suche nach vater 1944

Begonnen von robertwim, 12 Mai 2026, 09:05:44

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Theo und 3 Gäste betrachten dieses Thema.

robertwim

Mein Vater arbeitete 1944 als Kapitän auf der H.V. 91 in Aalborg. Ich recherchiere und überarbeite seine Tagebücher aus dieser Zeit. Können Sie mir vielleicht weiterhelfen?

Sein Name: Wijnand van Rookhuizen
Geboren am 31. März 1906 in Amsterdam

Vielen Dank.

TW

#1
H.V. kommt als Kennung der Kriegsmarine nicht infrage. H.V. wäre Holland/Vlissingen.
Kann es sich um eine dänische Fischerei-Kennung handeln ?
Schönen Gruß aus Stuttgart
Thomas

Deichkind

Das wäre dann wohl Haderslev/Hvidbjerg.
Gruß,
Deichkind

robertwim

Folgendes ist mir bisher bekannt:

Die HW 91 war ein deutsches Patrouillenboot der Hafenschutzflottille Aarhus, die während des Zweiten Weltkriegs in Dänemark stationiert war.

Hier die wichtigsten Details zu diesem Schiff:

• Schiffstyp: Die Buchstaben ,,HW" standen für Hafenschutzboot Westjütland. Diese Boote wurden von der deutschen Kriegsmarine zur Überwachung und Patrouille entlang der dänischen Küste und in Häfen eingesetzt.

• Deutsche Flagge: Da das Schiff zur deutschen Kriegsflotte gehörte, fuhr es unter deutscher Flagge (der Reichskriegsflagge).

• Niederländische Besatzung: Es ist sehr wahrscheinlich, dass Ihr Vater auf diesem Schiff gefahren ist. Während der Besatzung arbeiteten viele niederländische Seeleute auf deutschen Schiffen, teils zwangsweise im Rahmen des Arbeitseinsatzes, teils aber auch über zivile Reedereien, die von den Deutschen requiriert worden waren.

Vlaardingen-Schiffe: VL

Deichkind

Hallo,
das Boot HW91 ist nicht bei Gröner (die deutschen Kriegsschiffe 1915-1945) gelistet (was nix heißen muss, es gibt Lücken), allerdings ein HW 51.
Außerdem gab es die Boote HV 01-15 als Boote der Hafenschutz-Flottille Vlissingen. Das scheint eine mögliche Spur, da der Vater ja aus Holland kam und Sie ja auch HV und nicht HW im ersten Post schrieben.
Gruß,
Deichkind

TW

Eine Hafenschutzflottille Westjütland ist unter dieser Bezeichnung nicht in DDK [Flottillenlisten Band 8] verzeichnet.
Es gab auf der Westseite Dänemarks die Hafenschutzflottillen Thyborön (J.T.) und Esbjerg (J.E.).
Beide verschmolzen im August 1944 zur 15. Sicherungsflottille.
Schönen Gruß aus Stuttgart
Thomas

Deichkind

Zitat von: TW am 12 Mai 2026, 18:33:01Eine Hafenschutzflottille Westjütland ist unter dieser Bezeichnung nicht in DDK [Flottillenlisten Band 8] verzeichnet.
Hallo,
es gab allerdings laut Hildebrand eine Hafenschutzflottille Aalborg-Hals, was ja zu den Angaben in #1 passt.
Deichkind

TW

Schönen Gruß aus Stuttgart
Thomas

Deichkind

Es gab laut Hildebrand aber keine Hafenschutzflottille Aarhus (siehe #3). Ob Boote anderer Hafenschutzflottillen in Aarhus stationiert waren, ist damit ja nicht gesagt. Die einzige Marine-Dienststelle, die bei Hildebrand für Aarhus gelistet ist, ist der Hafenkapitän.
Gruß,
Deichkind

robertwim

Entschuldigung, ich habe mich möglicherweise geirrt.
Da das Tagebuch meines Vaters 1944 mit einem Füllfederhalter geschrieben wurde, ist es etwas schwer lesbar.

