Japans 8 / 8 - oder wie auch immer Plan

Begonnen von Scharnhorst66, 11 Juli 2006, 09:40:31

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Scharnhorst66

" Fehler sind normal , Irrtümer üblich , Informationen selten vollständig , oft unzutreffend und häufig irreführend "
Sound Military Decision 1936
Gruss Micha

Ralf

Ich habe mir das alles mal seiner Zeit bei Dominik auf der Seite angeschaut, aber ehrlich gesagt habe ich dann irgendwann wieder davon abgelassen...
Interessant fand ich, dass die Japaner immer einen weiter gedacht haben. So auch bei den Linern, die gleich so gebaut wurde, dass man daraus CVs bauen konnte und dann den Bau subventioniert haben... Echt clever... Macht Ihr beiden mal weiter...
Gruß
Ralf
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,,Du kannst Dein Leben nicht verlängern und Du kannst es auch nicht verbreitern. Aber Du kannst es vertiefen!"
Gorch Fock

Scharnhorst66

@Dominik ,
hast Du schon was im Inet gefunden ??

ich Frage mich nur , woher die die ganzen Kapazitäten genommen haben ..
das sind jetzt ja nur die großen Einheiten .. alles ander kam ja noch zusätzlich dabei ?!!?
" Fehler sind normal , Irrtümer üblich , Informationen selten vollständig , oft unzutreffend und häufig irreführend "
Sound Military Decision 1936
Gruss Micha

Dominik

hmm, welche anderen dicken Einheiten gab es damals denn noch? "Hosho" war im Bau - allerdings im Asano Dock von Yokosuka. Dat wars! Hinzu kommen dann natürlich die ganzen leichten Kreuzer der 5500-t-Klassen, der Experimentalkreuzer "Yubari" und ganzen Zerstörer! Auf den vier Hauptwerften muss wirklich die Hölle losgewesen sein. Und zu dieser Zeit exisitierte das große Dock in Kure noch gar nicht, welches extra mitte der 30er für die "Yamato" geschaffen wurde...

Schwere Kreuzer wurden anfang der 20er Jahre nicht geplant, die kamen erst nach Washington, als die Schlachtschiffe und Schlachtkreuzer nicht mehr gingen. Als die schweren Kreuzer später zahlenmäßig "voll" waren, ging es mit den Trägern weiter. Nebenbei auf den Ausrüstungskais und den freien Hellings dann die Umbauten der Schlachtschiffe und Kreuzer. Kapazitätsmäßig scheint sich seit den 20er Jahren also nicht viel verändert zu haben - wenn man vom Yamato-Dock absieht.

Bislang sieht es für mich so aus, als ob "lediglich" zwei größere und zwei kleinere Einheiten in maximal Kreuzergröße gleichzeitig auf Helling liegen konnten zusätzlich zur gleichen Anzahl an den Ausrüstungskais. Würde eine Kapazität von 8+8 (große + kleine Einheiten) vor Stapellauf und 8+8 nach Stapellauf ergeben, also 24 Einheiten gleichzeitig im Bau zzgl. der Werften mit Kapazitäten bis Zerstörergröße! Das wäre Gigantismus!

Neue Hausaufgabe für mich: Auflistung der jährlichen Bauten, sortiert nach Werften!

Scharnhorst66

#19
jepp ..
so kommt eines zum anderen dazu ..

Hatte auch schon die Liste der Schiffe einmal durchgeschaut .. wann was gebaut worden ist ..
Träger alle viel später - wie du schon grschrieben hast nach den CA´s ..

Aber das muss echt was losgewesen sein in / auf den Docks .. suche die ganze Zeit schon nach Bildern aus der Zeit
aber bisher erfolglos gesucht ...


und egal was ich suche --> da taucht immer so eine komische Seite auf ..
fängt an mit "nihonkaigun.modellmarine.de"    :-D :-D --> ist schon lästig   :-D :-D :-D
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Sound Military Decision 1936
Gruss Micha

Ralf

...mal so ganz nebenbei: WIe sieht es mit Eurem Japanisch aus? Oder besser gesagt, habt Ihr Kontakte?

