Begleitflugzeugträger / Leichter Flugzeugträger

Begonnen von MP, 17 Januar 2015, 08:32:29

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Benjamin

Zitat von: Halvar66 am 26 Januar 2015, 12:01:02

Und wer wird in feindüberwachten Gebieten seine Schiffe versorgen?

Da die Ausgangslage "Begleitträger zu Schlachtschiff H" und dementsprechend ab dem Jahr 1942 als Einsatzzeit zu rechnen ist, stellt sich ja hier erstmal die Frage: Gab es zu der Zeit noch ausreichend nicht feind-überwachte Gebiete? Ab wann gabs denn die nahezu lückenlose Luftaufklärung des Nordalantiks? Ich meine, dass die letzten Lücken Anfang 43 geschlossen wurden.

Sicherung der Träger, Verschleiß der Maschinen, Versorgung hin oder her: Ich sehe spätestens ab dieser Zeit ehrlich gesagt keinen Sinn für einen Einsatz von Überwasserstreitkräften via Deutschland im Atlantik, da die Wahrscheinlichkeit einer feindlichen Aufklärung als nahezu 1 gewertet werden muss.
If there's more than one possible outcome of a job or task, and one of those outcomes will result in disaster or an undesirable consequence, then somebody will do it that way.

Big A

Ich habe ja geschrieben, dass die USN anfangs durchaus ihre Schwierigkeiten hatte, aber 41 oder besser 42 waren die im ersten Kriegsjahr gegen Japan, wir sprechen hier vom 3. Kriegsjahr Deutschlands (Begleitträger für Schlachtschiff H9 also ist der Vergleich zutreffend.

Und auch in feindüberwachten Gebieten wird versorgt werden (müssen) abhängig von der Lage!"

Axel
Weapons are no good unless there are guts on both sides of the bayonet.
(Gen. Walter Kruger, 6th Army)

Real men don't need experts to tell them whose asses to kick.

Huszar

Hallo,

möchte jetzt nicht den Spass verderben, aber eine H kann es nur dann 1942/43 (oder überhaupt) geben, wenn kein Krieg 1939 - zumindest bis Herbst 1942 -  ausbricht.
Somit wären Stützpunkte in Frankreich und/oder Norwegen bei der Planung und Bau nicht gegeben, obs bei einem Einsatz diese gegeben wären, ist auch nicht mit letzter Sicherheit zu sagen.
(eine andere Frage wäre, ob Dtl in diesem Fall über Langstreckenaufklärer - Fw 200, Ju 290 zB - verfügen würde!)

mfg

alex
Reginam occidere nolite timere bonum est si omnes consentiunt ego non contradico
1213, Brief von Erzbischof Johan von Meran an Palatin Bánk von Bor-Kalán

delcyros

#93
Axel,

erstmal hab Dank für deine konstruktiven Beiträge.

ZitatWo will man in D entsprechende Piloten (die für die träger wo ausgebildet wurden???) hernehmen, wie in feindüberwachten Gebieten die Trossschiffe entladen(bewusst Plural, man wird mit einem nicht auskommen, da man aus Sicherheitsgründen verteilt packen muss)

Ergänzung der Luftgruppe im Einsatzhafen oder per Luftüberführung. Zu den Rahmenbedingungen später vielleicht mehr.
I./Tr.Gr.186 trainiert in Nordeutschland bereits Mitte 1939, nimmt am Polenfeldzug teil und ist an der Neutralisierung polnischer Marineeinheiten beteiligt.

ZitatWelche Fakten sind nicht klar? geografische Lage und nicht vorhabdene Stützpunkte?

Die geographische Lageeingrenzung ist allen hier klar. Als vorhandener Einsatzstützpunkt GZ wurde Stavanger geplant. Nicht klar ist mir aber, warum du schriebtest:

Zitatindustriellen Lage (Werftkapazitäten etc) und der geografischen Lage (Stützpunkte) war jede Art von Träger Ops unmöglich

Von welchen Werftkapazitäten wird hier gesprochen, die den Einsatz "jeder Art Träger Ops", wie du dich ausdrücktest, unmöglich machten? Auf welchen, belegbaren Quellen basiert eine solche Aussage und wie sind diese Einschränkungen durch mangelnde Werftkapazität von dir quantifiziert, insbesondere in Angesicht der Auftragslage bei Fieseler?

