Hebung der GRAF SPEE

Begonnen von Scheer, 18 Januar 2004, 23:43:59

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Scheer

In diversen Foren taucht die Meldung auf, daß das ehemalige deutsche Panzerschiff ADMIRAL GRAF SPEE gehoben werden soll.

.http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/detail.php/586661

http://de.news.yahoo.com/040117/3/3udwt.html

Ich versuche mehr darüber herauszufinden. So weit ich weiß ist auch Mario schon an der Geschichte dran.
Wenn ich mehr weiß oder ich eine Bestätigung für die Meldung erhalte, dann werde ich es hier posten

Scheer

Nach einer Meldung des Hamburger Abendblattes soll James Cameron hinter dieser Geschichte stecken.

http://www.abendblatt.de/daten/2004/01/17/252185.html

John Assmussen, der Betreiber der wohl besten BISMARCK-Seite im Netz und meist sehr gut unterichtet hat an anderer Stelle die Meldung bestätigt.

kalli

@Scheer
Peter Graf Spee weiß doch sicherlich längst Bescheid. Weißt Du, was mit seinem Filmprojekt geworden ist ? Möglicherweise hängt er in der Sache mit drinne ( endlich mal wieder was mit Verschwörung ).

Scheer

Das einzige was ich bisher in Erfahrung bringen konnte ist die Tatsache das James Cameron in der Sache mit drinsteckt.
Das erscheint mir auch recht wahrscheinlich, da John Assmussen ja bereits durch das Projekt BISMARCK Kontakt mit ihn hatte und John nach eigenen Aussagen bereits seit 6 Monaten davon wusste. Er mußte nur bis jetzt schweigen.
Weiteres Indiz ist der Name Thomas Schmid, der als Europa Koordinator genannt wird. Ich gehe mit großer Sicherheit davon aus das es jener Thomas ist, der die Animationssequenzen für Cameron gemacht hat und auch bei der BISMARCK Expedition dabei war.
Vermutlich wird Cameron eines Tages einen Film darüber herausbringen und Thomas sowie John werden in irgendeiner Weise wieder dabei sein.

Was nun gehoben werden soll ist mir allerdings noch ein Rätsel. Es gäbe zwar technische Möglichkeiten dieses zu tun, aber die SPEE wird wohl nicht mehr als Ganzes erhalten bleiben. Ich glaube das wird auch kaum lohnen.

kalli

Ich bin mir fast sicher, dass Peter da mehr weiß, da er um Pfingsten 03 herum über einen Film über die Graf Spee sprach, in dem sein Modell ,,auftreten" sollte.
Darüber hinaus vermute ich mal und kann mir gut vorstellen, dass Cameron nach dem Bismarck- Erfolg im Zugzwang ist und er als eine Art Fortsetzung ein Wrack mit berühmten Namen und interessanter Story braucht. Da bietet sich die Graf Spee einfach an. Da ist es auch egal, in welchem Zustand sich das Wrack befindet. Schöne Bilder kann Cameron allemal zaubern. Sowohl unter Wasser als auch bei einer Hebung mit schwerer Technik gibt es für den interessierten Zuschauer viel zu sehen.
Wrackfilme sind nach der Bismarckgeschichte wohl wieder in Mode gekommen und Cameron- Nachahmer schicken sich an, auf dieser Welle zu segeln. Ich selbst habe nach dem russischen Graf Zeppelin- Bericht eine Anfrage erhalten, die sich auf eine Tauchexpedition zur GZ bezog mit dem Ziel einen Film zu drehen. Herr Israel berichtete mir von ähnlichen Kontaktversuchen.
Die in anderen Foren angesprochenen Zeitungsartikel sind aus meiner Sicht lediglich gezielte Pressemitteilungen. Genauere Informationen zum Vorhaben kann man daraus wohl noch nicht entnehmen.

Scheer

Die Nachricht von der Hebung der GRAF SPEE ist definitiv echt !

Von einer sehr gut informierten Person, deren Kenntnisstand in dieser Frage absolut außer Frage steht (Thomas Schmid) habe ich heute folgende Mail bekommen. Meine Fragen gezogen sich darauf ob die Meldungen wahr sind und obe er mehr dazu sagen kann.

Hier seine Antwort:

ZitatHallo Wolfgang,

2 mal Ja. An der Nachricht ist was dran und ich versuche mich als
Tierbändiger in Europe (Coordinator).  Leider habe ich im Moment keine
Zeit mich in euere Diskusion einzumischen, aber folgendes ist Fakt:

Der Rumpf der GS ist in weit besserem Zustand als allgemein Vermutet.
Hülle wurde durch Frachter Unfall beschädigt zw. 2. Ankerklüse und Turm
B an Backbord.
Der Vordere Kommandstand ist intakt.
Der Turmmast liegt neben dem Schiff aber ist intakt.
Der Vorderen 28cm ist intakt.
Der Entfernungsmesser der auf dem Turmmast montiert war liegt neben dem
Turmmast.
Das Heck liegt auf dem Kopf.
Das Schiff ist nur in 2 Teile zerbrochen. Bruchstelle Babette B. Grund
Turm B is exploediert und nur noch in Fetzem erhalten.
Zerstörungen durch Explosion zw. ende hinteren Aufbauten und
Torpedo-Rohren.
Torpedo-Rohre intakt.
Kamin vorhanden aber ....
Alle Aufbauten montiert auf dem Aufbaudeck sind vorhanden exklusive,
Kran, Kamin und Turmmast.
10.5cm: 2 intakt, 1 zerstört.
15cm ???
3.7 cm mindestens 2 intakt
2cm ????

