Farbringe an den Schornsteinen

Begonnen von Hägar, 10 August 2016, 12:30:36

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Hägar

Moin an die kaiserliche Fraktion

Bisher bin ich davon ausgegangen, dass die Schornsteinringe der kaiserlichen Schiffe schlicht aufgepinselt waren.
Gerade werden aber im Netz zwei Fotos der GNEISENAU angeboten, die mich an diesem Glauben zweifeln lassen.

Hier zunächst die beiden Links:
http://www.ebay.de/itm/Die-Kaiserliche-Marine-S-M-S-Gneisenau-Deutsche-Kolonie-Tsingtau-807-/112072706230?hash=item1a180dc8b6:g:BrwAAOSwa81XR0NX
http://www.ebay.de/itm/Foto-AK-SCHIFFE-um-1915-Kaiserliche-Kriegsmarine-Der-Kreuzer-Gneisenau-4899-/381714688806?hash=item58dff7eb26:g:SVIAAOSwTZ1Xl0qh

In den beiden angehängten Ausschnitten scheint mir erkennbar zu sein, dass sich die Ringe in einigem Abstand vom Schornsteinmantel befanden.
Beim zuerst gesehenen Bild glaubte ich zunächst an eine etwas unsaubere Bildretusche, auch wenn mir der Zweck nicht ganz klar war.
Als sich derselbe Eindruck aber auch beim zweiten Bild einstellte, stellte sich mir die Frage, ob der Eindruck nicht doch real ist, und man seinerzeit Persenningbahnen einhängte.
Dafür könnte auch sprechen, dass die oberen metallenen Halteringe um die Schornsteine einen anderen Abstand hatten als darunter.

Angehängt zwei Ausschnitte, mit denen der Eindruck trotz der nicht ganz tollen Qualität unterlegt sein soll.
Wer folgt der Einschätzung bzw. wer weiß etwas Konkretes zur seinerzeitigen Praxis?

BestGruß in die Runde
Hägar

Urs Heßling

moin,
schöne Fotos (deutlich mit dem die Gneisenau kennzeichnenden Dampfrohr)

Zitat von: Hägar am 10 August 2016, 12:30:36
Wer folgt der Einschätzung bzw. wer weiß etwas Konkretes zur seinerzeitigen Praxis?
Konkretes weiß ich (auch) nicht.
Der Einschätzung folge ich ... zu 50 %.

Die Schornsteine sind an der genannten Stelle definitiv "dicker".
An Persennings mag ich angesichts der Temperaturen am/im Schornstein nicht so recht glauben.

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Hägar

Immerhin: 50% - das beruhigt, Urs :-)

Metallfolie wird es vermutlich nicht gewesen sein, japanisches Seidenpapier sicher auch nicht - was bleibt dann sinnigerweise?
Im übrigen wäre die Konstruktion ja hinterlüftet gewesen, so dass das Segeltuch wohl nicht bis zur Entzündung aufgeheizt worden wäre.

Vielleicht war ja gerade die Abgaswärme der Hintergrund dafür, die Farbe nicht unmittelbar auf den Schornstein aufzubringen, weil dann etwa ein schönes Weiß schnell rostbraun geworden wäre. Möglicherweise hätten sich sogar alle Farben durch Verkokelung aneinander angeglichen, was wohl kaum ein gewolltes Ergebnis bei Unterscheidungsmerkmalen gewesen wäre.
Ist aber derzeit noch reines Szenario-Denken, keine Erkenntnis.

Im Grunde brauchte man Detailfotos von Bord, die die Schornsteine mit Farbringen von unten zeigen.
Dann müsste sich entscheiden lassen, ob wir einer optischen Täuschung nachspüren oder tatsächlich eine Außenmanschette angebracht war.

Gruß - Hägar

Hägar

Zufällig lief mir kürzlich ein Distanzbild zu, das SX im September 1939 beim Einsatz in der Danziger Bucht zeigt.
Wenn es nicht eine optische Täuschung ist, dann sind auch an ihr Farbringe zu erkennen.

Merkwürdigerweise scheint es kein Bild zu geben, das sie in Neufahrwasser, Danzig oder im Munitionshafen Westerplatte zeigt und auf dem solche Farbmarkierungen ebenfalls zu erkennen wären.

Hat jemand gegenteilige Belege oder andere Erklärungen?