Aus Damp...
Gruß
Ralf
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Gorch Fock

Spee

Servus,

"Furutaka" und "Kako" sind vor dem Washingtoner Abkommen in Auftrag gegeben worden. Also schon schwere Kreuzer, da Japan damit ein Gegengewicht zur "Hawkins"-Klasse haben wollte.
Servus

Thomas

Suicide Is Not a War-Winning Strategy

Dominik

@Ralf,

- "nur" Azusa", dessen Großvater 1. Offizier auf dem schweren Kreuzer "Takao" gewesen war bzw. sein soll (habe hier immer noch keine Bestätigung von aderen Quellen)
- und Mario's Bekannte (die, wo ich immer noch auf eine Antwort warte -> MARIO!  :O/Y)

@Micha,
so ein Pech aber auch! Geht mir aber genauso! Versuch mal Altavista, der umgeht meine Seite!  :MS:

Im LaCroix!!!! Fotos vom Stapellauf der "Nachi" (?) oder einer der Myoko's im Beisein des Kaisers. Da konnte man einen Überblick über die Größe dieser Werft erahnen.

Gruß

Dominik

Scharnhorst66

#23
Hab gerade ein Bild von den Hafenanlagen aus Yokosuka gefunden .. Stand 1945 mit Nagato im Dock .. wenn man genau hinschaut  :-D

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Sound Military Decision 1936
Gruss Micha

Dominik

hmm, gerade für Yokosuka gefunden:

Stand 1944: 280 ha und über 40.000 Arbeiter!!!

Huszar

Hallo,

Die Bautätigkeit war(sollte) wirklich enorm!

Allerdings wurden die Zerstörer in der Masse nicht auf den Hauptwerften gebaut!
Minekaze-Klasse:
5*Mitsubishi/Nagasaki
8*Marinewerft Maizuru
Kamikaze-Klasse:
2*Mitsubishi/Nagasaki
3*Marinewerft Maizuru
1*MW Sasebo
1*Fujinagata/Osaka
1*Ishikawajima/Tokio
1*Uraga/Yokosuka
Wakatake-Klasse:
2*Kawasaki/Kobe
2*Fujinagata/Osaka
1*Ishikawajima/Tokio
1*Uraga/Yokosuka
Mutsuki-Klasse:
3*Fujinagata/Osaka
3*Uraga/Yokosuka
2*Ishikawajima/Tokio
2*MW Sasebo
2*Kosakubu (?)
Fubuki-Klasse:
4*Kosakubu
4*Uraga
4*Fujinagata
4*MW sasebo
2*Ishikawajima
1*Mitsubishi/Yokohama

usw...

Über die Kreuzer hab ich - leider - (noch) kein Buch.

Bezüglich der Nr.13-Klasse:
Paradebeispiel dafür, was im Schlachtkreuzer-Thread aufgetaucht ist, nämlich übergrosse Schlachtkreuzer mit massig Panzer, Ari, usw.

mfg

alex
Reginam occidere nolite timere bonum est si omnes consentiunt ego non contradico
1213, Brief von Erzbischof Johan von Meran an Palatin Bánk von Bor-Kalán

Dominik

So, ich bin gerade am Erstellen einer Matrix (schön kompliziert halt)

beste Beispiele für Planung sind bisher:

BB Aki Stapellauf am 15.04.1907, BC Ibuki Kiellegung ab 22.05.1907
BB Aki Fertigstellung am 11.03.1911, BB Settsu Stapellauf am 30.03.1911
BB Kaga Stapellauf ab 17.11.1921, BC Atago Kiellegung am 22.11.1921 -> 4 TAGE nach Stapellauf
BB Tosa Stapellauf am 18.12.1921, BC Takao Kiellegung am 19.12.1921 -> die konnten nicht mal auskehren