ZitatEin Träger im Dienst = 3 nötige wie beschrieben; wie versorgen in einem Seegebiet, das auch andere für sich beanspruchen und etwas mehr an Trägern zu bieten haben?
Ein Raider nach diesem Bild muss geschützt werden, denn kommt es zum Artilleriegefecht hat jemand, wie Urs schon schrieb, etwas fürchterlich falsch gemacht.
Somit ist ein Raider allein zu wenig, muss also als Trägerverband laufen.

Im Idealfall. Dieser Idealfall geht von einer Planung nach Z-Plan vor und zuvor nicht mit Kampfhandlungen mit England. Im Z-Plan gibt es die Möglichkeiten, einer wie von dir gesprochenen Task Force. Historisch gibt es sie, und da muß ich an dieser Stelle ungewohnt stumpf formulieren, ...nicht.
Ich Halte die KM für ein Rumpfkonstrukt, die schwächste und fragilste Marine aller Hauptkriegsparteien (Russland, UK, USA, Japan, Frankreich und Italien). D.h. aber im Umkehrschluss, dass man überhaupt nicht von Task Forces ausgehen darf, sondern von den assymetrischen Möglichkeiten, die tatsächlich zur Verfügung standen.
Da ist ein Raider sinnvoll, aber auch ohne Flottenkokon. Realistisch muss das OKM damit rechnen, dass ein Raider, ob er nun U Boot, Hilfskreuzer, Panzerschiff, Schlachtschiff oder eben Flugzeugträger war, bei einem solchen Einsatz verloren gehen kann.
Das bedeutet aber nicht, dass solche Einsätze prinzipiell unmöglich oder nicht sinnvoll seien und das hat m.E.n. die KM in engen Rahmen durchaus zu zeigen verstanden.

Deine Ansätze gehen von der amerikanischen Perspektive der Seekontrolle mittels Trägerflotten über rollende Einsätze und ständiger Präsenz aus. Dazu war die KM aber nicht in der Lage. Bei Raidern wurde eine solche ständige Präsenz nirgends gefordert, sondern temporäre Einsätze unter günstigen Bedingungen und vertretbaren Risiken sind gefahren worden mit anschließenden Werftliegezeiten der involvierten Einheiten.
Nochmal, warum soll das ein Träger -im Gegensatz zum Kreuzer- nicht können?
Un in diesem Sinne: Warum kann die KM (oder in WK I der Etappendienst) Kreuzer und Schlachtschiffe mit vorstationierten Versorgen bedienen, während man einen Flugzeugträger- aus mir noch nicht begründeten Argumenten heraus- nicht damit versorgen könnte. Ist die Kapazität einer DITHMARSCHEN dafür zu klein?


Und anschließen als Denkaufgabe für alle:

Macht es -in der historischen Rahmenbedingung von ca. 1941/2- mehr Sinn einen Träger alleine zu schicken, denn als Teil einer Task Force?

Die Beantwortung dieser nüchternen Frage hat meiner Ansicht nach Bedeutung für die Beurteilung der hier aufgeworfenen Fragen. Denn ich glaube da liegen die Perspektiven auseinander.

Steffan,

ZitatDiese Passage von dir, ist schon nahe an der Desinformation bzw. Meinungsmache.
Kein DB 605 hat nach meinen Recherchen jemals länger als 100 Betriebstunden durchgehalten, bis zur großen Revision.
Bis zur endgültigen vollen ata Freigabe (Herbst 1943), hielten viele Motoren noch nicht mal 20-40 Betriebstunden durch.