Thomas Schmid


Scheer

Das Thema GRAF SPEE scheint im Moment wirklich eines der heißesten für alle Marineinteressierten zu sein. Allerorten wird darüber diskutiert und ich habe alleine in den ersten 3 Tagen diesen Monats 14 Besucher auf meiner Website die Suchbegriffe wählten welche in irgendeiner Weise mit dem Thema GRAF SPEE zu tun hatten.
Und das für ein Schiff welches sehr wahrscheinlich innerlich in einem dermaßen desolaten Zustand ist, das eine Restaurierung irre hohe Summen verschlingen würde.
Ich bleibe dabei, daß sich die Hebung nicht lohnen wird. Jedenfalls was die Herstellung der GRAF SPEE als Museumsschiff angeht.
Einer Bergung aus seeschiffahrtstechnischen Gründen stimme ich zu. Sollte die SPEE eine Gefährdung oder eine Behinderung des Seeweges sein oder eine Umweltschädigung herbeiführen, dann raus mit dem Wrack.
Whrscheinlicher ist aber ein medienwirksames Ausschlachten dieser Geschichte. Zig-tausende werden in die Läden stürmen um die Dokumentation von der Hebung der SPEE auf DVD oder Video zu erstehen. Schon alleine die Tatsache das Cameron mit dahinter steckt spricht Bände. Die BISMARCK hat er auch weidlich für seine Zwecke gebraucht. Sicher hat er phantastische Bilder aus der Tiefe mitgebracht, aber die dazugehörige Dokumentation ist, im Bezug auf die geschichtliche Korrektheit doch fragwürdig.
Und die gleiche Gefahr sehe ich bei der SPEE auch.

kalli

ja und wenn Daniel aus Uruguay, einer der beste Detailkenner der Geschichte und Technik der Spee sich massiv gegen dieses Projekt wendet. ( Er führt zur Begründung auch die soziale Situatin in seinem Lande an ), dann ist das schon sehr bemerkenswert.


kalli

Das ist das erste Cartoon zum Thema Spee. Der Titel lautet :

"Der Alte, Scheer und Kalli sitzen in einem Boot"



kalli

Jetzt kommt ein ironischer Kommentar zur Bergung der Graf Spee aus der Sicht des Cartoonisten :


Scheer

Gefunden bei MVRegio:
Eine gute Einschätzung, wie ich finde!

Zitat:

Für das 3. Reich war das Vorgehen des "Spee" Kommandanten im höchsten Masse peinlich. Tagelang hatten Mitte Dezember 1939 die Erfolge des Panzerschiffes die Titelseiten der gleichgeschalteten Zeitungen dominiert. Und nun musste, nach all diesen Triumpfmeldungen in der Ausgabe von Montag, dem 18. Dezember, die Nachricht von der Selbstversenkung verkündet werden. Hitler schäumte. Goebbels inizierte eine Propagandalüge um die vermeindliche Peinlichkeit des "Kneifens" von Langsdorff zu vertuschen. In einem kurzen Statement hieß es "Der Kommandant des Panzerschiffes Admiral Graf Spee wollte den Untergang seines Schiffes nicht überleben. Landsdorff selbst bekannte sich in seinem Abschiedsbrief u "Führer und Vaterland" am hergebrachten Ehrbegriff der Marine hielt er ausdrücklich fest.

Er war gewiss kein Hitlergegner und die Selbstversenkung kein Akt des Widerstandes. Aber eine ehrenwerte und nicht einfache Entscheidung. Das sahen übrigens auch Landsdorff Gegener so. Bei seinerm Begräbnis in Buenos Aires gingen die Kapitäne der Handelsschiffe, die von der Graf Spee aufgebracht und versenkt worden waren, hinter dem Sarg. Und Winston Churchill, im Dezember 1939 Marineminister, nannte Langsdorff in seinen Memorien einen "hervorragenden Offizier" - ein Lob das der britische Kriegspremier mit guten Gründen nur sehr selten Soldaten des nationalsozialistischen Deutschland aussprach.

Zehntausend Tonnen Stahlschrott sind nicht wertvoll genug um sie unter schwierigen Bedingungen aus acht Meter Wassertiefe zu heben. Bei den mehreren Millionen Euro teueren Bergungsversuchen, die jetzt in der Mündung des Rio de la Plata vor Uruguay begonnen haben, geht es weniger um das Wrack als um den Mythos der dieses Schlachtschiffes und seinen Kapitän Hans Langsdorff auch nach 64 Jahren noch umgibt. Eigentlich ist nicht dramatisches an der Graf Spee, denn die einzige Seeschlacht der "Spee" war nicht so weltbewegend und wo sie liegt war immer bekannt. Bleibt also als Grund für den Mythos, der dieses Schiff umgibt: Heroismus.


Quelllink:
http://www.mvregio.de/modules.php?op=modload&name=PagEd&file=index&page_id=12215

kalli

dieser Beitrag entspricht  auch meiner Meinung. Wenn man den Stahl des Schiffes nicht mit einem Magneten heraus bekommt, sollte man die Bergung  abbbrechen. Oder was ?
P.S. Rollo ist der gleichen Meinung. Siehe oben.

Scheer

Nach den letzten Infos die ich hatte sollte gestern ein neuer Bergungsversuch des Entfernungsmessers geetartet werden.
Bisher habe ich aber noch nichts über Erfolg oder Misserfolg gelesen oder gehört.
Selbst  wenn man die Zeitverschiebung mit berücksichtigt, hätte man doch schon was hören müssen.
Na ja, abwarten und Tee trinken.


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