Hypothetische Umbauten der Großen Kreuzer

Begonnen von harold, 25 November 2005, 19:02:06

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delcyros

#90
Um aus den Seitenprogrammen zusammenzufassen:

4 x BAYERN mit 8x38cm, modernisierte, betürmte MA und SFlak, Turbo-Diesel gemischtantrieb und ca. 26 kts
2 x DERFFLINGER mit 8 x 30,5cm, moderniserte MA & Sflak, ca. 29 kts
4 x KÖNIG mit 8 x 30,5cm , ca. 26 kts
plus:
2 x MACKENSEN (siehe refit, 8 x 30,5cm, Gemischtantrieb und ca. 29 kts), 2 weitere werden nach WT verschrottet.
1 x SEYDLITZ, experiementeller CV

SEYDLITZ:

Die Türme und Barbetten werden abgebrochen um Platz für einen Doppelhangar zu schaffen. Baulich bedingt besitzt SYEDLITZ bereits ein erhöhtes Vorschiff, so daß hier vorerst wenig neugebaut werden muß. Natürlich müssen auch der CT verlagert und die Abgasführungen Zur Seite hin verändert werden. Anstelle der Barbetten A, B und D werden Decklifts eingebaut. Das Hangardeck ist wie bei anderen Designs dieser Zeit auch, etwas asymetrisch.
Erste Idee sieht so aus:



Die Deckshähe des unteren Hangardecks beträgt exakt 4,60m (oberes = 5,5m), somit können Teile der vorhandenen Struktur des Schiffes architektonisch ohne Sprünge genutzt werden.
Abgebrochen werden müssen:
[1] Alle fünf Türme und Turmunterbauten (je 450 ts, =2,250ts)
[2] Hauptmagazineinrichtungen (=480 ts)
[3] Die vorderen Aufbaudecks mit Hauptmast und gepanzertem CT (>230 ts)
[4] Beide Abgasaufführungen oberhalb des Panzerdecks mit Schornsteinen (?)
[5] das hintere Aufbaudeck mit CT und Mast (>110ts)
[6] Die Zitadelle mit 150mm Seitenpanzer, 30mm Splittergürtel und 25-35mm gepanzertem Deck
[7] Alle BAK und 150mm QF Positionen
[8] Im unteren Teil des Schiffes werden beräumt:
   
  • Feuerkontrollstationen, Magazine, Bug- und Hecktorpedoräume
       
  • kessel + Turbinen

    Anstelle des 15mm Schiffbaustahl starken 1. Decks wird eine 40-50mm starke Wh Platte eingezogen, die auch als Unterlage der Hangaraufbauten dient.



    Mit Ölbefeuerten Kesseln auf Getriebeturbinen sollten 28 kts bei derselben Rumpfform schon drin sein (SEYDLITZ reichte diese Geschwindigkeit mit Kohlekesseln bei der Probefahrt). Avgas im Doppelboden verstaut, Mun, Bomben und Torpedos in den Magazinen.

    MACKENSEN refit:
    Die Klasse ist an sich gelungen aber das Schutzschema nicht mehr zeitgemäß. Auch die Dotation der Betriebsstoffe und Munition erscheint mir zu gering.
    Anstelle umständlich auf 38cm hochzurüsten (oder aufzubohren), schlage ich vor, 30,5 cm Geschütze, evtl. Neukonstruktion mit 52 oder 54,5 Kaliberlängen einzubauen und das dadurch freiwerdende Gewicht einer Verstärkung des Horizontalpanzers zuzuführen.

    -
    edit: Als Grundlage für die Umzeichnung des hypothetischen Trägers SEYDLITZ wurde ein Riß benutzt aus Ax. Grießmer: Große Kreuzer der Kaiserlichen Marine 1906 – 1918. Konstruktionen und Entwürfe im Zeichen des Tirpitz-Planes, (Bernard & Graefe Verlag 1995), Seite 91. Dort mit Angabe weiterer Quellen.

Nobody

Sehr schöne Zeichnungen delcyros, aber ich hab da noch eine Frage:

Zitat von: delcyros am 23 November 2010, 15:09:26
2 x MACKENSEN (siehe refit, 8 x 30,5cm, Gemischtantrieb und ca. 29 kts), 2 weitere werden nach WT verschrottet.

