Royal Airforce Jägerlandungen auf HMS GLORIOUS

Begonnen von Leutnant Werner, 17 Dezember 2008, 20:15:06

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delcyros

Hab Dank Peter.

Wieviele Piloten waren in der Kommission dabei? Ich erinnere mich beim Foto um die 4/5 Piloten und einen Offizier in dt. Uniform gesehen zu haben. Das Foto war seinerzeit bei ww2aircraft.net online gestellt. Weiß nicht obs noch da ist.

Beste Grüße,
Delc

delcyros

Zeitpunkt der Aufnahme ist unbekannt, die japanischen Piloten gehören zur Pilotengruppe des CVL Ryuho.

MfG,
Delc


Peter K.

Grüße aus Österreich
Peter K.

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Urs Heßling

"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Götz von Berlichingen

Zitat von: Peter K. am 20 Dezember 2008, 20:05:56

Nachdem im Sommer 1935 während der Navy Week in Portsmouth die FURIOUS u.a. von Marinebaurat Dipl.Ing. Heinrich OHLERICH besichtigt werden konnte, fand von September bis Dezember 1935 die zweite Japan-Reise statt. Sie stand unter der Führung von Oberstleutnant Ernst August ROTH (http://www.specialcamp11.fsnet.co.uk/Generalleutnant%20Ernst-August%20Roth.htm). [...] ROTH konnte am 08.10.1935 auch die AKAGI besichtigen und während eines Seetörn auch Starts und Landungen beobachten.

Roth nahm als Passagier auf einem Trägerflugzeug auch an Starts und Landungen bei Tage und bei Nacht selbst teil.
Interessant ist, daß die Japaner der deutschen Kommission die Akagi zeigten, die aber unmittelbar danach am 24.10.1935 zum Totalumbau in die Werft ging (bis 31.08.1938) und nicht das Schwesterschiff Kaga, das eben erst (am 25.06.1935) diesen Totalumbau abgeschlossen hatte.

@ Hastei:

Zitat...wenn sie sich auf ein Flugzeug geeinigt hätten und sie zeitlich auch klargekommen wären,
was wollten die denn mit einem Träger? Gab es überhaupt ein Konzept, den oder die Träger einzusetzen? Ich glaube nicht.

Die Flugzeuge waren doch ausgewählt (und in der Produktion):  Me 109 T (10 Stück im oberen Hallendeck zwischen hinterem und mittlerem Flugzeugaufzug, aus Me 109 E entwickelt) als Jäger, Ju 87 C (13 Stück im oberen Hallendeck zwischen mittlerem und vorderem Flugzeugaufzug, aus Ju 87 B entwickelt) als Stuka und Fi 167 (20 Stück, 18 im unteren Hallendeck und 2 im oberen Hallendeck hinter dem achteren Aufzug) als Torpedobomber/Aufklärer (Quelle: Ulrich H.-J. Israel, Einziger deutscher Flugzeugträger Graf Zeppelin, Koehlers Verlagsges., Herford 1994, S. 99).

Israel schreibt zum Einsatzkonzept:

ZitatIn einer Studie von Hellmuth Heye, Mitarbeiter der Operationsabteilung der Seekriegsleitung, die Ende Oktober 1938 als Vorstudie zum Z-Plan erschien und eine spätere Seekriegsführung gegen England zum Inhalt hatte, war auch der Einsatz deutscher Flugzeugträger konzipiert.

Danach kamen als Aufgaben der Flugzeugträger A und B in Betracht:


  • Einsatz von Seeluftstreitkräften für die Zwecke der ozeanischen Kreuzerkriegsführung im taktischen Rahmen, also weitgehend selbständig, oder im Verband mit anderen Überwasserstreitkräften (Schlachtschiffen, Kreuzern), die Kreuzerkrieg führen.
  • Einsatz von Seeluftstreitkräften zur Sicherung und Unterstützung für Flottenverbände

Nachdem Raeder aus eigenem Antrieb am 29.04.1940 die Einstellung des Weiterbaus der Graf Zeppelin verfügt hatte, mit dem vollkommen hirnrissigen Argument, daß nach der voraussichtlichen Indienststellung Ende des Jahres weitere 11 Monate bis zur vollständigen artilleristischen (!!) Einsatzbereitschaft vergehen würden (als ob die ohnehin höchst fragwürdige Artilleriebewaffnung des Trägers die viel wichtigeren Erprobungen des Flugbetriebes in Frage stellen würde) gingen der Skl nach dem Bismarck-Desaster die Augen auf:

ZitatLagevortrag des ObdM vor Hitler am 06.061941:

[...] wird seitens der Skl die Ansicht vertreten, daß die Erfolge der britischen Trägerflugzeuge und die geschickte Führung der Flugzeugträger im Verlauf der Verfolgung und Vernichtung der Bismarck den Wert von Flugzeugträgern für eine weiträumige operative Seekriegsführung bewiesen hätten. Durch das Vorhandensein eines eigenen Flugzeugträgers bei der Kampfgruppe Bismarck hätte das Gesamtergebnis ein vollkommen anderes sein können.