Bei Kawasaki Kobe scheint es nur einen Ort für die Montage gegeben zu haben

BC Haruna Fertigstellung am 19.04.1915, BB Ise Kiellegung am 10.05.1915

selbiges trifft wohl für Mitsubishi Nagasaki zu

BB Kirishima Fertigstellung am 19.04.1915, BB Hyuga Kiellegung am 06.05.1915

Scheinbar schlechte Beispiele für Planung sind:

Amagi wurde am 16.12.1920 aufgelegt, am xx.11.1921 erfolgte der Baustopp, bis zum 08.01.1923 scheint der Rumpf auf der Helling zu liegen, dann geht es weiter mit dem Umbau zum CV. Am 01.09.1923 beim Erdbeben zerstört, liegt das Wrack bis 1924 wieder auf der Helling rum und wird im gleichen Jahr dann abgebrochen = Helling scheinbar für fast 4 Jahre belegt - nur 1 weiteres Schiff baubar

Akagi wurde am 06.12.1920 aufgelegt, am xx.11.1921 erfolgte ebenfalls der Baustopp, bis zum 08.01.1923 scheint auch dieser Rumpf auf der Helling zu liegen, dann geht es weiter mit dem Umbau zum CV, dessen Stappelauf am 22.04.1925 erfolgt = Helling für 4,5 Jahre belegt - nur ein weiteres Schiff baubar

Der Takao-Bau wurde am 05.02.1922 eingestellt, liegt der angefangene Rumpf (Bauzeit bislang nicht ganz 2 Monate) bis zum 14.04.1924 auf der Helling? Erst hier wird das Projekt gestrichen und die Reste bis 1925!!! abgebrochen! Ähnliche Zeiten gelten für den vierten BC Atago

später bei den Trägern wird es noch lustiger / komplizierter (je nach Vorliebe) Und deshalb bitte ich um Mithilfe  :O/Y

ST Takasagi Stapellauf am 19.06.1936, CV Hiryu Kiellegung am 08.07.1936
CV Hiryu Stapellauf am 16.11.1937, CV Shokaku Kiellegung am 12.12.1937

CV Zuikaku Stapellauf am 27.11.1939, SS Izumo Maru Kiellegung am 30.11.1939

Takasagi selbst wird aber nie als U-Tender fertig gestellt, sondern scheint seit diesem Tag am Ausrüstungskai zu liegen? Wann kam Takasagi wieder auf die Helling zum Umbau zum CVL Zuiho? Und wann war Zuiho's Stapellauf? Alle mir bekannten Daten übergehen diesen Zeitraum und nennen nur den 27.12.1940 als Tag der Indienststellung des CVL.

Ähnliche Kopfschmerzen bereitet mir das Schwesterschiff Tsurugisaki! Vom 20.07.1935 bis zum 15.01.1939 wurde sie ausgerüstet? Erst an diesem Tag erfolgte ja die Indienststellung. Für einen U-Tender erscheint mir diese Zeit doch etwas sehr lang! Von wann erfolgte dann deren Umbau zum CVL Shoho? Der Stapellauf dürfte kurz vor dem 04.05.1940 sein, denn da wird Shinano auf Kiel gelegt. Letztere liegt dann geschlagene 54 Monate auf der Helling, ein Beweis für die umfangreichen Umbauarbeiten (müsste ja eigentlich kurz vor dem Stapellauf gewesen sein)

In Nagasaki wurden die von Ralf gelobten CVE-vorbereiteten Passagierschiffe durchgeschleusst

Da hier bereits Musashi im Bau war, müssten diese Brocken dann nacheinander gebaut worden sein:

Argentina Maru ca 8/38 - 09.12.1938 Stapellauf, Nitta Maru folgend - 20.05.1939 Stapellauf, Yawata Maru folgend bis 31.10.1939. Jedes Schiff hätte so von der Kiellegung bis Stapellauf etwa 5 Monate benötigt. Ist dieser Zeitrahmen realistisch?

