Hypothetisches Rapallo - Kooperationsprojekt 1927 -31 "Za Rodinu"

Begonnen von Tyrsus, 05 Mai 2007, 02:31:46

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Tyrsus

Bin ein Student (Jus) und habe etwas Zeit gestohlen, um dieses Ding durchzudenken und zu skizzieren:

Hypothetisches Gemeinschaftsprojekt der alliiert zueinander geprügelten Pariastaaten der Zwischenkriegszeit:

Deutschland unter Versailler Beschränkungen und die Sowjetunion - freilich ohne Stalinismus oder allzu chaotische Zustände in Weimar(keine "Machtergreifung"). Es gibt ähnliche Pläne auf russischen Reißbrettern schon um 1917 und die Antriebsanlage und Artillerie wäre eher mit deutscher "Banntechnik" mit entsprechender Leistung zu bauen(eine Gelegenheit, die sich Weimar sicher nicht entgehen lassen hätte - und hat).

Ausgelegt für die Verhältnisse einer ausgebauten Weftlandschaft zu Kronstadt, sollte diese Einheit mit einer Schwester ab 1930- 31 für eventuelle Ausfälle gegen die atlantischen Routen von Murmansk aus operieren.

Charakteristika:
L: 270m,  B:36,5m, T:10,5  51246ts.max. 26.5kn, Aktionsradius 7300sm
Bewaffnung: 8X40,6/L55, 12X15,2/L55, Luftwehr: 12X40mm Bofors AA/L55, 11X 20mm Zwillings -MG  Hohe Kaliberlängen werden durch die Verfügbarkeit deutscher Häfen für Seelenwechsel ermöglicht.
Aussetzbare Schnellboote 4stk.(42 ts., 2 T- Rohre 53cm, 2X 20mm , ca. 38 kn.)mittels massiver Schwanenhalskräne.
Bordflugzeuge: 4X He42


Kanonenschwoof(Artillerieexerzieren)...


Auf der Förde


Bordfliegerei: Querseits schießendes Teleskopkatapult, im Hintergrund Hangar für vier Maschinen He42, im Vordergrund achterer Artillerieleitstd.


Überblick 1


Überblick 2

Hätte Wellen bis über den großen Teich geschlagen und das Bündnissystem der frühen Dreißiger ziemlich hinfällig gemacht. Dürfte die Flottenbauprogramme der größeren Seemächte aus dem Konzept gebracht haben(King George V., Richelieu, ...von den nicht mehr nötigen deutschen Projekten ganz zu schweigen)
Ist nur eine grobe Skizze (M 1:500, Kartonagen und Schreibmaschinenpapier).. Hoffe, es gefällt

Tyrsus
"Dummheit, du siegst - und ich muß untergeh'n. Gegen Dummheit kämpfen Götter selbst vergeblich" Schiller, Jungfrau v. Orleans

Q

So erstmal herzlich willkommen in unserem Forum.

Ist wirklich ein sehr interesanter Entwurf. Mit sowas Anfang der 30ger haetten sich bestimmt Fragen zu den W Vertraegen aufgetan. Dazu gleich eine Frage. Bei einem Bruch der W Vertraege durch Russland, was ja diese Vertaege meines Wissens nicht unterzeichnete, wie wuerde reagiert werden? Von seiten der Unterzeichnerstaaten.

Don´t Panic
Quand tu veux construire un bateau, ne commence pas par rassembler du bois,
couper des planches et distribuer du travail,
mais reveille au sein des hommes le desir de la mer grande et large.

St.Ex

Spee

Servus Martin,

Schreibmaschinenpapier und diese Bauausführung? Da ist mir doch klar, wer dahinter steckt  :-D !
Dann mal ein "Herzliches Willkommen" an den 2.Mann von "Winkelworks"!

Dein Modell ist klasse und die Überlegungen dahinter sehr interessant. Rußland als Nichtunterzeichner des Washingtoner Abkommens konnte defacto bauen was es wollte. Entweder die anderen Seemächte hätte sich beeilt und Rußland eingebunden oder die neue russisch-deutsche "Baltische Flotte" wäre ein wirkliches Objekt für ein neues Flottenrüsten gewesen. Da könnte man endlos Möglichkeiten  diskutieren (ohne Joe und Adolf). Bin ich gern dabei.
Servus

Thomas

Suicide Is Not a War-Winning Strategy

Peter K.

Servus MARTIN und Willkommen an Bo(a)rd!

... tja, der Apfel fällt wohl nicht weit vom Stamm!  :wink:

Viel Spaß hier ... und ja, ein interessantes Projekt!   :TU:)
Grüße aus Österreich
Peter K.

www.forum-marinearchiv.de

Woelfchen

Was mir bei dem Projekt aufffällt:
Die Rohre der 40,6cm geschütze sind doch sehr lang, aus irgendwelchen Gründen hat keine Nation L55 Geschütze für so große Kaliber gebaut.