Quelle: Ulrich H.-J. Israel, a.a.O., S. 155

Wenngleich dies natürlich grundsätzlich zutreffend ist, bezweifle ich doch sehr, daß das am Schicksal der Bismarck etwas geändert hätte. Abgesehen davon, daß Graf Zeppelin ohnehin frühestens im Herbst 1941 k.b. gewesen wäre, hätten die Me 109 T am Abend des 26.05.1941 in der schweren Dünung wohl kaum starten (und falls doch, wahrscheinlich kaum wieder auf Graf Zeppelin landen) und somit Bismarck vor dem fatalen Lufttorpedotreffer bewahren können.

Jedoch bin ich der Ansicht, daß der Träger im Nordmeer im Sommer 1942/43 von großem Nutzen für die Bekämpfung der PQ-Geleite hätte sein können. Atlantikeinsätze hätten sich natürlich aufgrund der zahlenmäßigen Überlegenheit der Alliierten und der Unmöglichkeit der Versorgung verboten.

Doch stelle man sich vor, was für Kopfzerbrechen den Engländern eine Kampfgruppe aus Bismarck (wenn sie richtigerweise die Unternehmung am 24.05.1941 abgebrochen hätte), Tirpitz und Graf Zeppelin und ein, zwei Kreuzern im Altafjord bereitet hätte. 1944 wäre sie jedoch sicher von der RAF zerstört worden.

@ Spee:

ZitatLandungen auf optisch eingegrenzten Landebahnen wurden geübt.

Nicht nur das, in der Erprobungsstelle Travemünde wurden über 2000 Bremsseillandungen mit Fanghaken geübt, mit allen vorgesehenen Flugzeugmustern:

ZitatDabei handelte es sich nicht nur um technische Tests, sondern bereits um die vorbereitende Ausbildung von Lehrgruppen der Luftwaffe, die das Personal für die Trägerstaffeln zu stellen hatten.

Quelle: Ulrich H.-J. Israel, "Flugdeck klar!" Deutsche Trägerflugzeuge bis 1945, in: Flieger-Revue extra Nr. 2, Berlin Juni 2003, S. 67

Ebenso wurden von einem auf einem Ponton in Travemünde eingebauten Original-Flugzeugträgerkatapult ab Mitte April 1940 Starts mit Ar 197, Ju 87 C und Me 109 T erfolgreich durchgeführt (ebenda, S. 65).

An der Luftwaffe hat's also nicht gelegen, die Kriegsmarine war es, die die Fertigstellung des Schiffes aus dem dämlichsten Grund (artilleristische Einsatzbereitschaft) verhindert hat.

mhorgran

@Götz von Berlichingen

interessant.

ZitatWenngleich dies natürlich grundsätzlich zutreffend ist, bezweifle ich doch sehr, daß das am Schicksal der Bismarck etwas geändert hätte. Abgesehen davon, daß Graf Zeppelin ohnehin frühestens im Herbst 1941 k.b. gewesen wäre, hätten die Me 109 T am Abend des 26.05.1941 in der schweren Dünung wohl kaum starten (und falls doch, wahrscheinlich kaum wieder auf Graf Zeppelin landen) und somit Bismarck vor dem fatalen Lufttorpedotreffer bewahren können.
Ich würde den Nutzen eines Träger nicht an diesem Einzelereignis festmachen denn die gesamte Operation hätte anders angelegt werden können und müssen. Mit entsprechenden Änderungen im Ablauf.

Götz von Berlichingen

#36
Zitat von: mhorgran am 29 Mai 2009, 12:03:18
Ich würde den Nutzen eines Träger nicht an diesem Einzelereignis festmachen denn die gesamte Operation hätte anders angelegt werden können und müssen. Mit entsprechenden Änderungen im Ablauf.

Stimmt. Mit einer ständigen Luftsicherung am Verband hätte man die Catalina am Morgen des 26.05. abschießen können, ebenso die den ganzen Tag über fühlunghaltenden Swordfish der Ark Royal. Vielleicht hätten ja die eigenen Aufklärer die Ark Royal entdeckt und man hätte den Spieß rechtzeitig umdrehen können und einen Stukaangriff (oder Torpedobomberangriff) auf sie starten können.

Hier sieht man einen Schleuderstart einer Me 109 B mit Jumo 210 D Motor (die Me 109 wurde mit eingezogenem Fahrwerk katapultiert) von dem erwähnten Ponton mit der Original-Graf Zeppelin-Flugzeugschleuder in Travemünde [Quelle: Ulrich H.J. Israel "Flugdeck klar!" Deutsche Trägerflugzeuge bis 1945 (in: Fliegerrevue extra Nr. 2, Berlin 2003, S. 76):]


Und hier eine Ju 87 C [Quelle: U. H.J. Israel. a.a.O., S. 81]:


Grüße Thomas

Servus!

Geklaute Bilder bleiben geklaute Bilder! Da wir strikt gegen die Verwendung gescannter Bilder aus Büchern sind, habe ich die IMG gelöscht.

SPEE

kgvm

Hier wird gerade gefragt, ob das von delcyros gezeigte Foto Piloten der "Michel" zusammen mit solchen der "Ryuho" zeigt:
http://www.j-aircraft.org/smf/index.php?topic=8636.0

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