Warum die Mackensen auf 30,5 cm (statt 35 cm) abrüsten? Selbst wenn dadurch Gewicht frei wird um den Panzerschutz zu erhöhen, erscheint sie mit mit dieser dann schwächlichen Artillerie doch relativ nutzlos.

delcyros

Um eine akzeptable Panzerung der Decks zu ermöglichen wird viel Gewicht gebraucht. Zwar ließe sich ein Teil über Längung (Bug & Heck) ereichen, aber diese Gewinne sind zu gering. Auch die Kasemattpanzerung würde entfallen. Die MACKENSEN-Klasse hat eine gute Seitenpanzerung, obwohl darüber in der Literatur leider keine Einigung erzielt wird (mal amerikanisches Schema, mal deutsches, mal 350mm GP, mal 300mm GP). Der Deckspanzer ist aber viel zu schwach ausgefallen (nur Splitterschutz, und selbst der ist mit nur 30mm Stärke über den Magazinen fraglich in seiner Wirksamkeit gegen große ~14"Geschosse):

http://www.sms-navy.com/bc/SMS_Mackensen-armor-linedrw.jpg

Die Barbetten sind viel zu dünn für 350/380mm Kanonen aber adaequate für 305mm Geschütze. Damit wäre auch eine gewisse Homogenität in der Flotte gewahrt (nur zwei schwere Kaliber: 305mm und 380mm). Die MACKENSEN´s würden zu den DERFFLINGERn passen (sozusagen als Fortsetzung 1st scouting Group), eine ähnliche Geschwindigkeit besitzen aber wesentlich besser geschützt sein.
Ein weiterer Vorteil wäre die Aufnahme größerer Munitionsbestände in denselben Magazinbereichen.

Matrose71

Mm,

wie sieht es mit einem Sixgunner aus?
Also einen Turm streichen, dafür 3x2x38cm? Mit der angesrochenen Verlängerung des Bugs und des Hecks natürlich.
Mir erscheint der Rückschritt auf 30,5cm auch nicht erstrebenswert.

Mit 6x38cm wäre sie auf alle Fälle "Kampfkräftiger".
Viele Grüße

Carsten

Nobody

Zitat von: delcyros am 23 November 2010, 21:50:14
Die Barbetten sind viel zu dünn für 350/380mm Kanonen aber adaequate für 305mm Geschütze. Damit wäre auch eine gewisse Homogenität in der Flotte gewahrt (nur zwei schwere Kaliber: 305mm und 380mm). Die MACKENSEN´s würden zu den DERFFLINGERn passen (sozusagen als Fortsetzung 1st scouting Group), eine ähnliche Geschwindigkeit besitzen aber wesentlich besser geschützt sein.
Ein weiterer Vorteil wäre die Aufnahme größerer Munitionsbestände in denselben Magazinbereichen.
Interessante und nachvollziehbare Überlegung, aber ich glaube nicht, dass nur kleinere Geschütze ausreichende Gewichtseinsparung bringen (ich nehme mal an, dass man die - nun zu großen - Barbetten nicht ersetzt) für eine nennenswerte Verbesserung des Panzerschutzes.
Ich vermute 305er Drillingstürme würden auch nicht passen?

Sehr interessant finde ich auch das Panzerschema, dass keine Böschung aufweist.

