Drei deutsche Wracks gefunden: U 583, U 649 und LS 6

Begonnen von M-54842, 28 August 2026, 17:12:08

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M-54842



Andreas A

#2
Sonartechnik führt Forscher zu U 583

Das Wrack von U 583 wurde am 15. Juli etwa 50 Seemeilen, rund 93 Kilometer, nördlich der polnischen Hafenstadt Ustka gefunden. Es liegt in ungefähr 70 Metern Tiefe. Das teilten der Verein Stowarzyszenie Wyprawy Wrakowe und das beteiligte Vermessungsunternehmen Geoings Polska mit.

Am 15. November 1941 kollidierte das deutsche U-Boot U‑583 während einer Ausbildungsfahrt in der Ostsee mit einem anderen U-Boot. Das schwer beschädigte Boot sank, alle 45 Männer an Bord kamen ums Leben. Wo genau das Wrack lag, blieb fast 85 Jahre lang unbekannt.

Nun hat ein polnisch geführtes Forscherteam U‑583 auf dem Meeresboden lokalisiert. Eine zweite Entdeckung gelang Tauchern im Ionischen Meer: Vor der griechischen Küste identifizierten sie das weitgehend erhaltene Schnellboot LS 6. Nach den bisher ausgewerteten historischen Unterlagen könnte es das weltweit letzte erhaltene Exemplar seiner Klasse sein.

Die Forscher hatten historische Dokumente ausgewertet und mehrere Expeditionen unternommen. Die darin überlieferte Position des U-Bootes erwies sich offenbar als ungenau. Mithilfe eines Mehrstrahlsonars und weiterer Messgeräte gelang es dem Team schließlich, das Wrack aufzuspüren.

,,Erste Scans zeigen, dass die Außenhülle weitgehend intakt ist", erklärte Expeditionsleiter Peter Wytykowski in einer Mitteilung der Shipwreck Expeditions Association. Teile des Bootes seien allerdings von Fischernetzen bedeckt. Auch das an der Suche beteiligte Unternehmen Geoings Polska bestätigte den Fund und veröffentlichte Sonarbilder.

Quelle: Berliner Zeitung

Gruß

Andreas



t-geronimo

Ich habe die Themen vorerst zusammengefasst und umgruppiert.  :MG:
Gruß, Thorsten

"There is every possibility that things are going to change completely."
(Captain Tennant, HMS Repulse, 09.12.1941)

Forum MarineArchiv / Historisches MarineArchiv

wirbelwind

Moin,

ist denn etwas bekannt, ob die DKM versucht hat, das kollidierte U-Boot U 583 zu heben? Auch was das andere U-Boot betrifft, wo es wenigstens Überlebende gab, würde mich interessieren, ob es deuscherseits Bestrebungen gab, dieses zu heben.

MfG Rüdiger

Urs Heßling

moin,

Zitat von: wirbelwind am 29 August 2026, 09:20:29ist denn etwas bekannt, ob die DKM versucht hat, das kollidierte U-Boot U 583 zu heben?
wenn es nicht versucht wurde, mag es daran liegen, daß am Ort des Untergangs von U 583, dem Bornholmbecken, die Wassertiefe vergleichsweise groß ist

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

wirbelwind

Moin,

stellt sich mir als Landratte die Frage, bis zu welcher Tiefe war es der DKM damals möglich, gesunkene U-Boote zu heben?

MfG Rüdiger

Urs Heßling

#7
moin,

eine Teilantwort - die meiner These "zu große Tiefe" widerspricht - findet sich im Lebenslauf von U 222 : 94 m

U 612, dessen Untergang Herbert Werner als I WO miterlebte und in seinem Buch "Die Eisernen Särge" beschrieb, wurde aus 48 m Tiefe gehoben

U 580 wurde aus einer Tiefe von 39 m nicht geborgen, vermutlich, weil klar war, daß das Boot durch die Kollision zu stark beschädigt war

Möglicherweise hatte man in den beiden ersten Fällen auch eine klarere Vorstellung der Wrackposition ?

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

wirbelwind

#8
Moin Urs,

erst einmal danke für Deine bisherigen Infos. Es kann natürlich sein, dass die genauen Daten zur Position der gesunkenen U-Boote nicht vorlagen bzw. sich nicht so einfach ermitteln liesen. U 583 liegt wohl in einer Tiefe von 70 m. Da stellen sich mir schon die Fragen, in welchem Zustand das havarierte Boot war und ob es die DKM technisch hätte schaffen können, es mit vertretbaren Aufwand zu heben.