So, fertig! Entschuldigung für diese etwas komprimierte Datenflut. Alle, die sich nicht für dieses Thema interessieren, hätten ja nicht lesen brauchen... :D

Peter K.

#27
Also, meines Wissens nach geht das 8/8-Programm auf eine Forderung des Marineministers, Vizeadmiral Saito, aus dem Jahre 1910 zurück, wonach die japanische Marine über zwei Geschwader zu jeweils acht modernsten Großkampfschiffen verfügen müsse, um jeder in Ostasien verwendbaren Flotte einer anderen Seemacht gewachsen zu sein - daher 8/8-Programm. Im Herbst 1911 präzisierte Saito seiner Forderung, wonach ein Geschwader aus Großlinienschiffen (ab Herbst 1912 als Schlachtschiffe bezeichnet), das andere aus Großpanzerkreuzern (bzw. Schlachtkreuzern) bestehen müsse und die Schiffe nach 15 Jahren Dienstzeit zu ersetzen seien.
Trotz mancher Schwierigkeiten wurde dieses Ziel nicht aus den Augen gelassen und im Frühjahr 1916 bewilligte das Parlament zwei Schlachtschiffe, die späteren NAGATO und MUTSU. So entstand zunächst ein 6/4-Programm mit den im Bau befindlichen Schlachtschiffen FUSO, YAMASHIRO, HYUGA und ISE, der neu bewilligten NAGATO und MUTSU, sowie den vorhandenen Schlachtkreuzer KIRISHIMA, KONGO, HIEI und HARUNA. NAGATO und MUTSU konnten allerdings erst im August 1917 bzw. im Juni 1918 auf Kiel gelegt werden, weil die Erkenntnisse der Skagerrak-Schlacht eine Überarbeitung des Entwurfes notwendig machte.
Im August 1916 bewilligte der amerikanische Kongreß den Bau von 10 Schlachtschiffen und 6 Schlachtkreuzern innerhalb von sechs bis sieben Jahren, der Bau wurde aber als Folge des Lansing-Ishii-Abkommens vom 02.11.1917 zunächst zurückgestellt und der Weiterbau erst im Winter 1919/1920 erneut vom Marinestaatssekretär Daniels gefordert.
Daher legte der japanische Marineminister, Admiral Kato, etwa gleichzeitig - also im Winter 1919/1920 - dem Kabinett ein neues Bauprogramm vor, wonach 188 neue Kriegsschiffe gebaut werden sollten. Ab 15.11.1919 befaßte sich die Budgetkommission des Parlaments mit diesem Programm und bewilligte den Bau von 103 Kriegsschiffen - allgemein bekannt als 8/8-Programm:


  • 4 Schlachtschiffe
  • 4 Schlachtkreuzer
  • 12 Kreuzer (5-6000 t)
  • 32 Zerstörer (1300 und 850 t)
  • 28 Uboote (1300 und 800t)
  • 18 Spezialschiffe (10000t)
  • 5 Kanonenboote

Das gesamte Programm sollte bis 1928 abgeschlossen sein. Alle Großkampfschiffe sollten 45.000 t groß und mit 40,6 cm Geschützen bewaffnet sein, sowie spätestens 8 Jahre nach Fertiggestellung automatisch ersetzt werden.
Im Juli 1920 nahm das Parlament das Bauprogramm an, das außerdem noch beinhaltete:

bis 1925

  • 20 Geschützte Kreuzer (davon 12 bereits im Juli 1920 bewilligt)
bis 1923/24

  • 44 Zerstörer 1. Klasse
  • 78 Zerstörer 2. Klasse
  • 80 Uboote
  • 5 Kanonenboote
  • 18 Hilfsschiffe

Laut Programm galt

  • 1920 als veraltert: SETTSU, sowie alle älteren Linienschiffe und Panzerkreuzer
  • 1920 als kampfkräftig und fertig: Schlachtschiffe FUSO, YAMASHIRO, HYUGA und ISE, Schlachtkreuzer KIRISHIMA, KONGO, HIEI und HARUNA
  • 1920 als kampfkräftig und im Bau: Schlachtschiffe NAGATO, MUTSU, TOSA und KAGA, Schlachtkreuzer AMAGI und AKAGI


