Seekriegsgräber

Begonnen von Rheinmetall, 06 August 2013, 15:55:42

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Rheinmetall

Hallo zusammen !

Ich hätte ein paar Fragen zu einem sehr sensiblen Thema des Seekrieges, nämlich zu den Seekriegsgräbern und den zur See gebliebenen Gefallenen.

Ab wann wird eigentlich ein Wrack als Seekiegsgrab eingestuft ?

Habe bei Wikipedia den Artikel "Protection of Military Remains Act" gefunden, bei welchem abgestürzte Flugzeuge generell unter diesen Schutz gestellt werden, während Über- & Unterwassereinheiten mit Namen genannt werden müssen.
Wenn ich das richtig verstanden haben, sind jedoch lediglich nur 57 Wracks dadurch geschützt, obwohl das Benennen der gesunkenen Einheit bereits zu deren Aufnahme in die Listen genügt.

Könnte mir das jemand näher erläutern, denn mit dem o.g. Beitrag kann ich nicht wirklich etwas anfangen.

Gestern Abend kamen auf Phönix zwei Reportagen über die Versenkungen der Hood und der Bismarck.
Hierbei sah man Bilder von den Wracks und persönlicher Ausrüstung der Besatzung (Seestiefel) wobei sich mir die Frage stellte, was aus den Gefallenen dieser beiden Schlachtschiffe wurde.
Ich möchte jetzt nicht pietätlos klingen, aber das würde mich schon sehr interessieren.
Verschwinden / verwesen Leichname in so einer enormen Tiefe überhaupt ?
Denn Sauerstoff gibt es dort unten nicht wirklich, es ist stockfinster und kalt, eigentlich alles Faktoren die gegen das Verschwinden der Gefallenen sprechen, oder ?
Oder wenn doch, wie lange sind die Gebeine vorhanden, bis sie letztendlich zersetzt werden ?

Über Antworten würde ich mich wie immer sehr freuen.

Rheinmetall
Ab Kapstadt ohne Kreiselkompass - Jürgen Oesten, U 861

Ferenc

Hallo Rheinmetall,

Die sterblichen Überreste von Mensch und Tier verwesen bzw. werden von Meereslebewesen, je nach Wassertiefe etwas unterschiedlich, gefressen (Haie, Meeraale, Krebse bis Bakterien).
Organische Materialien oder zumindest Knochen bleiben erhalten wenn sie mit Schlamm/Sand bedeckt sind. Es gibt auch Beobachtungen, dass in Lederschuhen, vermutlich wegen der im Salzwasser sich lösenden Gerbstoffe, das organische Material (Fuß; Knochen und teilw. Gewebe) erhalten geblieben ist.
Bei Wracks können können dann entsprechende Funde vorkommen. Dann ist eben ein den Toten gegenüber angemessenes Verhalten der Taucher gefordert. Ich habe zumindest zweimal selbst erlebt, dass Knochenfunde Tauchurlaubern als Attraktion des Tauchganges gezeigt worden sind. Einmal (beim Wrack des franz. Zerstörers Dague, gesunken 1915) habe ich die von den Tauchern der Tauchbasis zusammengetragenen Knochen fotografiert. Tiefe ca 16 Meter.
Ich glaube in diesem Forum herrscht genug Sachlichkeit und Respekt vor umgekommenen Seeleuten, um das Foto ohne Sensationsgier oder billiges Gruseln hervorrufen zu wollen, zeigen zu können.
Ebenso ein Bild von etwa 1968 das ca 6 Monate nach dem Untergang von der Brücke des Motorfrachters Peltastis aufgenommen worden ist und die Tätigkeit von Bakterien etc zeigt. Tiefe ca 25 Meter.
Ich gehe davon aus, dass in der Tiefsee, die Verhältnisse ähnlich sind, aber die Prozesse langsamer stattfinden.

Ferenc 
 

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