Gersdorf/Grassman sind eine bedeutende Quelle für Motorenfragen. An entsprechender Stelle wurde nicht zwischen Db-601 und Db-605 unterschieden. Die Probleme mit dem Db-605 sind von dir aber -in meinen Augen korrekt- dargestellt worden. Der Db-605 hat aber nichts mit einem Trägerflugzeug zu tun, da er für diese nicht eingeplant wurde. Der Db-601 ist aber bereits wesentlich früher sowohl als betriebssicher als auch als langlebiger anzusehen als der BMW-801.
Ich höre immer wieder von allen wie gut die Fw-190 mit BMW-801 war aber niemand scheint sich anscheinend zu fragen, warum bis 1943 sowenige davon zum einen in Italien/ Griechenland/ Nordafrika als auch von Basen in Russland aus im Einsatz stehen, sondern ausschließlich von logistisch gut erschlossene Basen in Deutschland und Frankreich und (später) Norwegen. Gersdorff spricht von Betriebszeiten im Einsatz bis die durchschnittliche Lebenserwartung der Triebwerke erreicht war. Das bestätigt sich absolut in einer Reihe von Primärquellen. Mitte Dezember 1941 (!) findet sich von Oberst Gollob der Eintrag dass der BMW-801 nicht betriebsreif und sicher sei und im übrigen eine durchschnittliche Lebenserwartung von nur 25 Betriebsstunden hat, bis er verschlissen sei während der  Db-601E zu diesem Zeitpunkt nach 121,5 Std in die Generalüberholung und danach für nochmal 121,5 Std in den Einsatz geht bevor er durchschnittlich verschlissen ist. D.h. 250 Std Db601 : Verschleiß. 25 Std. BMW-801C: Verschleiß.
Kleinere Reperaturen (Zündkerzen austauschen, Ventile einschleifen) müssen grundsätzlich in noch kürzeren Zeitabschnitten erfolgen (10-15 Std).
Du kannst gerne mit den Zeiten des BMW-801D2 von 1943 ausgehen (der auch nicht die Db-601 Lebensdauer erreicht sondern nur knapp die Hälfte), aber wenn erst dieser in der Planung berücksichtigt wird, wann gibts daraus ein Trägerflugzeug? 1946.

Die kürzeste Lebenszeit des Db-601 ist für Nachtjagd Bf-110 belegt. Warum? Weil die Flammendämpfanlage und die daraus resultierende Hitzestauung den Motor zu stark belastete (Gersdorf et al.).

Und in diesem Zusammenhang: Warum wird hier davon ausgegangen, dass die Zerlegung des Motors (Generalüberholung) nur im Werk, nicht aber mit Bordmitteln des auf den Träger eingeschifften Werftzuges und der Ausrüstung erfolgen kann? Welche Quellen belegen diese Annahme?
 
ZitatMesserschmitt und Daimler Benz brauchten fast 1,5 Jahre um die Probleme des DB 605 in der Bf 109G in den Griff zu bekommen und selbst dann erreichte er nicht die "Stabilität" des DB 601.
Focker Wulf und BMW hatten nach ungefähr einem Jahr den BMW 801 völlig im Griff.

Erstens irreleavant, zweitens falsch.
Erstflug Fw-190V5 mit BMW-801C: Okt 1940.
Einsatzbewertung Fw-190A2 mit BMW-801C Dez. 1941: Ungenügend, unsicher, kurzlebig
Einsatzbewertung Fw-190A3 mit BMW-801D von April 1942: Kühlprobleme, kurzlebig,
Leistung mußte künstlich gedrosselt werden
Einsatzbewertung Fw-190A3 mit BMW-801D2 von Okt. 1942: betriebssicher. Drosselung aufgehoben.

Daraus folgt, dass die Probleme 2 Jahre anhielten und nicht nach Ablauf eines Jahres im Griff waren.
Darüberhinaus ist wichtig festzuhalten, dass der Db601N bereits Ende 1940 betriebssicher war (ohne künstliche Drosselung mit über 100 Std. Betriebszeit) und nicht erst Ende 1942, und aus diesen zwei Jahren Zeitunterschied erwächst ein erhebliches Argument gegen den BMW-801.

Alex,

ZitatWas haben die schweren Kreuzer überhaupt in der Aufzählung zu suchen?
Sie haben die Funktion eines Raiders im Atlantik wahrgenommen. Du gehst von völlig falschen Annahmen aus. Falsch weil unbegründet und in eklatanten Wiederspruch zu den tatsächlich erfolgten Lufteinsätzen. Viele Raider hatten auch Seeaufklärer an Bord. Stell dir doch mal die Frage, wie oft mit denen Aufklärung geflogen wurde, wann, wie lange, welche Sektoren und welchen Anteil diese Zeiten am Gesamteinsatzzeitraum haben. Bei welchen Seegang wird überhaupt geflogen? Wie häufig ist dieser Seegang in welchen Breiten anzutreffen?
Die Planer der KM gingen nicht davon aus, gegen England 1939 im Krieg zu stehen, die Träger als Komponente des Z-Planes waren dagegen sinnvoll. Die Eroberung von Basen für die Marine zunächst in Norwegen, war dagegen eine Komponente, die durchaus von den Vorkiegsplanungen berührt wurde (Kriegserfahrung WK-I zur Kompensation der identifiziertenj geographischen Lagebeschränkung, vgl. Wegener´s Ausführungen dazu und Readers Erörterungen und Ansätze), nicht geplant war jedoch, dass auch Frankreich (so schnell) fällt.



