auf der Göben oder Fürst Bismark

Begonnen von Ulrich, 11 Mai 2007, 10:51:18

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Ulrich

Moin, moin Seeleute,
Ich habe gerade Informationen von WAST erhalten. Sie haben mir mir anhand der Aufzeichnungen des Krankenbuchlagers Daten von einem Verwandten übermittelt. Diese Daten stimmen nich der Familienüberlieferung überein.

Ich bitte um eure Hilfe bei der Lösung dieses Rätsels

Familienüberlieferung:
geboren: 1888
Er ist gleich nach der Schule von einer Reederei in Bremen als Seemann ausgebildet worden.
Er fuhr auf der Bremen – Amerikalinie (Nord- oder Südamerika).
Militärdienst: Er war laut Familienüberlieferung auf der Göben und hat sie in die Türkei überführt.

Laut Krankenbuchlager:
Diensteintritt in die
Kaiserliche Deutsch Marine:    01.08.1914
Truppenteil:         SM Großer Kreuzer "Fürst Bismark",
            1. Matrosendivision Kiel
Dienstgrad:         Bootsmannsmaat
Lazarettbehandlung:      15.10.1918-19.11.1918
            im Reservelazarett "Motivhaus" Berlin-Charlottenburg

Kann es sein, daß das Datum des Dinsteintrittes und andere Daten nicht stimmen und wann kam die Besatzung der Göben wieder nach Deutschland zurück?

Herzlichen Dank für eure Mühe und Grüße von

Ulrich

Hastei

Hallo Ulrich,
Du meinst die Goeben. Benannt nach August Karl von Goeben, nicht Göben.

Gruß Hastei

Leutnant Werner

Hallo Ulrich,

mögliche Lösung wäre die: S.M.S GOEBEN war seit der zweiten Jahreshälfte 1912 im Mittelmeer im Einsatz (detachierte Division, Mittelmeerdivision). In diesem Zeitraum lief GOEBEN mindestens einmal, wenn nicht mehrfach, Istanbul an, und zwar in der Zeit des ersten Balkankrieges, mit längerer Verweildauer vor Ort. Sehr gut möglich, dass Personal auf dem Schiff ausgewechselt worden ist (wer bleibt schon eineinhalb bis zwei Jahre in See, ohne dass man darauf vorbereitet wird?). Das muss sogar mehrfach geschehen sein. Die abgelösten Seeleute konnten auf vielerlei Wegen wieder nach Deutschland verbracht worden sein: Ausschiffung in einem neutralen oder befreundeten Land, dann Bahnfahrt oder mit einem deutschen Passagierdampfer oder mit einem deutschen Kriegsschiff. So war z.B. S.M. Panzerkreuzer VINETA in der fraglichen Zeit auf einer Schulschiffreise im Mittelmeer und lief dabei u.a. Istanbul an, wo sie auch auf den GOEBEN traf. GOEBEN war in dieser Zeit übrigens das kampfkräftigste Kriegsschiff im Mittelmeer.

S.M. Panzerkreuzer FUERST BISMARCK fuhr übrigens auch noch im Nordsee-Küstenschutz bis ca Ende 1915 und war meiner Erinnerung nach im Sicherungsverband bei der Beschiessungs-Aktion gegen Hartlepool dabei. Auch nicht schlecht, für so einen alten Eimer...

Gruß
Lt.

kalli

Was sagt Halbadler und Kaisermond dazu ? :O/Y

Ich habe leider jetzt keine Zeit nach zu sehen. Vielleicht am Ende des WE.

Leutnant Werner

noch zum Diensteintrittsdatum: Dieses spricht für eine Reservisten-Einberufung. Erstens war der Krieg schon kurz vor dem Ausbrechen, zweitens war der Gute schon 26 Jahre alt in 1914. Der war vor dem 01.08.14 auf GOEBEN.

Und Halbmond/Kaiseradler sagt meiner Erinnerung nix zum Vorkriegs-Kram (@Kalli)

Gruß
Lt.

Ulrich

Hallo Leute,
Ja über die späte Einberufung habe ich mich auch schon gewundert. Es kann sein, daß er vor dem 1.8.1914 eine Dienstzeit auf der Goeben oder einem anderen Schiff hatte. Anderseits wurde mir berichtet daß er in der Türkei interniert war bis zu dem Zeitpunkt als die Türkei in den Krieg eintrat. Aber das kann wohl nicht stimmen, da die deutschen Matrosen auch nach der Uebergabe des Schiffes an die Türkei auf dem Schiff Dienst hatten. :?

Eine andere Frage ist auf welche Zeit bezieht sich der genannte Truppenteil "Fürst Bismark". Auf den 1.8.1914 oder sein Lazarettaufenthalt in 1918. Die Information kommt ja vom Krankenbuchlager und darum könnte auch der Trupppenteil direkt vor seiner Krankheit gemeint sein, oder?

Grüße von Ulrich

Leutnant Werner

Jo Ulrich,

der 01.08.1914 wird Deinen Verwandten wohl mit FÜRST BISMARCK bekannt gemacht haben. Ich habe gerade in meinen (neuen)Gröner reingeschaut. FÜRST BISMARCK war ab März 1915 Maschinen-Schulschiff. Da ist Dein Verwandter nicht sein ganzes Kriegsdasein gewesen, es sei denn, er war Ausbilder, und hat sich zum Kriegsende hin "verletzt".

Mal was Anderes: Dein Bezugspunkt ist ja eine Auskunft des Krankenbuchlagers (Krabula). Sagt die Wehrmachtsauskunftsstelle (WAST) nichts anderes? Sind die beiden jetzt eine Behörde (wußte ich in dem Fall noch nicht)?

Grüßle
Lt.

Ulrich

Hallo Werner,
Ja, dei WAST schrieb mir, daß sie die Informationen beim Krankenbuchlager abgefragt hat.

Ich vermute, daß mein Verwandter dann nach seinem Dienst auf der "Fürst Bismark" auf die Goeben versetzt worden ist. In den Notizen ist leider nicht angegeben wer sein Kapitän war denn laut Überlieferung war er eine Art Kaptänsdiener (die militärische Bezeichnung kenne ich nicht) auf der Goeben und sein Kapitän hat ihm nach dem Krieg in Berlin eine Arbeitsstelle besorgt.

Was für ein Dienstgrad muß man als Kapitänsdiener eigentlich gehabt haben?

Viele Grüße von Ulrich

Impressum & Datenschutzerklärung