Vor 80 Jahren : "Weserübung"

Begonnen von Urs Heßling, 09 April 2020, 11:07:00

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Urs Heßling

moin,

Zitat von: Axel Niestle am 09 April 2020, 21:40:34
Es bleibt jedoch festzustellen, das die Aussagen von Urs zu Beginn des Threats leider falsch sind und es sich mitnichten um einen Mythos handelt, sondern die Tatsachen bereits minutiös 1951 dargelegt wurden, wenn auch nur als geheime Drucksache innerhalb der britischen Admiralität.
Danke für die Richtigstellung :MG: :TU:)  und für das "leider"  :wink:

Nichtsdestotrotz stelle ich mir eine mögliche Besetzung norwegischen Territoriums anders gestaltet vor als die tatsächliche unter der NS-Herrschaft ... ich denke, da sind wir einer Meinung.

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Peter K.

Zitat... aber es gibt das Werk auch als editierten Nachdruck aus 2000.
Das habe ich hier im Regal stehen. Es hat übrigens eine Vorwort von David BROWN.
Grüße aus Österreich
Peter K.

www.forum-marinearchiv.de

Deichkind

Nabend,
eigentlich wären diese beiden Fotos auch was für den thread Hamburger und Bremerhavener Hafenfotos,
https://www.forum-marinearchiv.de/smf/index.php/topic,32947.msg373709.html#msg373709
aber hier passen sie besser. Gebirgsjäger schiffen sich an der Columbuskaje in Bremerhaven auf Zerstörern auf dem Weg nach Norwegen. Bei einem der Zerstörer erkennt man ein Schild/Tuch mit der Nummer "3". Kann eventuell einer der Spezialisten hier daher auf den Namen schließen?
Gruß,
Deichkind

MarkusL

Hallo,
Zitat Nauticus 1941, S. 16 "Unter den Stichworten "Stratforce" und "Avonforce" war in Nordengland das Expeditionskorps bereitgestellt, das am 6. April überführt werden sollte, um Drontheim und Narvik zu besetzen."
Da hat der in der Regel gutinformierte Nauticus eventuell nicht schlecht informiert.
Sind die o.g. "Stichworte" belegbar?
Gruß
Markus

Ortwin

Hallo zusammen,

Zitat von: MarkusL am 09 April 2020, 23:34:41
"Unter den Stichworten "Stratforce" und "Avonforce" war in Nordengland das Expeditionskorps bereitgestellt,..."

Richtigerweise hießen die Operationen "Stratford" und "Avonmouth" und sind belegbar.

In diesem Zusammenhang (Avonmouth, Stratford, Wilfred und R 4) sei auch auf ein weiteres Werk von Geirr Haarr verwiesen:
https://www.amazon.de/Gathering-Storm-Northern-Europe-September/dp/1848321406
Damit wird u.a. auch die Vorgeschichte zu Weserübung beschrieben (beide Seiten) und rundet sein Epos über die Besetzung Norwegens ab.

Nicht zu vergessen ein weiteres "Standardwerk": "Weserübung: Die deutsche Besetzung von Dänemark und Norwegen 1940" von Walther Hubatsch
https://helios-verlag.com/militaerische-zeitgeschichte/1918-1945/?tx_cartbooks_books%5Bbook%5D=283&cHash=60d00e0c4ca6de11481943bc325348d3

Nicht uninteressant auch das hier:
https://www.naval-history.net/xDKWDa-NorwayR4.htm

Beste Grüße

Ortwin

Teddy Suhren

Hai

Zitat von: Deichkind am 09 April 2020, 23:18:00
Nabend,
eigentlich wären diese beiden Fotos auch was für den thread Hamburger und Bremerhavener Hafenfotos,
https://www.forum-marinearchiv.de/smf/index.php/topic,32947.msg373709.html#msg373709
aber hier passen sie besser. Gebirgsjäger schiffen sich an der Columbuskaje in Bremerhaven auf Zerstörern auf dem Weg nach Norwegen. Bei einem der Zerstörer erkennt man ein Schild/Tuch mit der Nummer "3". Kann eventuell einer der Spezialisten hier daher auf den Namen schließen?
Gruß,
Deichkind

In Harnacks Buch über Z2 ist auf Seite 60 eine Liegeskizze der Zerstörer an der Columbuskaie, die er wohl aus dem KTB des F.D.Z. übernommen hat.
Demnach von hinten nach vorn zu sehen:
Wolfgang Zenker Z9
Georg Thiele Z2
Bernd von Arnim Z11
Wilhelm Heidkamp Z21 --> Also anscheinend die Einsteigenummer "3" für die Gebirgsjäger.
Es waren dort alle 10 Zerstörer für Narvik festgemacht. 4 davon in den Seitenbecken.
Nicht sichtbar in der Reihe am Kai ausserhalb des Bildes:
Erich Giese Z12
Anton Schmitt Z22
Gruß
Jörg

WoWarships Nick: Teddy191

maxim

Heute vor 80 Jahren wurde der Leichte Kreuzer Königsberg von Skua-Sturzkampfbombern der Royal Navy in Bergen versenkt - meine Königsberg ist rechtzeitig fertig geworden:

Königsberg (1/700)


Theo

Zitat von: maxim am 09 April 2020, 16:31:55
Die machten das ja auch nicht, um die alliierte Besetzung zu verhindern - von deren Plänen hatten die wohl keine Ahnung.