delcyros

#95
Ja, das Panzerschema hat mir auch Kopfzerbrechen bereitet. Ohne Böschungen sieht die MACKENSEN ziemlich verwundbar gegen moderne Geschosse aus, die eine tiefe Penetration des GP durch halbwegs verläßliche Verzögerungszünder erlauben (HSF ab ca. 1912-14 mit der Krupp L3,2 & 3,4 APC, UK ab ca. 1922-24 mit den verbesserten MkVb "BLUEBAND" APC, die GREENBOY APC hatten noch einen zu unzuverlässigen Zünder, USN erst ab ca. 1930-32 mit der Einführung des Mk7BDF Bodenzünder).
Auch daher wäre eine Verstärkung des Horizontalschutzes erstrebenswert.
MACKENSEN´s L45- 35cm Zwilling hatte ein Gewicht (ohne Barbette) von je 700ts. Ein L50 30,5cm Zwilling brachte etwa 550 ts auf die Waage. Damit dürfte ein 30,5cm Drilling sich gewichtsmäßig nicht nur ausgehen, wenn zusätzliches Gewicht bereitgestellt wird. Obs auch in den Barbettdurchmesser reinpasst? Die SCHARNHORST war ja ursprünglich konstruiert um einen 28,3cm Drilling gegen einen 35cm Zwilling einzutauschen, wobei dann mit ach und krach auch ein 38cm Zwilling (mit viiieeel Umkonstruieren) reinpaßte. Von daher würde es sich auch platzmäßig wahrscheinlich nur unter größten Schwierigkeiten realisieren lassen.
Stattdessen würde ich die größere Barbette für verbesserte und schnellere Munitionszuführung der 30,5 cm einplanen. Sowie für ein leistungsfähigeres 30,5cm Geschütz, welches irgendwo zwischen L52 und L56 einzuordnen wäre und dann mit entsprechender Turmpanzerung auf ca. je 600 ts kommen wird. Dafür aber dann ohne Probleme auch 40 Grad Rohrerhöhung haben wird und mit einer Schußfolge von ca. 15-20 sec./Rohr betrieben werden kann (nur leicht besser als die alten 30,5cm L50, aber automatisch unterstützt statt handgetrieben). Ballistisch würden eine V0 von 860-880 m/s für ein 415-430 kg schweres Geschoß (erst L3,7, später L4,4, schließlich L4,7) als Ziel angesehen werden. Damit ließen sich die meisten Vertikalpanzerungen auf 16 bis 20km Entfernung noch wirksam bekämpfen.
Somit ließen sich hier real etwa 400 ts an Gewicht einsparen (Bei den Magazinen bleibt das Plangewicht gleich aber dafür 130-140 Geschosse statt 90 pro Rohr). Da diese Gewichtseinsparung relativ hoch im Schiff liegt, kommt diese Maßnahme zusätzlich auch der Stabilität mit Hinblick auf die Umrüstung Panzerdeck und 15cm MA ein Deck höher zugute.
Dazu käme jetzt die Umrüstung auf Naßdampf-Ölkessel und Getribeturbinen (für Hochdruck-Heißdampf ists ja noch zu früh), mit einer nur geringen Erhöhung der Konstruktionsleistung (100.000 WPS statt 90.000, bei Überlast 120.000 WPS statt 110-120.000 WPS) und -geschwindigkeit aber dafür deutlichen Reduzierung der Maschienengewichte (etwa 500ts), der Ausbau der 15cm kasemattierten MA (ca. 215 ts Einsparpotential am Geschützgewicht, dazu etwa 340ts Einspaarpotenzial am vertikalen Panzergewicht für Kasemattpanzer, Geschützblenden, Splitterlängs- und querschots der Kasemattpositionen), der Ausbau von gepanzertem CT und Turmaufbau (ca. 300 ts???), die Abgabe der Torpedodotation und Unterwasserabschußanlagen in Bug- und Heck (ca. 60ts) und die Längung über Heck und evtl. Bug mit Auftriebsverbesserung (ca. 200t zusätzlicher Auftrieb, davon bereits die Hälfte konstruktiv verbaut), summa summarum 1.900 bis 2.000ts, die "neu" verbaut werden können, ohne den Konstruktionstiefgang der MACKENSEN zu beeinflussen. Die Umrüstung auf Öl statt Kohle kommt der wasserdichten internen Kompartimentation und dem Unterwasserschutz zugute, erhöht außerdem die Reichweite beträchtlich (bei der ursprünglichen Dotation waren das 1.968 ts Öl und 3.937 ts Kohle, nun sinds 5.906ts Treiböl (die dank Getriebeturbinen auch wirtschaftlicher verbraucht werden können), so dass statt der ursprünglich nur 5.500 nm bei 14 kts nun 8.000-10.000nm herausgeholt werden können.
Dafür brauchts aber zusätzliche Gewichte für:

  • Neuanlage CT und Feuerleiteinrichtungen SA -ca. 300ts
  • betürmte 15cm L55 MA und Feuerleiteinrichtungen - ca. 500ts für zumindest vier 15cm L55 Zwillinge
  • SFlak und Feuerleiteinrichtungen, ca. 200 ts für zumindest vier 8.8cm L76 Zwillinge
    der Rest, etwa 1000ts geht in den Horizontalpanzerschutz (ergibt ein plus von 30mm über eine ganze Schiffsfläche verteilt), wobei ich das bisherig 30mm starke Hauptpanzerdeck als "Splitterschutzdeck" behalten wollen würde und anstelle des derzeitig 25mm starken 1st Decks und des 35-50mm starken Wetterdecks sozusagen oben auf dem GP aufliegend ein festes, ballsitisch sichereres Panzerdeck einziehen würde, das anstelle des nur aus Schiffbaustahl oder Krupp Deckspanzerung bestehenden ursprünglichen Materials ein modernes, Krupp hoch%iges Nickelstahl verwendet und eine Dicke von 80mm über den Maschienenräumen und etwa 100mm über den Magazinen aufweist. Ziemlich dünn aber deutlich besser als ursprünglich.