  • davon veraltern bis
  • 1922: Schlachtkreuzer KIRISHIMA, KONGO, HIEI und HARUNA
  • bis 1924-1928: Schlachtschiffe FUSO, YAMASHIRO, HYUGA und ISE
  • bis 1927-1930: Schlachtschiffe NAGATO, MUTSU, TOSA und KAGA


  • daher zu bauen
  • sofort: 2 Schlachtkreuzer - ATAGO und TAKAO (bewilligt 1919)
  • bis 1923: 4 Schlachtkreuzer - ? (manche Quellen sprechen von Nr. 9-12)
  • bis März 1928: 4 Schlachtschiffe - OWARI, KII, Nr.7 und Nr.8 (1920 bewilligt)
  • ab 1927-1930: 4 Schlachtschiffe - ? (manche Quellen sprechen von Nr.9-12)

Quellen:

Joachim Wätzig, Die japanische Flotte von 1868 bis heute
Gustav Jensen, Seemacht Japan
Grüße aus Österreich
Peter K.

www.forum-marinearchiv.de

Dominik

@ Peter,

als Ergänzung wäre zu erwähnen: (und ich kann das nicht so schön ausfomulieren wie Peter  :cry:)

Vizeadmiral Seitos Forderung vom 13.05.1910 sollte am 01.04.1919 erfüllt sein. Dementsprechend war folgender Bau geplant:
7 Schlachtschiffe
3 Panzerkreuzer
4 Kreuzer 2. Klasse
26 Zerstörer
10 U-Boote
1 Spähkreuzer (als Ersatz für "Anekawa", ex. russ. Angara, ex. russ. Moskva)

Der Plan wurde am 12.07.1910 abgelehnt

genehmigt wurden im März 1911 lediglich:
1 Schlachtschiff (Fuso)
2 Panzerkreuzer ! ! ! (Haruna, Kirishima)
2 Zerstörer (Urakaze, Kawakaze)
2 U-Boote (Nr. 14, Nr. 15)

Marineminister Saito änderte im September 1911 seinen Plan und forderte nun

7 Schlachtschiffe je 30000 t
2 Panzerkreuzer einer verbesserte Koingo-Klasse
5 Kreuzer 2. Klasse eines verbesserte Chikuma-Typs von 6000 t
26 Zerstörer
10 U-Boote
2 Spähkreuzer

Neue Zielsetzung für eine 8-6 Schlachtflotte war der 01.04.1920. Dieser Plan wurde ebenfalls abgelehnt

Am 23.06.1914 wurde von Marineminister Yashiro Rokuro die 8-8-Idee wieder aufgegriffen. Der Plan wurde erneut abgelehnt, eine 8-4-Flotte mit Zielsetzung 01.04.1920 jedoch in Betracht gezogen.

Dementsprechend war der Bau von

4 Schlachtschiffen
3 Spähkreuzern je 6000 t und 4* 200mm-Geschützen

in Betracht gezogen. Als der Erste Weltkrieg ausbracht, wurde das 8-4-Programm gedehnt und als Ziel der 01.04.1924 nun anvisiert. Japan hätte nun

4 Schlachtschiffe
2 Schlachtkreuzer
sowie etliche Kreuzer

bauen müssen.