Die Rohre der mittleren Geschütze sind viel zu lang das wirkt ehr wie 30cm/L55 statt 15,2cm/L55 und das dann noch in den viel zu kleinen Doppeltürmchen, irgendwas stimmt hier nicht.

Trotzdem noch ein herzliches willkommen,
Johannes

Triton

Überrascht mich jetzt doch, dass es hier so viele Anhänger von Nelson/Rodney gibt.

Die Allianz Weimarer Republik/SU war doch ein reines Zweckbündnis zweier Habenichtse.
In etwa so, wenn ein Tauber einem Blinden über die Straße hilft.
Ich glaube, damals hatten beide Länder andere Sorgen als einen auf dicke Hose zu machen.

Schöne Bilder sinds trotzdem.

Beste Grüße
Joerg
Captain Queeg: "tell the crew for me that there are four ways of doing things aboard my ship: The right way, the wrong way, the Navy way, and my way. They do things my way, and we'll get along."

Jefgte

 :OuuO: Welcome aboard Tyrsus

Very interresting project

Do you have more info about protection?

hmmm, 270m for 26.5kts, thats a little short

So, what a superb model with much details !!!
:=D> :=D> :=D>


Jef :MZ:
1/700 WL scratchbuilt in progress
- HMS Lion
- SMS Friedrich dre Grosse
- USS Arkansas

harold

Hi Jef,
the only information in graphic form which "Tyrsus" left on my table that last -long!- night:



Guess he'll explain his quite extraordinary design here, by soon.
(sais bien qu'il s'agit de mon fils. Un mec dont on pourrait bien être fier comme père, j'te dirais!)

Ciao,
Harold
4 Ursachen für Irrtum:
- der Mangel an Beweisen;
- die geringe Geschicklichkeit, Beweise zu verwenden;
- ein Willensmangel, von Beweisen Gebrauch zu machen;
- die Anwendung falscher Wahrscheinlichkeitsrechnung.

Tyrsus

Habe da in meiner Schmiererei einen kleinen Fehler gemacht:P- Deck zwischen den Böschungen sollte mit "80" beschriftet sein und über dem Innengürtel mit "100".

Zum Papierdrachen: Die Rohre der SA sind mehr oder minder von Plänen der "Batterie Lindemann" übernommen(Größenverhältnisse), die MA ist ein reines Spätabend - Zeitfüller - Freihandgebastel. Wie gesagt, das Ding erhebt nicht den geringsten Anspruch darauf, ein Modell zu sein - es ist nur sehr grob skizziert. Um in's Detail gehen zu können ist bei hypothetischen Eigenwürfen viel zu viel Nebulosität im Spiel.

Das Schiff selbst gedenke ich in drei, vier Zeichnungen näher vorzustellen, Die kommen demnächst.

Gruß   Martin
"Dummheit, du siegst - und ich muß untergeh'n. Gegen Dummheit kämpfen Götter selbst vergeblich" Schiller, Jungfrau v. Orleans

Leutnant Werner

Sieht echt heftig aus, Dein Entwurf, Martin,
ich frage mich allerdings, ob die vorderste Turmgruppe der MA nicht schweigen müßte, wenn die SA schießt, weil wegen dem Gasdruck. Die 155 mm sind zwar in geschlossenen Schilden, aber ich weiß nicht so recht. Wie würden denn die Barbetten dieser MA-Turmgruppe gepanzert sein?

Gruß
Ekke

ufo

Ei, welch ein prachtvolles Gefährt! Meinen Glückwunsch dazu! Wohlgeraten! Bei der feinen und fisseligen Arbeit ausgerechnet mit den so schwer zu vereinbarenden  Komponenten Klebstoff und Papierschnippsel würd' ich enden wie geteert und gefedert. Meinen Respekt!

Schön das wir nu' die vollständige Entwicklungsabteilung von Winkel Works Wien hier haben! 


Ja – was die Bemannung der vorderen Mittelartillerie betrifft fürchte ich auch, dass die schiffsintern recht schnell als die Taubstummendivision bekannt werden. Ein Turm, der Gasdruckdicht genug ist, um dem Mündungsdruck einer 40 Zentimeter wiederstehen zu können ist nahezu kampfunfähig.
Alternativ vielleicht ein ferngesteuerter Torpedorohrsatz unter Panzerkalotte an der Stelle? Platz genug zum Schwenken hätten die da.

Reichlich Schnellboote und Flugzeuge – schön! Sowas mag ich ja. Nur mit der überschweren Artillerie dazu hat das ja schon fast was Bismarck'questes. Eine Eierlegende Wollmilchsau im grauen Gewande.