    Als Alternative gäbe es auch die Möglichkeit drei bis vier Panzerschiffsmotoren pro Welle laufen zu lassen für eine Konstruktionsleistung von 81.000 WPS - 108.000 WPS. Dabei könnte dann auch die Dotation der Betriebsstoffe von nahezu 6.000ts auf 4.000 ts gekürzt werden. Das Standartgewicht steigt, der maximale Tiefgang jedoch nicht. Von Reichweite und Geschwindigkeit dann etwas besser als die Panzerschiffe.

delcyros

...am liebsten würde ich auch den 200 bis 220mm starken Zitadellpanzer auf 300mm verstärken, aber die dafür und für die Erhöhung der Panzerquerschotts notwendigen 575 ts weiß ich nicht so leicht aufzubringen. Damit wäre der GP 300mm stark und würde sich über insgesamt fast 6m Höhe erstrecken.

ede144

Hallo

ich habe mir mal beide Renovierungsfreds durchgelesen und frage mich zum einen wieso 4 Bayerns? Es wurden ja nur SMS Baysern und SMS Baden gebaut. SMS  Sachsen und SMS Würtemberg wurden nicht fertiggestellt. Auch bei einem Unentschieden wäre 1918 vermutlich kein Geld von einer republikanischen Reichsregierung für den Fertigbau der Schiffe freigegeben worden.
Was wäre aus dem Rest der HSF geworden?

Gruß

ede

Nobody

Zitat von: delcyros am 24 November 2010, 11:35:38
...der Rest, etwa 1000ts geht in den Horizontalpanzerschutz (ergibt ein plus von 30mm über eine ganze Schiffsfläche verteilt), wobei ich das bisherig 30mm starke Hauptpanzerdeck als "Splitterschutzdeck" behalten wollen würde und anstelle des derzeitig 25mm starken 1st Decks und des 35-50mm starken Wetterdecks sozusagen oben auf dem GP aufliegend ein festes, ballsitisch sichereres Panzerdeck einziehen würde, das anstelle des nur aus Schiffbaustahl oder Krupp Deckspanzerung bestehenden ursprünglichen Materials ein modernes, Krupp hoch%iges Nickelstahl verwendet und eine Dicke von 80mm über den Maschienenräumen und etwa 100mm über den Magazinen aufweist. Ziemlich dünn aber deutlich besser als ursprünglich.
Eigentlich wollte ich kritisieren, dass deine Panzerdecks nicht finden kann... aber das lag wohl am Plan, bzw gedanklichen Übertragungsfehlern meinerseits zwischen Längs- und Querschnitt.
Also ich bin etwas verwirrt. Wenn ich mir das so ansehe glaube ich folgendes zu finden:
  • ein 25-50 mm starkes Oberdeck, bzw Kasematteschutz, Seitenschutz 80 bis 150 mm
  • ein 20 (Kasemtte) bis 25 mm (Türme) starkes Zwischendeck oberhalb des Zitadellepanzers (200 bis 220 mm)
  • ein 30 mm Deck oberhalb des Gürtelpanzers (300 bis 350 mm) und der Wasserlinie
  • kein Deckspanzer unterhalb der Wasserlinie oder des Panzergürtels

    Zitat
    Als Alternative gäbe es auch die Möglichkeit drei bis vier Panzerschiffsmotoren pro Welle laufen zu lassen für eine Konstruktionsleistung von 81.000 WPS - 108.000 WPS. Dabei könnte dann auch die Dotation der Betriebsstoffe von nahezu 6.000ts auf 4.000 ts gekürzt werden. Das Standartgewicht steigt, der maximale Tiefgang jedoch nicht. Von Reichweite und Geschwindigkeit dann etwas besser als die Panzerschiffe.
    Also 1000 t mehr durch weniger Kraftstoff. Hört sich doch gut an, aber: an Panzerschiffsmotoren glaube ich nicht, schon gar nicht mit 3 Dieseln pro Welle - außer wir versuchen es Dieselelektrisch. Unwahrscheinlich bei dem Platzbedarf. Außerdem, wann wären die frühstens verfügbar?
    Aber warum nicht die mittlerweile (seit 1917) fertigen Großdiesel verwenden wie sie etwa für S.M.S. Prinzregent Luitpold geplant waren? Sicher mit 4*12000 = 48000 WPS wäre sie kein Kreuzer mehr, aber mit ein bisschen tuning und 8 (statt 6) Zylindern könnten es dann schon 64000 bis 72000 WPS sein - genug für 26 bis 27 kn.

