Langreichweitentreffer von Schlachtschiffen in 2. Weltkrieg

Begonnen von MP, 18 Februar 2015, 10:36:40

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Sven L.

Ich verfolge diesen Thread mit größtem Interesse, auch wenn IJN und USN nicht unbedingt "mein" Gebiet sind. Da es hier aber um Treffer geht, versuche ich mir Bildhaft vorzustellen, wie die Auswirkung auf einen USN CVE gewesen wären, wenn die 46 cm der Yamato innerhalb des Schiffes explodiert wäre. Bei den zu erwartenden Schäden müßte doch etwas in dem Gefechtsreport stehen, oder nicht?

Die nächste Frage die ich mir stelle ist, ob die panzerbrechende Granate der Yamato durch das ganze Schiff gegangen sein könnte ohne zu explodieren.
Grüße vom Oberschlickrutscher
Sven


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Solange man seinen Gegner nicht bezwungen hat, läuft man Gefahr, selbst bezwungen zu werden.
Clausewitz - Vom Kriege

t-geronimo

Letzteres ist ja auf einigen Schiffen passiert. Aber man weiß dann trotzdem, dass man getroffen wurde, weil es dann ja Ein- und Ausschuss gibt und das Geschoss auf seinem Weg trotzdem Zerstörung verursacht.

Zitat von: Big A am 20 Februar 2015, 10:40:20
Das sind dann aber Zufallstreffer, deren Wahrscheinlichkeit man berechnen kann. Ist halt das Prinzip "Stahl auf die Heide" (bzw. ins Wasser) und hoffen, dass irgendetwas trifft.
Das wird aber eben umso schwieriger, je kleiner und beweglicher bzw. schlechter sichtbar das Ziel ist und ich stets neu anvisieren muss.

Axel

Es ist ja sogar so, dass mit zunehmender Entfernung das Eingabeln durch die zunehmende Streuung fast einfacher wird - aber wie angesprochen, nimmt eben die Trefferwahrscheinlichkeit trotzdem ab.
Gutes Beispiel: USS Iowa & New Jersey gegen den japanischen Zerstörer Nowaki. Feuereröffnung und sofortiges Eingabeln auf 35.000 yards. Ab 38.000 yards radargeleitetes Feuer, Nowaki wird diverse male eingegabelt.
Aber getroffen wird sie nicht...


Zitat von: Trimmer am 20 Februar 2015, 10:48:00
Axel - stimmt schon - aber  :-D - wenn ich dann lese das ja wohl 104 Schuß mit den 46 cm abgegeben wurden - nun zumindest ist da die Wahrscheinlichkeit doch sehr hoch etwas zu treffen mit dem " Stahl auf die Heide " - ja und dann könnte es mit der USS Gambier Bay ......

Achim

Ich verstehe nicht ganz, was solche Rumspekuliererei soll ohne verläßliche Fakten.
Wo sind Ein- und Ausschuß? Oder nur der Einschuß?
Oder was willst Du sagen? ???
Selbst der "Gegenseite" geht es doch nur darum, ob ein Nahtreffer mit Schäden als Treffer zählt oder nicht.
Gruß, Thorsten

"There is every possibility that things are going to change completely."
(Captain Tennant, HMS Repulse, 09.12.1941)

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Trimmer

#47
Hallo Thorsten - ich denke das bei dieser Streubreite ohne weiteres Treffer möglich sind zumal ja wohl kaum diese 104 Schuß ohne Änderungen der Rohre ( Recht/links , etwas Höher oder Tiefer ) abgefeuert wurden. Also eine Art " abtasten " eines bestimmten Bereiches.- Feuerwalze -Wenn ich nun von ca. 500 m Streufeuer ausgehe kann ich rein theoretisch einen Bereich von 50.000 m bestreichen ( 100 Schuß X 500 m Streuung ) In diesem Bereich kann ich also auch durchaus ein schnelleres Schiff erwischen zumal ja wohl auch einige Autoren von der Versenkung der Gambier Bay und eines Zerstörers durch die Yamato schreiben .
Ja Thorsten - Rumspekuliererei - schon richtig aber das finden wir ja wohl nun auch bei bekannten Autoren und Büchern und dazu zählt nun mal auch die Frage ob die Yamato es gewesen ist oder nicht

Gruß - Achim - Trimmer
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

t-geronimo

Feuerwalze? ???
Wir sind hier nicht im Landkrieg, wo eine gegnerische Stellung systematisch umgepflügt wird.

Edit:
Und welche Autoren schreiben, das Yamato die Gambier Bay versenkt hat?
Gruß, Thorsten

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Matrose71

Ich verstehe auch nicht den Begriff Feuerwalze in Bezug auf großkalibrige Schiffe.

