Museum Peenemünde

Begonnen von der erste, 06 Juli 2014, 19:07:44

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Das Herzstück des Schiffes, der Funkmessraum, befindet sich unter dem Offiziersdeck. Hier befinden sich die Gefechtsstationen des Funkmess-Techniker und -gast, Funkmess-Waffenleit-Techniker und -gast, sowie des Artillerie-Technikers.
Flottenschule Parow 78-79, Ausbildung Ari-leicht, 25mm 2M3/M110 und 30mm AK-230, 79-82 Ari-Maat 1. MSR Abteilung/1. Flottille Peenemünde auf Proj. 89.2 MSR-lang/Kondor-II

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Auf der Stb.-Seite befindet sich die Hauptkonsole der Funkmessanlage GARPUN, der Arbeitsplatz des Funkmess-Technikers und des Funkmessgasten. Die GARPUN lieferte die Daten für die Zielzuweisung der Seezielraketen. Neben Seezielen konnten auch niedrig fliegende Luftziele aufgefasst werden. So konnten mit Hilfe der gemeldeten Zielkoordinaten eines Fühlungshalters, z. B. Hubschrauber MI-14, bei gleichzeitiger Peilung und Entfernungsbestimmung zum Fühlungshalter die Schusswerte errechnet werden.
Flottenschule Parow 78-79, Ausbildung Ari-leicht, 25mm 2M3/M110 und 30mm AK-230, 79-82 Ari-Maat 1. MSR Abteilung/1. Flottille Peenemünde auf Proj. 89.2 MSR-lang/Kondor-II

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Bild 1
Auf der Bb.-Seite befindet sich die Hauptkonsole der Funkmesswaffenleitanlage MR-123 für die beiden sechsrohrigen 30mm-Gatlinggeschütze AK-630., rechts daneben die zusätzliche Bedienungskonsole der Waffenanlage A-213 Wympel-A für das 76mm-Geschütz AK-176.
Hier lagen die "Arbeitsplätze" vom Funkmess-Waffenleit-Techniker, -gast und dem Artillerie-Techniker.
Techniker war bei der VM die Bezeichnung für Fähnrichplanstellen, z. T. auch mit Berufsunteroffizieren (10ender) besetzt. Fähnriche waren, anders als bei der BM, eine eigene Dienstgrad-Gruppe zwischen BU und Offizieren mit einer Mindestdienstzeit von anfänglich 15, später 25 Jahren.
Flottenschule Parow 78-79, Ausbildung Ari-leicht, 25mm 2M3/M110 und 30mm AK-230, 79-82 Ari-Maat 1. MSR Abteilung/1. Flottille Peenemünde auf Proj. 89.2 MSR-lang/Kondor-II

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Die Bekämpfungsreichweite beträgt für die AK-630 mit Radar 4 km gegen Luftziele und 5 km gegen Seeziele, mit TV-System bis 7 km.
Max. Ballistische Reichweite der AK-176 15,7 km, auf Luftziele 11 km.

Maximale Erfassungsreichweite des Systems bis 70 km.

Die MR-123 kann bis zu 3 Waffensysteme zweier unterschiedlicher Arten steuern. In Frage kommen die 30mm AK-630, die 57mm AK-725 und die 76mm AK-176.

Auf dem Bild der Arbeitsplatz des Artillerie-Technikers. Mit den beiden Fußpedalen auf dem Boden wurden die Waffen ausgelöst, eines für die AK-176 und das andere für die beiden AK-630. Die Feuergeschwindigkeit der AK-176 beträgt bis 2 Schuss/Sekunde, die der beiden AK-630 je 70-80 Schuss/Sekunde. Das bringt allerhand Eisen in die Luft.

Sofort verfügbarer Minitionsvorrat in den Waffen - 152 Granaten in den Förderbändern der AK-176 und je 2000 Granaten als Gurt in den AK-630.
Flottenschule Parow 78-79, Ausbildung Ari-leicht, 25mm 2M3/M110 und 30mm AK-230, 79-82 Ari-Maat 1. MSR Abteilung/1. Flottille Peenemünde auf Proj. 89.2 MSR-lang/Kondor-II

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Das Bediengerät für die AK-176 u. a. mit den drei Wahlmöglichkeiten der Feuergeschwindigkeit links unten 30, 60 und max., also 120-130 Schuss/min.
Rechts oben die Anzeige der Restmunition in den Förderbändern (max. je 76 Granaten), darunter der Umschalter auf linkes oder rechtes Förderband. Damit konnten unterschiedliche Munitionsarten verschossen werden.