Gruß - Hägar

juergenwaldmann

Hier die Anleitung :



Gruss  Jürgen

Hägar

Besten Dank, Jürgen
Für die konkrete Frage hilft es leider nicht weiter, denn 1939 galt vermutlich die kaiserliche Kennungstafel nicht mehr.
Auch zu der Anbringungsart der Streifen gibt die Tafel leider nichts her .
Gruß - Hägar

halina

#6
Moin Hägar , hier ein Foto von der "Schleswig-Holstein" von September 1939 im Hafen von Gdansk liegend mit schwarzen Schornsteinrändern .
                                                                                                                                Gruss  halina

Edit : Danke Hastei für den Hinweis , natürlich sollte es Danzig sein bis 1945 , sorry .
                                                                                                                             
" Man muss nicht unbedingt das Licht des Anderen ausblasen , um das eigene Licht leuchten
zu lassen"
                      Phil Borman

Trimmer

Hallo Günter- schönes Bild aber beantwortet leider die Frage nicht wie die  Ringe am Schonstein ( Geschwader- Kennzeichen ) befestigt wurden bzw. aus welchem Material sie waren. Waren es z.B. Alu- Manschetten  :?

Gruß - Achim - Trimmer
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

Hastei

hallo Günter,
warum Gdansk und nicht Danzig ?  :?
Gruß Hastei

Fuzzy

Die Schornsteinringe,meist nur einer, auch mal zwei wurden nach meiner Überzeugung mit Segeltuch abgedeckt.Ein Grund könnte die Anonymisierung der Geschwaderzugehörigkeit sein.

Das eine Abdeckung vorliegt erkennt man am  Abstand zum Schornsteinmantel.
Aus meiner Sicht bestand sie nicht aus Alu ect.Der Transport  nach oben mit diesen unhandlichen Gegenständen war viel zu riskant.
Den Einwand das sie durch den heißen Schornstein Feuer fangen würde/konnte
entkräfte ich mit der Frage:Wer sagt das die Kessel dieses Schornsteins zum Zeitpunkt der Fotoaufnahme in Betrieb waren.

Trimmer

Hallo Fuzzy -  also ich kenne z.B. Bilder der " Helgoland " wo sie unter Dampf steht und die zwei Schornsteinringe trägt. Kann also nicht so sein wie Du schreibst. Auch die Befestigung dieser Ringe sehe ich nicht als Problem weil sie ja bestimmt nicht erst wärend der Fahrt befestigt wurden sondern in " Ruheposition " ( Hafen )

Gruß - Achim - Trimmer
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

halina

#11
Mir sind keine Fotos bekannt der übernommenen Linienschiffe der Reichsmarine die noch nach
1922 mit Schornsteinringen markiert waren , hier ein Foto von der SX ankerliegend .
                                                                                                                                         :MG:   halina

Edit : @ Hägar , zeig doch bitte mal Dein Foto von SX im Vollbild zwecks näherer Betrachtung .

                                                                                                                               
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                      Phil Borman

Fuzzy

OK.Bilder bei denen Ringe am qualmenden Schornstein vorhanden sind habe ich auch.
Selbst wenn Segeltuch verwendet worden ist,was spricht dagegen es ebenfalls in der Werft anbringen zu lassen,mit dünnen Leinen  an den Fußperden festgezurrt
Bleche dagegen lassen sie erstmal schwieger in diese Höhe transportieren,selbst mit Kran und noch schwieriger befestigen an den Stagen oder Fußperden,denn das es einen gewissen Abstand zum Schornsteinmantel gab,darüber sind wir uns doch alle einig.

Was mir auffällt:Auf allen meinen Fotos gibt es Fußperde in Mannshöhe,um Schornsteine picken und pönen zu können.
Ab einem bestimmten Zeitpunkt befindet sich dort wo die Ringe sind,ein zweites Fußperd in geringerem Abstand als Mannshöhe,zum Zurren.Ab dem Zeitpunkt kamen Schornsteinringe zum Einsatz.

halina

#13
Danke Fuzzy für das Ausschnittsfoto , demnach sind die Schornsteinringe mit etwas Abstand am
Schornsteinrohr befestigt . Möchte annehmen dass die Ringe aus dünnem Eisenblech waren mit
kleinen Distanzstücken , diese Bänder konnten dann mit einem Falz stramm am Schornstein befestigt
werden , so meine Version hierzu . Möchte aber Segeltuch nicht ausschliessen , sofern der Abstand
vom Schornsteinmantel ausreichend gross ist .
                                                                                                                                 Gruss  halina
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                      Phil Borman

Trimmer

Hallo Günter -  ich denke das diese Ringe in der Reichsmarine bei dem geringen Bestand an Dickschiffen und Kreuzern nicht mehr nötig gewesen ist.

Gruß - Achim
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