Bilderrätsel Schiffe: sofortige Antwort möglich

Begonnen von Urs Heßling, 21 Oktober 2019, 09:25:22

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maxim

Ist das S 89, britische Kriegsbeute, 1946 in Tremotha Haven gestrandet? Das Wrack blieb anscheinend da, man findet zumindest Fotos eines Motors dort:
https://fineartamerica.com/featured/engine-at-wreck-site-of-e-boat-s89-richard-brookes.html

Could it be S 89, which stranded in 1946 in Tremotha Haven? Apparently, the wreck remained there, because a motor is still there.

alo41

Hi Maxim,

Yes it is S 89 and yes she ended her times on the beach in Cornwall.   Link: http://www.foerderverein-museums-schnellboot.de/s-boote/kriegsmarine/crackington.htm

Over to you, Maxim

/Alo
Antworte im deutsch, bitte

maxim

Hier die nächste Runde:

gesucht ist wieder der Name zum Zeitpunkt der Aufnahme:

Urs Heßling

#4248
moin,

Zitat von: alo41 am 07 Juli 2022, 11:18:44
Link: http://www.foerderverein-museums-schnellboot.de/s-boote/kriegsmarine/crackington.htm
Zitat mit Korrekturen
S 89 war ein Boot einer Serie von 16 S-Booten, die durch die deutsche Marine am 3. Januar 1941 (hier irrt der Verfasser: Auftragserteilung am 3.11.41)  beim deutschen Schiffbau-Konzern Friedrich Lürssen, Vegesack bei Bremen bestellt wurde. Es wurde im November 1942 fertig gestellt und auf der Lürssen-Werft am 28. November 1942 in Dienst gestellt.

Nach der Indienststellung wurde es der 2. S-Flottille unterstellt, zu der es im Frühjahr 1943 nach einer Ausbildungszeit in der Ostsee stieß. Der Kommandant zu diesem Zeitpunkt war Oberleutnant zur See Braune. Howaldt . Die Flottille operierte hauptsächlich von Ijmuiden aus aber auch von Oostende und gelegentlich von Cherbourg. Unglücklicherweise ist über die Einsatzgeschichte von S 89 nur wenig bekannt, aber es nahm teil an vielen Minenlege- und Torpedo-Einsätzen teil, als diese ihren Höhepunkt im späten 1943 erreichten. In der Nacht vom 24./25. Oktober 1943, während es vorübergehend der 4. S-Flottille für einen beim Massenangriff auf den Convoy FN1160 vor Cromer unterstellt war, wurde S 89 zusammen mit S 120, S 122 und S 87 nicht beschädigt als die S-Boote von dem Zerstörer HMS Worcester angegriffen wurden.

Die S-Boote wichen dem Zerstörer aus, indem sie nach Osten abliefen, nur um auf weitere Britische Kräfte zu treffen in Form von MGB 439 und MGB 442, die von Yarmouth ausgelaufen waren, als Informationen über den S-Bootsangriff den Hafen erreichten. Ein weiterer kurzer Kampf folgte, in dem MGB 442 schwer beschädigt wurde. Der Schaden, den S 89 hinnehmen musste, war jedoch nicht so schwer und es wurde innerhalb von 10 Tagen völlig repariert, denn für die Nacht von 4./5. November war es wieder zu ihrer ,,Heimat"-Flottille gestoßen und führte zusammen mit der 6. und 8. Flottille eine Minenlegeoperation vor Smith's Knoll und dem Humber durch. Nach dem Legen der Minen, griff die 2. Flottille den Convoy FN 1170 zwischen vor Cromer und Yarmouth an und führte einen Überraschungs-Torpedo-Angriff durch. Die S-Boote wurden schließlich von den Zerstörern  HMS Eglinton und Fearney Fernie abgedrängt und meldeten die Versenkung  von mehreren Schiffen (einschließlich der Geleitzerstörer) aber nur zwei Schiffe des Convoys, die Firelight (2.820 t) und die British Progress (4.581 t) waren getroffen worden und wurden beide sicher in den Hafen geschleppt (obwohl das letztere als Totalverlust erklärt wurde).