Das stimmt so nicht.
Dönitz schrieb dazu in seinen Erinnerungen:

"Es lagen deutliche Anzeichen dafür vor,daß der Gegner ebenfalls eine militärische Aktion gegen Norwegen plante.Sie waren der Anlaß zu dem ungern gefaßten Entschluß,durch eine Gegenaktion ihm zuvorzukommen.
Mit der Möglichkeit gegnerischer Maßnahmen war daher bereits in der Zeit vor der Durchführung unserer Operationen zu rechnen."

Quelle: Dönitz,Zehn Jahre und zwanzig Tage, S.76

Gruß Rainer

Rudergänger

Hallo Maxim,
schönes Modell. Danke fürs Teilen.
Interessant ist auch:
Huxmann, Reinhard H. Die " Karriere" des Kreuzers Königsberg nach seinem Untergang, Convent Verlag 2008.

Schönes Osterfest Allen hier im Forum

Harald

Deichkind

Moin Jörg,
ganz herzlichen Dank!
Schöne Ostern allerseits,
Deichkind

maxim

Zitat von: Theo am 10 April 2020, 09:54:33
Dönitz schrieb dazu in seinen Erinnerungen:

"Es lagen deutliche Anzeichen dafür vor,daß der Gegner ebenfalls eine militärische Aktion gegen Norwegen plante.Sie waren der Anlaß zu dem ungern gefaßten Entschluß,durch eine Gegenaktion ihm zuvorzukommen.
Mit der Möglichkeit gegnerischer Maßnahmen war daher bereits in der Zeit vor der Durchführung unserer Operationen zu rechnen."
Ja, aber das sind seine Erinnerungen, fast 20 Jahre später von einem Kriegsverbrecher geschrieben. Klingt sehr wie eine "heute wird zurück geschossen"-Geschichte. Aber stimmt sie?

Von welchen Aktionen der Alliierten wussten sie?

Violoncello

Hallo zusammen,

zur Frage "Wer wusste was wann?" noch folgende Hinweise auf Primärquellen :

Am 20. Februar 1940 trafen sich Vertreter des britischen und französischen Generalstabs im War Office zu den beabsichtigten Maßnahmen in Norwegen, u.a. zum Thema "Avonmouth". Bereits einen Tag und weitere vier Tage später finden sich bereits Eintragungen im Kriegstagebuch der Seekriegsleitung zum britischen Vorgehen bzw. bevorstehende Absichten zur Landung in Norwegen.

(Service Historique de l`Armée de Terre, Vincennes: Grand Quartier Général 27 N 4, Compte rendue d`une entrevue tenue entre le Général Mackesy et le Général Audet au War Office le 20 février 1940 à 11 heures; Kriegstagebuch der Seekriegsleitung, 21. und 25. Februar 1940)

Viele Grüße

Violoncello

Ortwin

#27
Zitat von: maxim am 10 April 2020, 10:28:18
Ja, aber das sind seine Erinnerungen, fast 20 Jahre später von einem Kriegsverbrecher geschrieben. Klingt sehr wie eine "heute wird zurück geschossen"-Geschichte. Aber stimmt sie?
Von welchen Aktionen der Alliierten wussten sie?

Dönitz hat sich das nicht zusammengereimt.
Siehe dazu das KTB der SKL mit den Einträgen vom 21., 25. und 26. Februar 1940.
https://opus4.kobv.de/opus4-zmsbw/frontdoor/index/index/docId/18

Ebenso dazu die Einträge vom 4. und 5. März.
https://opus4.kobv.de/opus4-zmsbw/frontdoor/index/index/searchtype/all/start/78/rows/10/yearfq/2019/docId/19

Grüße
Ortwin

maxim

Ok, die Planungen für die Besetzung Norwegens durch die Nazis wurden aber anscheinend schon früher begonnen. "Studie Nord" wurde vom OKW in der zweiten Januarwoche abgeschlossen, die Aufstellung des Sonderstabs Weserübung wurde bereits am  5. Februar befohlen (laut Haarr, S. 6). Die britischen Aktionen, wie z.B. gegen die Altmark, beschleunigten diese Pläne sicher und halfen der Führung der Kriegsmarine das ok für den Angriff zu bekommen.

Hägar

Ein Band, den man bei der Beschäftigung mit 'Weserübung' und der Vorgeschichte nicht übersehen sollte, ist die seinerzeitige Dissertation von Patrick Salmon, neu aufgelegt u.d.T. 'Deadlock and Diversion. Scandinavia in British Strategy during the Twilight War, 1939-1940' (Deutsche Maritime Studien, Bd.20). Bremen: H.M.Hauschild, 2012.

In dem Sammelband sind auch zwei weitere interessante Arbeiten des Chief Historian des Foreign and Commonwealth Office enthalten:
Crimes against Peace: The Case of the Invasion of Norway at the Nuremberg Trials, sowie:
From myth to history: The British 'invasion' of Norway in 1940 as a problem in post-war Anglo-Norwegian relations.

Gruß - Hägar

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