Kosmos

vorallem hätte man sich kaum auf schwächere Kanonen eingelassen, dann eher größere Verdrängung.
Für die Bayern hätte man Gelder gefunden aber bei Mackensen und Ersatz-Yorck steht Fragezeichen.

Q

#100
Zitat von: Nobody am 24 November 2010, 15:03:48
Also 1000 t mehr durch weniger Kraftstoff. Hört sich doch gut an, aber: an Panzerschiffsmotoren glaube ich nicht, schon gar nicht mit 3 Dieseln pro Welle - außer wir versuchen es Dieselelektrisch. Unwahrscheinlich bei dem Platzbedarf. Außerdem, wann wären die frühstens verfügbar?
Aber warum nicht die mittlerweile (seit 1917) fertigen Großdiesel verwenden wie sie etwa für S.M.S. Prinzregent Luitpold geplant waren? Sicher mit 4*12000 = 48000 WPS wäre sie kein Kreuzer mehr, aber mit ein bisschen tuning und 8 (statt 6) Zylindern könnten es dann schon 64000 bis 72000 WPS sein - genug für 26 bis 27 kn.

Der MAN Grossdiesel SN 1200/6 fuer die Prinzregent Luitpold hatte laut Brack/ Moeller "Einhundert Jahre Dieselmotoren fuer fuenf deutsche Marinen" Seite 121 ff, statt der eigentlich geforderten Zylinderleistung von 2000 PSe eine am einzelnen Zylinder ertestete Leistung von 3218 PSe bei 145 U/min. Dadurch hatte der regulaere SN 1200/6 statt 12000 PS sogar 19308 PSe Leistung erbracht. Also muss da garnicht aufgepimpt werden. Der Diesel war schon bedeutend staerker als eigentlich geplant.

Don´t Panic

Edit: Als Quellenverweis auf diese Daten steht im Moeller/ Brack:
Zitat von:  Brack/ Moeller "Einhundert Jahre Dieselmotoren fuer fuenf deutsche Marinen" S. 233
Zum Kapitel "Kaiserliche Marine - bis 1918" ab Seite 115
...
14   Laudahn, Die Nuernberger Grossoelmaschine, S. 1139
...
Quand tu veux construire un bateau, ne commence pas par rassembler du bois,
couper des planches et distribuer du travail,
mais reveille au sein des hommes le desir de la mer grande et large.

St.Ex

Nobody

Zitat von: Q am 24 November 2010, 15:36:38
Zitat von: Nobody am 24 November 2010, 15:03:48
Also 1000 t mehr durch weniger Kraftstoff. Hört sich doch gut an, aber: an Panzerschiffsmotoren glaube ich nicht, schon gar nicht mit 3 Dieseln pro Welle - außer wir versuchen es Dieselelektrisch. Unwahrscheinlich bei dem Platzbedarf. Außerdem, wann wären die frühstens verfügbar?
Aber warum nicht die mittlerweile (seit 1917) fertigen Großdiesel verwenden wie sie etwa für S.M.S. Prinzregent Luitpold geplant waren? Sicher mit 4*12000 = 48000 WPS wäre sie kein Kreuzer mehr, aber mit ein bisschen tuning und 8 (statt 6) Zylindern könnten es dann schon 64000 bis 72000 WPS sein - genug für 26 bis 27 kn.

Der MAN Grossdiesel SN 1200/6 fuer die Prinzregent Luitpold hatte laut Brack/ Moeller "Einhundert Jahre Dieselmotoren fuer fuenf deutsche Marinen" Seite 121 ff, statt der eigentlich geforderten Zylinderleistung von 2000 PSe eine am einzelnen Zylinder ertestete Leistung von 3218 PSe bei 145 U/min. Dadurch hatte der regulaere SN 1200/6 statt 12000 PS sogar 19308 PSe Leistung erbracht. Also muss da garnicht aufgepimpt werden. Der Diesel war schon bedeutend staerker als eigentlich geplant...
Interessant, steht da vielleicht noch mehr über die Motoren? (Größe, Gewicht, wie die Spülluft erzeugt wurde, etc.)
Ich kenne im wesentlichen nur die Angaben aus Stefan Zimas Buch "Ungewöhnliche Motoren" das ihm 10800 PS bei 130 U/min, 12200 PS bei 135 U/min bescheinigt. Außerdem gibt es eine Verbrauchsangabe (214+29=243 g/PSh bei 12160 PS). Die höchste Leistung die erwähnt wird ist 12400 PS.
In einer anderen Quelle (leider unbekannt) habe eine Höchstdrehzahl von 150 U/min für diesen Motor gefunden.