Möglicherweise sollte H.W. M.W. heißen.

Es wird erwähnt, dass er in Aarhus war; außerdem wird ein H.W. (oder M.W.) erwähnt.<sup>32</sup>
Ein deutscher Kapitän namens Buss wird ebenfalls in seinem Buch erwähnt.

Ich denke, es handelt sich um ein Frachtschiff, da Be- und Entladung erwähnt werden.

Es wird auch erwähnt, dass das Schiff bewaffnet war und Uniformen getragen wurden. Ob dies tatsächlich der Fall war, lässt sich nicht feststellen.

Deichkind

Dazu kann ich dann allerdings nichts mehr beitragen. Zu wenig konkrete Anhaltspunkte.
Deichkind

TW

Erst HV, dann HW, jetzt MW.
Erst Patrouillenboot, jetzt Frachtschiff.
Erst war der Vater der Kapitän, dann hieß der Kapitän Buss.
Ich fühle mich hier verarscht und bin raus aus der Recherche  8-)
Schönen Gruß aus Stuttgart
Thomas

Herr Nilsson

Der Wijnand van Rookhuizen?

https://digitaalmonument.museumengelandvaarders.nl/namen/sw32rb-cmyzx1-cjmbvk/

Interessante Biografie, so sie denn stimmt:

Wijnand van Rookhuizen (38) wohnt in der Bakkerstraat 40 in Rotterdam und ist Binnenschiffer. Er ist mit einer Deutschen verheiratet. Nach der Schule arbeitete er unter anderem für den Kohlenhandelsverband (SHV). Im Februar 1943 wurde er dort nach einem Streit mit seinem Vorgesetzten entlassen. Das Arbeitsamt wollte ihn in Deutschland unterbringen, doch Wijnand lehnte dies ab. Um Geld zu verdienen, handelte er auf dem Schwarzmarkt, was jedoch von der Polizei aufgedeckt wurde. Derzeit befindet er sich in einem Scheidungsverfahren, da seine Frau eine Affäre mit deutschen Soldaten hatte.

Um Geld zu verdienen, meldet er sich beim Arbeitsamt in Norwegen und verlässt Rotterdam im Juni 1944. Während seiner Arbeit in Norresemdby versenkt er absichtlich die ,,MW94" an einem Kai, damit deutsche Schiffe dort nicht mehr anlegen können. Im Oktober 1944 verlässt er, während er auf der ,,MW90" arbeitet, das Schiff zusammen mit den nach England fahrenden Seeleuten Blom, De Bree, De Ruyter und Stam. Ein dänischer Kutter bringt sie zu einer kleinen schwedischen Insel. Um die Aufmerksamkeit der schwedischen Polizei zu erregen, legen sie dort ein Feuer. Sie werden von der Insel geholt und vorübergehend im Wald zur Arbeit gezwungen. Mit Hilfe des niederländischen Konsulats in Stockholm fliegen sie am 6. März 1945 nach Metfield, England. Vernehmer H. Benschop notiert über Wijnand: ,,Ein Holländer der guten Sorte." Wijnand meldet sich freiwillig zur Prinzessin-Irene-Brigade.
Gruß Marc

Deichkind

Hallo Marc,
top!
Gruß,
Deichkind

TW

Jetzt komme ich auf die Kennung "MW". Es handelt sich um Fahrzeuge der Transportflotte "Speer".
In dem Buch von Theo Dorgeist und Günther Meyer (Edition Gröner) ist MW 90 das belgische Güterschiff MS CLEMENCE (249 tdw) ex Seelöwe-Prahm B 114 Pmot und MW 91 das luxemb. Güterschiff MS MARIANNA (294 BRT) ex Seelöwe-Prahm R 11 Pmot. Im Buch keine Hinweise auf die weitere Verwendung.
Schönen Gruß aus Stuttgart
Thomas

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