Leider wird hier ja nicht von Fakten ausgegangen...

schade eigentlich


delcyros

Alex,

Kommentare wie,


Zitat:sonstige_154: :ROFL:
Aha. Und wie lange würde es dauern, bis derjenige, der sogar im Sommer 1939 eine Flotte unter dieser Voraussetzung bauen will, in ein Zimmer mit sehr weichen Wänden gesperrt wird?

und

ZitatDas ist so in etwa Quatsch.

will ich von dir nicht mehr sehen.

Danke.

Huszar

Hallo, Delc,

Wenn du Quatsch schreibst, wirst du dich auf solche Kommentare einstellen müssen. Sorry.

mfg

alex
Reginam occidere nolite timere bonum est si omnes consentiunt ego non contradico
1213, Brief von Erzbischof Johan von Meran an Palatin Bánk von Bor-Kalán

t-geronimo

Dann werde ich sie löschen.

Bislang war es hier eine einigermaßen friedliche Diskussion. Wenn sie aber, wie scheinbar fast immer bei "What if"-Themen, beginnt aus dem Ruder zu laufen, wird eingegriffen.

Wenn man der Meinung ist, das jemand anderes etwas falsches schreibt, dann kann man das auch genau so sagen und anschließend eigene Gründe anführen, die die eigene Meinung untermauern.

Polemisierung hat noch keinen Thread weiter gebracht außer in Richtung Abgrund.
Gruß, Thorsten

"There is every possibility that things are going to change completely."
(Captain Tennant, HMS Repulse, 09.12.1941)

Forum MarineArchiv / Historisches MarineArchiv

Matrose71

Salve delc,

ich finde deine Argumentation in Sachen Motor höchst manipulativ.

1.

Du hast mit deinem Zitat aus Gersdorf auch den DB 605 ins Spiel gebracht, über den DB 601 besteht überhaupt kein Dissenz und deine Zahlen decken sich zu 100% mit meinen Zahlen in Bezug auf den DB 601.

2.

Nur komisch, dass du auf den DB 605 überhaupt nicht eingehst!
Wann wurde der BMW 801 in die Massenproduktion eingeführt?
Im Früjahr Sommer 1941, deine Argumentation mit Sommer 1940 und Prototypen ist schon sehr merkwürdig. Die ersten FW 190 im Frontweinsatz tauchten im Spätsommer 1941 an der Kanal Front auf, wie du richtig geschrieben hast waren 1 Jahr später (Spätsommer, Herbst 1942) die Probleme mit dem BMW801D-2 und der A3 gelöst.

3.

Wie war doch gleich die Entwicklungsgeschichte des DB 605, seine Einführung in die Massenproduktion und das erste erscheinen von Bf 109G an der Front?!
Der DB 605 kam Anfang 1942 in die Massenproduktion und die ersten Bf 109G erreichten im Sommer 1942 die Verbände.
Die immensen Probleme mit den Lagerschäden und anderen Problemen blieben dem DB 605 bis Spätherbst 1943 erhalten, wie ich durch Primärquellen belegt habe! Auch erreichte der DB 605 nie wieder die Standfestigkeit des DB 601.

Das alles unterschlägst du und mit deinem Zitateinwurf von Gersdorf, dass sich auf den DB 601 und DB 605 bezieht, aber nur den BMW 801C enthält, betreibst du m.M. nach sehr klare Meinungsmache. Auch gehst du auf die Probleme des DB 605 überhaupt nicht ein, in deinem nachfolgenden Post.
Viele Grüße

Carsten

Urs Heßling

moin,

Zitat von: delcyros am 26 Januar 2015, 13:57:19
Macht es -in der historischen Rahmenbedingung von ca. 1941/2- mehr Sinn einen Träger alleine zu schicken, denn als Teil einer Task Force?
Gut, vielleicht hilft es ja. Es folgt meine Meinung (dann muß ich's nicht mehrfach schreiben)

1. Einen Träger als "Raider" allein loszuschicken macht keinen Sinn, weil er schon bei Sichtung durch einen leichten oder schweren Kreuzer oder eine Zerstörergruppe - und diese drei Gegnervarianten sind im Nordatlantik durchaus anzutreffen - diesen zum Opfer fiele.