Am 21. März 1944 wurde S 89 zusammen mit S 86, S 92 und S 98 versetzt von der 2. Flottille zur 10. Flottille, die eine neue Flottille in der Aufstellung war. an die Schnellboots-Lehrdivision abgegeben. Oberleutnant zur See Braune, Kommandant seit Januar 1944, gab das Kommando über S 89 ab aber es wurde kein neuer Kommandant ernannt und stattdessen wurde S 89 an die 10. Flottille, die eine neue Flottille in der Aufstellung war, übergeben. Als S 89 aber am 7. April 1944 Wilhelmshaven erreichte, Dort fuhr es im Mai und Juni 1944 als Ausbildungsboot. Dann wurde es entlassen und nach Hamburg für eine besondere Aufgabe beordert. Drei Monate zuvor Im Januar 1944 hatte Admiral Dönitz befohlen, dass sechs neue S-Boote in das Schwarze Meer geschickt werden sollten, um die deutschen Marinestreitkräfte auf dem Kriegsschauplatz zu unterstützen. Der Führer der S-Boote (FdS), Kommodore Petersen, hatte dem widersprochen und argumentiert, dass dies seine Nordsee- und Kanal-Kräfte schwächen würde, und einen Kompromiss erzielt, wonach drei neue Boote sofort überführt werden sollten und dass vier andere ältere Boote im frühen 1944 abgestellt werden sollten. Die vier ausgesuchten älteren Boote waren S 86, S 92, S 98 und S 89 und nachdem sie in Wilhelmshaven entlassen worden waren, marschierten sie nach Hamburg, wo die Vorbereitungen für den Transport, die eine Mammut-Reise über Flüsse und Land einschloss, begannen.

Das Fertigmachen der S-Boote für die Reise drehte sich hauptsächlich um den Ausbau ihrer Hauptausrüstung und der Maschinen und als dieses abgeschlossen war, verließen die S-Boote Hamburg im Schlepp und verlegten die Elbe aufwärts mit dem Ziel Dresden. In Dresden wurden sie geslippt und aus dem Wasser genommen worauf sie auf Kuhlemeier Acht-Achsen-Wagen gehoben wurden, um einen 450 km Überland-Transport über die Autobahn nach Ingolstadt in Süddeutschland durchzuführen. Das erforderte gewöhnlich 56 Stunden und machte Spezial-Räumungs-Gruppen erforderlich, die Hindernisse beseitigen und Brücken abbauen mussten. Einmal in Ingolstadt wurden die Boote wieder ins Wasser des Flusses Donau gelassen und dann nach Linz in Österreich geschleppt zu werden, wo einige Teile der Ausrüstung – einschließlich der Motoren und das meiste wenn nicht alles der Artillerie-Bewaffnung (die mit dem Zug dorthin geschickt worden waren) – durch örtliches Personal und eine Gruppe von der S-Boots-Werft, Lürssen, eingebaut wurden. Die ersten Boote dieser vier, welche die Reise machten, waren S 89 und S 86 und sie erreichten Linz irgendwann im späten Juni 1944. Anfang Juli Am 17.8. war die Wiederausrüstung der Boote abgeschlossen und die beiden Boote verließen den Flusshafen, um die 1259 km-Fahrt die Donau abwärts bis zum Hafen Sulina am Schwarzen Meer anzutreten. Das war nicht ohne Gefahr, denn zu diesem Zeitpunkt hatte die RAF begonnen, die Donau zu verminen im Bemühen, den Zufluss des rumänischen Öls nach Deutschland zu unterbrechen (in nur 18 Einsätzen warf die RAF etwa 1382 Minen).

Am 20. August waren S 89 und S 86 irgendwo zwischen Linz und Sulina, als die Russen ihre Offensive gegen die deutschen und rumänischen Streitkräfte verstärkten, indem sie einen Angriff vortrugen, der die deutschen Linien Richtung Galati von Norden und Nordwesten her durchbrach. Drei Tage später kapitulierte Rumänien und am 24. rief das deutsche Marinekommando OKM alle vier Boote zurück, indem es die Rückverlegung nach Norden befahl. Obwohl S 92 und S 98 Linz noch nicht erreicht verlassen hatten und daher relativ leicht zurückgeführt werden konnten, sah der FdS es als unwahrscheinlich an, dass S 89 und S 86, das andere Paar, jemals zurück kehren würde, insbesondere da es schien, dass sie (möglicherweise durch die Initiative ihrer eigenen Kommandanten) zur deutsche Donau-Flottille des deutschen Heeres  gestoßen waren, um die Rückzugsgefechte zu unterstützen. Dies wurde allerdings beendet als S 86 südlich der 950km-Marke einen Minentreffer erhielt. Der Schaden war jedoch nicht zu schwer und es wurde von S 89 in Schlepp genommen. Beide Boote kehrten sicher nach Linz zurück. Nach der Reparatur gingen beide Boote flussaufwärts nach Ingolstadt, wo sie wieder geslippt und wieder auf die Acht-Achsen-Wagen für den Überlandtransport zu Elbe geladen wurden. Im November waren beide Boote anscheinend zurück im Wasser bei Hamburg und am 1. Januar 1945 wurde S 89 in Swinemünde unter dem Kommando von Ob.Lt. z.S. Osterloh wieder in Dienst gestellt und der 1. S-Boot-Schulflottille unterstellt.