Gerade die Schießleistungen von USN Kreuzern zwischen 1942-44,sowie der Briten und Italiener im Mittelmeer zeigen, dass man mehr als 1000 Granaten verschießen kann, ohne einen einzigen Treffer zu erzielen!
Viele Grüße

Carsten

Trimmer

Thorsten - eine Feuerwalze kann man auch mit Schiffsari errichten - so z.B. auch in Kurland wo durch eine Feuerwalze dt. Schiffsari. teilweise der Vormarsch der Roten Armee gestoppt wurde. Ja und ganz aktuell zu Autoren  - siehe Kriegsschiffe Nr.4 wo auch ein Modell der Yamato dabei ist.

Gruß - Achim - Trimmer

Carsten - eine Feuerwalze bedeutet nicht gezieltes schießen sondern die Abdeckung eines bestimmten Gebietes mit dem Ziel alles was darin sich befindet zu zerstören. Das kann man sowohl an Land als auch auf See machen
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

Karsten

Falsch - eine Feuerwalze bedeutet im Gegenteil sehr präzises Schießen.
Viele Grüße,

Karsten

Trimmer

Nun Karsten - dann hat man uns damals bei der NVA aber etwas falsches erzählt. Da wurde gesagt das man mit einer Feuerwalze einen bestimmten Raum abdecken kann und alle dort befindlichen Gegner a ) in Deckung zwingt b) dort befindliches Material zerstört c) damit das vorgehen eigener Kräfte ermöglicht
Die Größe des Raumes richtet sich nach der eigenen Feuerdichte. Ein sehr gutes Beispiel dafür sind die Salvenwerfer welche auch nicht präzise schießen sondern durch die Salve einen Raum abdecken

Gruß - Achim - Trimmer
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FAUN

Nicht daß hier die Begriffe durcheinander geraten. Die Feuerwalze kam im 1. Weltkrieg auf und sollte die eigene Infanterie bei deren Angriff schützen. Die eigene Artillerie legte hier den Beschuß des Gegners relativ dicht vor die eigenen Leute, durch Sprünge in der Entfernung war man dabei der Truppe immer voraus. Soweit die Theorie. In der Praxis zeigten sich aber mehr oder weniger starke Abweichungen im Abstand zwischen der Truppe und der "Feuerwalze".
Bei der BW gab oder gibt es den "Feuerschlag". Hier kann jede Haubitze einer Batterie auf das festgelegte Ziel innerhalb von 2 min. soviel Granaten abfeuern, wie es durch die Besatzung möglich war. Ob es so etwas bei der Marine gab/gibt, weiß ich allerdings nicht.

Thoddy

Meine Herren, es kann ein siebenjähriger, es kann ein dreißigjähriger Krieg werden – und wehe dem, der zuerst die Lunte in das Pulverfaß schleudert!
WoWs : [FMA]Captain_Hook_

Trimmer

Hallo Faun - was Du da richtig beschreibst ist die "klassische " Feuerwalze - bekannt aus 1.WK
In der " Weiterentwicklung " . Es wird angenommen das der Gegner sich im Quatrat AB befindet. Eine genauere Angabe gibt es nicht. Das Quatrat AB ist mit allen Mitteln unter Feuer zu nehmen um so den Gegner nieder zuhalten oder zu vernichten ( Zufallstreffer ) Bei dieser Art wird das Feuer auch immer weiter nach vorn verlegt und damit systematisch das ganze Quatrat AB abgekämmt - auch das ist dann eine Feuerwalze. Also kein schießen auf direkte Ziele

Gruß - Achim - Trimmer
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t-geronimo

So schießt man aber nicht auf Schiffe.
Kriegsschiffe Nr. 4 kenne ich nicht. Was steht denn genau drin?

Und das ist dann ein Autor. Welche noch?


@ Thoddy:
Gibts das auch in lesbar?  8-)
Gruß, Thorsten

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(Captain Tennant, HMS Repulse, 09.12.1941)

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Trimmer

Thorsten - Wieso schießt man auf See nicht auch so - Planschießen wird es doch wohl da auch geben .

So und hier mal noch die Literatur welche Du nicht kennst - siehe Bild

Achim - Trimmer
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

Sven L.

Zitat von: Trimmer am 20 Februar 2015, 16:42:59
Thorsten - Wieso schießt man auf See nicht auch so - Planschießen wird es doch wohl da auch geben .

So und hier mal noch die Literatur welche Du nicht kennst - siehe Bild

Achim - Trimmer

Weil es Munitionsverschwendung pur für Schiffe wäre!
Grüße vom Oberschlickrutscher
Sven


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Sven L.

Das Schießen vom fahrenden Schiff aus, hat ein deutscher I. AO mal so beschrieben:
ZitatStellen sie sich vor, sie sitzen auf einem galoppierenden Pferd und versuchen dabei mit einem Gewehr auf einen davonlaufenden Hasen zu schießen.
Grüße vom Oberschlickrutscher
Sven


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