Das Kabinett sah es wieder etwas anders und genehmigte am 24.02.1916 lediglich

1 Schlachtschiff (Nagato)
2 leichte Kreuzer (Tenryu, Tatsuta)
1 Zerstörer (Tanikaze)
3 U-Boote (Nr.14, Nr. 19, Nr.20)
1 Tanker (Sunosaki)

1916 wurde das Spähkreuzer-Design überarbeitet

Forderungen, die hier zu erfüllen waren: 7200t; 36,0kn; mind. 12 140mm-Geschütze, vorn vier Zwillings- und hinten mind. 4 Einzeltürme, alternativ die projektierten 200-mm-Geschütze; 4 610 mm Torpedos in Zwillingssätzen; 6000 - 8000 sm/14kn

1917 wurde das bisherige 7200-t-Spähkreuzer-Design erneut überarbeitet und zum 8000-t-Spähkreuzer erweitert

Forderungen, die hier zu erfüllen waren: 8000t; 35,5kn; 10-12 140mm in Pyramidenform vorn und zwei überhöhte bzw drei in Pyramidenform achtern, alternativ die neuen 200mm Geschütze; 8 610mm Torpedos in Zwillingssätzen, Reichweite 6000 sm/14kn

Dieses Design wurde am 2.6.1919 bestätigt, aber am 01.08.1920 wieder fallen gelassen (Gründe, siehe weiter unten)

am 14.07.1917 sah das 8-8-Programm den Bau von folgenden Schiffen über einen Zeitraum von 10 Jahren vor:

3 Schlachtschiffe (Mutsu, Kaga, Tosa)
2 Schlachtkreuzer (Amagi, Akagi)
9 Kreuzer (6 Tenryu's, 3 7200-t-Spähkreuzer)
27 Zerstörer (Minekaze's, Momi's)
18 U-Boote
3 Hilfsschiffe

Im Sommer 1917 wurde das Programm leicht geändert. Die 6 Tenryu's und die 3 Spähkreuzer wurden zugunsten von

8 5500-t-Kreuzern (Kuma, Tama, Kitakami, Oi, Kiso, Nagara, Isuzu, Natori) und
1 Experimentalkreuzer (Yubari)

gestrichen. Als Ergänzung kamen am 12.03.1918 im 8-6-Programm

2 Schlachtkreuzer (Takao, Atago)
3 5500-t-Kreuzer (Yura, Abukuma, Kinu)
27 Zerstörer
48 U-Boote
6 Hilfsschiffe

hinzu. Das 8-8-Programm ist ab dem 29.06.1918 scheinbar nur noch als Bauprogramm zu werten! Denn seit diesem Tag exisitert das 8-8-8-Flottenprogramm - Drei Geschwader mit je acht Großkampfschiffen, davon 16 Einheiten je maximal 8 Jahre alt. Das dritte Geschwader sollte dann aus den "veralteten" Schiffen zusammengesetzt werden, also den Einheiten älter als 8 Jahre. Zielsetzung war der 01.04.1928. Grund für die Ausweitung waren die neuen Gebiete - Mariannen, Karolinen, Palau und die Marschallinseln - aus dem Ersten Weltkrieg

Im Juni 1919 wurde ein weiteres 8-8-Flottenbauprogramm bewilligt. In ihm waren je ein 8000-t-Spähkreuzer und ein weiterer 5500-t-Kreuzer enhalten. Aufgrund der amerikanischen Omaha-Klasse schien das 8000-t-Design aber nicht mehr verwendungsfähig. Noch schlimmer wurde es mit dem Auftauchen der britischen Hawkins. Also wurden drei weitere 5500-t-Kreuzer (Yura, Abukuma, Kinu) bewilligt und das Spähkreuzerprojekt erst einmal auf Eis gelegt.

Am 01.08.1920 waren im 8-8-Programm als zum Bau benötigt enthalten

4 Schlachtschiffe
4 Schlachtkreuzer
12 Kreuzer (8* 5500t -> Kumas, 4* 8000t -> spätere 7500-t-Furutakas/Aobas)
32 Zerstörer
28 U-Boote
5 Kanonenboote
18 Hilfsschiffe

Sicherlich wird spätestens hier keiner mehr durchblicken. Deswegen stoppe ich mal das Ganze und versuche, meine Reihe Entwicklung der Japanischen Flotte mal weiter zu bearbeiten...