Allerdings hatte die VM nur Sprenggranaten mit Aufschlagzünder ohne Selbstzerlegung im Bestand, zur Luftabwehr nur bedingt geeignet. Man hatte wohl genügend Vertrauen zu den AK-630 und/oder die "Brüder" hatten mal wieder die Hände drauf und geeignete AA-Munition nicht zum Export freigegeben.
Flottenschule Parow 78-79, Ausbildung Ari-leicht, 25mm 2M3/M110 und 30mm AK-230, 79-82 Ari-Maat 1. MSR Abteilung/1. Flottille Peenemünde auf Proj. 89.2 MSR-lang/Kondor-II

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#95
Zum Aufgabenbereich des Artillerie-Technikers gehörte auch die Bedienung der Täuschkörperwerfer PK-16. Das Steuergerät der Täuschkörperwerfer befindet sich rechts von der Waffenleitanlage. Unter den beiden Deckeln befinden sich die Stöpsel für die Auswahl der Rohre. Damit konnten Düppel unterschiedlicher Länge zum Schießen diverser Formationen ausgewählt werden.

Fortsetzung folgt...

Frank
Flottenschule Parow 78-79, Ausbildung Ari-leicht, 25mm 2M3/M110 und 30mm AK-230, 79-82 Ari-Maat 1. MSR Abteilung/1. Flottille Peenemünde auf Proj. 89.2 MSR-lang/Kondor-II

Albatros

Hallo Frank,

Interessanter Thread, deine Fotos und Erklärungen einfach..... :TU:)

http://www.forum-marinearchiv.de/smf/index.php?action=dlattach;topic=22081.0;attach=91454

Der Holzhammer auf dem Foto, wurde der zu disziplinarischen Maßnahmen eingesetzt?...... :O/Y  :MZ:

:MG:

Manfred

der erste


Albatros


RUDIGERA

Servus!
Durfte am Freitag eine Führung von Holger auf dem Museumsschiff erfahren - kann ich nur weiterempfehlen!! Ganz große Klasse!! Fotos erspare ich mir - den geposteten ist nichts hinzuzufügen.
Danke Holger!
Grüße Gera  :MG:
Gruß aus Österreich

2M3

Das Schiff verfügt über zwei nur in der Höhe richtbare 16rohrige Täuschkörperwerfer PK-16 beiderseits des Achterdecks, Kaliber 82mm, Reichweite 500–1800 m. Es können Düppel- und IR-Täuschkörper verschossen werden.

Standzeit einer Reflexionsfläche 3-5 Minuten bei 20 Grad Rohrerhöhung, 1,1 sec Zünddauer und Einsatz von 3-4 Düppel- und 1 IR-Geschoss. Allerdings gibt es bisher keine Bestätigung, dass die Volksmarine IR-Geschosse im Bestand hatte.

Die Erhöhung der Werfer wurde von Hand eingestellt. Das Handrad zum Verstellen ist im Kasten, an dem der Rohrblock hängt. Dafür wäre wohl auf Grund der räumlichen Nähe der Strela-Gast zuständig gewesen, oder Holger?

Gruss Frank
Flottenschule Parow 78-79, Ausbildung Ari-leicht, 25mm 2M3/M110 und 30mm AK-230, 79-82 Ari-Maat 1. MSR Abteilung/1. Flottille Peenemünde auf Proj. 89.2 MSR-lang/Kondor-II

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Noch ein Blick nach Stb. in Richtung GARPUN-Funkmess-Anlage. Rechts sind Teile der Freund-Feind-Kennanlage (FFK) NICHROM angeordnet. In das Sende- und das Empfangsgerät wurden beim Seeklarmachen Sprengpatronen zur Selbstzerstörung eingeschoben.

Mehr zur FFK-Anlage NICHROM
http://www.rwd-mb3.de/ftechnik/pages/nichrom-rr.htm
Flottenschule Parow 78-79, Ausbildung Ari-leicht, 25mm 2M3/M110 und 30mm AK-230, 79-82 Ari-Maat 1. MSR Abteilung/1. Flottille Peenemünde auf Proj. 89.2 MSR-lang/Kondor-II

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Die Antennen der FFK-Anlage befinden sich an den beiden Mastspitzen, links die drehbare Empfangsantenne, rechts die Sendeantenne. Ganz links, die Eieruhr, sind eine UKW-Antenne, zwischen den beiden Mastspitzen der Windmesser und darunter die Antenne der GARPUN zu sehen.
Flottenschule Parow 78-79, Ausbildung Ari-leicht, 25mm 2M3/M110 und 30mm AK-230, 79-82 Ari-Maat 1. MSR Abteilung/1. Flottille Peenemünde auf Proj. 89.2 MSR-lang/Kondor-II

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Der Zielimitator für die Waffenleitanlage
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Ansonsten gibt es im Funkmessraum ziemlich viel Platz zum "Aufschießen". Er erstreckt sich über die komplette Fläche der Abteilung und gibt dem Schiffstyp allerhand Ausbau-Reserve. Kein Wunder, das die TARANTUL-Klasse, allerdings mit modernerer Bewaffnung und Ausrüstung, immer noch im Angebot der russischen Werftindustrie ist und auch im Ausland (u. a. Indien, Vietnam) in Lizenz gebaut wird/wurde.
Flottenschule Parow 78-79, Ausbildung Ari-leicht, 25mm 2M3/M110 und 30mm AK-230, 79-82 Ari-Maat 1. MSR Abteilung/1. Flottille Peenemünde auf Proj. 89.2 MSR-lang/Kondor-II

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