Ein eigenwilliger Unterwasserschutz! Von aussen: Luft / Tank / Luft / Tank T-schott ? Voller Spannung harre ich der Zeichnungen.

Ein schönes Schiff! Im Kontext der 30er Jahre mehr eine laute Politische Äusserung denn ein taktisch oder strategisch praktisches Gefährt. Vielleicht gerade darum vorstellbar.

Ciao,
Ufo

Tyrsus

#11
Im achterlichen Überendgefecht hätte da die erste MA - Gruppe schon einige Probleme, sonst sollten die Mündungen von Turm B ein Gutteil über ihre Positionen ragen. Die MA - Panzerung vom Zwischenböschungsdeck zum oberen P - Deck sollte wie auf Bismarck in Oktogonschächten verlaufen (innerhalb des Sekundärgürtels 50, außerhalb 100).

Zum T - Schutz: Da habe ich teilweise beim Entwurf Kostenko (tut mir leid, hatte mich gestern falsch erinnert...) 1917 geklaut: Da vermeinte ich ein System zu erkennen, das die Explosionsenergie durch ein Schachtsystem mit "Luftbremsen" durch das Oberdeck in die Luft ableiten sollte. So in etwa sollten die teilkommunizierenden Luftkammern mit den Betankungsschächten an Deck auch funktionieren...

Irgendwas mache ich falsch beim Einfügen von Bildern... Entwurf Kostenko ist im gleichnamigen Album in der Galerie zu finden (Hoffentlich kann wer russisch)

Gruß
Tyrsus
"Dummheit, du siegst - und ich muß untergeh'n. Gegen Dummheit kämpfen Götter selbst vergeblich" Schiller, Jungfrau v. Orleans

Tyrsus

Anbei die vorversprochenen Strukturskizzen der "Za Rodinu": Panzerdicken sind schon vorerklärt; die Skizze beantwortet die restlichen Fragen zum Maschinenarrangement. Die Gesamtleistung beträgt 160,000 ps, die elektrische Anlage ist teilweise den Turbinensätzen beigelagert, teilweise als Dieselgeneratoren ausgelagert.

Die Lagerung von sekundären Gefechtsmitteln wie Torpedoköpfen und Treibstoffen sowie die Lage der Zentralen, Artillerierechenstellen und der Kühlaggregate sollten aus der Skizze genauso leicht ersichtlich sein.

Möchte in weiterer Folge noch mehr ins Detail gehen, z.B. das Ding Deck für Deck in Skizzen zu servieren...
Habe da auch einen Kreuzer aus derselben Werft schon gebaut und werde ihn bei Gelegenheit vorführen (17,000ts 33kn 9X 20,5cm Ari..) Hoffentlich macht auch der Freude.

@ Jefgte: The engine capacity and the underwater lines might explain how my little obsession could reach 26,5 knots...
"Dummheit, du siegst - und ich muß untergeh'n. Gegen Dummheit kämpfen Götter selbst vergeblich" Schiller, Jungfrau v. Orleans

ufo

Hej!

Wuerdest Du Dich so weit aus dem Fenster haengen mal eine Reichweite fuer den Dampfer abzuschaetzen?

Koennte das nicht das erste gesponsorte Schlachtschiff der Welt werden? ... mit Standart Oil Logo auf der Seite! Der muss doch eigentlich Sprit fressen als ob es kein Morgen gibt. Hatte ja doch seinen Grund, dass die zeitgenoessische Buegeleisenklasse der Briten so lahme Kroeten waren.

Was waeren seine Einsatzgebiete? Ostseekontrolle, Nordseescheuche, Arktisches Meer kontrolieren, ... oder schwebt Dir was richtig Weitreichendes vor? Im fernen Osten Japaner einschuechtern oder so?

Ciao,
Ufo

P.S. Wird schoen das Teil! Bin gespannt auf die weitere Entwicklung!

Triton

Die Unterbringung von S-Booten ist ja mal ein neuer, diskussionswürdiger Denkansatz.

Welchen Einsatzzweck hast Du dafür vorgesehen?

Nächtliche Überfälle auf schlecht gesicherte Häfen bzw. Küstenkonvois weit entfernt von der Heimat? Mit dem Schlachtschiff als mobile Basis, vergleichbar einem Flugzeugträger.

Oder die S-Boote als Unterstützung beim Kampf gegen schwere, evtl. schnellere Gegnereinheiten, bei Sichtung rasch ausgesetzt? Hier dürfte (nicht nur) das Zurückbringen problematisch sein.

Beste Grüße
Joerg
Captain Queeg: "tell the crew for me that there are four ways of doing things aboard my ship: The right way, the wrong way, the Navy way, and my way. They do things my way, and we'll get along."

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