2. Eine Kampfgruppe mit Träger ist unter den Bedingungen NA 1942 nicht mehr versorgbar, die Frage der Träger-/Flugzeuglogistik (redfort top) ist nicht geklärt, Troß beim Verband lähmt ihn (wer schützt die Troßschiffe?), "ambulanter" Troß ist selbst gefährdet (U-Boote vor Norwegen)

3. Einen unter den historischen Bedingungen noch sinnvollen Einsatz sehe ich - Schlachtschiff H hin oder her - bei der Begleitung einer gegen einen Nordmeerkonvoi eingesetzten Kampfgruppe, da hätte man im Sommer 1942 auch einen Träger "allein" mit Zerstörergeleit einsetzen können.

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Trimmer

#99
Hallo delcyros - zu Deiner Denkaufgabe für alle - Ja es lohnt sich einen Träger alleine los zuschicken .... wenn Du ihn ganz schnell los werden willst . Rest siehe Urs - wobei ich mir auch da selbst mit Zerstörer-Geleit gegen Nordmeerkonvois nicht so sicher wäre

Gruß - Achim - Trimmer
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

redfort

ZitatUnd in diesem Zusammenhang: Warum wird hier davon ausgegangen, dass die Zerlegung des Motors (Generalüberholung) nur im Werk, nicht aber mit Bordmitteln des auf den Träger eingeschifften Werftzuges und der Ausrüstung erfolgen kann? Welche Quellen belegen diese Annahme?

Moin, das ist ziemlicher Blödsinn.
Alle eingeschifften Bordfliegerkommandos, egal auf welchen Schiff mit Fliegerkomponete, hatten entsprechende ausgebildete Handwerker an Bord.
1. Bordwart, Werkmeister, Oberwerkmeister, Zellenmechaniker, Waffenmechaniker, Funkgerätemechaniker, Motorenschlosser, Flugzeugmechaniker, Technischer, Elektriker usw. usw.
So diese Leute kamen zum größten Teil aus der Industrie oder waren von dieser abgestellt wurden. Die Stärken der Kommandos variierten, je nach größe des Fliegerkommandos. Ob die Bordfliegerkommandos das nötige Gerät dazu besaßen steht auf einen anderen Blatt Papier.

Die Seeluftwaffe wozu auch die fliegende Trägergruppe gehörte bzw. das höhrere Kommando hier der General der Luftwaffe beim Oberfehlshaber der Marine hatte alleine schon 17 Stützpunktwerften im Ausland und 26 Stützpunktwerften im Inland in seinen Versorgungsbereich.
Je Werft war so eingerichtet das sie fast alles machen konnten. Auch Motorenüberholungen !!!
Dazu kamen noch die  Luftzeuggruppe (See), die auch Spezialkräfte wie Ingenieure, Prüfmeister, usw. in ihren Personalbestand hatte und diese den Werften zur Verfügung stellten.

Zudem wurde später ca. 1942 hingegangen die Werften zu spezialisieren so waren z.b. die Werften u.a. zuständigt für: :
Norderney:  für Do 24 und He 59 zuständigt,
Schleswig, List, Hörnum: nur für die BV 138, He 115 zuständigt,
Pillau: nur für die Trägerflugzeuge zuständigt,
Wilhelmshaven, Kiel, Aalborg nur für die Bordflugzeuge zuständigt
Ribnitz: Umrüstung Seenotflugzeuge He 59,
Travemünde: Funkbeschickungen, Kompensierungen usw.usw.
Stettin: Lufthansawerft
nur um einige zu nennen !

Bevor wieder Fragen kommen nach Belegen der sollte sich die ca. 8.000 Seiten des:
KTB des Gen.d.Lw.b.Ob.d.M. und entsprechende das KTB der Luftzeuggruppe (See) usw.
reinziehen und auswerten da hat man genügend Belege um ganze Häuserfronten damit zu tapezieren.
Gruß, Axel

Luftwaffe zur See

delcyros

#101
Steffan,

den Db-605 bringe ich hier nicht ins Spiel. Er gehört auch nicht in diese Diskussion (Bf-109T: Db601A und Db601N, perspektivisch Db601E) Er ist zusammen mit dem Db601 bei Gersdorf tabellarisch gelistet und ich entnehme die Information der Lebenszeit von der Quelle, nicht mehr. Über die Probleme mit dem Db605 hast du ja bereits einiges beigetragen. Das ist aber für die Diskussion irrelevant. Der Db605 dauerte ebenfalls zwei Jahre um ihn in die -109 Zelle vollständig und ohne erhebliche Nachteile zu integrieren. Das ist kein Unterschied zum BMW-801/Fw190. 