MfG Rüdiger

Axel Niestlé

Wer bitte sagt, dass U 222 gehoben wurde und dass U 612 auf 48 m Tiefe lag? Bitte nicht wiki oder Herbert A. Werner! Von U 222 liegt bis heute nicht mal die genaue Sink- oder Wrackposition vor, oder ist mir da etwas entgangen. Ich hatte bereits vor Jahren hier mal dazu gepostet

t-geronimo

Die Hebung von U 222 stammt aus Busch/Röll.
Und da die eigentlich eine recht seriöse Quelle sind (selbstverständlich nicht frei von Fehlern) schleppt sich das so fort von Seite zu Buch zu Seite...
Gruß, Thorsten

"There is every possibility that things are going to change completely."
(Captain Tennant, HMS Repulse, 09.12.1941)

Forum MarineArchiv / Historisches MarineArchiv

Urs Heßling

#11
moin,

Zitat von: Axel Niestlé am 30 August 2026, 20:34:48Ich hatte bereits vor Jahren hier mal dazu gepostet
Ja, 2014 .  Die darin bezweifelte Position 54 25 N  019 50 O ist völlig unglaubwürdig, da sie an Land liegt

Die unter U 222 angegebene Position 54 25 N  019 30 O ist nicht viel besser, da sie praktisch im Flachwasser nördlich der Nehrung liegt

Ganz allgemein ist zu bemerken, daß die Kriegsmarine trotz des intensiven U-Boot-Baus ein Schiff wie Vulkan oder Cyclop weder plante noch baute

Gruß, Urs
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SchlPr11

Hallo,
dafür hatten die Kriegsmarinewerften, Arsenale und MAUREB ihre großen 350 t-Schwimmkrane, die gelegentlich eingesetzt wurden. Nicht nur im Hafengebieten, sondern auch in See bis zu einer Versegelung der 350 t-Kranes aus Gotenhafen nach Kopenhagen und Libau. Fotos hier aus der Sammlung zusammen mit dem 350 t-Bockkran der Verschure Werft. Theodor Dorgeist (+) hat uns die Daten zum Kran hinterlassen - REINHARD

Urs Heßling

moin, Reinhard,

Zitat von: SchlPr11 am 31 August 2026, 12:10:16dafür hatten die Kriegsmarinewerften, Arsenale und MAUREB ihre großen 350 t-Schwimmkrane, die gelegentlich eingesetzt wurden. Nicht nur im Hafengebieten, sondern auch in See bis zu einer Versegelung der 350 t-Kranes aus Gotenhafen nach Kopenhagen und Libau. Fotos hier aus der Sammlung zusammen mit dem 350 t-Bockkran der Verschure Werft. Theodor Dorgeist (+) hat uns die Daten zum Kran hinterlassen - REINHARD
:MG:  top

Dann könnte man ja aus dem entsprechenden KTB (Hafen Gotenhafen ?) eventuell die tatsächliche Tiefe, in der das beschädigte U 612 lag, ermitteln

Gruß, Urs
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TW

#14
Moin Axel,
Wieso soll ich den Angaben von Herbert Werner nicht glauben? Er war im Mai 1942 gerade zum Ersten Wachoffizier ernannt worden, zum ,,Eins WO" und damit zum Stellvertreter von Kommandant Oberleutnant Paul Siegmann. Nach seinen Angaben ereignete sich die Kollision um 11.42 Uhr. Das Boot konnte auftauchen, aber nicht mehr aus eigener Kraft nach Gotenhafen kommen. So gab Siegmann den Befehl zur Evakuierung. Sein U-Boot sank durch Wassereinbruch im Leck 48 m tief auf Grund. Zwei Männer der Besatzung blieben vermisst – Willi Ehrlich und Wilhelm Merz. Sie hatten es zwar geschafft, von Bord des sinkenden Bootes zu kommen, konnten sich dann aber nicht mehr retten. Werner hatte sich sicher über die Bergung laufend informiert.

Zum Vorschlag von Urs:
Ich habe für den fraglichen kein KTB einer zuständigen Dienststelle aus Danzig oder Gotenhafen gefunden, in der wir uns über die genauen Vorgänge der Bergung (ab 18.8., zwei Bergungskräne,12 Tage lang) schlau machen könnten.

P.S. Fettgedruckt: Angaben, die in DUIKBOOT ergänzt werden könnten (mit Quellenangabe).
Schönen Gruß aus Stuttgart
Thomas

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