Die Bauphilosophie der IJN mit den 8-4, 8-6, 8-8, 8-8-8-Programmen ist mehr als unübersichtlich, wird doch innerhalb dieser Programme noch in Bau- und Flottenziel-Programme unterschieden. Um das Ganze geringfügig schwerer zu machen, sind selbst die Flottenbauprogramme nur politische Zielsetzungen und haben nichts mit dem tatsächlichen Bau gemein.

Spee

#29
Na dann,

ein Schiff läuft allgemein nur einmal von Stapel, nicht zweimal. Die beiden U-Boot-Tender sind also vom Stapel gelaufen und dann zum Ausrüstungskai oder -dock gekommen. Im Herbst 1936 stellte man dann fest, daß die in den Tendern eingebauten Dieselmotoren nichts taugen und beide Schiffe auf Turbinen umgerüstet werden müssen. Daher der lange Zeitraum zwischen Stapellauf und Indienststellung. "Tsurugisaki" kam dann am 15.1.1939 in Dienst, mit Turbinen. Da "Takasaki" ein gutes Jahr später vom Stapel lief, wäre sie ca Anfang 1940 als U-Boot-Tender fertig gewesen, wenn man nicht am 8.9.1939 der Umbau-Befehl für beide Schiffe zum Flugzeugträger gegeben hätte. Somit wurde "Takasaki" niemals als U-Boot-Tender in Dienst gestellt.

"Kashiwara Maru" und "Izumo Maru" wurden im Frühjahr 1939 bestellt, "Kashiwara Maru" als Baunummer 900 bei der Mitsubishi Heavy Industries Ltd. auf Helling 3 in Nagasaki auf Kiel gelegt, "Izumo Maru" folgte am 30.11.1939 bei der Kawasaki Shipbuilding Ltd. in Kobe auf Helling 4 als Baunummer 660.
Technischer Leiter bei Mitsubishi war zu diesem Zeitpunkt Admiral Hiraga, der beide Schiffe nach dem Vorbild der "Bremen" bauen lies. Rumpfform, Taylor-Bug und Kessel wurden weitgehend von "Bremen" kopiert, da Japan zu diesem Zeitpunkt keinerlei Erfahrung im Bau solcher großen Luxusliner hatte. Inoffiziell wurde der Umbau beider Schiffe im Oktober 1940 befohlen, offiziell kam die Anweisung vom Transportministerium am 10.2.1941. Am selben Tag kaufte die Marine beide Schiffe als Flugzeugträger. Der Kaufpreis für beide Schiffe lag bei 48.346.000 Yen (4,834.600 Pfund), dazu kamen 27.800.000 Yen (2.780.000 Pfund) für Flugzeuge und Waffen. Das Geld kam aus dem Special War Budget des Fiskaljahres 1941 (Showa 16 rinji gunji hi, Zatsuekisen). Das Parlament genehmigte bei der 76.Sitzung 38.073.000 Yen für "Kasuga Maru", bei der 77. außerordentlichen Sitzung 76.146.000 Yen für "Kashiwara Maru" und "Izumo Maru".
Aus Geheimhaltungsgründen wurde "Kashiwara Maru" als Schiff Nr.1001 (Dai 1001 bankan), "Izumo Maru" als Schiff Nr. 1002 bezeichnet. "Izumo Maru" lief am 24.6.1941 vom Stapel und hieß ab da "Hiyo", "Kashiwara Maru" folgte am 26.6.1941 als "Junyo" (fertiggestellt als Baunummer 901). "Junyo" stellte am 3.5.1942 als Hilfsflugzeugträger (Tokusetsu kokubokan) in Dienst, ab 14.7.1942 reklassifiziert als Flugzeugträger (Kokubokan). "Hiyo" wurde am 31.7.1942 als Flugzeugträger in Dienst gestellt.

Quellen: Hans Lengerer und Tomoko Rehm-Takahara "The Japanese aircraft carriers Junyo and Hiyo" in Warship Volume IX, Siegfried Breyer "Schlachtschiffe und Schlachtkreuzer 1905-1970"
Servus

Thomas

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