Der Db601 ist aber im Gegensatz zum BMW-801 deutlich betriebssicherer, früher verfügbar und langlebiger. Letzterer ist erst Ende 1942, nach zwei Jahren Entwicklungszeit betriebssicher genug, um für einen potenziellen Trägerjäger eingeplant zu werden und das ist m.E. deutlich zu spät, weils auf ein Luftfahrzeug frühestens im Jahre 1944 hinauslaufen würde...
Zuvor kann der BMW-801 nicht mit dem Db601 in Sachen Betriebssicherheit, Verbrauch und Langlebigkeit konkurrieren. Es ist daher in meinen Augen absolut gerechtfertigt, den Db-601 einzuplanen, eine Position, die auch von Vertretern der Planung seitens des RLM eingenommen wurde.

Urs,

hab Dank für deine Äußerungen. Meine Antworten darauf ebenfalls nur Meinungen, hoffe sie aber begründen zu können.

Zitat2. Eine Kampfgruppe mit Träger ist unter den Bedingungen NA 1942 nicht mehr versorgbar, die Frage der Träger-/Flugzeuglogistik (redfort top) ist nicht geklärt, Troß beim Verband lähmt ihn (wer schützt die Troßschiffe?), "ambulanter" Troß ist selbst gefährdet (U-Boote vor Norwegen)

Sehr realistische Einschätzung, der ich mich gerne anschließe.

Zitat3. Einen unter den historischen Bedingungen noch sinnvollen Einsatz sehe ich - Schlachtschiff H hin oder her - bei der Begleitung einer gegen einen Nordmeerkonvoi eingesetzten Kampfgruppe, da hätte man im Sommer 1942 auch einen Träger "allein" mit Zerstörergeleit einsetzen können.

Ebenfalls überzeugend. Zumal unter dem Schirm der von Basen in Norwegen aus operierenden LW-Verbände (die in diesem Fall mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit verstärkt worden wären)

Zitat1. Einen Träger als "Raider" allein loszuschicken macht keinen Sinn, weil er schon bei Sichtung durch einen leichten oder schweren Kreuzer oder eine Zerstörergruppe - und diese drei Gegnervarianten sind im Nordatlantik durchaus anzutreffen - diesen zum Opfer fiele.

Hier differiere ich. 

Erstens. Bei der Seefähigkeit und Geschwindigkeit (34kts) die für GZ vorgesehen wurde, muß sich GZ überhaupt auf ein Kurzdistanzgefecht einlassen? Kann es sich nicht auch durch hohe Geschwinidgkeit, zumal bei moderater See leicht entziehen?
Das haben Kreuzer so gemacht, Und BISMARCK hätte sich mit 5 kts mehr wahrscheinlich ebenfalls nicht auf ein Gefecht in der Dänemarkstrasse eingelassen.

Kommt es zu einem überaschenden Kurzdistanzgefecht sind flattops stehts im erheblichen Nachteil, ja. Grundsätzlich sehe ich aber auch hier mehr Chancen für GZ (guter Seitenschutz, gute Armierung), sich bei voller Beschleunigung einem Gefecht noch zu entziehen, als z.B. Taffy3. Ein Zerstörer ist artilleristisch und von der Platform (Feuerleitung, Stabilität, Feuerhöhe, Beobachtungsmöglichkeit) sehr deutlich im Nachteil (GLOWWORM erzielte erst aus 400m einen Treffer auf HIPPER bei Beaufort 7), ein Kreuzer hat aber nicht den notwendigen Geschwindigkeitsvorteil und zudem den Nachteil bereits ab mittlerer Distanz kaum noch was zu treffen.
D.h. GZ kann sich -als Raider- vermöge der überlegenen Geschwindigkeit möglichen Feindeinheiten bei rechtzeitiger Ortung grundsätzlich und bei zu später Ortung wenigstens einfacher entziehen als Panzerschiffe, HIPPERS oder Schlachtschiffe der KM.

Die Frage kann in drei Teilabschnitte aufgeteilt werden:

[1] War eine Trägeroperation technisch sinnvoll machbar?
[2] War sie logistisch unterstützbar?
[3] War sie strategisch sinnvoll.


