notunterkunft waren auch der VS-Spint und der Waffenschrank mit zwei MPi und drei Pistolen plus dazu gehörende Munitionskampfsätze. Die Signalpistole und Munition waren ebenso da untergebracht. Während des Seeeinsatzes trug nur der Kommandant seine Waffe am Mann.
Eddy
Eddy von der großen Insel

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Eddy

Zitat von: 2M3 am 11 Januar 2016, 18:31:38
... Der Ladehugo konnte wohl als erster seine Bandscheiben abschreiben, da sein Sitz im Gegenteil zu den anderen Besatzungsmitgliedern nicht gefedert war. Ein Wetterschild schützte ihn vor dem Gröbsten und er konnte sich am Sitz festschnallen, trotzdem dürfte jede Gefechtsfahrt eine Bewährungsprobe gewesen sein, um nicht über Bord zu gehn...
Nun ganz so schlimm war das nicht aber einfach auch nicht. Vergesst bitte nicht, das der Ari-Gast fast am Heck saß und somit auf dem einzigen Teil des Bootes was im Wasser lag. Die Schläge fingen die anderen viel stärker ab. Der Ari-Gast musste sich anschnallen.
Eddy
Eddy von der großen Insel

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