Könnte man ihn als Achtzylinder bauen und 3000 PS pro Zylinder erreichen käme man auf beachtliche 96000 WPS, und zwar ohne Getriebe.

delcyros

@ Nobody:
das Panzerdeck wurde im Zwischendeck eingeplant, oben anschließend am Zitadellpanzer.
Mit der Vulcan Kupplung oder etwa einem Föttinger Transformator sind auch drei oder mehr Motoren pro Welle möglich.
@ Q:
Weiß man wie schwer dieses Dieselaggregat sein werden sollte? Immerhin war es schon in SACHSEN und WÜRTTEMBERG verbaut (beide weniger als ein Jahr vor der Fertigstellung), daher sollten Informationen darüber vorliegen.
Theoretisch ließe sich ein Großdiesel pro Welle direkt oder mit Umsetzungsgetriebe betreiben, für insgesamt 48,000 WPS Konstruktion und 75.000WPS Höchstlast womit entsprechend eine Geschwindigkeit von 25 kts normal und 27 kts Höchstfahrt erreichbar wären.

DST

kurze zwischenfrage.

worin liegt der sinn , die zwei kampfstärksten schiffe der flotte.
zuerst ihrer geschütze zu berauben und anschlißend auch noch auf diesel umzubauen ?

stark gepanzert , nur mit 30,5cm bewaffnet und langsam
waren die schiffe der kaiserklasse auch und die sind da viel billiger als wenn man für teuer geld
2 schlachtkreuzer zuende baut umd sie dann zu kastrieren.

mfg dirk

delcyros

@ Dirk,
der Einwand ist schon berechtigt.
Die Dieseluntersuchung ist für mich auch weniger glaubhaft, dazu mußte generell vom Boden aus fester gebaut werden. Aber die Frage hat hier andere und auch mich interessiert.
Die Reduzierung der Armierung ist aus den Blickwinkel einer Perspektive sozusagen "von unten" heraus geboren. Statt die Kähne immer größer werden zu lassen wird hier die Qualität auf Kosten des schweren Kalibers verbessert.
Die 35cm Kanonen sind nett aber mit nur 90 Schuß/Rohr (30 HE, 30 SAP und 30 APC) kann man die Dinger in der 1. AG nicht mehr gebrauchen außer für Einsätze im nassen Dreieck. Braucht man die 35cm Kanone für die I AG wirklich? Diese Frage stellt sich mir. Gegen Kreuzer und Schlachtkreuzer reicht noch die 30,5cm und Linienschiffen / Schlachtschiffen sollen diese Einheiten ja ausweichen.
Die Panzerung ist vertikal gut aber horizontal ist keine wirkliche Panzerung da von der man sprechen kann. Hier MUß etwas getahn werden! Die Kosten sind enorm am Gewicht und könnten andernfalls nur mit Wulstanbau und unter erheblicher Verdrängungssteigerung durchgeführt werden, womit die Geschwindigkeit deutlich gesunken wäre, das Eindocken verkomplifiziert und Qualität des Schiffes verschlechtert wäre.
Stattdessen gibts jetzt ein schwächer bewaffnetes aber modernisiertes Großkampfschiff mit gutem Schutz, hoher Geschwindigkeit, guter Reichweite und Seeausdauer, welches praktisch nur durch schnelle Linienschiffe (eine DUNKERQUE oder RENOWN reicht nicht) deklassiert wird (HOOD ist besser bewaffnet aber schlechter geschützt und etwa 1/4 größer -größer als vom WT erlaubt).

Theoretisch wäre es auch möglich die 35cm auf 38cmL45 in speziellen, neukonstruierten Lafettierungen umzurüsten, die Dotation der Geschosse zu reduzieren (70 Schuß/Rohr) und eine geringere Schußfolge hinzunehmen. Aber dann stünden noch mehr Gewichte (Topgewichte!) ins Haus.

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