@ Redfort,

Danke. Genau das meine ich auch! Da wird leider ganz schnell vorausgesetzt, dass Triebwerke grundsätzlich nach wenigen Std. Betriebszeit zur Überholung ins Herstellerwerk geschickt werden müssen und außer Acht gelassen, dass die Wartung und Überholung durchaus in den Aufgabenbereich des auf den Träger eingeschifften Werkszuges liegen.



Matrose71

#102
Hallo delc,

nur so zu Berichtigung, ich bin nicht Stefan (mhorgran), sondern Carsten (Matrose71).

Deine Argumentation ist soweit richtig, auch ich habe geschrieben, dass der BMW 801 nicht robust war und auch m.M. nach nicht für den Trägereinsatz unbedingt geeignet war, allerdings ziehe ich Sternenmotoren, flüssikeitgekühlten Motoren immer noch vor, für den Trägereinsatz.

Es gibt ein gewichtiges ABER in deiner Argumentation.

1. Gab es hier im Forum ein original Dokument, dass die Bf 109G als Trägerflugzeug für Graf Zeppelin vorsah, als die Arbeiten 1942/43 wieder aufgenommen wurden.

2. Gibst es ab Herbst Winter 1942 nur noch Bf 109G, da die Motorenproduktion bereits Anfang 1942 komplett von DB 601 auf DB 605 umgestellt ist und auch von Messerschmitt nur noch Bf 109G Zellen gebaut werden. Insoweit ist man ab Ende 1942, Anfang 1943 auf die Bf 109G für einen Flugzeugträger angewiesen, weil durch normalen- oder auch Einsatzverschleiss, die Zellen und Motoren erneuert werden müssen.
Damit hätte ein deutscher Träger ab 1943 ein weiteres starkes Problem mit seiner Einsatzbereitschaft, durch die Probleme mit der Bf 109G und dem DB 605.

Edit:

In Bezug auf deine Argumentation DB 601 stimme ich dir voll zu.
Viele Grüße

Carsten

Huszar

Hallo,

ZitatDa wird leider ganz schnell vorausgesetzt, dass Triebwerke grundsätzlich nach wenigen Std. Betriebszeit zur Überholung ins Herstellerwerk geschickt werden müssen und außer Acht gelassen, dass die Wartung und Überholung durchaus in den Aufgabenbereich des auf den Träger eingeschifften Werkszuges liegen.

Wer hat das vorausgesetzt? Fakt ist, dass bei Einsatzzahlen, wo sich ein Träger lohnt, die Motoren nach höchstens einen Monat getauscht werden müssen.
Ob die alten Motoren in die Bilge geschmissen werden, oder an Bord wieder in Stand gesetzt werden, ist Wurscht. Du brauchst so oder so den Einsatzmaschinen an Zahl identischer Ersatzmotoren.

ZitatWar eine Trägeroperation technisch sinnvoll machbar?
Die Frage ist schlecht gestellt. Mit welchen Schiffen, welchen Voraussetzungen, für wie lange, und zu welchem Zeitpunkt?
technisch ist sehr vieles machbar, ob es sinnvoll ist...

ZitatWar sie logistisch unterstützbar?
Nein

ZitatWar sie strategisch sinnvoll.
Vielleicht.

mfg
alex
Reginam occidere nolite timere bonum est si omnes consentiunt ego non contradico
1213, Brief von Erzbischof Johan von Meran an Palatin Bánk von Bor-Kalán

redfort

Zitat von: Matrose71 am 26 Januar 2015, 16:07:12

Es gibt ein gewichtiges ABER in deiner Argumentation.

1. Gab es hier im Forum ein origianl Dokument, dass die Bf 109G als Trägerflugzeuger für Graf Zeppelin vorsah, als die Arbeiten 1942/43 wiederaufgenommen wurden.


Jo gibt es, schau mal hier, Antwort # 17:

--/>/> Bf 109 T ungeeignet?

@delcyros

Danke, aber nicht "Herstellerwerk", sondern Werft habe ich geschrieben. Das sind zwei verschiedene paar Schuhe.
Tortzdem gibt es noch Dinge die kann selbst auf eine eingeschiffte Werftabteilung nicht machen.
Zudem gibt es einen entsprechenden Befehl darüber das abgeflogende Motoren zum Herstellerwerk zurück zu schicken sind ! ;)
Gruß, Axel

Luftwaffe zur See

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