Der Rest des Lebens von S 89 ist ziemlich unklar. Es ist wahrscheinlich, dass es für den Rest des Krieges von Swinemünde aus in der Ostsee operierte. Jedoch operierte die 1. S-Boot-Schulflottille in den letzten paar Monaten des Krieges zusammen mit der 5., der 1. und er 8. Flottille. Als ein Ergebnis, ist es möglich dass S 89 gelegentlich von Windau (heute Ventspils) in Lettland aus eingesetzt war, und sowohl einige Kämpfe erlebte als auch an der Evakuierung deutscher Truppen und Zivilisten vor den vorrückenden Russen teilnahm.

Es ist nicht völlig klar, wo es sich bei der Übergabe befand : in Egersund
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Urs Heßling

moin,

Zitat von: maxim am 07 Juli 2022, 11:45:56
gesucht ist wieder der Name zum Zeitpunkt der Aufnahme:
Das ist ein Schiff der Arleigh-Burke-Klasse (DDG-51) ... nur welches ?  :-D

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

maxim

Die Klasse ist richtig. Aber man sieht schon auf diesem Foto ein sehr unübliches, charakteristisches Merkmal - und unauffällig ist das nicht gerade.

Urs Heßling

moin,

Zitat von: maxim am 07 Juli 2022, 12:00:41
... ein sehr unübliches, charakteristisches Merkmal - und unauffällig ist das nicht gerade.
einer der ganz neuen wie Frank E. Petersen

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

maxim


maxim

Ich hatte ja gedacht, dass das Merkmal, was ich meinte, wirklich charakteristisch für das Schiff ist, aber wie Urs gezeigt hat, gibt es dieses auch auf den neuesten Schiffen der Arleigh Burke-Klasse.

Aber soweit ich es bisher sehe - 100% sicher bin ich mir aber nicht - es ist in Kombination mit einem weiteren Merkmal sehr charakteristisch für das Schiff:

Urs Heßling

moin,

Zitat von: maxim am 07 Juli 2022, 12:18:48
in Kombination mit einem weiteren Merkmal sehr charakteristisch für das Schiff
Das ist ein SeaRAM-System, dazu engl. Quelle
On Arleigh Burke-class destroyers, RAMs are fired by a rotating SeaRAM launcher, which is based on the Phalanx CIWS (see below) and has its own radar. Two SeaRAM launchers, each with 11 RAMs, replace the Phalanx CIWS. Only 4 destroyers, DDG-64, DDG-71, DDG-75, and DDG-78, currently have SeaRAMs

Genau diese vier sind auf diesem Photo von 2017 - und da hat noch keiner die neue Antenne vorn

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

maxim

Richtig, ein SeaRam. Und richtig, es ist keines der vier aufgelisteten Schiffe, da keines der Schiffe mit SPQ-9B ausgerüstet ist (und ich habe auch bisher keine Hinweise gefunden, dass sie damit nachgerüstet wurden). Die Aussage, dass nur diese vier SeaRAM hatten, war auch mal richtig, aber aktuell stimmt sie nicht mehr. Es sind sicher sechs, die mit SeaRAM ausgerüstet wurden.

Die Frage, warum diese vier (bzw. sechs) Schiffe mit SeaRAM ausgerüstet wurden, kann einem auch zu dem gesuchten Schiff führen. Es hat abgesehen von dem SeaRAM noch eine Gemeinsamkeit mit diesen vier Schiffen (und eben einem weiteren) der Arleigh Burke-Klasse.

Urs Heßling

moin,

dann bleibt die Vermutung, daß es sich um Arleigh Burke (DDG 51) oder Roosevelt (DDG 80) handelt, da diese beiden zwei der Rota-basierten "war zone"-Zerstörer ablösen.

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

maxim


Urs Heßling

moin,

da ich von beiden kein exaktes Vergleichsbild habe, müßte ich raten :roll:
Raten lehne ich (aufgrund meiner Nachforschungs-Erfahrungen) grundsätzlich ab :MZ:
Ich überlasse die Ehre der "Punktlandung" also einem Anderem :ML:

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

maxim

Es scheint mir nicht schwer zu sein, ein aktuelles Vergleichsbild zu suchen.

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